In den Film gehör ich also rein

Fight Club!
What movie Do you Belong in?
Cool...
Buckley, Jeff (tot) & Moby (lebend)
Ich bin ja noch jung. Da gehört es schon zu den überraschenden Dingen im Leben, wenn man plötzlich hört, dass jemand, der gleichaltrig ist, plötzlich tot ist. Jeff Buckley war so ein Fall, als er 1997 mit 30 Jahren starb. Aber auf der anderen Seite war das abzusehen, bei so einem Vater. Denn Tim Buckley war auch Sänger, Freund von Jim Morrison und vor allem nach einer hübschen Nacht mit allerlei Drogen mit 28 mausetot. Da war der Sohn gerade mal sieben Jahre alt. Dieses hatte offenbar zur Folge, dass der Sohn seinem Vater in vielen Dingen nachstrebte, so auch in Sachen Musik, Alkohol, Frauen- und Drogenkonsum.
Moby wiederum erfreut sich einer phänomenalen Gesundheit. Ich traf ihn ab und an, wir gingen Essen und auch mal was trinken. Das mit dem Essen gehen mit Moby ist ganz schön einfach. Er isst als Extrem Veganer einfach nichts und alle anderen essen was sie wollen. Man kann aber sogar mit ihm zu McDonalds gehen, muss allerdings dann damit rechnen. dass er einen sehr, sehr langen Monolog über die Umweltverschmutzung, probiotische Ernährung und Wale hält. Aber gut, ich habe schon langweiligere Gespräche ertragen müssen. Er isst dann später in seinem Hotel sein eigens für ihn zusammengestelltes Müsli, welches mit Kirsch- lieber aber mit schwarzem Johannisbeersaft angerührt wird.
Jeff Buckley und Moby waren unterschiedlicher, wie man als Mensch nur unterschiedlich sein kann. Es muss im Frühjahr 1996 gewesen sein, als die Plattenfirmen, sowohl Moby als auch Jeff Buckley mehrfach auf Promo-Tour nach Köln geschickt haben. Jedenfalls tauchten sie alle paar Wochen auf, aber nie am gleichen Tag. Das erste Interview hatte ich mit Moby. Wir gingen was Essen (also die Promoterin und ich gingen Essen, er saß daneben und machte mit ernster Miene Kommentare über die Garnelen, die auf dem Teller der Promoterin lagen und die seiner Meinung nach so mit Schwermetallen vollgepumpt seien, dass sie eigentlich gar nicht mehr schwimmen können). Wo war ich???...Ahja... Moby frug nach, wen ich den in den nächsten Tagen so interviewen würde. Ich ratterte die Liste runter, und als ich Jeff Buckley erwähnte, verfinsterte sich sein Blick und ein "Asshole" wurde gezischt. Das war nun mal eine Reaktion, die ich nicht von ihm gewohnt war. Ich hatte schon gesehen, wie er sich vor Auftritten ein weinerliches Kind verwandelte, der jeden anbettelte, man möge ihm bitte bestätigen, dass das Publikum ihn nicht ausbuhen würde. Ich hatte ihn besoffen knutschend erlebt und als elektrischen Derwisch auf der Bühne, der vor lauter Energie zu platzen schien. Aber sauer hatte ich ihn, den super ausgeglichen, noch nie gesehen. Nach ein wenig Bohren, rückte er endlich mit der Geschichte raus. Jeff Buckley sei ein Frauenschwarm, er wisse das, der Jeff würde knapp 50 Meter neben ihm wohnen und so träfe man sich bei diversen Gelegenheiten in diversen Clubs. Und immer, immer, immer würde Jeff reinkommen, 5 Minuten dumm rumstehen, und dann würden schon Trauben von gutaussehenden Damen an den Mantelaufschlägen des Sängerns hängen. Er könne also alle haben. Jede. Egal. Aber das Jeff Buckley ausgerechnet seine Freundin flachgelegt habe, dass sei dann doch zu viel gewesen. Gut, das war ein Grund sauer zu sein, zumal es wohl auch gerade ein paar Wochen her war. Ich nickte also brav, sagte aber nichts, als sich ein leichtes Lächeln um seine Mundwinkel abzeichnete. Naja gut, meinte er, so richtig sei es nicht mehr seine Freundin gewesen. Man sei immerhin getrennt gewesen. Also schon was länger getrennt. So ein halbes Jahr. Aber trotzdem, das ausgerechnet Jeff der erste gewesen sei, der seine Freundin flachgelegt hat, dass habe er ihm nicht verziehen, und deswegen damals die Freundschaft gekündigt. Während sich die Promoterin die letzte Garnele in den Mund schob meinte sie: "Stell dich nicht so. Was soll sie denn sonst machen, wo doch Jeff...." weiter kam sie nicht, denn mächtiger Hustenanfall ausgelöst durch einen nicht unerheblich großen Garnelenrest im Rachen ließ sie erstmal verstummen. Moby sah sie belustigt an, murmelte was von der Rache der Garnelen, die auf seiner Seiten seien, und bat mich um einen Zettel und einem Stift. Dann malte er das "Moby-Männchen" und darunter schrieb er "Howdy, howdy Jeff. Hope youre ok. Dont mess around to much. Call me when youre back. Sinc. Moby." Mit den Worten: "Gibs ihm, wenn Du ihn siehst, aber nicht vergessen" überreichte er mir den Zettel.
Während die Interviews, bzw. Treffen mit Moby immer sehr amüsant und vor allem entspannt waren, kann man das von denen mit Jeff Buckley nicht behaupten. Das erstemal kam er nicht zum verabredeten Interviewtermin, dann, als ich ihn am selben Tag nach der Show interviewen wollte, war er so besoffen, dass ein vollkommener Verlust der Muttersprache eingesetzt hatte. Interview unmöglich. Da war ich schon sauer, denn ich hatte das a) verscherbelt und b) einen Promoter an der Seite, der mich inständig bat, nichts dergleichen zu berichten. (Warum hab ich nie verstanden) Dies war also der zweite Versuch, und als ich den Tourbus bestieg, wußte ich, dass der auch nicht besser werden würde. Mr. Buckley lag in einer Ecke des Sofas, irgendein blondes Girlie im Arm, Sonnenbrille auf, Batterien von Bierflaschen vor ihm und die obligatorische Zigarette. Er sah genauso so aus, wie die Cohn Brüder einen Rockstar inszenieren würden, wenn sie den Zuschauern über drei Metaebnen des Humors zeigen wollen, das es nicht lustig ist, auch wenn das Zerrbild, was man sieht im ersten Moment lustig ist, letztlich aber nur ein Sinnbild für die verkommen, eingerosteten und von Hollywood konditionierten Betrachtungsebenen sind. Oder so ähnlich. Jedenfalls lag er da. Ich stelle meinen Rekorder auf, spulte ein paar Fragen ab. Nüscht. Es kam "Yess" oder "No" oder "Maybe" oder "I don't know" oder "I like it", während das blonde Girlie in seinem Arm einzuschlafen drohte. Ich gab auf, dachte mir "Ficker" und packte meinen Rekorder wieder ein, als mir siedendheiß der Zettel von Moby einfiel. Den überreichte ich ihm. Die Lektüre löste dann folgende Reaktion bei ihm aus. Leichtes Aufrichten - Ausziehen der Sonnenbrille - Grinsen - Wegschieben des Girlies - Lachen. Er sah mich an meinte nur "I fucked his girl, you know?" Danach wurde das Interview dann erträglich und er gab mir wiederum einen Brief (verschlossen) an Moby, den ich diesem wiederum überreicht.
Ein Jahr drauf traf ich mal wieder Moby, der gerade ein Verhältnis mit Simone Angel von MTV angefangen hatte und eigentlich hätte locker sein sollen. Ich erkundigte mich nach Jeff, bekam aber nur zu hören "He still fucks my girl, but he ist ok - now" Kurze Zeit später war Buckley tot, gestorben bei dem Versuch besoffen im Missisippi zu schwimmen. Hätte gern noch ein bißchen Postbote gespielt.
16.09.03 - 18:45 Uhr irgendwo vor Berlin
Ich weiß jetzt wie Hölle aussieht. Die Hölle ist der Bistro Treff des IC 2573. Ich will diese Ausgeburten nicht beschreiben. Ich will sie töten. Alle. Ich würde ihnen einen Gefallen tun. Bestimmt. Sie machen mich krank und sie machen mir Angst. Ein ganzes Bistro voller abgehalfterter Vertreter mit Handys, die Radeberger in sich rein schütten und Marlboro rauchen. Und dabei starren sie aus dem Fenster, auf diesen riesigen Truppenübungsplatz namens Brandenburg. Wahrscheinlich wären sie mir dankbar, wenn ich sie alle töten würden. Wahrscheinlich würden sie es noch nicht mal merken. Auch die Bahn würde es nicht merken, nur vielleicht der Putztrupp, der alles wegmachen muss, aber dafür werden die ja schließlich bezahlt. Oh - zwei Rentner, die sich über den Neger neben ihnen wundern, der kein Deutsch kann, aber ein Handy hat, und jetzt einen Kaffee trinken und dazu ein Stück verschweißten Kuchen essen. Gleich mit abschlachten, die Erben weinen sicher nur auf dem Weg zum Notar. Aber ich bin leider viel zu müde und hab grad nichts passendes zur Hand. Kein Samuraischwert, keine Uzi. Schade. Lehne ich meinen Kopf doch wieder gegen die Spermafarbene Wand, schließe die Augen und höre den Krachen zu, wenn der Kopf von den Zugbewegungen immer wieder gegen die Wand geworfen wird.
Panoramavergasung
Florian war langweilig und deswegen hat er was furchtbares gemacht.
Du, Musikindustrie
Hast Du super gemacht, dass mit dem neuen Urheber/Kopierrecht. Jetzt darf man von einer CD, die ich von meinem Geld erworben habe noch drei Privatkopien brennen. Mach ich eine vierte, gehts mir an den Kragen. Weißt Du was: Das ist meine CD. Ich hab sie gekauft. Ich kann damit machen, was ich will. Ich kann drauf pinkeln, sie verbrennen, millionenfach kopieren und an die Wand nageln. Weil sie meine ist. Mir alleine gehört. Nicht mehr Dir, sondern mir. Ich bin nämlich ein Schwein, ich denke nämlich: Gekauft=mir. Am liebsten hättest Du es doch sicher gehabt, wenn auf der CD auch nach dem Kauf noch "Diese CD bleibt Eigentum der EMISONYBMGUNIVERSAL" stehen würde. Auch geschickt ist dieses Interview mit Tim Renner von Universal über die 30%igen Preisreduktionen von Universal in Nordamerika und das Herr Renner keine Notwendigkeit sieht, dieses auch in Deutschland umzusetzen. Und diese Idee, wahllos Schüler zu verklagen ist schon richtig gut.
Nur, liebe Musikindustrie, ist Dir schon mal der Gedanke gekommen, dass man Dich für das alles ziemlich Scheisse finden könnte? Dass man erst recht denkt: "Leck mich"?, dass man sich die Dinger dank DSL in Zukunft einfach per Mail zusendet? Oder über einen Messenger? Oder einfach lernt, wie man einen Proxy zwischen das P2P Programm und Euch legt? Ist Euch schon mal aufgefallen, dass ihr in den letzten zwei Jahren nur gejammert und geflucht habt? Das ihr keinen Schritt unternommen habt, auf die Käufer zu zu gehen? Dass man selbst als ordentlicher CD Käufer (weil einem was an den Künstlern liegt), den Eindruck bekommen könnte, ihr wollt einfach nicht von Euren Pfründen weg? Dass Euch nicht mal selber die Idee gekommen ist, einzelne Tracks für einen Euro zum Download anzubieten? Das ihr wie alt gewordene Raubritter in Euren Burgen sitzt und über "die da draussen" herzieht, die Jahrzehnte lang Eure Ärsche gepudert habe?
Nicht? Na dann fröhliches Gesundschrumpfen.
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