Kurze Version:

Nach ein paar Jahren in der Blogwelt ändert sich mal wieder etwas bei mir und ähnlich wie Herr Lumma, bin ich ganz offen für spannende und interessante Angebote. Was ich so gemacht habe, kann man hier lesen. Über Angebote würde mich freuen, am besten unter dondahlmann at gmail dot com

Lange Version:

Manchmal hat man es ja im Bauchgefühl. In der Nacht zum Jahr 2008 dachte ich mir schon, dass sich dieses Jahr einiges ändern wird. Ich hatte keine Ahnung was, aber dass sich etwas ändern würde, dass war mir klar. Aber Veränderungen kann man ja nicht immer erzwingen, schon gar nicht, wenn man nicht weiß, in welchem Bereich sich etwas verändert.

Mittlerweile ist klar: beruflich wird sich etwas tun. Ich habe die letzten fast zwei Jahre unter anderem mit dem Bloggen Geld verdient. Aber das Bloggen im Allgemeinen erlebt gerade einen Knick und die Verlage sind in Sachen Online-Expansion vorsichtiger geworden. Die Gründe hierfür sind vielfältig und damit beschäftige ich mich ein anderes Mal.

Für mich bedeutet das, dass gleich drei Projekte in diesem Jahr zu Ende gegangen sind. Zum einen das von mir betreute Blog für pkw.de. Dort hat man die Strategie umgestellt und setzt nicht mehr auf eigene Inhalte. Zum andern mein Blog bei der Welt. Nachdem die meisten Blogs, die von externen Mitarbeitern geführt worden sind, schon eingestellt wurden, hat es nun auch meins erwischt. Und dann ist da noch die von mir betreute Literaturseite Mindestenshaltbar. Hier wurde mir vor einigen Tagen mitgeteilt, dass man die gesamte Seite nicht fortführen möchte. Finanziell vernachlässigbar, aber ärgerlich. Hier gibt es zwar noch Überlegungen, wie man die Seite am Leben erhalten kann, aber das ist eine andere Baustelle.

Ich habe zwar noch einen weiteren Job, der das Brot bringt und Spaß macht, aber zeitlich jetzt nicht so aufreibend ist. Also hab ich auf einen Schlag sehr viel Zeit. Und überlege, was ich damit machen anfangen soll. Im Moment arbeite ich noch an einem Kapitel für ein Buch (nix literarisches, was übers bloggen (haha)) und an einem grösseren Ausstellungsprojekt für eine Universität. Das sollte mich bis Mitte August beschäftigen, aber dann...

Solche Situationen sind nichts Neues in meinem Leben. Ich arbeite seit über 16 Jahren freiberuflich, da kennt man alle Hochs und Tiefs. Früher bin ich panisch geworden, heute sehe ich es etwas entspannter, weil so Momente einem auch die Möglichkeit, die eigene Arbeit zu beleuchten und vor allem zu überlegen, was man in Zukunft machen möchte. Und da ist es dann, das Problem.

Ich weiß es nicht.

Gut - ich weiß um meine Stärken als Autor und Journalist, also wird es wohl etwas mit dem Schreiben zu tun haben. Allerdings hat sich in diesem Jahr auch etwas anderes in mein Berufsleben geschlichen, seit dem ich für die Deutsche Angestellten Akademie Schulungen in Sachen "Online Journalismus" gebe. Am Anfang wusste ich nicht, ob ich mich überhaupt als Lehrer eigne, aber zu meiner eigenen Überraschung klappt das ziemlich gut. Und es macht mir Spaß, weil man etwas nicht in einen irgendwie leeren virtuellen Raum etwas weitergibt, sondern direkt spürt, ob jemand mit dem Thema Blogs, neue Medien usw. was anfangen kann. Ich hab mittlerweile ein paar Schulungen auch so gegeben, unter anderem für die Böll-Stiftung und andere Firmen, die sich dafür interessiert haben.

Also - weiter schreiben? Schulungen geben? Mal was ganz anderes machen und es mal mit einem Buch versuchen?

Erschwerend kommt hinzu, dass das wunderschöne Mädchen und ich ganz vernarrt in die Idee sind in die USA zu gehen und ich überhaupt gerne mal einen Job hätte, in dem das Reisen eine größere Rolle spielt.

Wenn ich bei "Wünsch dir was" wäre, dann würde ich sagen:

"Ich suche einen Job, der mich ein wenig um die Welt bringt. Zum Beispiel eine Reise/Erlebnisseite/blog für ein Tourismusunternehmen in dem man die nettesten, ausgefallensten, normalsten, interessantesten Hotels, Ausflugs- und Reisemöglichkeiten per Bild, Video und Schrift festhält und weitergibt. Ich hab das gerade bei Qype ein wenig für Los Angeles gemacht (ohne Auftrag oder Bezahlung, nicht dass es hier Missverständnisse gibt) und es hat mir sehr viel Spaß gemacht."

Oder:

"Ich hab eine ziemlich große Leidenschaft für Motorsport und durchs Bloggen entdeckt, dass ich es auch gut beherrsche. In dem Bereich würde ich auch sehr gern was machen, weil es auch was mit Reisen zu tun hat."

Oder:

"Ich würde gerne die Idee eines deutschen Blogportal umsetzen."

Aber wir sind ja nicht bei "Wünsch Dir was." Warum eigentlich nicht?

Kommentieren



simon columbus, Mi, 02.07.2008, 23:43

Warum nicht als Dozent für Community Media in die USA gehen? Wenn du dann noch zwei Jahre da bleibst, komme ich auch mal als Student vorbei ;-)


DonDahlmann, Mi, 02.07.2008, 23:52

Das letzte was die in den USA brauchen, ist ein Blogger, der denen was übers bloggen erzählt :)

Aber interessante Einrichtung, kannte ich noch gar nicht.


zi-wo, Do, 03.07.2008, 00:14

pkw.de
is schon skandal genuch aBBA MIT OPEL UND SPORTTASTE?


cats, Do, 03.07.2008, 07:16

Blogs kommen und gehen, das ist nichts neues, leider. Aber das "mindestenshaltbar" auch über die Klinge springen soll, finde ich sehr, sehr schade. Ich mochte die monatliche Versammlung verschiedenster Autoren zu einem großen Thema immer gern lesen. btw.. erscheint die Juni-Ausgabe auch schon nicht mehr?

Schreib doch Reiseführer, wenn Du auf Reisen gehen willst. Für Individualisten z.B.. :) Dann kannst Du das Angenehme vielleicht mit dem Nützlichen verbinden?


ichichich, Do, 03.07.2008, 08:46

Mach bloß nicht den Fehler, mit Bloggern über Geschäftsideen zu diskutieren. Denk dir was aus und mach es einfach.


DonDahlmann, Do, 03.07.2008, 09:25

Ha! Es sollte auch keine demokratische Entscheidung über das sein, was ich machen soll. Da bin ich mein eigener Diktator.


chat atkins, Do, 03.07.2008, 14:23

Das 'Benchmarking' hat längst alle Gebiete erfasst: Als Reisejournalist wirst du für alles mögliche bezahlt, nur eben nicht fürs Reisen. Bei Karl May musste schon die Imagination reichen ...


chat atkins, Do, 03.07.2008, 14:28

Nachtrag: Mir spukt immer noch die Idee eines 'Sprachblogs' resp. 'Schreibblogs' für die lernbegierigen Zeitungsflüchtlinge im Web 2.0 durch den Kopf, wobei dieser Blog sich aber ganz und gar aufs Handwerkliche kaprizieren sollte. Keine Literatur also, sondern die Rezepte dafür. Das wäre sowohl nützlich wie vermutlich auch spaßig ...


jochen hoff, Do, 03.07.2008, 14:40

Nein wir sind nicht bei "Wünsch dir was" dafür aber eindeutig bei "Mach dir was draus"

@chat atkins
Ein Blog für journalistisches Schreiben wäre genial. Schreibworkshops gibt es in Menge. Sehr viele sind einfach nur grausam Selbstbeweihräucherung.


thinkabout, So, 06.07.2008, 12:26

Es wird Zeit, dass sich Blogger mehr zusammen finden, die Verbindendes in der gemeinsamen Liebe zum Schreiben finden. Und dies auch pflegen wollen - als Gegensatz zur Tendenz von Online-Portalen, immer weniger eigenen Content generieren zu wollen.

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