Sonntag, 26. September 2004

Gestern mal lieber im Bett geblieben, nachdem ich mich am Freitag nach einem Abend in einem Improvisationstheater wahnsinnig schnell betrinken mußte. Dabei eine Klavierlehrerin kennengelernt und dabei immer an Jelninek denken müssen. Wäre sie länger geblieben, hätte ich sicher auch an Sex gedacht. Irgendwas abgedrehtes, so wie in den Film von dem Buch von der Jelninek. Auch kennengelernt: einen Ingenieur von Siemens, der dafür sorgt, dass der ICE nicht entgleist (beruhigend) und einen Klavierspieler, der meinen neuentdeckten Faible für den deutschen Schlager der 20er Jahre teilt. Nicht an Sex gedacht. Nach Hause. Dummerweise war da noch der Wein offen. Ich bin so schwach.
Samstag also lieber mal liegen geblieben, der eigenen Schwerkraft nachgegeben, dass kann ich gut. Nach vielen Litern Saft, einem 350gr Steak mit Rauke daneben, <a href="german.imdb.com" target"blank">"Hurlyburly" gesehen, einen meiner Lieblingsfilme, in dem zwei Stunden lang nur geredet, gedrogt und geredet wird, und den es leider immer noch nicht auf DVD gibt. Nicht geraucht. Heute morgen um sieben Uhr wach geworden, wg. Formel Eins. Nach der Zieldurchfahrt des Siegers sofort wieder eingeschlafen und noch nicht mal die Auslaufrunde mitbekommen. 14.00 Uhr. Regen. Mein Haar sitzt nicht mehr und meine Wohnung sieht langsam wieder so aus, wie sie nicht aussehen soll. Besonders die Küche. Ganz besonders die Küche. Merkwürdige, aber nachvollziehbare Mail bekommen. Ich hab gerade für alles Verständnis. Ich bin eine Art Reserve-Christus. Mein regenerativer Selbstschutzschirm ist gerade voll ausgefahren und eine Stimme flüstert mir dauernd Sachen wie "Is doch egal. Spaß! Spaß! Spaß! Trink!" Ich muss ein bißchen aufpassen, mit wem ich schlafe. Heute Abend gehe ich mit jemanden essen. Um Sechs. Sushi. Ich esse ungern abends um sechs Suhsi, aber ich muss heute so früh essen, weil die Verabredung um 20.15 Uhr wieder zu Hause sein muss/will, wegen Tatort. Es geht nicht, dass man den Tatort nicht sehen kann. Hab ich auch Verständnis. Dann vielleicht mir eine wahrscheinlich ziemlich unglaubliche Geschichte angehören, derentwegen jetzt jemand in einem Zug sitzt, in dem er nicht sitzen sollte.

Sie hörten: "Deformationen eines Wochenendes" Hörspiel, 2004 von DonDahlmann.

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Samstag, 25. September 2004
Gib mir Dein Herzblut

Nachts, wenn alles schläft, bin ich der Hüter Deiner Unschuld

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Donnerstag, 23. September 2004

Hallo unbekannter, dicker, schwitzender Verkäufer bei Saturn,

wenn ich still wartend, in gebührlichen Abstand neben ihnen rumstehe, dann lautet die korrekte Frage nicht: "Was schauen sie so interessiert", sondern "Einen Moment bitte, ich helfe gerade noch diesem Kunden."

Und wo wir gerade dabei sind:

Meine Frage: "Können sie mir kurz bei den Produkten XY helfen?" sollte nicht mit "Waswollnse?" beantwortet werden. Richtig wäre: "Wie kann ich helfen", gerne auch ohne das "ihnen" da bin ich nicht kleinlich, wir müssen ja alle sparen.

Meine Frage: "Wo liegen denn die Unterscheide zwischen Produkt a und b?" möchte ich keinesfalls mit dem Satz "Das eine kostete soviel, das andere soviel" beantwortet wissen. Ich bin nämlichschon seit längerem dazu in der Lage Preisschilder in 35 Punktschrift zu lesen. Die richtige Antwort hier wäre gewesen: "Keine Ahnung, da muss ich mal fragen" besser aber noch "Also, dass ist so.....viele technische Begriffe, viele Kunden kaufen dieses Produkt weil interessante Randbemerkung, und wenn ich persönlich entscheiden müßte, dann persönliche Randbemerkung mit Bezug auf Vor- und Nachteile. Mehr kann ich ihnen leider nicht sagen."

Meine Frage: "Haben Sie denn noch ein paar Geräte vorrätig, oder sollte ich lieber einen anzahlen und hinterlegen lassen?" hätte ich gerne so beantwortet gesehen, dass sie "Ja, machen sie mal lieber" oder "Nein, das ist nicht nötig" gesagt hätten, anstatt "Das müssen sie selber wissen, ich verwalte ja nicht das Lager".

Wenn Sie diese Dinge berücksichtigt hätten, dann wäre mir der Satz "Sie haben aber doch hoffentlich nicht ernsthaft vor hier länger zu arbeiten" sicher nicht rausgerutscht, mit dem ich mir mein Karma immerhin so versaut habe, so dass ich natürlich im Regen nach Hause laufen mußte. Ohne Produkt.

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Mittwoch, 22. September 2004

Tschüss, Russ. Und danke für mindestens diesen Film.

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Wenn ich noch irgendwo mal lese, das Weblogs die Zukunft der modernen Kommunikation sind, dass sie aus der Welt einen besseren Ort machen, dass sie eine neue Macht in der Medienlandschft sind, dass sie Themen anpacken, an die sich die alten Medien nicht trauen, dass sie die Ozonschicht retten usw. wenn ich sowas also noch mal irgendwo lese, dann fange ich damit an überall bei Freenet gehostete Weblogs zu verlinken. Das ist kein Spaß.

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