Der Kopf fällt ihr immer wieder auf die Brust, bleibt für einen Sekundenbruchteil dort liegen, nur um sofort wieder hochgerissen zu werden, die Augen dabei leicht auf. Dann pendelt er wieder, sackt langsam in kleinen, kreisenden Bewegungen nach unten. Die Hände im Schoss halten die Handschuhe fest, krampfen sich manchmal ein wenig zusammen, so als ob sie im Traum etwas festhalten will. So geht das schon seit fünf Stationen im Minutentakt. Die Frau ist so was von unendlich müde, dass ich schon fast ein schlechtes Gewissen bekomme, weil ich so quietschvergnügt und ausgeschlafen bin. Ich beobachte ihren Kampf mit der Schwerkraft und der Müdigkeit, den sie immer wieder verliert. Sie ist so mittelalt. Undefinierbare Herkunft. Langweilige bunte Jacke auf der "Match it" als Marke angegeben ist. Die Haare hat sie unter einem Tuch versteckt. Vielleicht eine Putzfrau, die seit heute morgen um vier Großraumbürosilos sauber gemacht hat. Vielleicht ein krankes Kind, dass die ganze Nacht geweint und gejammert hat. Jedenfalls sieht es immer ein wenig komisch aus, wenn der Kopf des Gegenübers wie ein Kugellager rotiert. Der Kontrolleur fasst sie hart an und brüllt ihr ins schlaftrunkene Gesicht: "Hallo, Fahrkarte, nix schlafen." Das macht mich schon ein wenig ärgerlich. Immerhin hat er sie so laut angesprochen, dass ich es selbst durch meinen Kopfhörer gehört habe. Muss nicht sein, so was. Die Frau wird gerade eben so wach, da rüttelt er schon wieder an ihrer Schulter. Völlig verständnislos sieht sie ihn an, auch ein wenig Schreck ist in ihren Augen. "Hast Du Fahrkarte?" wird sie gefragt. Die Frau nickt, sagt nix, reibt kurz über ihre Augen und fängt an in Zeitlupe in ihrer Tasche zu kramen. Der Kontrolleur ist so ein kleiner, drahtiger Kerl, den Pullover in die Hose gestopft. Wahrscheinlich umgeschult und auch keine Lust dazu. Man wird ja nicht mit dem Wunsch geboren, dass man mal Kontrolleur wird. Nach Feuerwehrmann und Astronaut kommt irgendwann das Leben, und sagt einem, dass man in der Fabrik gutes Geld verdient. Und dann kommt eine Maschine und man selber kann sich überlegen, wie man nun sein Geld verdient. Als Arbeitskraft ist man eben nur noch solange wertvoll, bis was anderes kommt, was kräftiger ist. Langsam wird er ungeduldig. So nach 15 Sekunden Suchen. "Los, raus hier" brüllt er sie an und packt sie an der Schulter. Jetzt reicht es mir. "Hallo, könnten Sie mal damit aufhören, diese Frau andauernd anzufassen." Blicke schießen durch die U-Bahn, jetzt nehmen mich andere Menschen wahr, wundern sich. "Lassen Sie sie doch erst mal in Ruhe ihre Fahrkarte suchen." setze ich nach. "Zeigen Sie mir erst mal ihre Fahrkarte, bevor sie hier Anweisungen geben" blafft er mich an. Meine Monatsfahrkarte klappt runter und ich setzte hinzu: "Sie sollten etwas freundlicher mit ihren Kunden umgehen. Wenn Sie es denn können." Das riecht nach Ärger. Merken vor allen die anderen Mitfahrer und klappen die Zeitungen auseinander. Nur ein Türke pflichtet mir nickend bei. "Halten Sie sich mal hier raus" schwadroniert der Kontrolleur. "Wir machen hier unsere Arbeit und wir kennen uns aus". Ich habe gerade aber keine Lust mich raus zu halten. "Ach, persönliches Anfassen gehört also zum neuen Kundenkonzept der BVG?" "Jetzt werden se mal nich frech hier, ich kann auch ganz anders". Der Türke muckt jetzt auch mit. "Hey, wir sind hier die Kunden, ey". Ich schieße ein "Na, dass will ich aber sehen, wie sie anders können" aus der Hüfte hinterher. Jetzt kommt auch der andere Kontrolleur und sagt "Gibts Ärger?". Kontrolleur I schnauft. Türke sagt: "Ihr Kollege ist total unfreundlich". Kontrolleur II sagt "Ach was". Ich sage "Allerdings". Wir starren uns alle vier feindselig an. Die Sätze "Kommse mal mit" und "Ich will ihre Personalnummer haben" liegen in der Luft. Da piepst eine kleine Stimme in die spannende Pause: "Wollen sie meine Karte jetzt noch sehen?" Zwischen den dünnen Fingern hält sie ihre Monatskarte. Ein schneller Blick zu ihr, ein böser zu mir. Dann rauscht der Zug an der Haltestelle ein. Die Türen öffnen sich, die Kontrolleure verschwinden, die Luft entlädt sich und der Kopf liegt wieder auf der Brust.
rhythm is both the song’s manical and it’s demoinc charge. It is the original breath , it is the whisper of unremitting demand. What do you still want to be said of the singer? What do you think you can still draw from my lips? Exact presence that no fantasy can represent. Purveyor of the old secret, alive with the blood that boils again, And is pulsing where the rhythm is torn apart. How your singer’s blood is incensed at the depth of sound. Lacerations echo in the mouth’s open erotic sky where dance together, The lost trenches of rythm and an imploring immobility... Ladies and gentlemen...miss grace jones...jones the rhythm

"Vorgeschrieben bleibt auch das unerhört schwierige Komma nach vorausweisendem Pronomen; wie denn überhaupt die neuen Kommaregeln (zehn Seiten im amtlichen Text!) so kompliziert sind, daß sogar im sorgfältig geschriebenen vierten Bericht dreimal dagegen verstoßen wird."
Es mag noch keinem aufgefallen sein, aber wir bekommen mal wieder eine Rechtschreibreform. Wie gut, dass es die SZ gibt.
Die Deutschen machen das mit ihrer Sprache genauso wie mit den Steuergesetzen. Es ist zum Heulen. Anstatt zu vereinfachen, wird am Ende einer Reform alles noch schlimmer, teuerer, unübersichtlicher.
Als ich das letzte Mal schwerst verliebt war, ich den halben Tag darüber nachgedacht hatte, was ich Abends kochen, welche Musik sich in meinen CD-Player finden würde, welcher Wein unsere Hemmungen lösen sollte und ich eine Stunde vor dem Treffen eine telefonische Absage kassierte, hab ich ungefähr so ein Gesicht gemacht, wie Schröder eben bei der Pressekonferenz
Während am "super tuesday" die Anwärter der Demokraten um die Gunst der Wähler kämpfen, höre ich
Rory Gallagher - Walk on hot coals [Album - Blueprint]
Und damit das geilste Stück, dass die 70er Blues Jahre jemals raus gebracht haben. Das Album dazu habe ich in der Plattensammlung meines Vaters enteckt, Und seitdem verfolgt es mich. Besonders das Solo bei -1:58 min. Das ist so ehrlich, so erdig, so rauh und nah, dass man ihm nicht entkommen kann. Grassrootsrock. Dass, was die politschen Vertreter der Amis niemals verstehen werden. Dass, was die Welt retten würde . Ziehen, unbedingt. Bitte.
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