Donnerstag, 30. Dezember 2021

2021

Beste Entscheidung: Möglichst viel zu Hause zu bleiben. Angesichts der Pandemie bleibt einem auch kaum etwas übrig. Ansonsten stand das Jahr eher im Zeichen der Renovierung der Wohnung und das hat Spaß gemacht.

Schlechteste Entscheidung: Zu wenig Pausen zu machen, eben weil ich die ganze Zeit vor dem Rechner gesessen und gearbeitet habe. Das hat am Ende des Jahres wieder zu enormer Erschöpfung beigetragen. 2022 wird es mehr Unterbrechungen geben.

Beste Anschaffung: Neue Küche. Nach 17 Jahren in der Wohnung habe ich die komplette Küche renoviert, plus neuen Herd und neuen Kühlschrank. Kochen macht jetzt doppelt so viel Spaß.

Dämlichste Anschaffung: Ein Case aus Echtholz für das neue Macbook, das hinten und vorne nicht passt. Dafür war es teuer.

Schönster Absturz: Keinen gehabt, weil ich so gut wie keinen Alkohol mehr trinke. Alle paar Wochen mal ein Glas Wein oder ein Whiskey. Das war es auch schon. Einmal zwei Gin-Tonic mit meiner Partnerin getrunken. Da waren wir beide hübsch angeheitert.
Schlimmster Absturz: Siehe oben.

Bestes Getränk: Fritz-Limo Orange. Echt. Beste Orangen Limonade der Welt.
Ekelerregendes Getränk: Grünen Tee versucht. Schmeckt immer noch nach alten Socken.

Bestes Essen: Fast alle selbst gemachten Abendessen. Vegetarische Lasagne mit veganem Hack von Rügenwalder. Der einzige Ersatz, der an normales Hackfleisch rankommt. Schlimmstes Essen: Tankstellen Sandwiches. Alle.

Beste Musik:   Bei den vielen Spaziergängen viel Musik gehört. Meist mein wöchentliches Mixtape auf Spotify. Wenn was dabei, was mir gefällt, packe ich es in eine Playlist, die dann am Ende des Jahres Launen, Stimmungen des Jahres meist gut wieder gibt. Die Liste gibt es hier  zu hören. Auf heavy rotation liefen (YT Links):

The Brian Jonestown Massacre - Bout des doigts Massiver Fan der Band

Wooden Shjips - Staring At The Sun Peferkt für einen Spaziergang

Amtrac - Informal Disco (Original Mix) Ein wenig älter, aber immer noch eines meiner liebsten Elektro Stücke der letzten Jahre.

Underworld - Best Mamgu ever Nicht wirklich wiederentdeckt, aber dann irgendwie schon. SEHR viel Underworld dieses Jahr gehört und mal wieder festgestellt, dass es eine der intelligentesten Elektro-Bands ever ist.

Push - Universal Nation (1998) Alle Jahre wieder. DAS Trance/90er Techno Stück schlechthin. Perfekter Start, perfekter Break. Weil ich dieses Jahr so gar nicht in Clubs gekommen bin, habe ich halt zu Hause ein paar Playlists zusammengestellt und dabei mich irgendwann wieder an das Stück erinnert. Es hat den ziemlich einzigartigen Effekt, dass man immer lauter hören will, je länger es dauert.

Schlimmstes Gejaule: Alles, was so im Radio läuft

Eigene, schönste musikalische Wiederentdeckung: Alan Parson Peinlichster musikalischer Fauxpas: Deep Trance

Beste Idee/Frage: Sollen wir unseren Film bei ein paar Film-Festivals mit Schwerpunkt Umwelt anmelden? Ergebnis: Diverse Preise und offizielle Selections. Yeah! Dämlichste Idee/Frage: Windows 11 zu installieren. Es ist nicht schlecht, aber die Idee nur ein Upgrade zu machen war dumm. Jetzt verschiebe ich seit zwei Monaten die nötige komplette Neuinstallation vor mich her, weil ich keine Lust habe drölfzigtausend Programme neu zu installieren und 250 GB an Games neu runterzuladen.

Beste Lektüre: Sehr amüsiert "Es muss nicht immer Kaviar sein" von Simmel gelesen. Das Buch ist eine einzige Ansammlung von Plattitüden, Sexismus usw. Beste Lektüre deswegen, weil es zeigt, wie viel sich in den letzten 50 Jahren zum Guten verändert hat. Langweiligste Lektüre:Facebook.

Bester Sex: Mit anderen. Langweiligster Sex: Mit mir alleine

Schönster Moment: Den fertigen Film zu sehen. Schlimmster Moment: Feststellen, dass ein langjähriger Bekannter unter die Covidioten abgerutscht ist.

Zugenommen oder abgenommen? 12 Kilo abgenommen. Einfach die Ernährung im Februar umgestellt. Im Grunde simpel: Kein Brot, veganes essen, fertig. Nie gehungert, oder so was. Und ein bisschen mehr spazieren gegangen. Aber auch nicht so regelmäßig. Pro Monat rund 2 Kilo abgenommen und Ende September dann ein Plateau erreicht. Bin jetzt gerade so im oberen Bereich meines Normalgewichts.

Haare länger oder kürzer? Länger. Ich mag meine Haare nicht mehr so kurz.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Neue Brille und ich sehe jetzt wieder was. Hurra!

Mehr ausgegeben oder weniger? Mehr. Sehr viel mehr. Die gesamte Technik erneuert, abgesehen vom PC. Neue Bildschirme, Rodecaster, Stream Deck, Shure SMB7, Canon M50 Mk.II mit Sigma 30mm, Videolicht (3x mal). Alles, um die virtuellen Keynotes und Webinare in vernünftiger Qualität übertragen zu können. Ich empfinde es als merkwürdig, dass etliche Kollegen ihre teuer bezahlten Keynotes immer noch vor einem Laptop halten, der ihre Nase von unten filmt, während sie in das interne Mikro brüllen. Zusätzlich war dann nach sieben Jahren noch das Macbook fällig, dass ich mit einem neuen Macbook Air ersetzt habe. Und weil ich es unbedingt haben wollte: Beyerdynamic DT990 Pro 600 Ohm Kopfhörer und das Google Pixel 6 Pro. Nächstes Jahr ist der PC fällig.

Der hirnrissigste Plan? Einen Film zu drehen. Gedreht haben wir zwar letztes Jahr (letzter Drehtag 20.12), aber die Postproduktion lief bis Mitte Mai. Wir wollten eigentlich eine richtige Premiere machen. Kleines Kino mieten, Freunde einladen usw. Aber Corona usw. Vielleicht nächstes Jahr, wenn wir da nicht den zweiten Film machen. Und ein Buch dazu. Weil ein großes Projekt ja nicht reicht.

Die gefährlichste Unternehmung? In den Urlaub zu fliegen. Ich hatte lange gezögert, wegen Corona natürlich. Aber ich musste mal raus und ich wollte in die Sonne. Also nach Malta geflogen. Hat sich gelohnt, denn es war wunderbar warm, das Essen toll und viele alte Trümmer gesehen, was ich im Urlaub am liebsten mache.

Der beste Sex? Hatte ich.

Die teuerste Anschaffung? Die neue Küche. Obwohl es noch ging. Den Bau der neuen Küche hat ein Bekannter erledigt, teuer waren die Geräte.

Das leckerste selbst gemachte Essen? Meine Bolognese. Klassiker. Immer wieder eine kleine Offenbarung.

Das beeindruckendste Buch? Meins ;) (2022)

Der beste Film/Serie? Wenig gesehen. Die Beatles-Doku war toll. Ebenso "You shall not grow old", ebenfalls von Peter Jackson.

Die beste CD? Dieser Fragebogen existiert seit knapp 20 Jahren und so langsam merkt man, dass die Welt sich doch etwas verändert hat.

Das schönste Konzert? Keins gesehen. Aber einmal bei einer israelischen Drag-Show gewesen. Sehr amüsanter Abend.

Die meiste Zeit verbracht mit…? Mit Dana. Und mit Nicole. Und natürlich Jenna, Constanze.

Die schönste Zeit verbracht wo…? Mit Dana zu Hause. Mit Dana in Museen. Malta.

Vorherrschendes Gefühl 2021 Draußen ist es gefährlich.

2021 zum ersten Mal getan? Einen Film bei einem Film Festival eingereicht und mehrere Preise gewonnen.

2021 nach langer Zeit wieder getan? Gaming. Und es macht Spaß! Ich zwar schlecht, aber das macht überhaupt nichts. Man kann mir auch dabei zusehen, wenn man will. Twitch

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? Corona Delta Omikron

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? Vertrauen.

2021 war mit 1 Wort … ? Abwechslungsreich.

Vorsatz für 2022 Mehr rausgehen. Dieses Jahr aber wirklich.

2020 2019 2018 2017 2016 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003 2002

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Donnerstag, 31. Dezember 2020

2020

Beste Entscheidung: Möglichst viel zu Hause zu bleiben. Schlechteste Entscheidung: Mich zu bücken und dabei einen Nerv im Rücken einzuklemmen, was mich vier Wochen außer Gefecht gesetzt hat.

Beste Anschaffung: Der PC. Keine Sekunde den Wechsel vom Mac bereut. Dafür endlich wieder Gaming in meinem Leben. Dämlichste Anschaffung: Der Versucht eine möglichst günstige SSD zu kaufen und die langsamste SSD der Welt bekommen. Verstaubt jetzt als absolut letzte Backup-Variante.

Schönster Absturz: Mit meinem besten Freund eine Woche bevor im März alles dicht gemacht wurde. Schlimmster Absturz: Keinen gehabt, da ich das Trinken mehr oder weniger komplett eingestellt habe.

Bestes Getränk: Bullit Rye. Ekelerregendes Getränk: Irgend so ein isotonisches Zeug, das schmeckte wie drei Wochen alte Socken.

Bestes Essen: Fast alle selbst gemachten Abendessen. Ansonsten der Veggie-Burger bei Burgermeister. Schlimmstes Essen: Tankstellen Sandwiches. Alle.

Beste Musik:  Bei den vielen Spaziergängen viel Musik gehört. Meist mein wöchentliches Mixtape auf Spotify. Wenn was dabei, was mir gefällt, packe ich es in eine Playlist, die dann am Ende des Jahres Launen, Stimmungen des Jahres meist gut wieder gibt. Die Liste gibt es hier  zu hören. Auf heavy rotation liefen (YT Links): Young Liars - TV on the Radio Etwas älter (2006, glaube ich), aber erst dieses Jahr entdeckt (Danke, Spotify) Kaffee aus Küche - The Düsseldorf Düsterboys Das ist natürlich ein ganz wunderbar lustiger Song, der sich ebenso schamlos wie humorvoll aus den Spät-80er Melancholie Geschrammel deutscher Band bedient. Ganz wunderbar auch das Video mit Instagram-Retrofilter. Pristess - Pumarosa Ein irres Stück. Immer, wenn man denkt, dass er sich zu sehr wiederholt, wird eine Schippe drauf gelegt und am Ende fragt man sich "Wie hat der Song noch mal angefangen?" und startet wieder von vorne. Don't let bring it you down - Annie Lennox Corona Jahr Song. Space to Bakersfield - Black Mountain

Schlimmstes Gejaule: Alles, was so im Radio läuft

Eigene, schönste musikalische Wiederentdeckung: Der ganze Beethoven Zyklus von Karajan. Peinlichster musikalischer Faux-Pas: Synthwave (Guilty pleasure)

Beste Idee/Frage: Magst Du Dich auf einen Drink treffen? Dämlichste Idee/Frage: Ich kann mich nach drei Wochen Rücken sicher wieder bücken. 

Beste Lektüre:Stefan Zweig - Die Welt von Gestern. Langweiligste Lektüre: Facebook. Jedes Mal, wenn ich das Ding aufmache, habe ich das Gefühl, ich komme in einen Raum, in dem sich alle anschreien. Ich kann es nicht mehr ertragen und lasse es dementsprechend.

Bester Sex: Mit anderen. Langweiligster Sex: Mit mir alleine

Schönster Moment: Die Erkenntnis, wieder in einer Beziehung zu sein. Das hat nach acht Jahren Single-Dasein etwas Zeit gebraucht. Schlimmster Moment: Ehrlich gesagt, keinen gehabt. Das Leben ist ein ruhiger, langer Fluss. Zumindest in diesem Jahr.

Zugenommen oder abgenommen? 2 Kilo abgenommen und wieder zugenommen. I blame you, Hefezopf!

Haare länger oder kürzer? Länger. Zwangweise. Vergessen vor den Lockdowns zum Friseur zu gehen.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Weitsichtiger. In 2020 haben sich ein paar Dinge bei mir verändert. Vielleicht hat es Corona zu tun und der Tatsache, dass mein Leben, wie das der anderen Menschen, nachhaltig entschleunigt wurde. Vielleicht hat es was mit dem Alter zu tun. Ich werde demnächst 54 und ich merke das. Ich merke das auf verschiedenen Ebenen. Auf Alkohol zu verzichten war eine Entscheidung, die sich aber völlig natürlich angefühlt hat. Der tägliche Wein ist weg, eventuell trinke ich mal ein Glas Whiskey pro Woche. Ich habe meine Ernährung umgestellt (meist vegan). Und das alles hat mir sehr gut getan. Gleichzeitig bin ich in einem Lernprozess was mein Vertrauen in andere Menschen angeht. Das ist erstaunlicherweise im Corona-Jahr gewachsen. Aber da liegt noch Arbeit vor mir.

Mehr ausgegeben oder weniger? Mehr. High-End Gaming PC, die Peripherie, der Krempel fürs Streaming. Überhaupt habe ich meine Technik im Haus auf den neusten Stand gebracht. Auf der anderen Seite auch Geld gespart, weil ich kaum ausgegangen bin und keine Reisen hatte.

Der hirnrissigste Plan? Einen Film zu drehen. Dazu: Einen 60 bis 80 Minuten langen Film innerhalb von einer Woche zu skripten. Und zu glauben, dass alles glatt geht. Ist es zwar, aber was haben meine Kollegin Nicole Scott und ich gearbeitet. Von Mitte August bis 20.12 haben wir jeden Tag durchgearbeitet. Und wir sind immer noch nicht fertig. Wir haben gerade mal die Hälfte der Postproduktion durch. Aber: Es ist gleichzeitig auch wunderbar. Wir haben schon über den nächsten gesprochen :)

Die gefährlichste Unternehmung? Mal abgesehen vom Einkaufen gehen? Das war dann der Moment, als ich Nachts mit dem Auto bei Bayreuth liegen geblieben bin und mit Glück eine kleine Lücke in den Leitplanken gefunden habe, wo ich mich in Sicherheit bringen konnte.

Der beste Sex? Hatte ich.

Die teuerste Anschaffung? Gaming-PC. Keine Sekunden bereut.

Das leckerste selbst gemachte Essen? Meine Bolognese. Klassiker. Immer wieder eine kleine Offenbarung.

Das beeindruckendste Buch? Noch mal Stefan Zweig "Die Welt von Gestern" gelesen.

Der beste Film/Serie? Der von Nicole und mir, der nächstes Jahr kommt :)

Die beste CD? Dieser Fragebogen existiert seit knapp 20 Jahren und so langsam merkt man, dass die Welt sich doch etwas verändert hat.

Das schönste Konzert? Keins gesehen.

Die meiste Zeit verbracht mit…? Mit Dana. Und mit Nicole. Und natürlich Jenna, Constanze.

Die schönste Zeit verbracht wo…? Mit Dana zu Hause. Und Anfang des Jahres in Las Vegas auf der CES. Wer hätte gedacht, dass die CES mal zum Reise-Highlight des Jahres wird.

Vorherrschendes Gefühl 2020 Draußen ist es gefährlich.

2020 zum ersten Mal getan? Einen Film geplant, geskripted und gedreht.

2020 nach langer Zeit wieder getan? Gaming. Und es macht Spaß! Ich zwar schlecht, aber das macht überhaupt nichts. Man kann mir auch dabei zusehen, wenn man will. Twitch

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? Corona. Rücken. Sandwiches von Tankstellen.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? Vertrauen.

2020 war mit 1 Wort … ? Aufregend, erfolgreich, erfüllt.

Vorsatz für 2021 Mehr raus gehen.

2019 2018 2017 2016 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003 2002

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Dienstag, 31. Dezember 2019

2019

Beste Entscheidung: Die kleine, sechs Monate alte Katze Constanze aus einem Tierheim in Spanien gerettet zu haben. Schlechteste Entscheidung: Schon wieder mit dem Rauchen anzufangen (Story of my life)

Beste Anschaffung: Das digitale Abo der Zeit. Erst im Oktober erworben, mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Dämlichste Anschaffung: Versuch gestartet Klamotten online zu kaufen. Passten nicht, gefiel mir nicht. Leider vergessen (akute Postwegbringschwäche) zurückzuschicken. Minus 80 Euro.

Schönster Absturz: Mit Australien Schlimmster Absturz: Nach Australien.

Bestes Getränk: Ein deutscher Weißwein in Schweden, der wie ein Rotwein gerochen hat und wie ein Weißwein schmeckte. Natürlich von einer winzigen Kellerei, die nur ein paar Flaschen pro Jahr produziert und diese nur an wenige glückliche Abnehmer verkauft (Erdreich 2014, Weingut Schmitt aus Florsheim-Daisheim) Ekelerregendes Getränk: Mate. Erneut versucht. Schmeckt immer noch wie drei Wochen alte Socken.

Bestes Essen: Das Abendessen in Schweden Schlimmstes Essen: Irgendein Sandwich bei EasyJet, dass ich aus purer Verzweiflung gegessen habe.

Beste Musik: Jakob, Electric Orange, King Creosote Schlimmstes Gejaule: Alles, was so im Radio läuft

Eigene, schönste musikalische Wiederentdeckung: Can Peinlichster musikalischer Faux-Pas: Miley Cyrus

Beste Idee/Frage: Ich muss mein Leben entrümpeln. Dämlichste Idee/Frage: Ich habe zweimal meinen Kopfhörer für lange Reisen vergessen und mir zweimal einen neuen gekauft.

Beste Lektüre: Der geschenkte Gaul - Hildegard Knef, A Short History of Drunkenness - Mark Forsythe Langweiligste Lektüre: Irgendein Sachbuch

Bester Sex: Mit anderen. Langweiligster Sex: Mit mir alleine

Schönster Moment: Der Ausflug nach Bern. Was für eine wundervolle Stadt. Schlimmster Moment: Das Leiden und der Tod meiner Katze Momo.

Zugenommen oder abgenommen? 2 Kilo zugenommen. Mit allerbesten Essen und Pasta.

Haare länger oder kürzer? Oben länger, seitlich kürzer. Ich experimentiere gerade herum.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Im moralischen Sinne: Weitsichtiger. Und jetzt muss ich etwas ausholen, denn gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass das Leben enger geworden ist. Das hat etwas mit den politischen Entwicklungen in diesem Land zu tun, aber vor allem auch mit der Art und Weise, wie im Netz diskutiert wird. Selbst in meiner kuratierten Facebook Liste und unter meinen eigenen Stories gibt es fürchterliche Diskussionen. Niemand hört mehr zu, alle wollen Recht haben. Es ist kein Austausch von Meinungen mehr, sondern nur noch ein Gegeneinander. Oder ein sich gegenseitiges Bestätigen von Meinungen. Ein Diskurs findet kaum noch statt. Facebook und Twitter sind in sich geschlossene Zirkel der Diskussionshölle. Ich unterlasse mittlerweile fast jedes privates Posting auf diesen Plattformen. Paradoxerweise ist auf Instagram besser. Aber insgesamt habe ich durch den Mob in den sozialen Medien das Gefühl bekommen, dass mein Leben eingeschränkt wird. Was auch ein Grund ist, warum ich wieder mehr Zeitungen lese und ein "Zeit" Abo habe.

Mehr ausgegeben oder weniger? Wie immer im Rahmen dessen, was ich habe. Abgesehen von den beiden Kopfhörern. Und dem iPad.

Der hirnrissigste Plan? 20 Euro für einen Lottoschein auszugeben um 90 Millionen zu gewinnen.

Die gefährlichste Unternehmung? E-Scooter ausprobiert

Der beste Sex? Hatte ich.

Die teuerste Anschaffung? Ein Staubsauger, der die Wohnung nass saugt und trocknet. Aber super gegen meine Stauballergie. Und das iPad.

Das leckerste selbst gemachte Essen? Meine Bolognese. Klassiker. Immer wieder eine kleine Offenbarung.

Das beeindruckendste Buch? Henry Graf Kessel - Tagebücher 1918-1933

Der beste Film/Serie? Fleabag. Mit Abstand.

Die beste CD? Ich habe dieses Jahr Bandcamp für mich entdeckt und eine dreistellige Summe ausgegeben.

Das schönste Konzert? Keins gesehen.

Die meiste Zeit verbracht mit…? Jenna. Mit Momo bis August. Danach dann mit ihrer Nachfolgerin Constanze. Arbeitsmäßig mit Nicole.

Die schönste Zeit verbracht wo…? Bern

Vorherrschendes Gefühl 2019 ich werde älter und es lässt sich nicht mehr verleugnen.

2019 zum ersten Mal getan? Eine Jahreskarte für ein Museum zu kaufen.

2019 nach langer Zeit wieder getan? Mit dem Rauchen aufgehört. Und wieder angefangen.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? Der Tod von Momo. Zeitweiliger Verlust des inneren Kompass. Essen am Bahnhof kaufen.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? Dass es sich nicht lohnt, das eigene Leben zu nehmen. War erfolgreich.

2019 war mit 1 Wort … ? Lehrreich.

Vorsatz für 2020 Meinem Leben neue Schwerpunkte geben. Welche das sind, ahne ich, aber ich kann sie noch nicht formulieren.

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Dienstag, 26. März 2019

Nie wieder CDU? Ich habe meine Zweifel

Die Aufregung ist groß in Sachen EU-LSR und Uploadfilter und ich lese viel zum Hashtag #NiemehrCDU Allein mir fehlt ein bisschen der Glaube. So groß die Aufregung jetzt auch sein mag, ich bezweifle, dass sie lange anhält. Zur Not sagt Jens Spahn wieder was dämliches und alle regen sich dann darüber auf.

Dazu kommt - eigentlich hat sich im Wahlverhalten in den letzten Jahrzehnten wenig verändert. Schon Ende der 60er Jahre dachte man, dass jetzt eine Jugend heranwächst, die so gar nichts mit der CDU zu tun hat. Das waren dann genau die Leute, die in den 80ern dann immer wieder Kohl gewählt haben. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass so ziemlich niemand in meinen Jahrgangsstufen in den 80ern auch nur ansatzweise auf die Idee gekommen wäre, die CDU zu wählen. Da ich noch aus einem geburtenstarken Jahrgang stamme, müsste die CDU jetzt dann ergo bei vielleicht 15 % dümpeln. Tut sie aber offensichtlich nicht.

Und auch die Empörungswellen der letzten 20 Jahre, haben nie was geändert. Großer Lauschangriff, Kosovo-Krieg, deutsches LSR, Internetsperren, Überwachung, Staatstrojaner - die Liste der Themen, über die sich die Netzgemeinschaft empört hat, ist lang. Ebenso oft die Beteuerungen, dass man nie mehr CDU oder SPD wählt. Offenbar scheinen in diesem Punkt da ausschließlich SPD-Wähler konsequenter zu sein, denn die CDU verlor nie, weil sie das Digitale vernachlässigte, sondern weil sie die rechte Flanke vergessen hatte. Vielleicht fehlt der CDU aber auch so ein hübscher, griffiger Spruch a la „Wer hat euch verraten - Sozialdemokraten“.

Aber all die ganzen verpufften Empörungswellen der letzten Jahre zeigen aber auch, dass die Netzgemeinschaft a) in verblüffender Unterzahl in der Gesellschaft ist und b) auch nicht mehr Einfluss hat, als die APO in ihrer Hochzeit in den 60ern. Die APO hatte sich ebenso wie die heutige nicht organisierte Opposition zur Weltmacht hoch stilisiert, dann aber gemerkt, dass die Mehrheit der Bevölkerung einfach zu Hause saß und weiter CDU wählte.

Ich würde mich freuen, wenn die CDU und vor allem deren EU-Abgeordnete, bei der kommenden EU-Wahl sehen könnten, dass die Wähler mit der Politik und der Art und Weise, wie sie durch gesetzt wird, unzufrieden sind. Mag sein, dass das Empörungspotential dieses Mal, vor allem so kurz vor der Wahl, die nächsten acht Wochen überlebt und vor allem junge Wähler konsequent reagieren. Ob man dies dann im Wahlergebnis sehen wird?

Vielleicht haben LeFloid und all die anderen Influencer ja doch mehr Einfluss, als man denkt. Vielleicht nehmen Satire-Sendungen die Art und Weise, wie Artikel 11 und 13 gegen jeden Verstand politisch durchgesetzt wurden als Beispiel dafür, dass die Demokratie halt auch von denen bestimmt wird, die meinen, einen persönliche Vorteil erlangen zu können. Vielleicht ist das, was da in den letzten Monaten in der EU und in Deutschland passiert ist, der berühmte Tropfen usw. Ich habe meine Zweifel.

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Dienstag, 29. Januar 2019

Laudatio für Robert Basic, Goldene Blogger Verleihung, 28.01.2019

Liebe Freunde, liebe Gäste des „goldenen Blogger“, liebe Blogger,

Lebenswerk Auszeichnungen - das geht jetzt so langsam los, dachte ich neulich, rund um meinen eigenen 52. Geburtstag. Dabei sind wir doch noch gar nicht alt, dachte ich gleichzeitig auch, Milde empört. 

Aber dummerweise wird man halt älter und wenn man älter wird, dann macht man Sachen, die man halt so macht in seinem Leben, immer länger. Man bloggt zum Beispiel schon ganz schön länge. Ich habe zum Beispiel vor 18 Jahren damit angefangen, da war ich gerade mal Mitte 30. 

Wenn man eine Sache länger macht, dann lernt man natürlich auch eine Menge Leute kennen. Manche verschwinden wieder, weil sie nach ein paar Monaten die Lust an einer Sache verlieren. Aber mit manchen Menschen kreuzen sich die Wege immer wieder. Und manchmal stellt man nach all den Jahren und vielen Begegnungen, dass man einen Freund oder eine Freundin gefunden hat. 

So ging es mir mit Robert Basic, den Menschen, dem wir heute für sein Lebenswerk auszeichnen wollen. Robert tauchte mit seinem Blog „Basic Thinking“ 2003 auf der Bildfläche auf. Robert schaffte es innerhalb von wenigen Monaten sein Blog zu den meist gelesenen und meist zitierten Blog in Deutschland zu machen. Wie hat er das damals geschafft?

Wenn man ihn das gefragt hat, bekam man eine Antwort, die jeden Business Developer und Produkt Manager zur Verzweiflung treibt, denn die Antwort war immer „Keine Ahnung, ich hatte keinen Plan, ich habe einfach gemacht.“ 

Seine Art zu kommunizieren, und in seinem Fall über Technik zu schreiben, hat er selber in einem Satz mal zusammen gefasst „Es werde Mensch, nicht Technik!“ Über all die Jahre war das sein Credo, über all die Jahre war dies sein Geheimnis: als Mensch schreiben, nicht als Autor. Keine Eitelkeiten, keine romanhaften Reportagen. Einfach so schreiben, wie man ist. Ihm ging es dabei um die Frage, was die Technik mit den Menschen macht. Wie wichtig sie für den Menschen ist, was sie verändert. Wie sie Menschen verändert. Robert hatte ein außerordentlich gutes Gespür für Veränderungen und welche Veränderungen wichtig sind. 

Dieses Gespür lies ihn von 2003 bis 2009 sein Blog führen. Und das mit einer Wucht, die unglaublich war. 12.500 Artikel in sechs Jahren - das sind 5 Artikel pro Tag! Pro Tag! Robert war ein absoluter Schnellschreiber. 

Aber er war kein oberflächlicher Autor. Er blieb in all dem, was er machte, immer er selber. Auch dann, als er zu Überraschung aller, sein Blog 2009 auf Ebay versteigerte. Auf die Frage, warum er das gemacht habe, sagte er mir mal „Ach, ich hatte keine Lust mehr und wollte was Neues machen“. Und da war sie wieder, diese nicht vorhandene Eitelkeit. Andere hätten weiter gemacht, die Marke gepflegt, Geld raus geholt. Robert hatte keine Lust mehr, also hat er es gelassen.

Dass er mit Basic Thinking sehr viele Menschen überhaupt erst zum Bloggen gebracht hat, wollte er im Übrigen nie so richtig glauben. Aber vermutlich ist Robert zu einem nicht unerheblichen Teil daran Schuld, dass es überhaupt eine nennenswerte Blogszene in Deutschland gibt.  Und ein bisschen auch daran, dass wir alle hier sitzen.

Robert und ich sind uns vor allem in den letzten zehn Jahren oft begegnet. Das hatte vor allem was mit der Autoindustrie zu tun, die vor 10 Jahren die Blogger entdeckte und anfing auf Veranstaltungen einzuladen. Wir teilten uns meist die Autos, die man uns zum testen gegeben hatte, oder saßen bei den Veranstaltungen zusammen. Über die Jahre entwickelte sich so eine immer enger werdende Freundschaft. 

Die entwickelte sich vor allem auch deswegen, weil wir eben nicht immer einer Meinung waren. Wir waren oft und vielen Dingen sehr unterschiedlicher Meinung und haben das teilweise über Stunden ausdiskutiert. Aber das war nie langweilig oder gar anstrengend. Denn das tolle an den Diskussionen mit Robert war immer: Er konnte zu hören. Richtig aktiv zuhören. Nicht nur zuhören, weil man höflich ist, sondern weil er hören wollte, was der andere Mensch zu sagen hat. Und das war, neben seiner blitzschnellen Auffassungsgabe, seinem scharfen Geist und seinem einzigartigen Schreibstil die vielleicht herausragendste Eigenschaft von Robert. Er konnte mit einer selten erlebten Empathie zuhören.

Der Schnellschreiber, der Analyst, der Journalist, der, das habe ich selber live oft zu meinem Vergnügen miterleben dürfen, PR Mitarbeiter mit seinen bohrenden Nachfragen an den Rand der Verzweiflung brachte, dieser Robert hatte auf der anderen Seite einem sehr weichen Kern, ein großes Herz. Und da war sie wieder, die Eitelkeit, die ihn nicht interessierte. Es ging ihm nie ums Recht haben in einer Diskussion, es ging ihm darum etwas zu lernen.

Denn bei allem Erfolg, den Robert immer wieder hatte - er hatte das, was man so altmodisch als Haltung bezeichnet. Weder ließ er sich durch duftende PR Sprüche einschläfern, noch wollte er seine Leser verarschen. Kam einfach nicht Frage, nicht mit ihm. Was ihm viel Ärger mit manchem Unternehmen eingebracht hatte  - aber eben auch viel Respekt. Denn am Ende, das muss man wissen, setzt sich im Journalismus immer die Haltung und nicht die Lüge durch. 

Es gibt keinen Tag, an dem ich Robert nicht vermisse. Wir hatten vor einigen Monaten, ich glaube, es war in San Francisco mal über das Thema Tod gesprochen. In seiner ihm üblichen Art zuckte er nur mit den Schultern und meinte „Wenn es vorbei ist - wir hatten doch ein tolles Leben, wir können uns nicht beklagen“ Da hat er natürlich mal wieder recht gehabt.

Robert Basic hat eine Menge in seinem Leben erlebt und vor allem gemacht. Sein Vermächtnis an uns lautet, dass wir es ihm nachmachen sollen. Das wir neugierig bleiben, das wir kritisch bleiben und immer wieder die Dinge hinterfragen. Das wir sagen „Erst der Mensch, dann die Technik“ und das wir vor allem dem Gegenüber zuhören und von ihm lernen.

Ich danke dem Team der „Goldenen Blogger“ dass sie Robert posthum für sein Lebenswerk auszeichnen und ich freue mich sehr, dass ich diesen Preis nun dem ältesten Sohn von Robert, Maurice, übergeben kann. 

 

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