Demo-Nachhilfe
Demo im Wedding! Gerade! Echt jetzt!
Aber nicht wegen der Arbeitslosigkeit, oder wegen des unpraktischen Dosenpfands, oder den neuen Preisen der Bahn, oder dem sich verschärfenden Dönerkriegs (aktueller Dönertiefstand für einen Chicken-Döner mit alles: 1,49 €. Vormals 2,50 €. Es soll aber in Schöneberg Dönerbuden geben, die für 99 Cent verkaufen)
Ne. Wegen dem Herrn Özalan, welcher ja seit einiger Zeit in einem sicher nicht gemütlichen türkischen Gefängnis sitzt. Aber bis ich das rausgefunden hatte. Manmanman. Weil ich gerade auf dem Weg zum Aldi war, schaute ich mal, um was den Demonstranten denn so geht. Zu meinem Erstaunen sah ich aber nur weißgekleidete Kinder, welche laut etwas riefen, was ich nicht verstanden habe, weil es (vermutlich) kurdisch war. Nunja - ich bin mir nicht so sicher, ob die Bengels das Konzept einer Demonstration schon begriffen haben. Eigentlich, so denkt man, soll man doch bei einer Demo was rufen, was alle anderen verstehen und sofort mitsingen können. Sowas wie "Ho Ho Ho Chi Min" oder "Hoch die internationale Solidarität" oder "Alle sind so gemein". So war das jedenfalls früher. Ich finde es ehrlich gesagt einem arglosen, einkaufenden Passanten nicht zumutbar, dass er erst in seiner Konzentration (Butter! Butter! Butter!) gestört wird, um dann mühsam heraus zu bekommen, warum die Menschen da so brüllen. Hätte ja auch sein können, dass es sich um türkische Kinder handelt, die gerne möchten das Herr Özalan auf ewig im Gefängnis verrotten möchte. Das find mal einfach so raus, wenn die da an dir vorbei marschieren und was rufen, was man nicht versteht. Und die Butter hab ich auch vergessen.
Exposés die Verlage dieses Jahr sicher ablehnen werden
Also, es ist doch jetzt so. Es sitzen ca. 20.000 Journalisten und solche die sich dafür halten auf der Strasse. Davon die Hälfte in Berlin. Dazu kommen ungefähr 250 Milliarden Texter, Grafiker, Webdesigner und arbeitslose Fahrradkuriere. Die langweilen sich schrecklich. Alle. Also haben im letzten halben Jahr sicher alle beschlossen: Mensch, wenn ich hier schon so blöd rumsitze, dann kann ich ja auch ein Buch schreiben. So Pop-Literatur. Und dann kann ich auch die Engelke ficken. Ich kann mir vorstellen, das in diesem Jahr die Verlage sehr viel Spaß haben werden, Absagen zu erteilen. Die werden sicher zugeschissen, mit dem "endgültigen Berlin-Szene Roman" und müssen sowas hier ablehnen:
"Der eine Sommer"
Dies ist die Geschichte einer 29jährigen, toughen Geschäftfrau, die nach dem Niedergang der neuen Medien, plötzlich aus ihrem gutbezahlten und anstrengendem Job rausfliegt. Sie zieht sich für ein paar Wochen zurück zu ihren Eltern aufs Land und trifft dort ihre Jugendliebe wieder. Frustriert von den oberflächlichen Beziehungen der Großstadt erkennt sie, dass ihr ganzes Leben bisher nur auf der Tatsache aufbaute, dass sie von ihren Eltern wegwollte, sie sich also nur selber belogen hat. Zusammen mit ihrer Jugendliebe verlebt sie einen unbeschwerten Sommer und entdeckt, wie sehr ihr die Ruhe, die Landschaft und die rauhen, aber ehrlichen Menschen gefehlt haben. Ihr Lebenspartner, der in der Stadt geblieben ist und der sie mit vorwurfsvollen SMS bombardiert holt sie immer wieder in die vermeintliche Realität zurück. So wird der Aufenthalt auf dem Land nicht nur zu einer Probe für ihre Beziehung. Die Fragen, denen sie sich stellen muss, greifen die bisherige Basis ihres Lebens an und sie beginnt zu erkennen, dass sie nicht nur ein Leben als funktionierendes Rad in einem Mega-Konzern mit guten Gehalt sein möchte, sondern, dass sie mehr will. Gerade will sie sich für ihre Ex-Liebe entscheiden, als sie erfährt, dass ihre beste Freundin an Brustkrebs erkankt ist.
[Quelle]
Manchmal
vergisst man die schöne Dinge
How about getting off of these antibiotics How about stopping eating when I'm filled up How about them transparent dangling carrots How about that ever elusive kudo
Thank you India Thank you terror Thank you disillusionment Thank you frailty Thank you consequence Thank you thank you silence
How about me not blaming you for everything How about me enjoying the moment for once How about how good it feels to finally forgive you How about grieving it all one at a time
Thank you India Thank you terror Thank you disillusionment Thank you frailty Thank you consequence Thank you thank you silence
The moment I let go of it was The moment I got more than I could handle The moment I jumped off of it was The moment I touched down
How about no longer being masochistic How about remembering your divinity How about unabashedly bawling your eyes out How about not equating death with stopping
Thank you India Thank you providence Thank you disillusionment Thank you nothingness Thank you clarity Thank you thank you silence
Urlaub
Hat ja jeder mal. Aber wie verbringen? Immer nur Ballermann oder DomRep ist ja auch blöd, wenn einen die Nutten mit Vornamen kennen.
Eine Bekannte von mir bietet da eine nette Alternative.
Aus dem Teaser:
Wer liebt sie nicht, die Mantel-und-Degen-Filme am Sonntagnachmittag, in denen d’Artagnan in herrlichem Technicolor gegen Richelieu und seine Intrigen anficht oder Madame Pompadour das höfische Gebaren erlernt? Wer sieht nicht gern, die Preußen- und K.-u.-K.-Filme, in denen die schöne Wilhelmine dem späteren König Friedrich Wilhelm II. den Kopf verdreht, Königin Luise den verstockten Napoléon zu erweichen sucht oder »Sissi« nicht nur die Österreicher, sondern auch die Ungarn mit ihrem Charme bezaubert? Und wen interessiert sie nicht, die Welt der vorletzten Jahrhundertwende, die Heinrich und Thomas Mann in ihren Romanen verewigten?
Wer hat sich nicht schon einmal in einen solchen Film, ein eine solche Welt hineingeträumt? JADIS-ZEITREISEN möchte Sie in die Vergangenheit entführen. Erleben Sie galante Tage im Rokoko auf einem Schloß an der Loire oder den Klassizismus im hohen Norden, genießen Sie eine Sommerfrische wie vor 100 Jahren an der See.
Spüren Sie ein neues Körpergefühl in den Roben von damals, entdecken Sie Speisen und Plaisir vergangener Zeiten – auch jenseits des schönen Scheins. Entdecken Sie, wie Ihre Ur-Ur-Ur-Urgroßeltern vielleicht gelebt haben (oder gern gelebt hätten) – und helfen Sie, Geschichte auch für zukünftige Generationen zu bewahren
Nächste Seite
