Sonntag, 14. Dezember 2008

Amüsante Sonntagslektüre. Michael Arrington, Gründer von Techcrunch, mokiert sich darüber, dass die Europäer im Rahmen von Konferenzen so viel Zeit mit Essen verbringen und greift insbesondere Seesmic Gründer und "Le Web" Organisator Loic Le Meur an. So ein 14-Gänge Menü sei ja ganz amüsant, aber eigentlich doch auch überflüssig. Wenn die Europäer immer so handeln würden, dann sei es auch kein Wunder, dass es kaum bekannte Startups aus Europa geben würde.

...the joy of life is great, but all these two hour lunches over a bottle or two of great wine and general unwillingness to do whatever it takes to compete and win is the reason why all the big public Internet companies are U.S. based. [...] Two hour lunches are great. But when you have investors to answer to and employees (and their families) to provide for, something has to give. Perhaps that’s why many of Europe’s hardest charging and most successful entrepreneurs tend to move to Silicon Valley, where they are surrounded by like minded people.

Ein darob etwas genervter Loic Le Meur antwortet darauf hin mit einer Umfrage, ob man Arrington überhaupt noch mal zur Le Web einladen sollte und wundert sich über die Unfreundlichkeit der Bewohner des Silicon Valley.

There is a huge difference between being lazy and taking time to know each other. It is one of the main cultural differences I feel everyday as I moved to Silicon Valley: every minute, every coffee, every phone call must have a point. [...] I never thought inviting someone I really liked to know better to dinner would get me an email from his assistant "why would you like to invite him to dinner?". [...] Seriously, imagine the scene of having Michael Arrington trapped in one of the best art Europe has to offer, French haute cuisine. Guy Savoy is for me the best chef in the world and a symbol of how Europe can be leading the world in cuisine, fashion or luxury. [...] It is the McDonalds fast culture against the highest rare quality possible.

Ein nun sichtlich pikierter Arrington antwortet noch einmal kurz und knackig und wirft Le Meur "Zensur" vor, weil die Frage, ob jemals noch mal eingeladen werden soll, sicher mit seinen kritischen Bemerkungen auf dem Podium der Konferenz zu tun habe. Er fragt sich, ob er vielleicht im nächsten Jahr die übliche TechCrunch Konferenz zur gleichen Zeit wie die Le Web abhalten soll, worauf Loic ihm die Freundschaft kündigt. Und mittendrin huscht Robert Scoble in den Kommentaren hin und her.

Popcorn! Das geht bestimmt noch weiter.

Permalink (4 Kommentare)   Kommentieren

 


Freitag, 12. Dezember 2008

R.I.P. Bettie Page

Bettie Page, Pin-Up Ikone der 50er Jahre, ist gestern im Alter von 85 Jahren verstorben.

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren

 


Donnerstag, 4. Dezember 2008

Ballhausschwur

Manche Dinge sind so bizarr, dass sie eigentlich nicht stimmen können. Offensichtlich ist es aber so.

Beispielsweise hatte 1920 der Großvater eines Betroffenen € 4291,53 aufgenommen, um in der Nähe von Pirna einen Gutshof betreiben zu können. 1953 konnte die Familie nicht das Abgabesoll erfüllen, sollte verhaftet werden und flüchtete. Die Familie wurde enteignet, der Hof und das Land in eine LPG überführt. Seitdem haben andere dort gelebt und den Hof bewirtschaftet. Das Gut erhielt die Familie nicht zurück, die neuen Bewohner hatten sich in das Grundbuch eintragen lassen. Dennoch verlangt die KfW mit Schreiben vom 6. Juni dieses Jahres die Schulden aus dem Jahr 1920 zurück.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) - genau, die mit den 300 Millionen an die Lehman Brothers - treibt gerade sehr, sehr alte Schulden ein. Und überrascht die ein oder andere Familie mit Forderungen, die so alt sind, dass sie eigentlich schon gar nicht mehr wahr sind. So nach zwei Währungsreformen und anderen Dingen, wie Krieg, Vertreibung, Enteignung und was es sonst so gibt. Gut - das man jeden Cent braucht mag ja angesicht der Lage, in der die KfW steckt, ja nachvollziehbar zu sein, aber das ist dann schon etwas merkwürdig. Und irgendwie gefühlt unanständig, auch wenn die Rechtslage mal wieder eindeutig erscheinen sollte.

In meinem Studium meinte mal ein Professor relativ kühl, dass ein Staat dann in Probleme kommen würde, wenn das Recht nach Buchstaben über das gefühlte Rechte obsiegen würde. Es würde dazu führen, dass die Menschen das Vertrauen verlieren würden. Abwanderung, Abwendung und, in letzter Konsequenz, Widerstand seien die Folgen, wobei sich der Widerstand nicht zwangsläufig an einem Unrecht reiben würde, sondern an völlig anderen Dingen ausbrechen könnte. Das "gefühlte Recht" sei, auch wenn alle Juristen da anderer Meinung seien, nicht zu unterschätzen. Letzlich sei man 1789 nicht auf die Barrikaden gegangen, weil man, seit Jahrzehnten, in Armut gelebt habe, oder weil man einer Willkür unterlag, sondern weil man bei einer verfahrenstechnischen Abstimmung nicht weiter kam, was dann zum Ballhausschwur führte. Nach einer Finanzkrise, nur so nebenbei.

Permalink (3 Kommentare)   Kommentieren

 


Update aus meinem Arbeitsleben:

Ich hab ja länger nichts mehr dazu geschrieben, was ich eigentlich den ganzen Tag so treibe. Wenn man mich denn arbeiten lässt.

Einigen wird schon aufgefallen sein, dass ich seit dem 01.08 die Leitung von neuerdings.com übernommen habe. Ich wollte mit Peter Hogenkamp (Xing-Link) schon länger mal zusammenarbeiten und in diesem Jahr hat sich dann die Gelegenheit ergeben, was mich sehr freut. So mache ich jetzt teilweise in "Gadgets" und darf neue Handys anfassen. Man hat das in diesem Blog hier ja nie so raus gelesen, aber im Grunde bin halt auch einer, der feuchte Hände hat, wenn er neue Technik zum spielen bekommt. Man kann mich ganz hervorragend damit ruhig stellen, wenn man mir einfach ein neues Handy in die Hand gibt.

Seit ein paar Tagen ist dann ein neues Social Network online, bei dem ich das Magazin übernommen habe. Die Rede ist von Quillp, einem neuen Netzwerk für Menschen, die gerne lesen und selber schreiben. Hier steckt, unter anderem Alexander Braun (Xing-Link) dahinter, der mich im vergangenen Sommer nach der Schließung von mindestenshaltbar ansprach, ob ich nicht Lust hätte, so eine Plattform auch für ihn zu machen. Also habe ich mit ihm und Melanie Bossert (Xing) zusammen das Magazin entwickelt, das allerdings gerade erst am Anfang steht. In Zukunft soll dort, zumindest ansatzweise, das weiter gemacht werden, was bei mindestenshaltbar schon recht gut gelaufen ist. Autoren können ihre Geschichten voröffentlichen, haben aber auf Quillp gleichzeitig die Möglichkeit, auch sich selbst vorzustellen. Wir planen zu dem die Autoren besser zu vernetzen und möchten auch Lektoren und Verlagen die Möglichkeit geben, nach neuen Autoren zu suchen. Das soll teilweise im Magazin, teilweise aber auch durch die Funktionen von Quillp erreicht werden.

Quillp ist, selbstverständlich, sonst wäre es ja nicht Web 2.0, noch in der Beta-Phase. Das Magazin sogar noch Alpha (Web 2.0.1b). Aber in den nächten Wochen und Monaten wollen wir das weiter ausbauen. Die ziemlich große Anzahl an Applikationen, die Quillp bietet, wollen auch mal vorgestellt werden. Allein die "Ähnlichkeitsgrafik" (oben/mitte rechts) entzückt mich jedes Mal.

Wie und in welchem Umfang wir wieder Blogtexte/Autoren auf der Seite einbinden werden, kommt später noch mal. Dazu wird es im Magazin und hier noch mal ein Extraposting geben.

Freu mich jedenfalls, dass ich da an zwei sehr spannenden Projekten mit arbeiten kann.

Permalink (2 Kommentare)   Kommentieren

 


Freitag, 28. November 2008

Herr Sixtus hat seinen "Elektrischen Reporter" ans Fernsehen verkauft, wird jetzt reich und als Nachfolger von Thomas Gottschalk gehandelt. Schön ist allerdings, dass er passenderweise gerade was zum Thema "Twitter" gemacht hat. Punktlandung, nach dem Ereignissen der letzten Tage.


Elektrischer Reporter – Microblogging: Leben in 140 Zeichen

Permalink (3 Kommentare)   Kommentieren

 


Nächste Seite