Montag, 31. Juli 2006

Huhu Professor Christoph Neuberger von der Uni Münster!

Sie als Kommunikationswissenschaftler, als habilitierter Kommunikationswissenschaftler, haben sicherlich eine Menge Ahnung, wie man kommuniziert. Deswegen geben Sie auch Interviews zu Themen, die irgendwie mit ihrem Wissensgebiet zu tun haben. Und wenn es nix mit ihrem Wissensgebiet zu tun hat, dann ist das auch egal, Hauptsache, sie können mal was sagen. Deswegen sagen Sie auch gegenüber des Magazin "Insight" in einem Interview, dass "vier Blogger [die]im Auftrag einer Automobilfirma Probefahrten unternahmen und ihre Eindrücke im Internet dokumentierten" etwas ganz schlimmes getan haben. "Hier haben Blogger, die bisher dem Ideal des anarchischen, antiautoritären Schreibens anhingen, die Seiten gewechselt."

Ich dachte, ich schreibe immer nur ab und zu was hin, auf das ich Lust habe. Ist das schon anarchistisch und antiautoritär? Ist man damit schon ein Anhänger irgendeiner Seite, die man wechseln kann? Meine Herren, wenn das schon anarchistisch ist, wenn man mal ein paar Seiten über sein verflossenes Sexleben ins Internet schreibt, was wäre, wenn man dann zum Beispiel ein Blog aufmachen würde, dass die Überschrift hätte: "Unter den Talaren, der Muff von 1000 Jahren"? Wäre das schon Beamtenbeleidigung, also quasi die schlimmste denkbare Revolutionsform, die es in Deutschland geben kann?

Vielleicht täte es Ihren wissenschaftlichen Äußerungen auch einfach gut, wenn sie sich mit den Blogs über die Sie sich äußern, auch vorher mal beschäftigen. Wahlweise können Sie mir auch gerne mal erklären, welche Teile des Blogs zum Beispiel von Pia oder auch diesem Blog hier, Sie eigentlich "antiautoritär" und "anarchisch" finden.

Danke
DD

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