Mittwoch, 29. März 2017

Hmmmm....

↑ Ab hier neu


↓ Ab hier sehr, sehr alt und eventuell aus digital-archäologischen Gründen oder Motiven der Reminiszenz interessant.

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Montag, 12. Januar 2009

Heute mal wieder gelernt. Nichts zu lange aufschieben. Niemals. Schon gar nicht, wenn es darum geht Menschen zu besuchen.

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Mittwoch, 7. Januar 2009

Weg mit den Verlagen, her mit den Redakteuren

Ich habe mich ja in den letzten Jahren an dieser Stelle immer wieder gerne mal mit den Kollegen der Holzausgaben beschäftigt und die Kiste "Blogger vs. Journalisten" aufgemacht. Teilweise zurecht, teilweise, weil es Spaß gemacht hat. Meistens, jedenfalls. Und ich bin ja bekanntermaßen nicht der einzige gewesen, der sich am klassischen Journalismus gerieben hat.

Wobei die Schlacht im Grunde geschlagen ist. Print ist nicht tot, wird es auch nie sein, aber der wichtige Tageszeitungsjournalismus muss sich ein anderes Geschäftsmodell suchen, während der Online-Journalismus überhaupt erst mal eins finden muss, was nicht allein auf Werbung basiert. Aber um Aussichten geht es mir nicht alleine. Mir geht es um den Journalismus an sich.

Denn der steht unter Druck. Zum Beispiel, weil die Redaktionen massiv ausgedünnt werden. Ob so mancher Verlag die Gunst der Finanzkrise und deren schlechten Nachrichten nutzt, um einen Stellenabbau zu Gunsten stabiler Gewinne durch zu führen, ist eine andere Frage die ich nicht beantworten kann, aber das unterschwellige Gefühl bleibt da schon, dass da mancher Verlagsmanager sehr betriebswirtschaftlich denkt. Auf der anderen Seite gerät der Journalismus seitens der Gesetzgebung unter Druck. Den Sonderstatus in Sachen Informatenschutz ist man eh schon los, jetzt kann man auch noch genauso überwacht werden, wie jeder andere auch. Die zunehmende Boulevardisierung vieler Bereiche hilft der Glaubwürdigkeit auch nicht.

Selber schuld. kann man da sagen. Wer sich erst jahrelang am Büffet mit vollgefressen hat, wer jedwede Kritikfähigkeit verloren hat, sich auf das "Hintergrundgespräch" Spiel einließ und sich auf diesem Weg hat einlullen lassen, der hat es auch nicht anders verdient, der ist halt zu nett gewesen. Das gilt auch in Richtung der Arbeitgeber. Wer seit Jahrzehnten jeden Arbeitsplatzabbau mitgemacht hat ohne aufzumucken, wer Redaktionsumbauten hat durchgehen lassen, wer stillschweigend daneben stand, als Kompetenzen beschnitten, erfahrene Kollegen abgeschoben wurden und einzelnen Redakteuren so viel aufgebürdet wurde, dass diese kaum noch vernünftig arbeiten konnten... ja, der hat es halt nicht anders verdient. Oder hat irgendeine Redaktion eines großen Verlages in den letzten Jahren mal komplett die Arbeit eingestellt, weil man mittels eines Streiks auf die sich verschlimmernden Zustände aufmerksam machen wollte? Gab es eine Verlags-übergreifende Solidarität? Hat irgendeine Zeitung den Fehdehandschuh aufgenommen, den ihr Schäuble und Co ins Gesicht geworfen hat? Ich meine jetzt nicht nur für einen Artikel auf Seite 234, sondern richtig, mit einer laufenden, sich wiederholenden Berichterstattung. Das alles sind (einige) Gründe dafür, den klassischen Journalismus sang- und klanglos untergehen zu lassen. Doch das wäre ein Fehler.

Egal, wie miserabel sich der Journalismus in den letzten Jahren verhalten hat, es geht nicht ohne ihn. Damit meine ich nicht den Journalismus einer gedruckten Tageszeitung. Die wird zwangsläufig verschwinden, weil die Leute ihre Nachrichten mehr und mehr aus dem Netz holen. Aber es braucht starke Onlineredaktionen. Es braucht Marken, journalistische Marken, denen man vertrauen kann. Denn "Spiegel", "Stern" und Co werden für den größten Teil der Bevölkerung immer noch vertrauenswürdiger sein, als einzelne Blogs. Blogs funktionieren für eine Info-Elite, RSS-artige Systeme ersetzten den Nachrichtenticker, aber jemand, der sich für Nachrichten nur am Rande interessiert, oder der nicht weiß, was bei Firefox ein Addon ist (und davon gibt es mehr als man denkt), der wird sich nicht durch die Blogwelt wühlen, sondern, wenn überhaupt online, dann bei den bekannten Marken suchen. Nur ist kaum davon auszugehen, dass die Verlage ihre Onlineredaktionen und Journalisten besser bzw. anders behandeln werden.

Die Frage, die mir seit einiger Zeit durch den Kopf geht: Muss man den Journalismus aus den Händen der Verlage nehmen? Sollte man sich ein Beispiel an der "Brand Eins" nehmen, wo eine engagierte Mannschaft außerhalb der Verlagswelt ein vernünftiges Produkt auf die Beine stellt? Brand Eins funktioniert als Printprodukt ganz hervorragen, aber klappt so etwas auch mit anderen Angeboten? Ist Brand Eins eine Vorlage für modernen und unabhängigen Journalismus, wie dringend benötigt wird?

Die Frage ist auch: Kann sich der Journalismus, so wie er jetzt in vielen Bereichen vor sich hinvegetiert, noch aus der wirtschaftlichen Umklammerung der Verlage retten? Und was müsste dafür getan werden. Ich hatte neulich den etwas fatalistischen Gedanken, dass die Radikalkur, die der internationale Journalismus gerade durch macht, gar nicht so schlecht ist. Denn viele der entlassenen Redakteure werden sich logischerweise im Netz versuchen und schauen, was dort so geht. Das im letzten Jahr viele interessante Fachblogs aufgetaucht sind, spricht für die These, dass sich hier etwas tun wird.

Ein moderner Journalismus kann sehr gut im Netz und ohne Verlage überleben, da die Kosten deutlich niedriger liegen als bei einem gedruckten Exemplar einer Zeitung. Auch wenn die Erlös- und Vermarktungsituation im Moment für Seiten unterhalb von 500.000 1 Mio Uniques noch unbefriedigend ist - ewig wird dies nicht so sein. Es ist noch Zukunftsmusik, aber ich bin durchaus der Meinung, dass sich dezentrale Redaktionskonzepte dank immer einfacher CMS Systeme in Zukunft durchsetzen werden und in Konkurrenz zum etablierten Verlagsgedanken treten werden. Und genau hier liegt da auch wieder die Chance, dem Journalismus in Deutschland neues Leben einzuhauchen. Das die Übergangsphase nicht leicht wird, ist klar und es ist bedauerlich, dass ausgerechnet jetzt, wo man einen starken Journalismus mehr denn je benötigt, dieser, zumindest in vielen Bereichen des Tagesgeschäftes, kaum noch wahrnehmbar ist. Hilfreich für eine Demokratie ist das nicht, womit ich wieder bei meiner Ausgangsthese wäre - wir brauchen einen starken Journalismus.

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Mittwoch, 31. Dezember 2008

08

Beste Entscheidung: Mal wieder in die USA zu fahren. Könnte ich dauernd machen.
Schlechteste Entscheidung: Diesssse Flaaasssssche Wein mach isch noch auf

Beste Anschaffung: Das 70-300er Objektiv, ohne dass ich im letzten Urlaub geweint hätte & mehr eigene Disziplin
Dämlichste Anschaffung: Der Volvo, der nach sechs Wochen auseiander fiel und mein Konto leer räumte

Schönster Absturz: Alle mit dem wunderschönen Mädchen
Schlimmster Absturz: Alle, an die ich mich noch erinnern kann. Die, an die ich mich nicht erinnern kann sind mir egal.

Bestes Getränk: Cognac und Brandy mal wieder entdeckt. Kurze Aperol Liebe.
Ekelerregendes Getränk: Warmes, zwei Tages altes Mountain Dew

Bestes Essen: Das Filetsteak im Roosevelt Hotel, die Burger bei In 'n Out, das Rührei-Sandwich im Cows End
Schlimmstes Essen: Knoblauch-Fritten

Beste Musik: Nina Nastasia live in Berlin, Police Konzert live im Hollywood Bowl, Ukulele Orchestra of Great Britain live in Berlin
Schlimmstes Gejaule: Dieses "I kissed a girl and I liked it" Dings.

Eigene, schönste musikalische Wiederentdeckung: Ambient der späten 90er, weiterhin Easy Listening.
Peinlichster musikalischer Faux-Pas: Amy McDonald immer wieder gut zu finden

Beste Idee/Frage: "Soll ich Dich in L.A. besuchen kommen?"
Dämlichste Idee/Frage: "Ach, das Finanzamt bucht diesen Monat bestimmt nicht ab"

Beste Lektüre: Schawierig. Nicht weil ich wenig gelesen hätte, aber das meiste plätscherte so zur Seite weg. Recht spannend: die Cary Grant Biographie von Marc Eliot.
Langweiligste Lektüre: Das waren zu viele Bücher, die ich alle halbgelesen weggelegt habe.

Bester, dreckigster, geilster Sex: Mit jemand anderem
Langweiligster Sex: Mit mir alleine

02, 03, 04 05, 06, 07

Noch ein Fragebogen in den Kommentaren. Und dann gab es da noch die Wunschliste für 2008

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Dienstag, 30. Dezember 2008

Gewonnen!

Gestern Abend ging das Handtelefon so gegen halb elf und ein freundlicher Thomas Knüwer forderte mich auf, sofort ein Interview zu geben. Live. In diesem Internetz. Der Grund:

Ich bin "Blogger des Jahres 2008" in der Kategorie "Bester Blogger, der sich selbst nominiert hat (die Auswahl war gigantisch)"

Hurra! Hier ist der Beweis. Mein erster Preis für dieses Blog. Glaube ich jedenfalls, dass es der erste Preis ist. Ich warte jetzt noch auf meine Statue mit der persönlichen Widmung.

Da ich mich aber seit Jahren auf so einen Moment vorbereitet habe, hier also meine Preisverleihungsrede:

Danke! Danke! Danke! Ich möchte an dieser Stelle natürlich erst einmal meinen Eltern und all den Menschen danken, die immer an mich geglaubt haben, auch wenn der Horizont mal ganz finster aussah. Der Preis geht auch an all die Menschen da draussen, die jeden Tag an ihren Traum glauben und dafür kämpfen! Leute, heute kann ich sagen: man muss sich nur oft genug selber nominieren und daran glauben - irgendwann klappt es! Mein Dank gilt natürlich auch den Initiatoren des großartigen Preises, Thomas Knüwer, Daniel Fiene und Franzi. Und dann möchte ich Sie alle noch daran erinnern, dass viele notleidende Blogger da draussen gibt. Gerade jetzt, wo es besonderns kalt ist, sollten wir alle an die Menschen denken und ihnen einen Link schenken. Danke!

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