Dienstag, 24. Februar 2004

Geekish

Ist mir heute. Ab und zu braucht man das. So wie früher unsere Väter an ihren Autos rumgeschraubt haben, damit diese ein wenig schneller werden (und sei es nur durch die Verwendung von 1a Rallystreifen) schraubt der Herr von heute ja ab und zu an seinem Rechner rum. Vielleicht doch die andere Grafikkarte? Oder statt der 512 MB auf ein GB aufrüsten? Zur Datensicherung wäre es sicher nicht schlecht, wenn man einen DVD Brenner hätte. Und eine zweite Platte zum auslagern, man weiß ja nie. CPUs sind auch sehr günstig. Ich meine, wie viel billiger wird der AMD 2400+ denn noch? Sowas kostet aber viel Geld, und wenn man das nicht hat, kann man ja immer noch an der Software schrauben. Das ist dann auch sehr toll. Man surft st-un-den-lang im Netz rum, um heraus zu finden, ob sich das System eher mit Style XP oder Windowblinds verschönern läßt (siehe Rallystreifen). Oder denkt sich: "Och, ein neuer Brauser wär auch mal schick." So wie ich die Tage. Also hab ich mir mal ein paar Brauser runtergeladen, installiert und alle, alle gleichzeitig laufen lassen. Nach einem Tag und einer dazu passenden, unter großen Mühen zusammen gestellten Mahlzeit von Burger King (sechs dieser Hühnerteile aus zerrupften, zermanschten und wieder zusammengeklebten Huhn, dazu Süß-Saure Sauce mit einer Süßmittelart, einmal Pommes, mittel, mit Mayo [wenn schon, denn schon], ein Big King, ein Cheeseburger. Keine Cola, ich will ja nicht zunehmen) blieben dann die drei Brauser übrig, die ich sowieso auf meinem Rechner habe. Der Avantbrowser, der olle Opera und der Firedings, der seinen Namen alle paar Wochen ändert.

Firedings ist knorke. Knuspi. Schnafte. Geht ab. Allerdings nervig, weil man für die vielen schönen Gadgets (Tapped Brausen, Mausesteuerung etc) sich durch eine vielzahl von Plugins wühlen muss, bis man das richtige hat. Doch, ist schnuffig, das Ding.

Opera ist problematisch. Irgendwie sehen alle Webseiten mit Opera so aus, als ob der Webseitenprogrammierer während der Arbeit völlig unerwartet ein Zäpfchen bekommen hat und aufhören musste.

Der Avantbrauser nervt damit, dass er leider ein IE Klon ist. Aber die Jungs von Avant haben ihn so getunt, dass er eine Nitroeinspritzung hat. Er ist einen deutlichen Tick langsamer als Firedingens, aaaaahaaaaber: die Plugins funktionieren, der Ad-Blocker auch. Der Popup Blocker blockt so wie er soll, er tabbed, man kann fast alles in ihm selber konfigurieren und es gibt auch nette Skins für ihn. (Skins aussuchen ist wieder ein gaaaanz anderes Thema)

Ergebnis des Tests: Einen halben Tag versurft, installiert, deinstalliert und neugestartet. 1500 Kalorien zugenommen. Foren entdeckt in denen nur über Brauser und Porneaux diskutiert wird. Fünf Tassen Roibush-Vanille Tee und zwei Liter Wasser getrunken. Ein Bier. Nichts verändert, außer den Haupbrauser mit einem neuen Skin zu versorgen, den man dann doch nicht verwendet, weil er einen Tick zu bunt ist. Aber interessant wars sich den Kopf mit nutzlosen Informationen voll zu stopfen und ich war ganz schön fertig wie ein grönländischer Ölbohrarbeiter, als ich ins Bett ging.

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Evil Plan (tm)!

Your objective is simple: World Domination.

Your motive is a little bit more complex: To show them all

Stage One To begin your plan, you must first traumatize a military general. This will cause the world to sense a grave disturbance in the force, paralyzed by your arrival. Who is this nightmare beyond comprehension? Where did they come from? And why do they look so good in a supervillain costume with gimmicks?

Stage Two Next, you must steal the Pacific Ocean. This will all be done from a underground secret headquarters of doom, a mysterious place of unrivaled dark glory. Upon seeing this, the world will lose their minds, as countless hordes of mean english teachers hasten to do your every bidding.

Stage Three Finally, you must reveal to the world your needlessly big weather machine, bringing about pain, suffering, the usual. Your name shall become synonymous with insanity, and no man will ever again dare point and laugh. Everyone will bow before your extraordinary charisma, and the world will have no choice but to elect you dictator for life.

Auch mal böse sein?

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Sonntag, 22. Februar 2004

Ernst Reuter Platz

Mein Finger tropft langsam auf das falsche Aluminium. Immer wieder auf das gerade Stück, das vor mir liegt. Wie ein Affe benehmen sich meine Finger. Ferngesteuert, langsam, aber perfekt im Takt. Viel zu laut eigentlich. Nicht gut für meine Ohren. Aber wer achtet da morgens drauf. Morgens ist alles egal, denn morgens ist alles jungfräulich und rein. Da stört die Störung nur halb so viel, denn sie bricht nicht in das aufgeladene Getümmel des Tages, sondern es sucht nur noch seinen Weg. Und außerdem sind die Finger alleine.

Bahnhof Zoo.

Love, love is a verb Love is a doing word Fearless on my breath Gentle impulsion Shakes me makes me lighter Fearless on my breath

Teardrop on the fire Fearless on my breath

Turmstrasse.

Gegenüber. Ein Paar. Ich sehe Netzstrümpfe. Ich sehe ein Hand, die ins Haar greift. Ich sehe eine Zunge, die den Weg sucht, aber nicht findet. Ich sehe eine Frau, die sich klammern will. Die Nähe sucht. Typ. Dunkelbraune Lederjacke. Den schwarzen Schal korrekt um den Hals gebunden.Akkurat gar. Fast ein weing zu perfekt, wenn man die Schuhe sieht, die vor Dreck nur so strotzen. Er schaut gelangweilt. Müssen eigentlich alle Typen morgens um halb sechs gelangweilt schauen. Ist das die große Verschwörung, die große Aussage? Schau, was Du nicht hast? Er sieht ein wenig nach BWL aus, sie nach Lehramt. Als sie ihre Hand um seinen Hals legt, muß sie ihre mit der eigenen andern Hand festhalten, damit sie am Platz bleibt. Seine rühren sich nicht.

Westhafen

How about me not blaming you for everything How about me enjoying the moment for once How about how good it feels to finally forgive you How about grieving it all one at a time

Thank you India Thank you terror Thank you disillusionment Thank you frailty Thank you consequence Thank you thank you silence

Sie sucht umständlich einen Kaugummi in ihrer riesigen, bunten Tasche. Die Hand teif verborgen, die andere, auf dem Schenkel des Freundes liegen. Nur nicht nachlassen. Keine Sekunde die Näherung verlieren, die sie so lange aufgebaut hat. Mit einer Hand ist schwierig den Kaugummi aus der Tasche zu zerren, ihn von seinem Aluminumkleid zu befreien und ihn in den Mund zu schieben. Sie schafft es irgendwie geradso, während sein Blick die Lieder der Toten singt.

Amruner Strasse

Water is my eye Most faithful mirror Fearless on my breath Teardrop on the fire of a confession Fearless on my breath Most faithful mirror Fearless on my breath

Teardrop on the fire Fearless on my breath

Mein Finger sinkt und steigt die unheimliche Entfernung von zwei Zentimetern. Langsam, aber im Takt. Ihre Mütze hat sich ein wenig verschoben und hängt schief über ihren Augen. Das macht den Anblick noch unwürdiger. Wie sie verzweifelt versucht an seinem Ohrläppchen zu saugen, wie sie drauf dringt an seiner Haut zu lecken, den Geschmack zu haben, die Lust zu wecken. Die Augen hinter seiner randlosen Brille verraten nichts. Vielleicht ein wenig Müdigkeit. Zu lange gefeiert, zu früh aufgestanden und die Freundin kam erst später. Jetzt ist alles zu viel. Vielleicht ist sie zu viel, aber was soll man machen, man kennt sich ja kaum. Und ein wenig ficken ist immer noch besser, als ein gar nicht ficken, auch wenn ihr Stöhnen die Nerven reizt und schon zu viel ist. Aber die Zunge findet ihren Weg, wie das Wasser.

How about no longer being masochistic How about remembering your divinity How about unabashedly bawling your eyes out How about not equating death with stopping

Thank you India Thank you providence Thank you disillusionment Thank you nothingness Thank you clarity Thank you thank you silence

Leopoldplatz

Die Bässe dröhnen dabei in mein Ohr. Es macht mich wütend. Wenn ich nach Hause komme werde ich bei der erstbesten Gelegenheit auf mein Keyboard einprügeln. Aus Wut. Aus Frust. Weil die Buchstaben nicht fleißen wollen. Weil es klar in meinem Kopf ist, aber nicht klar auf die Seiten fließen will. Scheiß Worte. Scheiß kalte Küsse. Scheiß Lust zwischen den Beinen dieser Frau, die heute nur noch brennen wird.

ein a mehr. Ist ein leichter Verlust verglichen mit dem was noch auf sie zu ommt

Alles putt

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Freitag, 20. Februar 2004

Hier steh ich und weiß auch nicht weiter

Aha. Linksliberal bin ich. Sehr in der Nähe von Ghandi. Ich weiß ja nicht. Muss ich jetzt Lafontaine toll finden? Das erinnert micht daran, dass ich jedesmal bei Wahlen nicht weiß, was ich machen soll. In den 90ern mal die APPD gewählt, aber das hat mich auch nicht befriedigt. Auch ein kurzer Wählerstimmenwechsel zur Naturgesetzpartei brachte mich nicht weiter, zumal ich wegen des schlechten Ergebnisses der Partei nicht erfahren konnte, was sie genau meinen, wenn sie "Unterrichtsprogramme, die den inneren kreativen Genius des Schülers und Studenten wecken" fordern. Schade. Jetzt bin ich also linksliberal. Soso. Dummerweise gibt dann gar keine Partei mehr, die man wählen kann. Vielleicht doch noch was älter und reaktionärer werden.

Via Tpy.o

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Donnerstag, 19. Februar 2004

Immer, wenn im Winter, so knapp vorm Frühjahr, Tage auftauchen wie diese, wo die Sonne vom Himmel knallt und es so hell ist, dass man die Augen zusammenkneifen muss, fühle ich mich leicht unwohl. Nicht, weil das Wetter gut ist. Das ist natürlich toll, toll, toll. Es geht mehr um die Erweckung von Hoffnungen und Bedürfnissen in meinem Köpfchen. Ich denke dann immer sehr spontan "JA. Sonne! Super!". Ohne nochmal darüber nach zu denken. Schnell lasse ich mich von der gelben Sau da oben und den Postkartenidyllenhimmelblau drumherum zu "JA! Sonne! Super!" verleiten. Ich kram dann meine Frühlingsmusik raus . Ich lache. Ich habe ein dringendes Bedürfnis nach einem Bier in einem Biergarten. Aber das geht nicht. Denn ich weiß ja genau, dass die gelbe Sau noch gar nicht richtig da ist. Die will uns nur foppen. Nur mal so rausschauen, sehen ob noch alles da ist, und dann ist sie wieder weg und läßt die nächsten drei Monate Tante Nieselregen und Onkel Wind die Szene bestimmen. Ich finde das gemein. Das ist so, als ob man einem Kind eine Packung Schokolade vor die Nase hält, die auspackt, das Kind riechen läßt und in dem Moment, wo es zubeißen will, zieht man die Schokolade weg, und sagt: "Morgen. Vielleicht." Mir wäre es lieber, wenn das Wetter etwas eindeutiger wäre. Januar und Februar? Vergiss es mit der Sonne. Vielleicht mal zwischendurch und zwischen den Wolken, aber sonst nicht. Aber ab dem 15.März gehts los. Ein, für den an Bausparvertragtermine gewöhnten Deutschen, nettes Datum. Etwas, woran man sich halten kann. Dann kann man seinen Kindern sagen: "Na, jetzt aber schnell noch mal Schlitten fahren, am 15. kommt die gelbe Sau, und dann ist Essig mit dem Schlitten." Oder : "Ja, nur noch 21 Tage bis zum 15. dann ist endliche vorbei und es wird warm." Ich finde, dass Wetter könnte sich langsam wirklich mal nach meinen misantrophischen Befindlichkeiten richten.

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