Donnerstag, 16. Januar 2003

Mahlzeit!

Ach! Je! Was wird das jetzt in den Medien? Sind denen die Kinderficker ausgegangen? Oder warum wird jetzt hier, hier, oder hier nur noch über die Essgewohnheiten anderer Leute spekuliert? Reichen entführte und ermordete Kinder quotentechnisch nicht mehr für einen "Brennpunkt" oder ein "ZDF Spezial"? Kommt jetzt eine Reihe von "satanischen Ritualmorden"? Und berichtet RTL dann darüber, dass auch IHR Kind an der Schule gefährdet ist, weil an jeder Schule solche Leute rumlaufen, wie ein Lehrer, der sein Gesicht nicht zeigen möchte, im nachgesprochenen Interview bestätigt? Wird die Polizei dann aktiv, macht Razzien bei "in der Szene einschlägig bekannten Leuten"? Wird Alice Schwarzer dann in einer Talkshow sagen, dass Kannibalismus ein männliches Problem sei, weil Frauen viel eher Vegetarier seien? Wird es bei "Arabella Kiesbauer" eine Talkrunde zum Thema "Ich würd gern mal wissen, wie Menschenfleisch schmeckt"? Und eine bei Biolek mit dem Titel "Im Magen eines anderen"? Wird der Gesetzgeber aktiv, legt er eine "Kannibalen-Datenbank" an, und verlangt von denen, die drin stehen, stichprobenartige Stuhlproben? Können wir uns das nicht einfach alles sparen?

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We caught the tread of dancing feet, We loitered down the moonlit street, And stopped beneath the harlot's house.

Inside, above the din and fray, We heard the loud musicians play The "Treues Liebes Herz" of Strauss.

Like strange mechanical grotesques, Making fantastic arabesques, The shadows raced across the blind.

We watched the ghostly dancers spin To sound of horn and violin, Like black leaves wheeling in the wind.

Like wire-pulled automatons, Slim silhouetted skeletons Went sidling through the slow quadrille.

They took each other by the hand, And danced a stately saraband; Their laughter echoed thin and shrill.

Sometimes a clockwork puppet pressed A phantom lover to her breast, Sometimes they seemed to try to sing.

Sometimes a horrible marionette Came out, and smoked its cigarette Upon the steps like a living thing.

Then turning to my love, I said, "The dead are dancing with the dead, The dust is whirling with the dust."

But she - she heard the violin, And left my side, and entered in: Love passed into the house of lust.

Then suddenly the tune went false, The dancers wearied of the waltz, The shadows ceased to wheel and whirl.

And down the long and silent street, The dawn, with silver-sandalled feet, Crept like a frightened girl.

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Dienstag, 14. Januar 2003

nachts

man kann sich ja gar nicht vorstellen wie das ist wenn der nächte kalte krallen tiefe furchen in die unschuld der träume reißen

nicht zu stoppen vielleicht mit drei flaschen vom roten bis die besinnungslosigkeit den wahnsinn überflügelt und einer amme gleich ihn in die arme nimmt und langsam wiegend ihm jeden widerstand raubt

aber oft kommt dieses helle kreischen aus dem kopf wie ein blitzschlag zuckt es durch das hirn brennt sich seinen weg bis ganz nach vorne in das allerheilligste

als ob sich für einen moment das universum öffent und sterne niederregnen alles ist da gleichzeitig imposant gefährlich schrecklich und die sterne expoldieren in sekundenbruchteilen und ein sturm bricht los nasse kalte angst schlägt ins gesicht und reißt brutal den sanften schleier des schlafes weg finger krallen sich in die haut

und die wirklichkeit kehrt ins leben zurück quälend langsam das herz rast und die stelle in der sich die finger krallten färbt sich rot

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Montag, 13. Januar 2003

Meine nackten Fußsohlen bohren sich in die Krümel auf dem Boden der Küche. Irgendjemand hat die Bierdosen so hingestellt, dass sie wie Zinnsoldaten brav in einer Reihe stehen. Ich stehe einen Moment ganz still mitten im Raum, lasse nur ein wenig meine Füsse in den Krümeln kratzen. Aus dem schräg stehenden Fenster wehen ein paar Geräusche der Aussenwelt und kalte Luft herein, die es aber nicht schafft den Geruch aus Zigaretten und Bier zu vertreiben. Und die Geräusche interessieren mich nicht, denn meine Welt, dass ist das Chaos was sich um mich herum ausbreitet. Es sieht aus wie Müll, aber in Wahrheit sind es Geschichten. Jedes dreckige Messer, jedes halbgefüllte Glas und auch die in Kronkorken ausgedrückten Zigaretten sind einzelne, ganz wundervolle Geschichten. Sie erzählen von Leben, von Wärme, von Atmung, von Zufriedenheit und Sehnsucht. Ich drücke meine Fußsohlen noch was stärker in die Krümel hinein, weil ich wach werden will. Und weil es mich davon ablenkt, dass ich unglaubliche Rückenschmerzen habe. So ist das also, mit dem älter werden. Am nächsten Tag schmerzt nicht mehr der Schädel sondern irgendwas knochiges. Das Ensemble um mich herum läßt mich weiter in T-Shirt und Boxershorts in der kalten Luft frieren. Ich finde es schön, ih will nicht berühren und all die Geschichten, die die Dinge erzählen, verstehen. Am liebsten möchte ich sie aufsaugen. Da beneide ich manchmal Wände. Die saugen das alles auf. In ihnen ist die Liebe und die Wärme die hier gestern den Raum aufgeheizt hat, die Geräusche, die Stimmen, das Lachen. Als ich auf den Boden blicke stelle ich fest, dass ich gar nicht auf Krümel, sondern in winzigen Scherben stehe. Irgendjemand hat ein Burgunderglas runtergeworfen, die gröbsten Überreste beseitigt, aber jetzt bohren sich gerade feine Kristallsplitter in mich rein. Ich hebe den Fuss an, aber ich kann kein Blut sehen. "Fängt doch ganz ok an", denke ich.

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Samstag, 11. Januar 2003

Chinesische Propagandabilder

baby

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