Donnerstag, 20. Juli 2006

Wußte ich ja bisher auch noch nicht: Wenn man diesen

[myblog].antville.org

Feed ansteuert bekommt man beim jeweiligen Antville Blog nicht nur alle Einträge, sondern auch alle neuen Kommentare mitgeliefert. Also in meinem Fall muss man in seinem Feedreader dann diese URL eintragen:

don.antville.org

Gerade zufällig bei Antville Help gefunden.

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Schritt Eins:

Sich überlegen, nach drei Jahren ein neues Batterietelefon haben zu wollen. Nicht weil das alte nicht mehr ginge, sondern aus anderen Gründen. Gründe wie: ich will was Neues, das Alte ist alt, das Design gefällt mich nicht, es kann all die Sachen nicht, die die Telefone anderer Menschen können. Dies der kopfschüttelnden Freundin aufzählen.

Schritt Zwei:
Wochenlang Telefone anschauen. Abwägen, entscheiden, verwerfen, neu orientieren, entscheiden, fast kaufen, wieder verwerfen, bei Ebay weiter suchen, Testberichte lesen, noch mehr Testberichte lesen. Dann eine Killerapplikation entdecken und plötzlich noch mehr Geld ausgeben, als man eingeplant hatte.

Schritt Drei:
Bei Ebay das passende Telefon nebst Zubehör suchen

Schritt Vier bis Sieben:
Demütigende Niederlagen beim Bieten einstecken.

Schritt Acht:
Gewonnen! Geld überweisen. Warten.

Schritt Neun:
Nach Tagen eine Mail erhalten. Darin steht, dass der Besitzer das Telefon leider zwischendurch zufälligerweise verloren habe. Aber das tolle Zubehör, dass können man noch bekommen. Für wenig Geld. Man redet von GPS, Navi, DVD mit Programmen und Tischlader. Das übrige Geld würde man natürlich zurück überweisen. Ja, klar. Zurück überweisen. Haha.

Schritt Zehn:
Erstaunt feststellen, dass der Besitzer tatsächlich das restliche Geld am gleichen Tag per Blitzüberweisung wieder eingezahlt hat. Zubehör bekommen, kurz drüber schauen und weglegen.

Schritt Elf:
Neues Telefon bei Ebay suchen. Finden. Sich erst gar nicht mit so dämlichen Dingen wie "Bieten" oder "Konkurrenz" rumschlagen, sondern gleich eine Summe eintragen, die eher grenzwertig ist.

Schritt Zwölf:
Gewinnen und eine weitere Woche warten.

Schritt Dreizehn:
Neues Telefon auspacken. Sich freuen. Zum Beispiel darüber, dass man all seine Daten mit zwei Klicks von alten auf neue Telefon schieben kann. Als alles fertig eingerichtet ist....

Schritt Vierzehn:
...holt man das Zubehör aus dem ersten Einkauf wieder raus. GPS Dingens funktioniert schon mal.

Schritt Fünfzehn:
Sich wundern dass die Navi Software auf einer selbst gebrannten DVD ist. Mit den Schultern zucken, ganz weit hinten was ahnen, aber trotzdem erstmal 400 MB per USB auf die Speicherkarte schieben. Warten.

Schritt Sechzehn:
Sehr lange warten. Zwischendrin herausfinden, dass die Installationsroutine fehlt. Desweiteren fehlt der Productkey, der sich auch nicht auf der DVD befindet. Erste ärgerliche Mail schreiben. Keine Antwort bekommen.

Schritt Siebzehn:
Zweites Naviprogramm finden. Zwar auch auf einer gebrannten CD, aber immerhin mit echtem Productkey. Wieder 400 MB rüber schaufeln. Installieren. Aufrufen. Programm stürzt ab. Deinstallieren. Reinstallieren. Nix. Begleitbuch lesen und feststellen, dass das Programm gar nicht für das Telefon gedacht ist. Zweite ärgerliche Mail schreiben. Keine Antwort bekommen. Freundin verspricht die Leute zu schlagen.

Schritt Achtzehn:
Feststellen, dass man für knapp 90 Euro einen sehr hässlichen Tischlader (Tischlader! Das Herrenhandtäschchen der mobilen Generation), zwei nicht funktionierende Programme, von denen eins höchstwahrscheinlich kopiert wurde und zwar von einer italienischen Version, die man nach kurzem Suchen im Internet findet, einen immerhin funktionierenden GPS Empfänger, ein Autoladekabel und drei DVDs bekommen hat mit ca. 900 raubkopierten Klingeltönen, die in Ordnern wie "Tolle HipHop" und "Islamic mp3" liegen. Neben den "XXX fürs Handy" und "Sexy Wallpaper" Ordnern.

Schritt Neunzehn:
Entnervt das Geld abschreiben und das Navi Programm neu kaufen. Desweiteren einen externen Cardreader, damit man die Daten der Speicherkarte auf der das Navi geliefert wird, auf die eigene Karte überspielen kann. Nicht darüber nachdenken, was man in Schritt Eins eigentlich nur ausgeben wollte. (Niemals mehr! Das wäre doch lächerlich! Es ist doch nur ein Batterietelefon!)

Schritt Zwanzig:
Fazit ziehen. Es schnell wieder lassen. Überlegen, alles wieder zu verkaufen. Blutsturz. Zu warm für Massenmorde. Feststellen, dass Massenmorde in diesem Fall auch nicht gerechtfertig wären, weil man selber zu blöd war. Beschließe mich in Zukunft an das zu halten, was meine Großeltern immer gemacht haben. Die kauften technische Gerätschaften immer bei einem Elektrokfachhandel um die Ecke (Grundig Fachhandel) zu lächerlich überhöhten Preisen. Aber, so deren Überlegung, da hat man wenigstens jemanden, den man anschreien kann, wenn was kaputt ist. Bei Ebay kann man niemanden anschreien sondern nur feststellen, dass die Welt schlecht ist. By the way: jemand interesse an zwei super DVDs mit Klingeltönen und sexy Wallpaper? Crazy Frog ist auch dabei!

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