Freitag, 30. März 2007

Sach ma, Schäuble,

sind in der neuen, tollen "Antiterrordatenbank" (was für eine Art von Euphemismus ist das eigentlich?), also sind in diesem neuen Ding eigentlich auch die Nazis erfasst, die im letzten Jahr satte 23.000 Straftaten verübt haben? Ich höre nämlich ehrlich gesagt selten von randalierenden islamistischen Gruppen, die andersdenkende mit Baseballschlägern verfolgen und / oder krankenhausreif schlagen. Auch ist mir nicht bekannt, dass Islamisten vor Schulen rum lungern, und kostenlose Nachhilfe anbieten.

Fragt interessiert, DD

Permalink

 


Donnerstag, 29. März 2007

Update aus meinem Leben

  • Katze II hat ihre Lungenentzündung mittlerweile so gut überstanden, das sie wieder dazu in der Lage ist in die Badewanne zu kacken, was sie aus unerfindlichen Gründen rund einmal die Woche macht. Ich betreibe jeden Tag weiterhin Feldforschung zum Thema "Pille in Katze rein bekommen". Mittlerweile bin ich dazu übergangen gehacktes Kobe-Rind beim KaDeWe einzukaufen, in welches die Pille fein gemörsert einmassiert wird. Die Evolution hat bei Tieren, insbesondere bei Katzen, schwer geschlampt. Ein bei Bedarf aufklappbarer Pilleneinwurf am Hals wäre doch mal eine schicke und sicher nicht so schwierig zu lösende Aufgabe gewesen, wenn man bedenkt, dass die Evolution ja auch im Stande ist, so sinnlose Dinge wie Emus hervor zu bringen. Alles muss man selber machen.

  • Ich bin sehr, sehr müde.

  • Heute Mittag Hunger gehabt und in den "Schönhauser Arcaden" den selten dämlichen Einfall gehabt, eine Currywurst essen zu wollen. An sich ja schon mal eine selten dämliche Idee, denn die Kombination "schlechtes Einkaufszentrum & kulinarischer Hochgenuss" hat es meines Wissens auch noch nicht so häufig in den "Gault Millau" geschafft. Dieses Exemplar war an Trockenheit nicht zu überbieten, auch nicht, nachdem die Verkäuferin ca. drei Kilo kalten Curry Ketchup drüber gegossen hatte. Nach einem Drittel aufgegeben und mich geärgert nicht bis zu Hause gewartet zu haben. Dazu kommt, dass ich - abgesehen vom Frühstück - ungern mein Essen im Gehen zu mir nehme. Ein Bekannter aus Frankreich, der vor vielen Jahren zum ersten Mal nach Deutschland kam, war tagelang verblüfft darüber, wie viele Menschen in Deutschland Essen in sich reinstopfen, wenn sie unterwegs sind. Tatsächlich fiel mir es damals auch zum ersten Mal nach seinem Hinweis auf, was sich da in den Fußgängerzonen mittelgrößer deutscher Städte so zu trägt. Hat natürlich auch was damit zu tun, dass man keine Zeit mehr hat, also kann man auch bequem essen, wenn man sich gerade von A nach B bewegt. Ich kann das nicht wirklich. Selbst bei Burger King oder McDonalds setze ich mich rein. Essen ist halt mehr als nur Nahrungsaufnahme, auch wenn das mittlerweile weite Teile der Bevölkerung dank der Lebensmittelindustrie anders sehen.

Beim Kochen verzichte ich meist auch auf alles, was aus der Industrie kommt, aber manchmal rutscht man doch mal aus und kauft einer dieser Tüten. Neulich aus 70 % Faulheit und 30 % Neugier so ein Zeug gekauft, dass man Buletten zusetzt. Irgendso ein "Fix" halt. Es schmeckte erstaunlicherweise gar nicht mal so schlecht, aber irgendwann kam mir der Gedanke, dass ALLE die so einen Beutel gekauft und gerade zubereitet haben, genau dasselbe schmecken. Würde mein Nachbar auch gerade Buletten mit dem Zeug machen, ich könnte rüber gehen und würde keinen Unterschied schmecken. Schrecklicher Gedanke. Dass bei McDonalds geschmacklich alles gleichgeschaltet ist, kann ich ja noch verstehen, aber in den Küchen der Menschen? Wenn ich sonst Buletten machen, schmeckt jede immer ein wenig anders. Bei der einen sind ein paar Zwiebeln drin, bei der anderen etwas mehr Pfeffer. Selbst meine Standard Pastasoße schmeckt jedes Mal etwas anders, und wenn ich einen schlechten Tag habe, verhaue ich die auch mal. Aber die Buletten mit dem MaggiKnorr Zeug schmecken immer gleich, überall, jederzeit. Erschreckend. Formatiertes Essen.

  • Das Doofe daran, wenn man ein halbwegs gelesenes Blog betreibt, ist ja die Tatsache, dass man nicht mehr über Leute herziehen kann, die man kennt, und von denen man vermutet, dass sie einen lesen. Muss man jetzt wie früher wieder per Telefon machen.

  • Heute drehte sich auf meinem Plattenteller: Salad - Drink me, Dave Pike Set - Jazz for the Jet Set & Rory Gallagher - Blueprint

Permalink

 


Mittwoch, 28. März 2007

Als ich gegen Ende der 80er darüber nachdachte, wie und wo ich Texte veröffentlichen konnte, da war der Einstieg klar: man fing an für Fanzines zu schreiben. Ohne Geld, aber mit viel Enthusiasmus. Wenn man Glück hatte, dann konnte man auch mal ein paar CD oder Kinokritiken im örtlichen Stadtmagazin unterbringen. Fanzines waren die Blogs der 80er und frühen 90er Jahre. Man tauschte Geschichten aus, man bekämpfte sich auch mal, wenn es um Interviewtermine ging, aber insgesamt gesehen, war man sich einig, dass man nicht auf Dauer bei einem Fanzine schreiben wollte, weil man irgendwann ja auch mal Geld verdienen wollte. Der Schritt, weg vom Fanzine, hin zu einem bezahlten Artikel in irgendeinem Magazin wurde damals allenthalben mit großer Freude und ein wenig Neid begrüßt. Gedanken darüber, dass man deswegen die Fanzine Kultur verraten würde, machte sich keiner.

Mit den Blogs scheint das anders zu laufen. Wer die Schwelle vom Blog zum - wofür auch immer - bezahlten Autor überschreitet, muss sich eine Menge anhören, wobei die Diskussion um die Glaubwürdigkeit nur eine Sache ist. Ich habe die Diskussion immer mit einer gewissen Verwunderung zur Kenntnis genommen, was vielleicht was damit zu tun hat, dass ich den umgekehrten Weg gegangen bin. Ich bin aus dem Journalismus (und seinen dunklen Ablegern) in die Blogs gekommen. Ich habe das bloggen u. a. auch deswegen angefangen, weil es mir die Möglichkeit bot, meine Ideen, Texte, Emotionen etc. zu veröffentlichen. Das war vor dem Internet schlichtweg nicht möglich. Nicht mal in Fanzines.

Die Arbeit, die Lust am Schreiben und dieses Blog haben - vor allem in den letzten Monaten - zu einigen Anfragen geführt, die teilweise in konkreten Projekten geendet sind. Weiter unten folgt dann eine Auflistung der Dinge, in die ich involviert bin. Die Anfragen kamen aufgrund meiner Texte, was ein schönes Kompliment ist. Für mich ist der Verkauf meiner Texte seit rund 15 Jahren also nichts Ungewöhnliches, weswegen mich manche Kritik schlichtweg wundert. Offenbar ist der Glaube, dass das, was da jemand ins Netz schreibt, in jedem Fall authentisch ist, ebenso weit verbreitet, wie die Idee einer Political Correctness, die teilweise schon fast faschistoide Züge angenommen hat. So gerne ich selber den ganzen Tag nichts anderes machen würde, als über Open Source Software, Einschränkung der Bürgerrechte, gute Autoren und mein Leben zu schreiben - irgendwie muss die Butter aufs Brot und ich hätte gerne auch mal ne Scheibe Wurst drauf.

Blogs schweben nicht in einem luftleeren Raum innerhalb der Gesellschaft, in dem Geld keine Rolle spielt. Viele Blogger verdienen ihr Geld mit etwas anderem, als mit dem Schreiben, viele andere aber auch mit dem Verkauf ihrer Seele per Text. Blogs werden auch von Menschen gemacht, die Geld brauchen, damit sie was zu essen haben. Interessanterweise habe ich den Eindruck, dass die Kritik daran, dass manche Blogger ihre Arbeit vermarkten, oft von jenen groß, die in einem festen Arbeitsverhältnis stehen. Da gibt es viele Belehrungen darüber, was Blogs sind, was sie ausmacht, wofür sie geschaffen wurden und was man auf gar keinen Fall mit ihnen machen soll. Das ist ein wenig aus dem Elfenbeinturm herab doziert, weil es an den Realitäten eines Freiberuflers (gerade eines schreibenden Journalisten) vorbei läuft.

Man wird als ein Mensch, der sein Geld mit dem Schreiben (oder auch anderen kreativen Dingen) verdient, immer ein Zwitter bleiben. Einerseits ist man jemand, der mit einer Menge Ideen und auch Idealen daher kommt, die man versucht ohne das Korsett des Angestelltendaseins zu verwirklichen, andererseits ist man jemand, der den alltäglichen Zwängen unterliegt. Man muss sich gegen die normative Kraft des Faktischen, die dem Geld innewohnt, wehren, aber kann sich (leider) nicht den Dingen in ihrer Gesamtheit widersetzen.

Auf der anderen Seite sollte die gerade stattfindende Revolution im Journalismus, in der dessen Funktion als Gatekeeper, also als, böse formuliert, Zensor dessen, was die Menschen so an Informationen via Medien zugemutet werden kann, nicht daran scheitern, dass in Blogs die gleichen Sitten einreißen, wie in den alten Medien. Für mich persönlich bedeutet dieser Gedanke, dass ich offen lege, an welchen Projekten ich zurzeit mitarbeite. Das bedeutet nicht, dass ich jeden Artikel, jedes Interview oder jeden Kontakt hier offen lege. Aber damit Klarheit herrscht, folgt eine Auflistung der Dinge, an denen ich gerade zum Thema "Blogs" oder "Cooperate Blogs" arbeite:

  1. Das ich seit Neustem bei der Welt über all das schreibe, was im weitesten Sinne mit Fernsehen zu tun hat, dürfte sich mittlerweile rumgesprochen haben. Wer sich jetzt darüber aufregt, von wegen Springer und so: a) ich hab schon mehrfach für Springer gearbeitet, vor meiner Blogzeit sogar mal (zusammen übrigens mit Qype Gründer Stephan Uhrenbacher) bei bild.de. Ich war kein Witwenschüttler, sondern hab im Bereich "Paid Content" was entwickelt. b) Es gibt seitens welt.de absolut keine Vorschriften, was man schreiben darf und was nicht. Die Texte werden auch nicht gegengelesen. c) Die "Welt" hat was in der Pipeline, was ich extrem interessant finde, weil es Blogs, Kommentare, Meldungen, Leserbriefe, User Content und Newscommunities bündelt.

  2. Ein Cooperate Blog, das seit einigen Wochen in der Erprobung läuft, aber noch nicht online ist, stammt ebenfalls von mir. Näheres dazu, wenn es online geht.

  3. Und zum Schluss gibt es im Laufe der nächsten Woche(n) noch eine Ankündigung, die sich auf ein schon bestehendes Projekt im Netz bezieht, in das ich einsteigen werde. Thema verrat ich noch nicht.

  4. Ja, ich mache auch bei dieser "adical" Sache mit. Bei der Postingfrequenz in diesem Blog hier eigentlich gerade ein Witz, aber ich probier ja gerne mal was. Allerdings habe ich mich mit der Entscheidung, ob ich bei adical mitmachen soll, auch schwer getan. Zum einen kostet mich dieses Blog hier bei Antville nichts. Es gibt also keinen Grund, hier auch Werbung reinzudonnern. Zum anderen weiß ich selber nicht, was ich davon halten soll. Warum ich es doch mache?

Aus Neugier. Ich finde die Idee und die Form der Partnerschaft außerordentlich reizvoll, weil es zum, durchaus revolutionären, Umkehrprinzip des Internets gehört. Ich kann nun nicht mehr nur mittels Adblocker selber entscheiden, was ich sehen will. Es geht noch einen Schritt weiter: in dem ich, zumindest in diesem bislang kleinem Versuch, auch entscheiden kann, was beworben werden soll, liegt die Möglichkeit, einen Markt mitzubestimmen. Auch dadurch, in dem ich eine Diskussion über Werbung anheize. Stimmt die Theorie, dass die Angebotswaage sich in Zukunft zugunsten der Blogger neigen würde, hätte man durchaus die Möglichkeit, gewisse Firmen zu zeigen, dass ihre Meinungsmacht endlich ist. Die Theorie also, dass man als Blogger ein kleines Stück den Werbemarkt mit beeinflusst (und hoffentlich zum Positiven), finde ich interessant und sie ist mir eine Überprüfung wert. Sollte es Beiträge geben, die im Zusammenhang oder durch die Vermittlung von adcial entstanden sind, werden die dementsprechend klar gekennzeichnet werden. Wie das aussehen wird, weiß ich noch nicht. Vermutlich ein Button und/oder eine farbliche Abgrenzung oder einen Kasten um den Beitrag. adical macht sowas nicht. Die Banner und Textads werden wenn auf der rechten Seite auftauchen und gekennzeichnet werden.

Permalink

 


Samstag, 24. März 2007

1 A Premium Content

Update I: siehe unten

Wollte schon immer mal so Einträge wie Frau Julie schreiben. In Ermanglung eigener Kinder war mir das bisher verwehrt, aber seit einer Woche ist das aber anders. Da das wunderschöne Mädchen für ein paar Wochen im Ausland weilt, hat sie mir ihre Katzen da gelassen, die ich aus Gründen des Persönlichkeitschutzes jetzt mal Katze I und Katze II nennen will. Dazu kommt meine Katze, genannt Karla.


Katze II
Eigentlich wollte ich ja nach der Lesung in Leipzig auch noch auf die Buchmesse, aber Gründe hielten mich ab. Einer der Gründe war, dass ich mir ausmalte, was die drei Kinderersatzgeräte in meiner Wohnung aus lauter Langweile und Hunger wohl anstellen würden. Ein weiterer Grund war, dass Katze II sich immer dann nicht so recht wohlfühlt, wenn sie meine Katze riecht, in meiner Wohnung also immer. Ihr Unwohlsein äußert Katze II meist dahingehend, dass sie meine Katze anfaucht, sobald sie ihrer ansichtig wird oder sie einem ins Waschbecken kackt. Das kann durchaus zu interessanten Erlebnissen führen, wenn Brillenträger ist und morgens... . Katze I ist unproblematisch, bis auf den Umstand, dass sie ihre Krallen an meinen 70er Ledersesseln schärft und sie gerne auf den Schreibtisch klettert und einem ihren Hintern ins Gesicht hält. Katze II ist zu dem seit einiger Zeit krank. Sie röchelt wie eine alter Dampfkessel, weswegen sie auch schon in Behandlung war. Natürlich wurde sie aber wieder krank, so bald das wunderschöne Mädchen gen Süden entfolgen war. Als ich am Freitag Mittag nach Hause kam, lag Katze II rasselnd röchelnd auf dem Boden und hatte in der Wohnung ihren stark säurehaltigen Mageninhalt an verschiedenen Stellen zu Begrüßung deponiert. Leichte Panik breitete sich vor allem in dem Moment aus, als ich merkte, dass Katze II selbst dann nicht fauchte, als meine Katze 5 cm vor ihrer Nase stand. Seit gestern ist sie beim Tierarzt und liegt (ist wirklich wahr) unter einem Sauerstoffzelt, wo sie auch das Wochenende verbringen wird.

Katze I
Katze I hat dafür heute morgen, als sie vor lauter Gier erst ihr, und dann das Essen meiner Katze innerhalb von 1, 34 Minuten aufgefressen hat, auf den Boden gekotzt, nach dem meine Katze sie, vermutlich aus Rache, kurz nach dem Essen zehn Minuten lang durch die Wohnung gejagt hat. Überlege nun PVC Boden aufs Laminat zu nageln und habe mich gefragt, ob die Anschaffung eines Nass/Dampfsaugers günstiger ist, als der Verbrauch von Papiertüchern und Reinigungsmitteln. Wegen des Chaos hier hatte ich schon vermutet, dass Katze II nur simuliert um endlich mal wieder Ruhe zu haben. Die drei Ärzte die bisher an ihrem Krankenbett waren, haben mich aber (leider) vom Gegenteil überzeugt. Auch gab man mir schon einen Überblick über die angefallenen Kosten. Im nächsten Leben werde ich auch Tierarzt. Interessante Wochenendzuschläge haben die.

Update: So eben Katze II vom Tierarzt abgeholt, wo sie morgen gleich wieder zur Nachuntersuchung vorstellig werden darf. Ansonsten geht es ihr besser, allerdings scheint sie etwas eingeschnappt zu sein. Kosten halten sich für die dreitägige stationäre Aufnahme in Grenzen. Ungefähr ein 80GB Ipod. Die Batterie der Katze sollte aber jetzt länger halten, als beim Ipod.

Permalink

 


Donnerstag, 22. März 2007

Oh - ich spüre sehr deutlich, dass sich am Horizont eine neue Investition ankündigt. Die Sony H1, die ich seit Jahr und Tag in meinem Rucksack mit mir rumschleppe, leistet weiterhin gute Dienste, wie man auch hier sehen kann. Jetzt muss ich nur irgendwo 500 Euro her bekommen, die ich nicht zum Leben oder fürs Finanzamt brauche. (Danke auch dafür, Einkommenssteuervoranmeldung)

"Die Demokratisierung wird von oben »verhindert«, lange bevor überhaupt von Demokratisierung gesprochen werden kann. Ein Grund ist, daß die Blogger nichts wollen, außer aufgekauft zu werden; diese verdammten Nutten."

Die "Junge Welt" hat den Plan von Ix, Don Alphonso, Johnny Häusler und mir aufdeckt. Mist. Muss ich jetzt doch arbeiten.

Wird es heute ein guter Tag? Oder doch eher ein schlechter? Die Antwort weiß nur ein Blog

Popkritik ist tot, weil Pop tot ist. Schon seit Ende der 80er. Lasst euch einfach mal was Neues einfallen. Kapitalismuskritik geht gerade gut. Kann man auch mit Musik verbinden. Joe Jackson wird sich freuen.

Die zehn schlimmsten Computer, die jemals gebaut wurden. Da fehlt der Escom PC, den ich seinerzeit für 1.200 Mark erworben hatte. Ein 386er DX mit einer 250 MB Platte. Die Aussage des Verkäufers, "Mehr Platz werden sie nie brauchen..." wurde schon nach dem ersten Einschalten ad absurdum geführt, da der 386er gleich zwei Betriebssysteme installiert hatte. Einmal das das hübsche, aber rettungslos lahme IBM OS/2 System und natürlich Windows 3.1. Dazu ein sinnloses Grafikprogramm und die Festplatte hatte gerade noch 20 MB frei, was selbst für damalige Verhältnisse lächerlich wenig war. Ich musste erstmal alles löschen und dann neuinstallieren, nur um dabei festzustellen, dass Escom es vermieden hatte, eine durchaus lebenswichtige Diskette mit Treibern dem Rechner beizulegen. Man sah sich auch nicht dazu im Stande, mir eine neue auszuhändigen, da ich ja mit der Formatierung "...der schönen Programme..." auch den Garantieanspruch dafür verloren hätte. Ein Bekannter besorgte mir die Treiber dann aus dem Fidonet. Als der Rechner dann endlich mit Windows 3.1 stabil lief fiel das RAM aus. Da hatte ich den Rechner gerade eine Woche. RAM wurde ersetzt. Dauerte auch nur eine Woche. Dann lief der Rechner problemlos ein halbes Jahr, bis er eines Tages einfach nicht mehr anging. Also wieder in den Escom Laden geschleppt, wo man nach ein paar Tagen ein defektes Netzteil diagnostizierte. Der Austausch dauerte dann sechs Wochen und ich nahm die Pause zum Anlass, auch meine Semesterarbeiten erst einmal einzustellen. Macht ja keinen Sinn, so ohne Computer. Als er wieder da war freute ich mir nur kurz, denn meine, natürlich nicht gesicherten, Daten waren auch verschwunden. Dafür hatte ich wieder zwei Betriebssysteme auf der Festplatte. Kein Wunder, dass der Laden noch vor der ersten Internetblase pleite gegangen ist.

So - ich fahr jetzt nach Leipzig und hoffe heute Abend viele Menschen zu sehen. Oh - da fällt mir ein, dass es bestimmt keine schlechte Idee ist, wenn ich die Texte, die ich lesen will, auch mal ausdrucke.

Permalink

 


Nächste Seite