Frau Gröner hatte mal wieder eine gute Idee

Ökologischer Gutmensch

  • Ich fahre sehr viel mit der Bahn und vermeide Flugzeuge. Alles innerhalb von Deutschland wird mit der Bahn erledigt, auch wenn ich von Berlin nach München muss. Das mache ich aber nicht nur weil ich mein ökologisches Gewissen beruhigen will, sondern weil ich a) im Zug super arbeiten kann und b) dort endlich dazu komme all die Serien zu sehen, die hier so rumfliegen.

  • Ich achte sehr darauf, was ich an Lebensmitteln kaufe. Gemüse etc. kaufe ich eh nur frisch beim Gemüse-Vietnamesen und aus Dosen esse ich allerhöchtens mal einen Linseneintopf im Winter. Ich gehöre zu den Menschen, die sich die Etiketten auf Lebensmitteln durchlesen. Wenn auf der Leberwurst drauf steht: "Fleisch, Wasser, Gewürze" ist das ein Kaufargument. Wenn dort eine kleingedruckte, zehnzeilige Inhaltsangabe steht, kaufe ich es nicht. Deswegen kaufe ich Wurst auch lieber abgepackt, weil die Damen hinter der Theke nie wissen, was in den Sachen, die sie verkaufen, eigentlich drin ist.

  • Wenn es geht, kaufe ich Gemüse aus der Region. Kiwis esse ich zwar ab und gern, aber selten, da ich es irgendwie schon seltsam finde, dass jemand in Neuseeland einen Baum pflanzt, einen Leiharbeiter damit beschäftigt den Baum zu pflegen und abzuernten, die Kiwis dann per LKW zum FLughafen gebracht werden, wo sie dann per Luftfracht und LKW nach Berlin gebracht werden, nur damit ich eine Kiwi für 40 Cent kaufen kann.

  • Licht. Das wunderschöne Mädchen bekommt jedes Mal einen Lachkrampf, wenn es um das Thema "Beleuchtung" in meiner Wohnung geht. Ich kann kein Licht, also habe ich am Schreibtisch eine Schreibtischlampe, und am Bett eine Bettlampe. Ich habe immerhin eine richtige Küchenlampe und auf Grund der Beschwerden des wunderschönen Mädchens auch vernünftiges Licht im Bad. Wobei es ja offenbar für Frauen im Bad nie hell genug sein kann. Sie hat in ihrem Bad um den Spiegel rum so eine professionelle Lampennummer mit 236 Glühbirnen, mit denen man das Bad heizen kann, sobald man sie anschaltet. Im Krieg hat man sowas als Flakleuchte genommen. Jedenfalls, und das wollte ich ja eigentlich sagen, bin ich sehr sparsam in Sachen Licht und es stecken auch in allen Lampen Energiesparbirnen, bis auf die in der Küche, da bin ich zu faul auf die Leiter zu steigen.

  • Auto. Ich hab ein Auto. Einen Japaner, dessen Motor gerade mal 5 Liter braucht. Ich brauche den Wagen eigentlich auch nur um damit Katzenfutter zu kaufen und um damit zum Sport zu fahren. Ich tanke ca. einmal. Im Quartal.

  • Mein Kühlschrank ist A+

  • Ich kaufe nicht bei H&M. Was auch immer das ökologisch bringt, aber das wollte ich schon immer mal los werden.

Ökologisches Schwein

  • Ich lasse meinen Rechner aus lauter Faulheit manchmal einfach tagelang laufen.

  • Meine Putzfrau kommt aus Polen und reist mit dem Auto an.

  • Ich trenne keinen Müll. Gut, Altglas an guten Tagen. Ich sehe das nicht ein, da mittlerweile bekanntermaßen die Müllsammelstellen Maschinen haben, mit dem sie den Müll sowieso nochmal sortieren. Glaube ich.

  • Ich lass manchmal den Fernseher laufen, obwohl ich gar nicht im Raum bin und ich schlafe oft und gerne vor dem Ding ein so dass er die ganze Nacht läuft.

  • Ich lasse alle Geräte in Standby.

  • Wenn ich unterwegs bin, werfe ich manchmal Pfandflaschen weg, weil ich zu faul bin mich irgendwo anzustellen um die Flasche zurück zu geben.

  • Ich esse zuviele Kiwis

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Update aus meinem Leben:

  • Der Knochen in meinem Fuss ist auch nach vier Wochen nicht mal ansatzweise zusammen gewachsen. Statt Gipschuh habe ich jetzt ein Tapeverband, der stramm sitzt und es einigermaßen richten soll. Schmerzen habe ich selten, ausser ich gehe zu lange und zu schnell. Nervig ist nur - und jetzt wird es wenig fies, weswegen Anke Gröner bitte hier aufhören sollte zu lesen und einfach zum nächsten Absatz übergehen kann - nervig ist nur, dass die beiden Knochenenden immer noch hin und her schunkeln und man spürt, wie sie sich ab und zu berühren. Vermutlich noch mal vier Wochen Verband. Immerhin brauche ich keine Krücken mehr und kann wieder Autofahren. Aber auch: vier weitere Wochen Duschen und Baden mit Plastiktütengedöns um den linken Fuss und Fönorgien, wenn es mal wieder nicht so ganz geklappt hat.

  • Überraschend einen Kurzurlaub mit dem wunderschönen Mädchen für Ende Juli reinbekommen. Paris! Das letzte Mal war ich vor ca. 15 Jahren und ich freu mich sehr. Und ich werde den Rechner zu Hause lassen! So. Und ich versuche dieses Kamerading bis dahin zu entscheiden. Was sehr schwierig ist. Ich habe jetzt immerhin eine Liste mit DSLRs und Superzooms, die in der engeren Wahl sind und mit dieser Liste werde ich die Tage ein Fotofachgeschäft erobern. Sollte die Nachricht rumgehen, dass ein Fotofachangestellert Amok gelaufen ist, weil der Kunde nach dreistündiger Beratung mit dem Satz: "Ich muss im Netz noch ein paar Beispielbilder anschauen" den Laden wieder verlassen hat, muss ich die Länge der Liste für den nächsten Besuch noch mal überdenken. (Liste: Olympus E 510, Panasonic FZ50, Olympus SP 550 UZ, Fuji S9600, Canon S5)

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Meine Großmutter war Ärztin und sagte immer gerne, dass ein Großteil der Erkrankungen, die man sich so als Zipperlein im Leben einfängt, meist eher psychosomatisch sind. Irgendwas läuft schief im Leben und der Körper schickt einem Warnsignale, die man irgendwann nicht mehr überhören kann. Dann ist man gezwungen eine Pause einzulegen, raus aus dem Alltagstrott, rein in die Rekonvaleszenz, bei der man tagelang auf dem Sofa rumgammelt und irgendwann nachdenkt. "Die meisten Dinge," sagte sie gerne, "geschehen nicht ohne Grund und meist hat man noch das Glück, dass sie zu einem Zeitpunkt kommen, an dem man was ändern kann."

Ich habe darauf natürlich, wie viele andere auch, nicht gehört. Warum auch, man ist ja unzerstörbar. Damit bin ich das erste Mal auf die Schnauze gefallen, als ich 32 Jahre alt war. Nach ein paar ungesunden Jahren in der Musikbranche, nach viel Ärger im Job mit widerlichen Kollegen und einer desaströsen Beziehung, die auch deshalb desaströs war, weil ich nicht wußte, was ich da gerade machte, nach diversen Migräne Attacken (ich hab nie Kopfschmerzen) klappte ich dann einfach zusammen und kündigte in einem hellen Moment meinen Job und nahm den Resturlaub der letzten zwei Jahre. Danach ging es im rasenden Tempo bergab und ich brauchte ein halbes Jahr bis ich wieder aus meiner Wohnung auftauchte. Nur um nach ein paar Wochen wieder im gleichen Trott zu sein. Was weitere 15 Monate später dazu führte, dass ich abermals auf die Fresse fiel. Diesmal aber richtig

Immerhin habe ich dadurch ein paar Dinge eingesehen. Dass ich nicht für Festanstellungen gemacht bin. Dass ich deutlich sensibler bin, als ich es selber wahrhaben wollte. Dass ich auf mich acht geben muss. Dass ich mein Geld mit nichts anderem mehr verdienen will, als mit dem Schreiben oder anderen kreativen Dingen. Dass ich Zeit zum Leben brauche. Das es sehr ungesund ist, Dinge zu machen, die man eigentlich nicht mag.

Das eigene Leben neu zu justieren ist keine leichte Aufgabe. Wahrscheinlich braucht man dafür auch mal einen kräftigen Niederschlag. Ich habe tatsächlich einen Umzug und mindestens drei weitere Jahre gebraucht, um überhaupt zu verstehen, in welche Richtung mein Leben gehen soll. Ich hatte ein Gefühl, aber keine Ahnung. Und komischerweise hilft einem das Denken dabei überhaupt nicht weiter. Wenn man nicht weiß, was man sich vorstellen soll, schwirren die Gedanken auch nur hilflos zwischen den Trümmern des alten Lebens rum und sagen doofe Dinge wie "Ach, so schlimm war es doch auch nicht." Das, was man vom Leben haben will, fügt sich offenbar dann zusammen, wenn einen Wunsch verspürt und den Mut hat, dem nachzugehen. Ich sehe das immer wieder, gerade auch bei meinem ältesten Freund, der nicht so böse auf die Nase fallen musste wie ich, aber der letztlich auf einem anderen Weg auch die Erkenntnis gemacht hat, dass es viel wichtiger ist, eine Arbeit zu haben, die einem Spaß macht, als eine, die letztlich nur eine Tretmühle ist.

Und scheinbar habe ich auch den richtigen Weg eingeschlagen - mit Abstrichen. Mein gebrochener Fuss ist eine Warnung in der Richtung, dass ich es mit der Arbeit nicht übertreiben soll. Dass ich Pausen machen muss, um nicht völlig auszubluten, dass ich mir Zeit nehmen muss, damit ich das, was ich gerne mache, nicht zu einem Automatismus wird. Ich hab die letzte Tage eine deutliche Pause eingelegt, und das hat auch gut getan. Aber gleichzeitig habe ich auch gemerkt, das mir die Arbeit nach ein paar Tagen fehlt, weil sie mir Spaß macht. Ich vermisse tatsächlich das Schreiben und all die Dinge, die damit zusammenhängen. Ich muss aber offenbar lernen, mein Zeitmanagement besser in den Griff zu bekommen. Und mal wieder mit dem wunderschönen Mädchen in den Urlaub zu fahren.

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Es ist so schwer zufrieden zu sein. Eine Binsenweisheit, die man schnell aus den Augen verliert, im täglichen Stress. Nach einem weiteren Wochenende voller Arbeit sitze ich eben vor meinem Blog und denke, dass ich sehr unzufrieden damit bin, dass ich kaum noch dazu komme, es mit sinnvollen und schönen Texten zu füllen. "Müsste mal wieder was aus meinem Leben schreiben." Dachte ich. Und relativ ratlos hinterher: "Aber was?" Wenn das Leben daraus besteht, dass man aufsteht, schreibt, Termine wahrnimmt, schreibt, was kocht und wieder ins Bett geht, und das sieben Tage die Woche, dann passiert halt nicht so viel. Und wenn man den ganzen Tag schreibt, dann ist irgendwann der Beutel mit den Buchstaben leer und man muss notdürftig was zusammenkratzen.

Ich gehöre ja auch zu den Menschen, die schnell mal unzufrieden sind, wenn sie ihren Willen nicht bekommen. Wenn die Arbeit einen umschließt, dann fallen einem tausend Dinge ein, die man sonst gerne gemacht hätte. In der Sonne liegen. Mit dem Fahrrad sinnlos rumfahren. Nutzlose Dinge kaufen. Lesen. (Aber lesen ist eh so ein Sache geworden, jedenfalls was Bücher angeht. Ich lese den ganzen Tag im Netz rum und irgendwie reicht der Input den ich da bekomme offenbar aus. Soweit ich weiß, bin ich mit dem Phänomen nicht völlig alleine im Netz.)

Wenn ich also meinen Willen nicht bekomme, wenn ich keine Zeit habe, eine der Geschichten zu schreiben, die auf einer mittlerweile sehr langen Liste auf mich warten, dann denke ich: "Alles doof und gemein." Manchmal stampfe ich auch mit dem Fuß auf. Neulich, bei einem der seltenen Abende mit Freunden und Getränken, sprachen wir darüber, dass die Japaner sich gerne deswegen umbringen, weil sie zu viel arbeiten. "Die stehen auf, quetschen sich in die U-Bahn, arbeiten bis tief in die Nacht, schlafen zu wenig, und gehen wieder arbeiten. Jeden Tag," sagte die Frau mit dem Japan Erlebnissen am Tisch. Ich schüttelte den Kopf, dachte aber Sekunden später "Ups, so viel anders ist das bei dir ja gerade auch nicht."

Aber auf der anderen Seite fällt mir dann immer wieder ein, wie privilegiert ich eigentlich bin. Dafür muss ich nicht mal Bilder von hungernden Kindern in Afrika sehen. Ich bin Freiberufler und wenn ich keine Zeit habe, dann läuft es gut, auch deswegen, weil ich meine Arbeit offenbar auch vernünftig mache. Das ist ein unausgesprochenes Lob, das einen aber auch ein wenig leer hinterlässt. Ich hab mich noch nie durch oder über die Arbeit definiert, da ich die immer als notwendiges Übel angesehen habe, damit ich meine Miete zahlen kann. Ich hätte im Prinzip überhaupt nichts dagegen, alles was ich mache, umsonst zu machen. Sinnlose Projekte, die spannend sind? Ich bin dabei! Die Welt wäre ein besserer Platz, wenn die Leute, die dazu Lust haben, nur die Projekte und Arbeiten angehen würden, die ihnen Spaß machen.

Die Tage ist eine Tante von mir gestorben und ihr Tod erinnerte mich daran, mal selber einen Schritt zurückzutreten und mir mein Leben anzuschauen. Ich bin gesund, meine Eltern, das wunderschöne Mädchen, meine Freunde und meine Katze sind es auch. Ich kenne niemanden, dem es zurzeit schlecht, oder um den ich mir Sorgen machen müsste. Ich kann meine Rechnungen bezahlen, ich habe genug Geld für meine Bedürfnisse, ich habe spannende Aufträge, die mich immer wieder neu fordern und Projekte, die viel Spaß machen. Es gibt Dinge, die nerven, das Finanzamt zum Beispiel, aber ich habe alles in die Wege geleitet, dass das in ein paar Monaten (hoffentlich) nicht nur gegessen ist, sondern vor allem auch in Zukunft keine Probleme mehr machen wird.

Da dachte ich: "Ich bin echt zufrieden." Und das ist eigentlich etwas sehr, sehr Schönes. Dass mit den Wünschen (mehr Zeit, mal wieder mehr für mich schreiben, 10kg weniger, neues Auto, neue Waschmaschine, DVD Rekorder, neuer Laptop, Handy mit Wlan, neue Kamera (SLR oder DSLR?), neue USA Reise usw.) wird schon.

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Am Dienstag werde ich mit ein paar Pappen und zwei bis acht Bloggern ab 20 Uhr im Adlerhof, Burggasse 51, Wien, Österreich, rumsitzen und Getränke zu mir nehmen. Wer dazu kommen mag, kann das gerne machen. Und jetzt ab zum Flughafen.

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