Der Unterschied zwischen Qualitätsjournalismus und Bloggern?
Während die meisten Zeitungen und deren Websites nach dem TV Geständnis eines Fahrradrennprofis in der Sendung "Beckmann" mal wieder schreiben, wie verlogen die Rennszene doch sei, entdeckt dogfood in seinem Blog mit Hilfe einiger Leser, dass die ARD das Interview an einer wichtigen Stelle völlig kommentarlos und ohne eine Erklärung für die Zuschauer, mit einem Pfeifton belegt hat und liefert die gelöschte Passage gleich mit. Lesen konnte man das nur in diesem Blog, und jenen, die das Thema verlinkt haben. SZ? Sponline? Focus? Stern? Fehlanzeige.
Liebe Menschen, die ihr den Wagen von Kai Diekmann abgefackelt habt,
was genau wolltet ihr eigentlich damit sagen? Dass ihr Diekmann nicht leiden könnt? Wie überraschend. Oder wolltet ihr testen, wie schnell genau Springer dazu in der Lage ist, einem ihrer Chefredakteure einen neuen Dienstwagen vor die Tür zu stellen? Ich vermute mal für sowas benötigt eine Vorstandsekretärin genau einen Anruf von 2,34 Minuten Länge bei der Mercedes Vertretung, dann dauert es vielleicht noch mal 30 Minuten, bis der Wagen gewaschen und innen geputzt wurde und noch mal 20 Minuten, dann steht er auf dem Parkplatz von Herrn Diekmann.
Was habt ihr Euch danach gedacht, als ihr voller Stolz euer Astra aufgemacht habt: "Dem haben wir es jetzt aber gegeben."? Autos anzünden, Farbbeutel werfen - das ist ebenso langweilig wie überflüssig. Das war schon in den 70er langweilig, als man damit tatsächlich noch rechtslastige Stammtische in Bayern überraschen konnte. Heute ist es nur noch öde und zu dem spielt es den Leuten in die Hände, die gerade durch das Rechtssystem marodieren und es auseinander nehmen. Wenn Frau Merkel davon spricht, das man Falschparker am besten mit Videokameras ausmacht, dann kommt so ein lächerlicher Farbbeutel oder das Anzünden eines Autos von irgendjemanden gerade recht.
Mich ärgert so eine Scheiß Aktion. Nicht nur, weil sie nichts bringt, sondern weil sie auch mehr Schaden anrichtet, als ein Schäuble an einem mittelprächtigen Tag fabrizieren kann. Weil sie die ganze Arbeit von unzähligen Menschen, die im Netz und mittlerweile auch in manchen Zeitungen die Wandlung des Rechtsstaat zum Präventionsstaat beschreiben und bekämpfen, wieder nur schwerer macht. Weil man wieder ein Argument weniger hat, gegen die Videoüberwachung. Ihr zündet Leasingwagen an, und der teilweise hohldrehende Rechtsstaat kommt dann zu euch nach Hause, und nimmt Geruchsproben.
Es gibt drei Fasttrillarden Möglichkeiten, Einfluss auf die Politik und das Meinungsbild der Menschen zu nehmen. Aber dazu fehlt euch offenbar schlicht und ergreifend die Intelligenz. Das ist alles so hirnrissig dämlich, dass mir noch nicht mal ein Topic dazu einfällt.
Keine Grüsse DD
Antville war ja eigentlich nur ein Testserver für ein Content Management System. Mittlerweile ist Antville die älteste Weblog Community im deutschsprachigen Raum und obwohl seit September 2002 keine neuen Weblogs mehr zugelassen werden, ist die Gemeinschaft ziemlich lebendig und viele Autoren, die hier auf dem Ameisenhaufen sitzen, haben sich durch die Geschichten in ihren Blogs einen Namen in der deutschen Blogszene machen können. Aber nicht nur literarische Blogs findet man hier. Das Blog videos.antville.org existiert auch schon ein paar Jahre, und hat, als es noch kein You Tube gab, aus allen möglichen Ecken und Enden des Netzes, hochwertige Musikclips, Kurzfilme usw. zusammengetragen.
Ich bin damals zu Antville gegangen, weil ich von blogger.com angenervt war, aber eigentlich war es Praschl Schuld. Dessen Sofa-Blog las ich gerne und vor allem war ich auf sein Layout neidisch. Ich hab noch ein paar Tage gezögert, ob ich wirklich wechseln soll, aber am 31.08.2002 habe ich dann spontan ein Blog angelegt. Wenige Stunden später war der Server dicht.
Ich bin weiterhin gerne hier. Nicht nur, weil ich hier umsonst mein Blog führen darf, sondern weil ich hier von Freunden umgeben bin, und man sich selbst nach größeren Streitigkeiten irgendwann auch wieder verträgt. Das es keinen neuen Weblogs mehr gibt ist einerseits schade, weil damit auch Input fehlt, aber andererseits bleibt die Community so auch übersichtlich und wird nicht zu einer anonymen, großen Masse. Antville ist super. Auch wenn die URL meines Blogs sperrig ist und nicht so hübsch griffig, wie wirres.net oder spreeblick.com. Aber man merkt schon, dass die Software ein wenig in die Jahre gekommen ist und es manchmal ächzt.
Und jetzt gibt es großartige Nachrichten: Tobi, einer der Hauptentwickler der Software, ist wieder zurück und hat gleich den "Antville Summer Of Code 2007" ausgerufen. Was genau das ist, lest bitte bei ihm selber nach.
Da so etwas nicht ohne Geld abgehen kann, hat Tobi zu Spenden aufgerufen. Da musste ich jetzt gar nicht lange überlegen: Das Geld, das ich mit dem adical "Casio" Banner auf der rechten Seite verdiene, geht voll in Topf für die neue Antville Version.
Danke an dieser Stelle an alle Antville-Macher und jene, die im Hintergrund immer daran arbeiten, dass der Server und die Software so problemlos arbeiten.
Es ist so schwer zufrieden zu sein. Eine Binsenweisheit, die man schnell aus den Augen verliert, im täglichen Stress. Nach einem weiteren Wochenende voller Arbeit sitze ich eben vor meinem Blog und denke, dass ich sehr unzufrieden damit bin, dass ich kaum noch dazu komme, es mit sinnvollen und schönen Texten zu füllen. "Müsste mal wieder was aus meinem Leben schreiben." Dachte ich. Und relativ ratlos hinterher: "Aber was?" Wenn das Leben daraus besteht, dass man aufsteht, schreibt, Termine wahrnimmt, schreibt, was kocht und wieder ins Bett geht, und das sieben Tage die Woche, dann passiert halt nicht so viel. Und wenn man den ganzen Tag schreibt, dann ist irgendwann der Beutel mit den Buchstaben leer und man muss notdürftig was zusammenkratzen.
Ich gehöre ja auch zu den Menschen, die schnell mal unzufrieden sind, wenn sie ihren Willen nicht bekommen. Wenn die Arbeit einen umschließt, dann fallen einem tausend Dinge ein, die man sonst gerne gemacht hätte. In der Sonne liegen. Mit dem Fahrrad sinnlos rumfahren. Nutzlose Dinge kaufen. Lesen. (Aber lesen ist eh so ein Sache geworden, jedenfalls was Bücher angeht. Ich lese den ganzen Tag im Netz rum und irgendwie reicht der Input den ich da bekomme offenbar aus. Soweit ich weiß, bin ich mit dem Phänomen nicht völlig alleine im Netz.)
Wenn ich also meinen Willen nicht bekomme, wenn ich keine Zeit habe, eine der Geschichten zu schreiben, die auf einer mittlerweile sehr langen Liste auf mich warten, dann denke ich: "Alles doof und gemein." Manchmal stampfe ich auch mit dem Fuß auf. Neulich, bei einem der seltenen Abende mit Freunden und Getränken, sprachen wir darüber, dass die Japaner sich gerne deswegen umbringen, weil sie zu viel arbeiten. "Die stehen auf, quetschen sich in die U-Bahn, arbeiten bis tief in die Nacht, schlafen zu wenig, und gehen wieder arbeiten. Jeden Tag," sagte die Frau mit dem Japan Erlebnissen am Tisch. Ich schüttelte den Kopf, dachte aber Sekunden später "Ups, so viel anders ist das bei dir ja gerade auch nicht."
Aber auf der anderen Seite fällt mir dann immer wieder ein, wie privilegiert ich eigentlich bin. Dafür muss ich nicht mal Bilder von hungernden Kindern in Afrika sehen. Ich bin Freiberufler und wenn ich keine Zeit habe, dann läuft es gut, auch deswegen, weil ich meine Arbeit offenbar auch vernünftig mache. Das ist ein unausgesprochenes Lob, das einen aber auch ein wenig leer hinterlässt. Ich hab mich noch nie durch oder über die Arbeit definiert, da ich die immer als notwendiges Übel angesehen habe, damit ich meine Miete zahlen kann. Ich hätte im Prinzip überhaupt nichts dagegen, alles was ich mache, umsonst zu machen. Sinnlose Projekte, die spannend sind? Ich bin dabei! Die Welt wäre ein besserer Platz, wenn die Leute, die dazu Lust haben, nur die Projekte und Arbeiten angehen würden, die ihnen Spaß machen.
Die Tage ist eine Tante von mir gestorben und ihr Tod erinnerte mich daran, mal selber einen Schritt zurückzutreten und mir mein Leben anzuschauen. Ich bin gesund, meine Eltern, das wunderschöne Mädchen, meine Freunde und meine Katze sind es auch. Ich kenne niemanden, dem es zurzeit schlecht, oder um den ich mir Sorgen machen müsste. Ich kann meine Rechnungen bezahlen, ich habe genug Geld für meine Bedürfnisse, ich habe spannende Aufträge, die mich immer wieder neu fordern und Projekte, die viel Spaß machen. Es gibt Dinge, die nerven, das Finanzamt zum Beispiel, aber ich habe alles in die Wege geleitet, dass das in ein paar Monaten (hoffentlich) nicht nur gegessen ist, sondern vor allem auch in Zukunft keine Probleme mehr machen wird.
Da dachte ich: "Ich bin echt zufrieden." Und das ist eigentlich etwas sehr, sehr Schönes. Dass mit den Wünschen (mehr Zeit, mal wieder mehr für mich schreiben, 10kg weniger, neues Auto, neue Waschmaschine, DVD Rekorder, neuer Laptop, Handy mit Wlan, neue Kamera (SLR oder DSLR?), neue USA Reise usw.) wird schon.
Das ist so schön, das muss man gar nicht kommentieren.
Merkel kritisierte, dass Oppositionsführer gehindert worden seien, zu einer Demonstration in die Wolgastadt Samara zu kommen.Damit spielte sie auf den Fall des ehemaligen Schachweltmeisters Garri Kasparow an, dessen Namen sie aber nicht nannte. Sie habe "jedes Verständnis", dass man Demonstranten festnehmen müsse, wenn sie Gewalt anwendeten. "Wenn jemand nichts gemacht hat und nur auf dem Weg zu einer Demonstration ist, ist das aus meiner Sicht eine andere Sache", sagte Merkel.
Putin entgegnete, solche Maßnahmen würden auch in Deutschland angewandt. Er nannte konkret die Razzien gegen G-8-Gegner in Hamburg im Vorfeld des Gipfels in Heiligendamm
Via SZ
Gut, man muss die Kirche auch im Dorf lassen. Hier werden keine kritischen Journalisten ermordet. Hier werden bislang nur Redaktionen durchsucht.
Aber wo genau der Unterschied zwischen den Aktionen der russischen und der deutschen Polizei liegen, würde ich auch mal gerne wissen. Achja, in Deutschland lässt man Demos einfach nicht zu, in dem man ein Verbot verhängt.
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