Glaube, Liebe, Hoffnung - diese Begriffe beschreiben den Kern einer jeden Religion. Aber auch wer nicht glaubt, kommt um diese Worte nicht herum. Kein Mensch kann ohne Glauben, ohne Liebe und ohne Hoffnung leben. Dabei geht es nicht immer um den Glauben an einen oder auch mehrere Götter. Wir glauben an unsere Freunde, weil wir ihnen vertrauen. Wir hoffen das Beste für ihr und unser Leben. Wie lieben, weil wir die Liebe brauchen, wie der Fisch das Wasser.
Ob wir wollen oder nicht, das religiöse und auch die Religion spielt in unserem Leben eine große Rolle. Wir sind damit aufgewachsen, wir mussten in der Kindheit damit leben, ob wir wollten oder nicht. Diese Ausgabe befasst sich mit vielen Bereichen des Glaubens, der Liebe, der Hoffnung und der Religion. Mal sind es sehr persönliche Auseinandersetzungen, mal gibt es eine philosophischen Analyse, was Religion heute eigentlich noch ist.
In der letzten Ausgabe im Jahr, muss man auch mal ein paar Leute erwähnen, die sonst nur hinter den Kulissen arbeiten:
Sandra, Grafik, die trotz des kurzen Vorlauf es immer geschafft hat, eine wunderschöne Startseite zu bauen. Kristina, knallgrau, die meine vielen, vielen Fragen immer in aller Ruhe beantwortet und alle Probleme gelöst hat Dieter, knallgrau, für das Vertrauen. Cassandra/Kopfkino, für die vielen Fotos
Natürlich geht ein ganz besonderer Dank an alle Autoren, die ihre Geschichten für "mindestenshaltbar" zur Verfügung stellen. Ohne sie ginge hier gar nichts. Deswegen: Ihr seid die Größten!
Alle 18 (!) Texte gibt unter www.mindestenshaltbar.net zu lesen.
Ich hab die SZ seit Jahren im Abo. Früher mal im Vollabo, jetzt nur noch in einem Wochenendabo. Immerhin komme ich so dazu alle drei Wochen mal das SZ-Magazin zu lesen. Oder die Seite drei. Aber ich hab mein SZ-Abo jetzt gekündigt. Und ich hoffe mal, ich werde nicht der Letzte aus dem Netz sein, der das macht.
Die SZ und das Internet - das fing nach dem Relaunch in diesem Jahr recht vielversprechend an. Immerhin hat man sich ernsthaft Gedanken gemacht, wie man die SZ vernünftig im Netz repräsentieren kann und dann war man auch noch so mutig, Kommentare unter den Artikeln zuzulassen. Doch im Laufe der Zeit ließ die SZ-online immer mehr nach. Statt Infos gab es nur noch ellenlange Klickstrecken, die null Information weitertrugen. Manchmal gab es nicht mal eine Bildunterschrift. Ich hab noch nicht mal was gegen Bilder-Klickstrecken. Wenn sie gut gemacht, wenn es schöne Bilder sind, warum nicht. Dann klicke ich mich auch durch 50 Seiten, wenn es denn sein muss. Aber Bilder, deren Größe gerade mal 400 Pixel haben? Und dann diese erzwungenen Bildstrecken, nur um ein paar tausend Klicks zu bekommen. So wie heute (ich verlink den Mist nicht), wo man in einer dreißig Bilder umfassenden Klickstrecke die Gehälter von Top-Managern vorstellt. Eine Tabelle wäre weitaus informativer gewesen. Vermutlich wird irgendjemand von der SZ zu so einer Strecke sagen: "Die Leser wollen eine größere emotionale Bindung zu den Nachrichten..." oder irgendein anderer Quatsch wie "multimediales Erlebnisgefühl". Tatsache ist, dass man mal wieder ein paar Klicks in die Excel Tabelle eintragen kann, und schon kann man bei den nächsten Quartalszahlen sagen: "Seht her, wir haben zugelegt." Das ist natürlich Quatsch, aber wenn es halt glauben mag - bitte. Aber, liebe SZ, nicht mal Sponline ist eine derartige Klickhure. Das sollte einen eigentlich zu denken geben.
Aber das ist nicht mal der Hauptgrund, warum ich mein Abo kündige. Den hat die SZ diese Woche geliefert, als sie allen Ernstes schrieb:
"Wir wollen die Qualität der Nutzerdiskussionen stärker moderieren. Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass wir die Kommentare ab 19 Uhr bis 8 Uhr des Folgetages einfrieren. In dieser Zeit können keine Kommentare geschrieben werden. Dieser "Freeze" gilt auch für Wochenenden (Freitag 19 Uhr bis Montag 8 Uhr) und für Feiertage."
Die SZ hat also den Ladenschluss wieder eingeführt. Offenbar arbeitet dort auch niemand mehr nach 19 Uhr. Es ist unfassbar, aber die SZ hat nicht mal die Lust dazu, sich zwei oder drei Praktikanten zu nehmen, die die Kommentare auch nachts durchforsten. Sie sind nicht mal auf die Idee gekommen, sich jemanden aus der Community zu nehmen, der das vielleicht sogar noch umsonst gemacht hätte. Das zeigt, dass der SZ die Kommentare völlig wurscht sind. Mehr noch- sie sind ein Ärgernis. Offenbar hat SZ die Leserkommentare nur deswegen eingeführt, weil es eben mehr Klicks bringt, denn wer kommentiert muss automatisch mehr klicken. Dass nicht alle Leser nett sind, dass nicht auch nicht alle SZ Leser gut erzogen sind, darüber war in München offenbar überrascht.
Doch es ist nicht nur die Schließung, die mich zur Abo-Kündigung bewegt hat. Es ist viel mehr die widerwärtige Weicheiigkeit der gesamten Redaktion, die mich ankotzt und mit der ich nichts mehr zu tun haben möchte. Ausgerechnet in der Woche, in der Stefan Niggemeier ein für die Meinungsfreiheit in Deutschland verheerendes Urteil kassieren muss, ausgerechnet in dieser Woche zieht die SZ den Schwanz ein und sperrt die Kommentare. Statt den Kopf zu schütteln, statt die Brust rauszustrecken und zu sagen "So nicht!", zieht sich die SZ und mit ihr offenbar auch die gesamte Redaktion wie ein geprügelter Hund in die Ecke zurück.
Warum soll ich eine Zeitung lesen, die offenbar bei der kleinsten Auseinandersetzung lieber erst mal in Deckung geht? Versteht man unter "Qualitäts-Journalismus" jetzt, dass man das nichts mehr sagt, bis die Luft wieder rein ist? Dass man brav alles hinnimmt, was Gerichte und Regierungen so beschließen? Die SZ mag weiterhin inhaltlich in ihrer Printausgabe einer der besten Zeitungen in Deutschland sein, doch mit dem Verhalten, dass sie im Netz an den Tag legen, kann sie einfach nicht mehr ernst nehmen.
Ach, Scheiße. Der Organisator meiner ersten Lesung in Berlin, und ein Freund aus dem Pappen-Forum, ist am letzten Freitag seinem langjährigen Krebsleiden erlegen. Das letzte, was ich vor ein paar Monaten von ihm hörte, war eigentlich sehr positiv, weswegen ich mich nicht gewundert habe, dass es etwas stiller geworden war. Im blöden Alltag denkt man ja immer gerne "Ach, wird schon alles gut sein" statt mal richtig nachzufragen. Jetzt schäme ich mich ein wenig, dass ich nicht mal in der Lage war, mich näher zu erkundigen. Und stelle mal wieder fest, dass man wacher sein und mehr Spaß und Erlebnisse in sein Leben bringen sollte, denn es ist schneller vorbei, als man denkt.
Machs gut, Odc, danke für etliche, lange und lustige Abende in Friedrichshain.
Langer und überaus kritischer Artikel in der FAZ über die Abmahnpraktiken der Musikindustrie. Erstaunlich, so etwas in der FAZ zu lesen. Ich hatte gestern in meinem Blog bei der Welt das Thema von einer anderen Seite beleuchtet.
Jemand aus der Branche machte mir gegenüber die ironische Bemerkung bzgl. des Abmahnwahns der Industrie, dass man dort mittlerweile festgestellt habe, mit den Abmahnungen mehr verdienenzu können, als mit dem Verkauf von Musik. Das stimmt natürlich nicht so ganz, aber es ist wohl schon so, dass man nicht unglücklich über die eingenommenen Gelder ist. Wenn man aus jedem ertappten User 500 Euro rausholen kann und rund 5000 Unterlassungserklärungen pro Monat verschickt, wären dass 2,5 Millionen Euro.
Aber das scheint ja zu reichen, denn die Industrie bewegt sicher weiterhin nur minimal und träumt weiter davon, die Kosten für CDs nach oben zu treiben. Das alte Geschäftsmodell lebt weiter, und man ist nicht in der Lage, sich neue Vertriebsvarianten auszudenken. Und so zögerlich, wie man in Sachen Vertrieb im Netz ist, könnte man glatt auf den Gedanken kommen, dass sich die Abmahnerei für die Industrie derart lohnt, dass man gar nicht erst versucht neue Vertriebswege zu fördern. Dafür könnte ja auch sprechen, dass man nun über Dritte eigene Tauschbörsenserver betreibt, um noch mehr User zu erwischen.
Die Industrie macht einem wirklich leicht, sie zu hassen und wer sich aufführt wie ein wildgewordener Despot, der muss auch mit den Konsequenzen leben. Auch mit der, dass die kriminalisierten Kunden mit den Schultern zuicken und erst Recht in die p2p Börsen laufen.
Auf der anderen Seite sind es auch die Künstler, die betroffen sind. Nicht jeder kann wie Radiohead oder die Charlatans davon leben, dass man seine Musik im Netz verkauft. Die Einstürzenden Neubauten experimentieren schon lange mit einem Abosystem rum, doch die können sich das auch leisten. erst dann ins Studio zu gehen, wenn genug Vorbestellungen eingetrudelt sind. Man fragt sich, wer zum Teufel als Musiker eigentlich noch zu einem großen Label geht. Die Anwort kenne ich auch nicht, aber es sind auch nicht immer die großen Label, die sich gegen p2p Börsen wehren. Kleine Labels wie Peppermint Jam findet man genau so.
Letztlich führt jeder Versuch der Musikindustrie an die Daten von p2p Börsennutzer zu kommen, nur dazu dass der Widerstand im Netz gegen die Labels größer wird. Die Industrie hat eigene Tauschserver und setzt Software ein, die IP Adressen liest? Dann nutzt man halt bei Bewegungen im p2p Netz das Torprojekt. Das Tornetzwerk ist unsicher? Dann verschlüsselt man eben die DNS Abfragen mit Pivoxy. Backtracking mit Super Cookies? Nimmt man halt Opera statt Firefox, wenn man im p2p Netz unterwegs ist. Und dann gibt es auch noch angeblich dieses neue p2p Protokoll, das komplett verschlüsselt sein soll, der Industrie also keine Möglichkeit mehr bietet festzustellen, welche Daten da gerade geladen werden.
Leidtragende sind die Künstler, die keine Ahnung haben, wie man ein neues System ohne Musikindustrie etablieren kann, um wenigstens ein paar Euro zu verdienen. Wenn keiner mehr Zeit hat Musik zu machen, weil man damit nichts mehr verdient, wird die Welt ein ganzes Stück ärmer. Warum man zum Beispiel die Idee der Kulturflatrate komplett verworfen hat, verstehe ich nicht. Klar ist: die klassische Umsetzung des Copyrights ist zumindest in der Musik an seine Grenzen gestossen und die Verschärfungen dienen weniger dem Musiker als der Rechteindustrie. Wäre die Labels an ihren Künstlern interessiert, würden sie versuchen neue Einkommenformen für diese zu entdecken. Offenbar ist man aber nur noch daran interessiert, Abmahnungen raus zu schicken.
Wenn man auf Partys erwähnt, dass man Freiberufler ist, dann wird man entweder mit dem Satz "Könnt ich, hätt ich keine Disziplin für" beworfen, oder jemand sagt "Toll, da kann man ja machen was man will." Sicher - Freiberufler zu sein hat sehr viele Vorteile. Aber ganz so gülden glänzt hier auch nicht alles:
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Man kann aufstehen, wann man will Stimmt. Es gibt keine Kollegen, die eifrig notieren, wieviel Minuten man zu spät gekommen ist und es an den Personalchef weiterreichen. Allerdings hilft es mir auch nicht weiter, wenn ich erst gegen Mittag vorm Rechner sitze. Die Kunden arbeiten in Büros und am besten erreicht man die Vormittags zwischen 10 und 12. Danach ist man gerne beim Mittagessen oder in Meetings. Also ist eingermaßen frühes Aufstehen angesagt.
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Man kann arbeiten wann man will Stimmt. Aber die Deadlines ändern sich deswegen nicht. Gerade wenn gleichzeitig mehrere Projekte betreut stellt man irgendwann fest, dass es besser ist, wenn man einen ziemlich festgelegten Tagesablauf hat. Regelmäßig zu erstellende Texte erledige ich vormittags, andere Dinge lieber später. Im Endeffekt landet man also wegen der Deadlines, der vielen Arbeit und der Menschen, die man deswegen hier und da anrufen muss bei einem normalen Arbeitstag, der morgens beginnt, und bei mir meist so gegen 19.30 Uhr aufhört.
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Man verdient mehr Man verdient als Journalist eh wenig. Man zahlt aber keine Sozialabgaben, ausser der KSK in meinem Fall. Dafür gibt es weder Weihnachts- noch Urlaubsgeld. Man bekommt keine Gratifikationen wenn es mit einem Projekt mal gut läuft usw. Ich weiß allerdings auch, dass in der Medienbranche diese Dinge (bis auf Lohnfortzahlung im Urlaubs- und Krankheitsfall) diese Dinge selten geworden sind. Dazu kommt auch, dass die Auftraggeber die Texte zwar immer zackzack haben wollen, die Bezahlung aber eher schleppend ist. Ich hab noch das Glück, dass ich ein paar feste Auftraggeber habe, die eigentlich regelmäßig bezahlen. Drei bis vier Wochen Wartezeit ist aber normal, und gerade wenn man mit Agenturen arbeitet dauert es auch gerne mal länger. Vor ein paar Jahren habe ich mal für einen Autokonzern was gemacht. Ende November hatte ich alles abgegeben, Ende März kam das Geld. Kommt immer wieder vor.
Wenn man das Glas halbvoll betrachten will, dann ist das mit dem Dasein als Freiberufler so: Man hat selten ein arbeitsfreies Wochenende. Man wartet auf sein Geld. Man sitzt wie jeder Angestellte tagtäglich im Büro. Urlaub bedeutet doppelte Ausgaben: man gibt einerseits mehr aus als sonst, andererseits verdient man nichts in der Zeit und bis neues Geld reinkommt nach dem Urlaub vergehen im besten Fall vier Wochen. Wenn man ernsthaft krank wird verdient man nichts, aber die Kosten laufen weiter. Rente ist für Weicheier, man richtet sich darauf ein, dass man halt arbeitet bis man umfällt, was wegen der vielen Arbeit so spät eh nicht sein wird.
Aber das ist natürlich nur die halbe Wahrheit. Es gibt noch eine andere, und die ist auch der Grund, warum ich lieber als freier Journalist arbeite: Als festangestellter Journalist ist das Einkommen auch nicht sicherer, denn Redaktionen werden heute schneller verkleinert, als man "Einsparungspotential" sagen kann. Keine Kollegen. Meine Erfahrungen mit Arbeitskollegen sind bis auf einen Fall allesamt schrecklich. Man kann tatsächlich auch mal erst gegen Mittag arbeiten. Ich muss nicht um einen freien Tag betteln, wenn ich mal was erledigen muss. Niemand kann mir vorschreiben, welche Themen ich bearbeite. Selten sinnlose Profilierungsmeetings mit Excel Dateien an der Wand. Niemand protokolliert die Webseiten, die ich ansurfe. Ich hab einen Fernseher auf dem Schreibtisch. Wenn ich keine Termine in Berlin habe, kann ich auch mal eine oder zwei Wochen zum wunderschönen Mädchen fahren und von dort aus arbeiten. Ich kann wundervoll viele Bereiche bearbeiten, die mich interessieren. In meinem Fall reicht das von Literatur über Politik bishin zur Motorsport und Werbung. Ich kann zwischendrin so Blogeinträge schreiben.
Die Freiheit, dass ich in einem gewissen Rahmen, der eingeschränkt ist durch die üblichen Verpflichtungen wie Miete, Essen usw., entscheiden kann, wann und wieviel ich arbeite ist mir sehr viel wert. Dafür verzichte ich gerne auf manch andere Dinge, die das Leben eines Angestellten verbessern. Es ist nicht so, dass ich mir nicht vorstellen könnte, festangestellt zu sein, aber den Wegfall der mir wichtigen persönlichen Freiheiten würde ich mir sehr, sehr, sehr gut bezahlen lassen wollen.
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