Nun ja.
Das man im Internet, gerade bei Blogs, damit rechnen muss, das nicht alles was man so liest, der schönen, reinen Wahrheit entspricht, und dass dies manchen Menschen nicht bewußt ist, wundert mich manchmal schon. Das ist so ein bißchen, als wenn man sich darüber beschwert, dass auf Lebensmittelverpackungen das Essen immer besser aussieht, als wenn man es dann selbst auf den Teller hat. Deswegen schreiben die Lebensmittelverpacker auch "Serviervorschlag" klein an die Seite. Vielleicht sollte man das auch bei Blogs machen, damit zarte Gemüter darauf hingewiesen werden, dass zwischen dem was man schreibt und dem was man lebt ein Unterschied existieren könnte.
Das sich eine Autorin in ihrem selbstgestrickten Lebensfäden verheddert. ist wahrscheinlich auch nicht so schlimm. Schlimm ist es wohl, wenn sie dann damit beginnt, dass was sie sich erdacht hat, in die Realität zu transportieren, in dem man andere Menschen benutzt.Ich mag mir das tägliche Ringen um Wahrheit da gar nicht vorstellen. Das Lügen, das nicht mehr anders können, das Wissen, dass es am Ende in Hose gehen muss und das man in einer Art Wahnsinn dann auch noch gleich die Gefühle von anderen Menschen mit in den Abgrund reißt. Vor allem von jenen, die man dann auch als Teil der eigenen Realitätsinszenierung benutzt hat, mit denen man sich getroffen hat, denen man ein Bild vermittelt hat, dass ganz und gar nicht stimmt. Das ist nicht nur unschön, sondern auch eine unverzeihliche Sache, geht es doch nicht mehr nur um die eigenen Gefühle. Und wenn man monatelang jemanden etwas vorgaukelt, ihm in die Augen lügt, dann überschreitet das meilenweit eine Grenze und man darf sich auch nicht wundern, wenn man einem fast so etwas wie Hass entgegenschlägt.
Auf der anderen Seite muss die Frage auch erlaubt sein, wie viel Reaktion verletzte Gefühle einem erlauben, bzw. wie viel Reaktion man sich erlauben kann. Ob man sich nicht auch selbst ein wenig an die Nase fassen muss, wenn sich erst in die Oberfläche eines Blogs oder einiger Mails verliebt, mit der Hoffnung, es möge sich am Ende all das brav bestätigen, was man sich erwünscht. Ob ein verletztes Gefühl immer so alles rechtfertigt. Aber das ist leicht gesagt. Wem ist es nicht passiert, dass man sich in ein Bild verliebt, das man sich eben gemacht. Aber das wirklich nur am Rande. Ich bin da nicht betroffen oder involviert und es ist immer leicht aus der Entfernung zu betrachten.
Ach, Internet. Tanztees wie früher waren da irgendwie unkomplizierter.

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Ich habe drei Schätze, die ich hüte und hege.

Der der eine ist die Liebe, der zweite ist die Genügsamkeit, der dritte ist die Demut.

Nur der Liebende ist mutig, nur der Genügsame ist grosszügig, nur der Demütige ist fähig, zu herrschen.

Laotse

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Die Teilung der Menschheit

Gestern lag ich mit einem Schädel im Bett. Wollte nicht aufstehen. Warum auch, es regnete sowieso. Mein Hirn war hübsch leer und ich sammelte Gedankenflusen auf, um mal wieder richtig sauber machen. Gut, meine Küche hätte das auch mal wieder verdient, aber man muss Prioritäten setzen, vor allem, wenn es um so einen essentiellen Gedanken wie diesen geht: "Die Menschheit unterteilt sich in Menschen die "ficken" und die, die "vögeln" sagen." Jawohl, so ist das. Ich kenne nur Menschen, die, wenn sie vögeln sagen, meinen, dass ficken zu grobschlächtig klingt, und umgekehrt. Niemand ist dabei der, der beides gerne und in gleicher Frequenz benutzt. Es ist gottseidank auch niemand dabei der "Bumsen" sagt. Bumsen ist 70er. Bumsen ist ficken auf ABBA und den Hollies. Auch kenne ich zum Glück niemanden, der Ersatzworte wie "rattern", "rödeln" oder "stechen" benutzt.
Im übrigen erkennt man den Zustand einer Beziehung auch daran, was für Worte die an der Beziehung beteiligten benutzen: Wenn sie zu spät zu einer Party kommen, sagen frische Pärchen am Anfang noch leicht verschämt: " Wir sind nicht aus dem Bett gekommen" und kichern dabei ein wenig. Später folgt dann "Wir hatten Sex" und dann küssen sie sich sofort danach. So in der Mitte folgt ein trockenes "Gefickt", während der eine schon auf der Suche nach der Bar ist. Am Ende kommen sie pünktlich, trinken viel und gehen als letzte

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Ich glaube,

wenn es der Wissenschaft ernst damit wäre, alle, alle Probleme dieser großen, weiten, komplizierten Welt zu entschlüsseln, dann würden sie sich endlich mal mit der Frage beschäftigen, warum Frauen nur so viele Schuhe brauchen und kaufen.
Ich glaube, dass ist eine Schlüsselfragen der Menschheit...löst man sie, ...tja...

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Das mach ich nicht

Es wäre billig zu sagen, dass ich Weihnachten nicht mögen würde. Ich mag aber nicht billig sein. Ausserdem ist es eh leicht, in diesen Zeiten den Weihnachtskonsumhasser raushängen zu lassen, nur weil die Nachbarn im Wedding wild blickende Diskoschläuche an ihrem Fenster haben, oder man im Fernsehen alle drei Minuten daran erinnert wird, dass man sich ja an Weihnachten erinnern soll, denn das sei ja bald. Ne ne, so einer bin ich nicht, der sich an solche Steilvorlagen hängt, nur um mal ein paar Zeilen zu schreiben, oder seinen Lesern mit zu teilen, dass er den Weihnachtskonsum nicht leiden kann, damit ein paar Leser eifrig nicken. Die wirklich coolen Leser werden sich sowieso denken: "Man, man, man Don. Das musste jetzt echt nicht sein. Sich über Weihnachten aufregen, ist ungefähr so originell, wie sich über Steuererhöhungen aufzuregen. Oder über die Rente." Und womit sagen das diese netten Leser? Mit Recht sagen sie das. Sich über Weihnachten und den allgegenwärtigen Terror singender Kinderchöre auf zu regen, ist was für einfallslose Kabarettisten, die dem spießigen Publikum mal den Spiegel vorhalten wollen. Jenem Publikum dass gerade vom Gedrängel auf dem Weihnachtsmarkt kommt, wo sie böhmische Teetassen aus Rumänien für Tante Anne erworben haben, um sich danach für 3 Euro schlechten Glühwein in den Hals zu schütten, und sich zu beklagen, dass der letztes Jahr billiger war. Wenn man sich als Autor über so was echauffiert, dann kann auch gleich einpacken. Sich über Weihnachten an Weihnachten aufzuregen, dass machen nur diejenigen, die mal gerne "den Finger auf die Wunde" legen wollen, damit man mal "wach gerüttelt wird" und "inne hält". Das ist ja noch schlimmer, wie Weihnachten.

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