Mittwoch, 7. April 2004

Hat dieses Blog den Grimme Preis verdient?

Ich bin natürlich bescheiden und weiß es nicht. Ich weiß natürlich, dass ich ab jetzt wohl wieder in einem harten Wettkampf mit Frau Gröner stehe, was unserer gerade, nach der letzten Wahlkampfschlacht gekitteten Beziehung sicher wieder schweren Schaden zufügen wird. Aber das gehört nun mal dazu, da muss man Opfer bringen, umsonst ist der Tod, wenn ich reich werde, bin ich auch wieder nett zu ihr.

Wählen! Hier! Jetzt!

Vielleicht werde ich ja auf dem Weg von RTL oder wenigstens RTL II entdeckt. Oder ich treffe bei der Preisverleihung Frank Schirrmacher, der über mich in der FAZ schreibt. Oder mein Leben wird verfilmt.

Via Doc Nemo

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Dienstag, 6. April 2004

Hunger

Das ist ein (in Worten EIN) zusammenhängendes Menü von Starkoch Ferran Adria. Wer es es ausprobieren will: Zwei bis drei Monate vorher anmelden.

Restaurant „El Bulli“ Ap. 30, Cala Montjoi E-17480 Roses (Costa Brava/Girona) Spanien Tel. 00 34 (9 72) 15 04 57 Fax 00 34 (9 72) 15 07 17 E-Mail: bulli grn es Internet: www.elbulli.com

The menu

Mojito One of Adria's "patented" layered foam cocktails, this one of white rum and lime zest.

Te de rosas al jengibre, miel y melocoton Rose tea with ginger, honey (described above)

Tuber-chips envueltas Root vegetable crisps wrapped in an artichoke sheet which resembled a long "tuile" and similar to Pierre Gagnaire's beet chips that Robert and Susan remember from the late 1980s, or even Terra Chips.

Mango caramelizado con pistachios y yuzu Caramelized mango with pistachios and yuzu. Inside a tiny "eggroll" was an intensely-flavored powder that turned into delicious mango juice when the dish was eaten.

Cangrejo frito Fried soft-shell crabs, salty and crunchy. A small touch of Thailand. Adria used this and the following "tapas" to appeal to all the palate "taste groups."

Obleas de frambuesa Raspberry "communion wafers" (obleas means capsules), with ginger in the center of each. Each wafer, a beautiful raspberry color, dissolved in the mouth and filled it with an intense taste of raspberries. This and the next three dishes were served together on a small tray.

Crujiente de pollo asado Crispy roast chicken skin

Avellana en texturas Hazelnuts in various forms (chopped, wrapped around a creamy center)with a hint of citrus from yuzu.

Mandarina en texturas Mandarine-flavored gelatin "tile," in a wrapper

Ravioli de guisantes Each person received two spoons placed on a small black stone. One held a round, transparent pasta filed with the liquid essence of peas; the other was filled with lightly cooked spring peas, tiny and impeccably fresh. This was a highlight.

Manzana especiada con piel de limon en tempura Spiced apple with tempura lemon peel

Caviar de ceps "Caviar" of cepes (described above)

"Aleta de Tiburon" a la oriental "Shark's fin" with Japanese flavors: tuna foam, wasabi, ponzu, gomasaio

Crepes de yuba de leche con gelatina de trufa negra Crêpes with black truffle jelly. Skepticism at encountering a milk-made dish after some of the preceding tastes turned into astonishment at the soothing quality of this one. Long, sheer crepes made from the "skin" of milk, encasing two tiles of a black truffle gelee.

Aire de zanahoria con coco amargo Carrot-coconut foam

Pasta brioche Deconstructed brioche

"Pure" de alcachofa con esencia de mandarina Artichokes with coffee essence and mandarin sauce; the artichokes had been treated so that they were as soft as a purée yet held their original form.

Zamburiñas a las especies Scallops with spices. Each diner received several perfect scallops and an equal number of small piles of powdered macadamia nuts, each flavored with a different spice; the scallops were to be dipped into the powder before eating.

Espardeñas con pure de limon Sea cucumbers, cut in noodle-like strips, served with a startling combination of puree of potato and lemon rind and a lemon marmalade on the side. A "dish of the night."

Cigala unilateral al te verde "Cigales" with green tea sauce and a basil foam (described above)

Ostras con almendras tiernas Perfectly fresh, raw oysters were broken down into minuscule pieces and reassembled with fresh, raw almonds, adding texture to the oysters. The delicious muscle was carefully removed from the shells and included in the dish.

Ventresca de salmon con amarenas Salmon belly with bitter cherries; the perfect salmon belly seared in pork fat, served with a strand of salmon eggs encased in a translucent skin, a fish reduction and a bitter cherry.

Menudillos de conejo a la gelee de garbanzos (described above) Rabbit brains with garbanzo jelly

Espaguetis al parmesano "Spaghetti" with parmesan (described above)

Huevos de codorniz con toffee Caramelised quails' eggs. A variant on Adria's famous "Golden Egg", but without the gold foil; sweetened with toffee.

Nieve "Snow", chilled meringue, rosewater, fraises des bois; the rosewater-flavored "snow" was formed into a snowball, which when broken open revealed wild strawberries.

Fruta de la passion con cafe y menta Passion fruit with coffee and mint flavors; the passion fruit shell was scooped out and the coffee inside (cold) flavored with the fruit and with a bit of mint.

Crema de cacahuetes Each diner was presented with a plate of round peanut toasts and a travel-size tube of toothpaste labeled "El Bulli Snacks". Inside was the creamiest, most delicious peanut butter to be squeezed onto the toast to the diner's liking. For those who preferred crunch in their peanut butter, there was a small pile of crushed peanuts.

Timbal de chocolate con naranja y nibs Chocolate-orange timbale. Served in a silver cup, the end of each thin timbale was dipped in orange-flavored chocolate.

Bizcocho al vapor con helado de cardamomo y menta Steamed "biscuit" with cardamom ice cream. The biscuit had a lovely soft texture, and the ice cream was deeply flavored.

Chocolata con miel caramelizada Chocolate with caramelised honey (described above)

Mehr hier. Credits to Klede.

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Gegenüber sitzen ein Mann und die Frau. Wir verlassen kurz unser Abendgesprächsthema (Warum jemand wann Kinder bekommen sollte, und wie es um ihren Eisprung steht) und fragen uns, ob die sich nun schon lange kennen, oder gerade eben erst das zweite Date haben. Komisches Paar. Während sein Kinn flieht, will ihre Nase hinterher. So kommt man sich beim knutschen physiognomisch nicht in die Quere, sondern kann sich hübsch verhaken. Er sieht trotzdem ein wenig komisch aus, wenn er die Stirn in ihre Richtung senkt, und sein Kinn noch weiter flieht. Fast könnte man meinen, es habe Angst. Nur wenn er lacht, poppt es aus der unteren Hälfte kurz mal raus, und zeigt ein paar Bartstopeln. Jemand sagt: "Vielleicht kommt es ja raus, wenn man es rubbelt?" und ich insitiere, ob der flachen Gemeinheit des Witzes. Schließlich haben wir alle unsere Orangenhaut, sage ich, und jemand sagt "Ja, aber die kann man wegspritzen. Es ist besser, wenn man was wegmachen lassen kann, als wenn man was dranbauen muss." Muss sie auch gedacht haben, denn sie geht schon nach der Häfte der kleinen Apfelsaftschorle.

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Montag, 5. April 2004

Wenn ein Kinokritker, der seit einem Jahr mit einem gebrochenem Rücken im Bett lag, zum ersten Mal wieder aufstehen und ins Kino darf, aber vom Platzanweiser, dem am gleichen Morgen seine Frau verlassen hat, aus Unachtsamkeit in den falschen Film geschickt wird

Manche Filme brauchen eine Zeit, bis sich ihre zentrale Eleganz im Kopf des Betrachters festgesetzt hat. Nicht jeder Film hat diese Gabe, dieser jedoch sticht deutlich aus dem Sumpf des vielgescholtenen amerikanischen Mainstreamsumpf heraus. Dabei sind die Themen, mit denen dieser Film uns beschäftigen will Alltagsthemen wie Freudschaft, Hingabe, Liebe und Wahrheit. Die Suche nach letzterem ist innerhalb dieses Werkes besonders wichtig und daher vielschichtig angelegt. Gleich mehrere Eben werden auf feinste Weise miteinander verwoben, was in so fern gewaltig erscheint, sind die Parallaxen zunächst unüberbrückbar. Das gilt auch für das Thema Freundschaft. Mit einer fast kindlichen Liebe bemüht sich der Regisseur uns die Vielfältigkeit des Lebens in einer Nation, die seit 9/11 eher dazu neigt, die Menschen dank Biometrie und texanischer Einödphilosphie in Gut/Böse Kategorien zu quetschen, nahe zu bringen. In jedem Bild scheint uns der Regiesseur zu rufen zu wollen: "Es gibt Hoffnung! Das Individuum ist nicht tot!" Das gilt zum einen für die gar monothematisch angelegten Protagonisten, die sich zwar ihrer Arbeit und der unerfüllten Liebe names "Gerichtigkeit" hin gegeben, sich aber dennoch Nischen bewahrt haben, die wie als Schutzhütten des Egos in einer kalten Winternacht ein wärmendes Licht spenden. So zieht der dramartugisch sensationelle Filme aus der Konfrontation der Hauptakteure in der ersten Hälfte seine Spannung. Hier geht es um emotionale Auseinandersetzung, um die Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit und das Zurechtfinden in einer Welt, die mit ihren sich immer selbst gebärenden und geklonten Design- und Lebenstempeln wie McDonalds und Pizzahut ein falsches Heimatverständnis in die Köpfe der Konsumenten hämmern wollen. Eigenständiges Denken vs. artifizieller Großhandelsphilosophie. Dem Regisseur gelingt dabei ein sensationeller Kunstgriff: Anstatt die Protagonisten in endlosen Debatten ihre Geschichte zusammenweben zu lassen, führt in Form einer dritten Person eine Art Mittler ein. Einen Menschen, der, weil anderer Hautfarbe, die Schwierigkeites des Lebens in dunklen Vorstädten der USA kennt wie kein zweiter. In dem er beiden ohne das sie das mitbekommen, sozusagen zwischen den Zeilen, klarmacht, dass sie nichts alleine, aber alles zusammen sind, gewinnt der Film an Schwung und kann sich so auch seinem zweiten zentralen Thema zuwenden: Der Wahrheit nach Gut und Böse, nach Gerechtigkeit. Wieder greift der Regisseur zu einem phänomenalen Trick, der hier nicht werden werden soll. Nur soviel: Mittels eines Haustiers, dass auf unglückliche Art und Weise zu Schaden kommt, wird hier die verschobene Katharsis veranschaulicht. Wer Böses tut, kann nicht gut handeln, wohl aber wer gut handelt, denn dem wird nichts Böses wiederfahren, sondern er ist nur Richter, nie Henker, denn der nach Wahrheit und Gerechtigkeit suchende Mensch ist immer nur ein Werkzeug. Und hier liegt vielleicht der einzige Schwachpunkt dieser Meisterwerks: Diese säkularische Defätismus hemmt ein wenig die Freude des Betrachters, und die die wundervolle Idee des freien Geistes, die der Regisseur im ersten Teil des Filmes doch so sehr gefeiert hat. Spekulationen, warum das Ende nun so dargestellt wird, gab es schon bei den ersten Aufführungen in den USA. Das häßliche Gerücht, dass das produzierende Studio am Ende seine Finger im Schnitt hatte, lassen einen zwar nachdenklich werden, aber sie ändern nichts, an der Komplexität und Genialität der Stoffes.

Um welchen Film gehts? Auflösung in den Kommentaren.

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