Ich bin nicht so viel mit dem Opel gefahren, sondern hab ihn nur so eingesetzt, wie ich ansonsten meinen anderen Wagen einsetzen würde. Mit Ausnahme der Fahrten ins Rheinland, die ich dem Cuore nur dann machen würde, wenn man mir sehr, sehr, sehr viel Geld dafür geben würde. (Hallo Marketing Abteilung von Daihatsu!)

Es ist kein schlechtes Auto. Die Verarbeitungsqualität ist sehr hoch, der Motor nicht schlecht, wenn auch etwas schlapp, aber er ist ein wirklich gutes Autobahn Fahrzeug mit dem man sich gerne auf langen Strecken bewegt. Die oft erwähnten, fehlenden Ablageflächen sind ärgerlich, aber bei der nächsten Renovierung des Wagens wird man bei Opel das wohl anders gestalten. Der Wagen ist bequem, für eine kleine Familie bietet er genügend Platz und er sieht auch nicht schlechter aus, als ein Golf oder Toyota. Wenn mir Opel den Wagen schenken würde, ich würde ihn nehmen. Aber kaufen?

Müsste ich mein eigenes Geld auf den Tisch legen, würde ich mich nicht für ihn erwärmen können. Nicht weil er schlecht wäre, sondern weil er so unfassbar vernünftig ist. Der Wagen ist grundsolide – aber was für eine Emotion beschreibt „grundsolide“? Er macht seine Sache gut, er ist sicher, aber man dreht sich als Besitzer nicht noch mal nach ihm um, wenn man ihn geparkt hat. Er ist durch und durch vernünftig. Was keine schlechte Eigenschaft ist. Mich aber eher abschreckt. Ein Auto frisst Geld. Egal ob Opel oder Alfa. Wenn ich den Wagen nach zwei Jahren wieder loswerden will, hat er an die Hälfte seines Wertes verloren, also im Falle des Opels so um die achttausend Euro. Das ist sehr viel Geld. Und wenn ich schon so viel Geld ausgebe, dann will ich nicht die ganze Zeit "vernünftig" denken, sondern ich will auch Spaß haben. An den Formen, vielleicht an der ein oder anderen Macke, am Sound des Motors. Irgendein emotionaler Quatsch halt. Das alles spricht der Opel nicht bei mir an. Das sage ich als Mensch, der alleine in Berlin lebt, keine Familie und keinen weiten Arbeitsweg hat. Dem es egal ist, ob er mit Auto oder dem Zug ins Rheinland fährt. Würden sich vielleicht ein oder zwei Dinge in meinem Leben ändern, dann würde ich den Opel gerne haben wollen. Aber so?

Mein Bild von einem Opel hat der Astra ein wenig revidiert. Er ist besser und bequemer als ich dachte und das Design ist, für einen Opel, nicht schlecht. Würde Renault mit so einem Design kommen, alle wären voll des Lobes. Wie dem auch sei, es war interessant diesen Wagen fast zwei Monate fahren zu können, und, wie erwähnt, wenn man ihn mir schenken würde: ich würde mich freuen.

Ein paar Worte zu der gesamten Opel Geschichte: Was mich gerade am Anfang der Aktion überrascht hat, wirklich sehr überrascht hat, waren die Blogger oder Leser, die aus dem Nichts auftauchten und ihre teils mehr als polemische Kritik über die teilnehmenden Personen geäußert haben. Das waren zum großen Teil Leute, die weder hier noch in einem der anderen Blogs vorher auch nur einmal einen Kommentar hinterlassen hatten. Mit denen man nie einen Mailaustausch, oder Messanger gesprochen hatte. Da ist man schon verwundert, wenn man plötzlich auf ziemlich niveaulose Art und Weise per Trackback beschimpft wird, als hätte man so eben vom besten Freund die Ehefrau geschwängert. Sicher, da waren ein paar Meinungsmitläufer dabei, die aus Neid oder schierer Dummheit mitbrüllten. Zumindest so lange, wie man glaubte so ein paar Leser auf sein Blog holen zu können. Aber, ich als gut erzogener Mensch, habe ich schon gefragt, was manche Menschen eigentlich glauben, wenn sie sich diese Dinge heraus nehmen. Das sie einen Menschen kennen, nur weil sie dessen Blog eine zeitlang gelesen haben?

Das gleiche Schicksal erfährt zur Zeit Lyssa, die, egal was sie macht, beschimpft wird. Zum Beispiel wegen der Aktion mit dem Interview. Natürlich kann man sagen: "Oh, warum hat sie nicht, wo sie schon mal da war, der Merkel die Pistole auf die Brust gesetzt? Krankenversicherung! Hartz IV! Irak! Israel!" Solche Reaktionen wundern mich doch sehr, und ich finde sie ehrlich gesagt selten dämlich. Ich würde gerne einen, nur einen der dummdreist schreienden Möchtegern Blogger sehen, die a) einen Termin im Kanzleramt bekommen hätten und es b) trotz aller Einschränkungen geschafft hätten, die Merkel auch ein wenig, sagen wir mal, unelegant aussehen zu lassen. Ich meine die Sache mit dem Globus: wie groß wäre das Gelächter gewesen, wenn man Bush im Oval Office neben einem Globus gefilmt hätte, und dieser hätte zu dem gesagt: "Da schau ich schon mal drauf, wenn ich nicht weiß, wie groß ein Land ist, Kongo zum Beispiel." Aber diese Art, sicher eher subtile Art, haben all die selbstfixierten Brüllaffen offenbar nicht bemerkt.

Aber das nur nebenbei, und weil es gerade passte. Mit hat die Opel Geschichte was sehr positives gebracht. Wie alle Blogschreiber, die über eine bestimmte Menge an regelmäßigen Lesern verfügen, bin auch ich irgendwann an den Punkt gekommen, an dem ich nicht mehr wusste, ob ich das Blog nun für mich, oder doch schon mehr für meine Leser führe. Die Frage: "Hab ich das jetzt geschrieben, weil ich es schreiben wollte, oder weil ich was ins Blog schreiben wollte" schwebte oft über einem Eintrag und die Frage "Kann ich das so schreiben, oder regt sich dann wieder jemand auf" auch. Weil ich ein relativ harmoniesüchtiger Mensch bin, wurden manche Momente in diesem Blog zu einer regelrechten Qual. Aber es ist ein Fehler, so zu denken. Wenn man beim Schreiben eines Blogs darüber nachdenkt, was man schreiben kann, ist man auf dem Holzweg. Im Blog, wie im richtigen Leben, zählt das eigene Gewissen. So lange ich in den Spiegel schauen kann, so lange habe ich in meinem Leben oder eben auch in meinem Blog nichts Falsches getan. Und das ist die einzige Regel, an die ich mich in meinem Leben immer gehalten habe. Deswegen bin ich so geworden, wie ich bin, deswegen kann ich so schreiben wie ich bin, und deswegen mache ich auch so weiter. Und deswegen habe ich auch neulich geschrieben, dass ich kein Blogger bin. Ich bin ich, ich bin damit mittlerweile fast 40 Jahre erfolgreich gewesen, und ich wüsste nicht, warum ich das alles wegen ein paar Schreihälsen in Frage stellen sollte.

Am Ende dieser langen Gedankenkette steht einfach, dass es mir, wie es mir immer in meinem Leben war, völlig wurscht ist, was irgendwelche Menschen, die ich nicht kenne und die sich mir nie vorgestellt haben von dem halten, was ich mache. Das ist mein Leben, mein Blog, meine Moral und mein Glück. Und den Astra fast zwei Monate umsonst zu fahren hat Spaß gemacht.

Und jedem, der Menschen deren Leben und Intentionen nicht versteht, der nicht nachvollziehen kann, warum und wieso nicht immer alles ist, wie man es gerne in seinem kleinen Leben gerne hätte, und warum sich manchmal Dinge ändern weil sie sich ändern müssen, damit überhaupt etwas passiert, dem sei dieser Text zur Lektüre nachdrücklich empfohlen

Warum hier was über einen Opel steht stand

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maternus, Mi, 19.07.2006, 01:16

Du meinst also wirklich, es wäre Lyssa darum gegangen, "die Merkel auch ein wenig, sagen wir mal, unelegant aussehen zu lassen"?

Wurden wir also in der Tat Zeuge des, sagen wir mal, Guerilla-Journalismus? Da bin ich noch gar nicht drauf gekommen.


DonDahlmann, 19. Juli 2006 02:31:58 MESZ

Aber das ist genau der Punkt: Wer kann von Lyssa Guerilla-Journalismus verlangen, wenn er selbst noch nicht mal die Nähe des Kanzleramtes kommt. Kritik ist leicht, wenn man aus der Distanz desjenigen beurteilt, der nicht in der Situation war. Die Blogger, die jetzt hetzen, können ihre Hetze nur deswegen äußern, weil sie selber nicht vor Entscheidung standen. Die Kritik basiert offensichtlich nur auf dem zugekoksten, sich selbst beweihäucherten "Ich hätte ja ganz anders reagiert", und nicht auf einer Wahrnehmung der persönlichen Möglichkeiten.


saunabiber, 19. Juli 2006 05:54:12 MESZ

Sorry, Schwachfug. Man darf doch wohl bitte auch kritisieren, wenn man nicht in die Nähe des Kanzleramts kommt.

Ansonsten entziehst du dieser Diskussion jegliche Grundlage jenseits des Kindergarten.


Dostoevskij, 19. Juli 2006 07:51:45 MESZ

Ich verstehe zwar, was du sagen willst; dennoch stimmt die Sache grundlegend nicht. Kritik kann durchaus erfolgen, wenn man nicht in derselben Position ist oder mit derselben Erfahrung bestückt ist. Wo kämen wir hin, wenn wir Mengele nicht mehr kritisieren dürften, nur weil wir ein KZ niemals von innen gesehen haben, wenn wir Israels Vorgehen nicht als bedenklich einstufen dürften, nur weil wir des Hebräischen nicht mächtig sind und in einige Breitengrade weiter drüber wohnen? Kritik ist jedermann zuzugestehen, der sie ehrlichen Herzens entwickelt und willens ist, eine Sache zu durchdenken und sie objektiv sehen zu wollen. Natürlich ist ein Ich-würde-alles-ganz-anders-machen-wenn-ihr-mich-mal-ranlassen-würdet ein Stammtischverhalten, das man bestenfalls belachen kann. Nur eben die Sache mit der Kritik sehe ich als überdenkenswert an


gunnar wrobel, 19. Juli 2006 13:08:50 MESZ

Ich fühle mich um ein halbes Jahr zurückversetzt, als jemand Blogs als die "Klowände des Internets" betitelte und sich fragte, "Was berechtigt eigentlich jeden Computerbesitzer, ungefragt seine Meinung abzusondern?"

Ich hoffe es ist mir gestattet mir im Geiste, mit einem Schmunzeln auf den Lippen, die zugekoksten Blogger in ihrer Toilette vorzustellen. ;)


nuf, Mi, 19.07.2006, 07:50

Klar ist es was besonderes, wenn man die Kanzlerin interviewt. Und klar kommen nur ganz wenige zu dieser Ehre. Aber das ist doch gar nicht der Punkt bei der Sache.
Der Punkt ist doch der Aufhänger. Zu Angela Merkel gehen und ihr erklären wie man spontane, kreative und spritzige Videoblogbeiträge macht und dann genauso vorbereitet, strukturiert und unfrei wie Angela Merkel zu sein.
Das ist journalistisch vielleicht perfekt und sichert für die Zukunft weitere Gelegenheit dieser Größenordnung, ist aber eine totale Themaverfehlung und das macht es so ungelenk erscheinend.


don dave, Mi, 19.07.2006, 08:29

Die oft erwähnten, fehlenden Ablageflächen sind ärgerlich, aber bei der nächsten Renovierung des Wagens wird man bei Opel das wohl anders gestalten.

Hui, Optimismus am Start. Das wird schon mindestens kritisiert, seit andere hersteller brauchbare Lösungen haben. Der Golf als direkter Gegner hat zum Beispiel seit der 4er-Reihe einen ziemlich guten Getränkehalter, also bald 10 jahre.

In Sachen Kritik:
Ich sag das auch hier gerne noch mal, hört auf zu heulen! Ihr selber positioniert euch so weit oben und je höher man kommt umso dünner wird die Luft und umso stärker der Wind. Nehmt es hin, oder klettert runter.
Alle Kritiker jetzt am Stammtisch zu psoitionieren ist ziemlich billig. Gerade sie, der sie doch einen Einblick in die Welt der Prominenz haben, sollten das doch wissen?
Warum also nicht die Kritik ebenso abprallen lassen, wie das die Prominenz tut? Genießt doch einfach die Vorzüge, statt mit solchen Texten neue Angriffsfläche zu bieten.

Ich kann der Opel-Aktion durchaus ein bisschen was abgewinnen, beim MC hat die mir sogar Spaß gemacht, beim Wirren hab ich sie nicht verfolgt, bei Frau Pia klang sie nach billiger Werbung und bei ihnen hier war sie ein Fremdkörper.

Subtiles bei Lyssa, ja das mag sein, aber es ist trotzdem ekelig. Da lässt sie sich schon sehr instrumentalisieren von einer PR-Kampagne für die sogenannte Kanzlerin. Denn es sind nicht nur ein paar Blogger, die das mitbekommen, ein paar, die sich an diesem einen Moment erfreuen können, es sind viele tausend aus der kategorie myblog-blogger, die das ebenfalls sehen. Vielleicht müsste man mal in die Kategorie vorstoßen und schauen was dieses Interview angerichtet hat?
Dieses interview ist kein Spaß für ein paar elitäre A-Blogger, dieses Interview ist frei im internet verfügbar und wenn das das Ergebnis ist, muss ich mir Kritik gefallen lassen, oder eben, wie schon oben gesagt, das streben nach oben drangeben.


dampfbadbiber, Mi, 19.07.2006, 08:31

Genau. Die A-list-/Opel/Cola/Sonstwas-blogger sind die Profis, die als Journalisten oder in anderen Jobs (gerne auch in Werbung/Medien, wissen wie der Hase läuft. Die dürfen mitmachen, beurteilen und kritisieren. Alle anderen sind nur arme Sachbearbeiter oder Studenten, die bitte schön über die tollen Hirsche zu staunen haben und erst selber mal am grossen Medien-Rad drehen sollen, bevor sie das Maul aufreissen.

Ist grob und überzogen. Aber dieses Gefühl habe ich, wenn kritische Kommentare immer öfter statt mit dem "Neidargument" mit "Keine Ahnung" abgebügelt werden.

Ganz einfach: Nehmt die Leute mit. Alle, die ihren Lebensunterhalt mit Journalismus, social media, Werbung und anderen Dingen im Internet verdienen oder in Zukunft verdienen wollen (und das sind von den "Key Opinion Leader" einige), sollen mal verdeutlichen, was so sexy an solchen Sachen wie dem Merkel-Interview oder der fortschreitenden Verquickung von Inhalt und Werbung ist.

Klar kann man sich hinstellen und sagen: ich blogge nur für mich. Ist mein Leben. Aber wer in Zukunft den A10-Beamten nach Dienstschluss dazu bringen will, sich an "Communities" zu beteiligen oder statt Zeitung die neuen web 2.0 online-Medien zu lesen muss ein wenig mehr Argumente haben und sich auch der Kritik stellen. Denn sonst sind wir wieder bei den old-media, wo Leserbriefe nach Gusto des Chefredakteurs veröffentlicht werden.


clavain, Mi, 19.07.2006, 09:08

Was soll man

da noch weiter zu sagen?
Ich fand die Opelgeschichte(n) immer sehr gut. Da ich selbst gezwungener Opelfahrer bin musste ich oft lachen, da sich Ihre Erfahrungen mit meinen decken.
Das zu lesen hat mir mindestens soviel Spaß gemacht wie Ihnen das Fahren.

Nun ja, das Nörgeln, das Schlechtreden und das Wadenbeissen ist leider eine Angewohnheit der Menschen, der Deutschen im Besonderen und der "Blogger" sowieso! haha


herr niemeyer, Mi, 19.07.2006, 10:45

Leben und leben lassen

Viele Leute in der Blog-Szene sehen manches zu unentspannt und nehmen sich sowie die Bloggerei zu wichtig. Dein Ansatz, zu machen, worauf Du Bock hast und was für Dich vertretbar ist, ist schon ganz ok. Darum: Danke für Dein Fazit - auch wenn es wahrscheinlich nur diejenigen verstehen, die sowieso nicht ganz so verbissen durch die Blogwelt streifen.


saunabiber, Mi, 19.07.2006, 11:40

Thema "Ich hätte es besser gemacht": Ich hätte ja die Blogger und Reaktionen, die du hier als dämlich und dummdreist beschimpfst, verlinkt respektive genannt. Hätte dann vermutlich weniger nach ziellosem Rumpöbeln ausgesehen...


ichichich, 19. Juli 2006 11:44:15 MESZ

Ja, konkreten Namen nennen ist eine tolle Sache, Herr "Saunabiber".


Mama, Mi, 19.07.2006, 13:06
  1. Vorneweg: ihre Opel-Promoaktion war mir reichlich egal, muss man ja einfach nicht lesen, wenn man keine Lust hat. War ja auch immer deutlich als Opelcontent gekennzeichnet, da wird es einem leichtgemacht, das zu umgehen.

Zu Lyssas Merkel-Werbefilm:

  1. Lyssa ist nicht mehr nur Bloggerin. Wenn man sich zum Beispiel das hier mal durchliest, müsste einem klar werden, dass auch für Lyssa da Anspruch und wirklichkeit weit auseinander gehen. Im Ergebnis ist das kein Interview, kritische Fragen sucht man vergebens. Lyssa ist nicht mehr nur Lyssa, sondern WAZ-Lyssa, die es sich nicht mit Merkel verscherzen darf, weil sie jetzt nicht mehr nur ein Blog hat sondern auch einen Job, bei dem sie aber irgendwie als Bloggerin auftritt. Die "Schafft es erstmal ins Kanzleramt bevor ihr Kritik übt"-Kritik ist daher nicht nur panne, sondern geht auch ins leere, weil wir ja schließlich nicht für eine Zeitung als Journalisten arbeiten.
    Außerdem kritisiere ich wen ich kritisieren will, auch dafür habe ich ein Blog. Herausgekommen ist jedenfalls ein Promofilm für Merkel, wobei für Lyssa wohl auch eine ordentliche Portion Bekanntheitssteigerung rausspringt. So empfinde ich das jedenfalls. Und wenn mir jetzt jemand erklären will, dass das ja doch ganz toll kritisch hätte sein können, weil Lyssa ja superviele Fragen hatte, kann ich nur sagen: war es aber nicht. Und wenn mir jemand sagen will, dass das mit dem Globus doch schön subtil war, weil bei Bush in so einer Situation alle gelacht hätten, kann ich nur sagen: Merkel ist nicht Bush. Merkel kommt naiv-nett rüber, da wirkt so ein Globus irgendwie süß und sympathisch. Es ging nicht anders wegen der Spontanität? Dann ging es eben nicht anders, dann wurde da eben wegen der Spontanität ein Promofilm gedreht. Herzlichen Glückwunsch, ihr habt es geschafft. Ihr gehört jetzt zu den großen.

  2. Sie können mich deshalb einen selbstfixierten Brüllaffen nennen. So würde ich mich selbst natürlich nicht unbedingt nennen. In ihrem Blog können sie das machen, aber eine konkrete Auseinandersetzung mit der Kritik ist das nicht. Nett natürlich auch nicht. Und "Möchtegern Blogger"? Was bitteschön qualifiziert denn nach ihrer Meinung jemanden zum Blogger? Sagen sie doch mal.


DonDahlmann, 19. Juli 2006 14:06:53 MESZ

Ich kann nachvollziehen, wenn auf Grund des Videos nun manche von Lyssa enttäuscht sind. Das sie eben nicht als Speerspitze der Blogger eine Chance wahr genommen, a) der Merkel die Meinung zu geigen b) der Merkel bei zu bringen, dass sie mit vielen Dingen auf dem Holzweg ist und c) zu zeigen, dass mit den Blogger eine Journalistengeneration heranwächst, die sich nicht so leicht einkaufen läßt, wie die aus dem Printbereich. Die Frage ist: Ging es bei dem Besuch überhaupt um so Sachen? Wollte Lyssa das überhaupt? Und ist sie die richtige Person für so ein Vorhaben? Vielleicht findet sie Merkel und ihre Politik auch einfach gut. Vielleicht nicht.

Und ist diese ganze Aufgeregtheit nicht völlig egal?

Es ist warm draussen. Küsst jemanden. Geht ein Eis essen, in einem See schwimmen. Legt euch in den Schatten. Regt Euch über sowas auf, schreibt was dazu, ärgert Euch, bewegt was. Kauft eine Kamera und meldet Euch hier an geht damit bei einer Parlamentsitzung in den Bundestag und macht es besser. Aber hört doch darüber zu philosphieren ob Lyssa nun dafür verantwortlich ist, dass der Blogger Journalismus, kaum geboren, schon wieder tot ist.


DonDahlmann, 19. Juli 2006 14:13:16 MESZ

@Mama: Sie wissen, dass sie nicht gemeint waren. Wenn sie sich bei "Brüllaffen" angesprochen fühlen, finde ich das bedauerlich. Das "selbstfixiert" habe ich auch gestrichen, da haben Sie Recht gehabt.


Mama, 19. Juli 2006 15:00:31 MESZ

Ich hatte mehr den Eindruck, sie werfen da jegliche Kritik in einen Topf. Wenn sie nicht sagen, wessen Kritik sie wie stört, dann kann man schon den Eindruck bekommen, man wäre auch gemeint.

Es kann gut sein, dass Lyssa nichts anderes wollte, als ein nettes Werbefilmchen zu drehen. Oder vielleicht sollte es auch ganz anders sein, vielleicht ganz doll kritisch. Das ist mir egal. Sie stellt sich hin und sagt:"Wir sind die Bloggerrevolution" und macht dabei Merkelpromotion. Darüber darf man sich aufregen. Und völlig egal ist das natürlich nicht. Ein bisschen schon, klar. Aber so wie in dem Text, den sie am Ende ihres Artikels verlinkt haben, wo dann steht:"Ist das Internet nicht groß genug für uns alle?", da kommt es mir schon ein bisschen hoch. Weil:

  1. (überspitzt) Auch für Nazis und Kinderschänder?
  2. Zwingt sie ja auch niemand, die Kritik zu lesen, ne?

Was ein Blogger ist und was nicht haben sie immer noch nicht geklärt.


kleinesf, Mi, 19.07.2006, 21:59

Bemerkenswert die intellektuelle Leistung, das, was Lyssa gerade widerfährt, mit dem zu vergleichen, was Sie an Zuschriften bekamen. In diesem Sinne Glückwunsch zu fast vierzig Jahren Erfolg!


sonderschüler x, Mi, 19.07.2006, 22:09

irgendwie kann immer jemand erklären warum er in der nsdap war oder warum es sein muss

da hat die hl. inquisition verständnis für.


saxanasnotizen.blogspot.com, 19. Juli 2006 22:50:08 MESZ

Von ihrem Blog las ich nur Teile. Der Inhalt gefällt mir nicht. Sehr oberlehrerhaft und ihre Antworter auf die Kommentare beziehen sich nicht immer genau auf deren Inhalt. Ich empfand Lyssas Merkelinterview jedenfalls nicht so "kantig" wie sie. Mir hat es gefallen, es war unkompliziert und eben nicht WAZmäßig wichtig weil sie jetzt zu den VIPs gehört. Mich langweilen diese Diskussionen.


sonderschüler x, 20. Juli 2006 19:53:11 MESZ

heut morgen jens voigt die etappe erklärend:

gucken se ma ein opel astra is kein ferrari am nürburchring

der sack bloggt wohl auch


dieguteseite, 20. Juli 2006 20:26:02 MESZ

tststs

"mit einem opel astra reisst man beim monaco-gp nichts, auch wenn man es sich ganz fest vornimmt"

schon bier zum etappen-start?

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