2019

Beste Entscheidung: Die kleine, sechs Monate alte Katze Constanze aus einem Tierheim in Spanien gerettet zu haben.
Schlechteste Entscheidung: Schon wieder mit dem Rauchen anzufangen (Story of my life)

Beste Anschaffung: Das digitale Abo der Zeit. Erst im Oktober erworben, mittlerweile nicht mehr wegzudenken.
Dämlichste Anschaffung: Versuch gestartet Klamotten online zu kaufen. Passten nicht, gefiel mir nicht. Leider vergessen (akute Postwegbringschwäche) zurückzuschicken. Minus 80 Euro.

Schönster Absturz: Mit Australien
Schlimmster Absturz: Nach Australien.

Bestes Getränk: Ein deutscher Weißwein in Schweden, der wie ein Rotwein gerochen hat und wie ein Weißwein schmeckte. Natürlich von einer winzigen Kellerei, die nur ein paar Flaschen pro Jahr produziert und diese nur an wenige glückliche Abnehmer verkauft (Erdreich 2014, Weingut Schmitt aus Florsheim-Daisheim)
Ekelerregendes Getränk: Mate. Erneut versucht. Schmeckt immer noch wie drei Wochen alte Socken.

Bestes Essen: Das Abendessen in Schweden
Schlimmstes Essen: Irgendein Sandwich bei EasyJet, dass ich aus purer Verzweiflung gegessen habe.

Beste Musik: Jakob, Electric Orange, King Creosote
Schlimmstes Gejaule: Alles, was so im Radio läuft

Eigene, schönste musikalische Wiederentdeckung: Can
Peinlichster musikalischer Faux-Pas: Miley Cyrus

Beste Idee/Frage: Ich muss mein Leben entrümpeln.
Dämlichste Idee/Frage: Ich habe zweimal meinen Kopfhörer für lange Reisen vergessen und mir zweimal einen neuen gekauft.

Beste Lektüre: Der geschenkte Gaul - Hildegard Knef, A Short History of Drunkenness - Mark Forsythe
Langweiligste Lektüre: Irgendein Sachbuch

Bester Sex: Mit anderen.
Langweiligster Sex: Mit mir alleine

Schönster Moment: Der Ausflug nach Bern. Was für eine wundervolle Stadt.
Schlimmster Moment: Das Leiden und der Tod meiner Katze Momo.

Zugenommen oder abgenommen?
2 Kilo zugenommen. Mit allerbesten Essen und Pasta.

Haare länger oder kürzer?
Oben länger, seitlich kürzer. Ich experimentiere gerade herum.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Im moralischen Sinne: Weitsichtiger. Und jetzt muss ich etwas ausholen, denn gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass das Leben enger geworden ist. Das hat etwas mit den politischen Entwicklungen in diesem Land zu tun, aber vor allem auch mit der Art und Weise, wie im Netz diskutiert wird. Selbst in meiner kuratierten Facebook Liste und unter meinen eigenen Stories gibt es fürchterliche Diskussionen. Niemand hört mehr zu, alle wollen Recht haben. Es ist kein Austausch von Meinungen mehr, sondern nur noch ein Gegeneinander. Oder ein sich gegenseitiges Bestätigen von Meinungen. Ein Diskurs findet kaum noch statt. Facebook und Twitter sind in sich geschlossene Zirkel der Diskussionshölle. Ich unterlasse mittlerweile fast jedes privates Posting auf diesen Plattformen. Paradoxerweise ist auf Instagram besser. Aber insgesamt habe ich durch den Mob in den sozialen Medien das Gefühl bekommen, dass mein Leben eingeschränkt wird. Was auch ein Grund ist, warum ich wieder mehr Zeitungen lese und ein "Zeit" Abo habe.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Wie immer im Rahmen dessen, was ich habe. Abgesehen von den beiden Kopfhörern. Und dem iPad.

Der hirnrissigste Plan?
20 Euro für einen Lottoschein auszugeben um 90 Millionen zu gewinnen.

Die gefährlichste Unternehmung?
E-Scooter ausprobiert

Der beste Sex?
Hatte ich.

Die teuerste Anschaffung?
Ein Staubsauger, der die Wohnung nass saugt und trocknet. Aber super gegen meine Stauballergie. Und das iPad.

Das leckerste selbst gemachte Essen?
Meine Bolognese. Klassiker. Immer wieder eine kleine Offenbarung.

Das beeindruckendste Buch?
Henry Graf Kessel - Tagebücher 1918-1933

Der beste Film/Serie?
Fleabag. Mit Abstand.

Die beste CD?
Ich habe dieses Jahr Bandcamp für mich entdeckt und eine dreistellige Summe ausgegeben.

Das schönste Konzert?
Keins gesehen.

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Jenna. Mit Momo bis August. Danach dann mit ihrer Nachfolgerin Constanze. Arbeitsmäßig mit Nicole.

Die schönste Zeit verbracht wo…?
Bern

Vorherrschendes Gefühl 2019
ich werde älter und es lässt sich nicht mehr verleugnen.

2019 zum ersten Mal getan?
Eine Jahreskarte für ein Museum zu kaufen.

2019 nach langer Zeit wieder getan?
Mit dem Rauchen aufgehört. Und wieder angefangen.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Der Tod von Momo.
Zeitweiliger Verlust des inneren Kompass.
Essen am Bahnhof kaufen.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Dass es sich nicht lohnt, das eigene Leben zu nehmen. War erfolgreich.

2019 war mit 1 Wort … ?
Lehrreich.

Vorsatz für 2020
Meinem Leben neue Schwerpunkte geben. Welche das sind, ahne ich, aber ich kann sie noch nicht formulieren.

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Entscheidungen kommen wenn sie es wollen

Ich wohne jetzt seit 13 Jahren in ein und derselben Wohnung. Das ist ein Rekord für mich. Habe ich noch nie geschafft. Selbst nicht, als ich noch bei meinen Eltern wohnte, weil die auch die Angewohnheit hatte, alle paar Jahre umzuziehen. Jetzt also 13 Jahre hier und es fühlt sich gar nicht so lange an. Einer der Gründe, warum ich so lange hier wohne ist die Gegend. Ich mag den Helmholtzplatz und auch wenn alle über den Prenzlauer Berg lästern und ich selber sage, dass das hier eine weiße Mittelstandsblase ist, die nicht gestört werden will - ich hänge an der Ecke. Ein weiterer Grund: alter Mietvertrag, netter Vermieter, nur eine Mieterhöhung über sage und schreibe 5 Euro in alle den Jahren. Angesichts der Mietwohnungslage in Berlin gibt es keinen Grund umzuziehen.

Aber neulich passierte dann das: die gute Freundin S. hatte die Chance die deutlich größere Wohnung neben ihr anzumieten. "Lass uns zusammen mit Freundin V. eine 'Erwachsenen-WG' gründen" sagte sie. Warum nicht, dachte ich. Die Miete würde günstig bleiben, ich hätte immer jemanden da, der sich um die Katzen kümmert. Und sind wir doch mal ehrlich - man wird kauzig, wenn man so lange allein lebt. Nicht besser wird die Situation, wenn man wie ich seit 5 Jahren Single ist. Da fängt man dann an mit den Katzen zu reden, als seien es Mitbewohner und machmal auch mit sich selber, wenn man vor dem Vorratsschrank steht oder Glühbirnen wechselt.

Man plante also so rum, wer will welches Zimmer, brauchen wir neben der Küche noch einen Gemeinschaftsraum, eine Putzfrau auf jeden Fall, wer kauft eigentlich das Klopapier. Sachen, die man klären muss, wenn man zusammenzieht, so will es das Gesetz.

Aber je näher die Entscheidung der Hausverwaltung rückte, desto unsicherer wurde ich mir. Will ich hier wirklich weg und in den Süden von Berlin ziehen? Will ich meine wirklich sehr günstige und durchaus hübsche Wohnung aufgeben? Will ich mich überhaupt verändern?

Und je länger ich darüber nachdachte, desto unsicherer wurde ich mir. Einerseits weiß ich, dass mir Veränderung meist immer gut tut. Man verändert Rituale, lernt neue Umgebungen kennen, bewegt Kopf, Körper und Seele, die neue Strukturen aufsaugen, wie ein Schwamm das Wasser. Andererseits: will ich mich verändern?

Wie die meisten schweren Entscheidungen, wurde sie mir dann abgenommen. Die Hausverwaltung hat dann erstmal abgesagt. "Angenehm," dachte ich. Auf der anderen Seite war ich dann aber doch darüber erschrocken, wie schwer mir die Entscheidung gefallen wäre, wie sehr die Lebenssituation an mir klebt. Ein bisschen fühlt sich die Angst vor Veränderung an, als sein man gefesselt. Von der Scheu vor der Veränderung, von der Angst sich zu bewegen. Man lebt in einem feingewobenen Kokon aus Ritualen und lieb gewonnen Gewohnheiten, die man auch deswegen lieb gewonnen hat, weil es keine anderen gibt. Es ist warm und bequem in dem Kokon und im Sommer schallt die Musik der Strassenmusikanten durchs Fenster rein.

Vielleicht liegt es auch daran, dass ich im letzten Jahr mein Leben ziemlich umgekrempelt habe. Beruflich, persönlich. Vielleicht stöhnte meine Seele beim Gedanken an einem Umzug innerlich auf und denkt "Ach du große Güte, jetzt das auch noch." Aber dennoch überraschte mich meine Unentschlossenheit in Sachen Umzug. Und sie hat dann was in Bewegung gebracht.

Denn auch wenn die erste Idee nicht geklappt hat, wir suchen jetzt nach einer WG-tauglichen Wohnung in Berlin. Ganz in Ruhe, ohne Stress, denn wie gesagt, die großen Entscheidungen fallen ja irgendwann ganz von selbst.

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  1. Gib deine Antwort auf jede der untenstehenden Fragen ins Flickr/ipernity-Suchfeld ein.
  2. Such ein Bild von der ersten Seite aus.
  3. Copypaste jeden Bildlink in den Mosaic Maker.

Die Fragen:

  1. Dein Vorname? (Don)
  2. Lieblingsessen? (Steak)
  3. Auf welche Schule bist du gegangen? (Heinrich Hertz)
  4. Lieblingsfarbe? (Maigrün)
  5. Celebrity Crush? (Cameron Diaz (da waren die Bilder schöner))
  6. Lieblingsgetränk? (Wasser, eigentlich. Siehe oben)
  7. Traumurlaubsziel? (Südsee)
  8. Dein Lieblingsnachtisch? (Cupcake)
  9. Was willst du werden, wenn du groß bist? (Nicht groß werden)
  10. Was magst du am meisten am Leben? (Menschen)
  11. Ein Wort, das dich beschreibt? (Neugierig)
  12. Dein flickr ipernity-Name. (DonDahlmann)

Via Anke

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Oh. Ich bin im Fernsehen (sort of)

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Die Damen und Herren von knallgrau/twoday machen wirklich klasse Arbeit und haben außergewöhnlich gute Ideen rund ums bloggen, ohne gleich bei jeder Idee "Hype! Wir! Erster!" zu brüllen, dass muss man mal sagen. Und das sag ich nicht nur, weil ich für diese Ausgabe von www.mindesthaltbar.net die Coverstory schreiben durfte, sondern weil es stimmt. So.

In Flann O’ Brian Roman "At Swim-Two-Birds" geht es um einen Autoren, der sich mit der Erstellung eines Romans abmüht, in dem es um einen Autoren geht der wiederum einen Roman schreibt. Alles will nicht so recht laufen, Seiten füllen sich langsam, während die Flaschen immer schneller leer werden. Das geht so lange, bis die Hauptfiguren seines Romans beschließen, die Sache selber in der Hand zu nehmen, was dazu führt, am Ende niemand mehr weiß, wer den Roman jetzt eigentlich schreibt. Wenn man ein bisschen großzügig ist, dann könnte man sagen, dass Flann O’ Brian der erste Blogger war, denn in Blogs geht es meist auch nicht anders zu, als in O’ Brians ebenso konfusen wie lesenwert Werk, da Realitäten und Personen schneller wechseln, als der Leser meist folgen kann.

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