Felix war heute offenbar auf Klamottenjagd und mokiert sich über schrumpfende Kleidergrößen. Das mit den Größen ist ein Problem. Vor allem bei Jeanshosen (Nietenhosen, für die älteren Leser). Ich war heute unterwegs im Auftrag meiner Mutter, die immer irgendwo im Hinterkopf ist und sagt: "Junge, zieh Dich ordentlich an." Die letzte neue Jeans muss ich vor zwei Jahren gekauft haben, oder noch länger, denn es gab einfach keine mehr in meiner Größe, und das, obwohl ich min. 10 Kilo leichter bin. Alle Hosen, außer Anzugshosen, hingen irgendwo mitten auf der Hüfte rum, waren oben zu eng, und unten zu weit, bzw. lang. Dabei war ich extra in meiner "Edwin" Jeans unterwegs, die mir wirklich ausgesprochen gut passt. Aber nichts wollte so gut sitzen wie die Edwin. Keine Levis, keine HIS und wie sie alle heißen.
In einem Laden meinte eine nette ältere Verkäuferin zu mir, ich trüge da wohl eine "Edwin Newton Slim", was ich bis dato auch nicht wußte. Ich pflege Jeans nicht nach Namen zu kaufen, das ist Teil meines Ignoranzprogramm gegenüber der menschenverachtenden Modeindustrie. Jedenfalls sagte sie mir dass ich da wohl jetzt ein Problem hätte, denn die gäbe es nicht mehr. Nirgends. Weil die Marke leider pleite sei. Sie verwies mich aber nach gegenüber, in einen Laden der wohl noch welche hatte, in den ich aber niemals rein gegangen wäre, weil aus dem Laden allerschlimmster Kirmestechno rausquoll und kaugummikauende Mädchen mit bauchfreien Tops T-Shirts hochhielten, die ich nicht mal für ein dreijähriges Kind gekauft hätte, weil sie einfach zu klein aussahen. Aber es half ja nichts, ich musste, wollte ich eine Hose haben, da rein.
Die Edwins, die noch da waren, die lagen ganz oben, auf dem ca. 20 Meter hohen Regal und das Mädchen, welches mich, kaugummikauend und in ein bauchfreies Top gehüllt, fragte, welche Hose es denn sein dürfe, schaute sehr verzweifelt, als ich "Edwin" sagte. Naja, verzweifelt ist jetzt meine Interpretation. Ein Außenstehender könnte es vielleicht so formulieren: "Die Verkäuferin schaute Don an, als habe er nach Knickerbocker und einen Duffelcoat gefragt." Oder "Sie schaute Don an, verdrehte innerlich die Augen und dachte: 'Warum bekomm ich immer die alten, fetten Säcke ab, die Edwin tragen müssen, weil sie in die coolen G-Star nicht mehr reinpassen".
Sie kletterte dann mehrfach die 20 Meter hoch und wieder runter, weil sie entweder die falsche Hose dabei hatte, nicht die richtige Größe oder weil es mir Spaß machte, sie da hoch- und runterklettern zu sehen, da ich ihren Blick schon verstanden hatte. Irgendwann rief sie nach "Aziz", der sofort kam und sie auf der Stelle runterputzte. "Der Herr," sagte Aziz nachdem er für einen Sekundenbruchteil auf meine Hose geschaut hatte, "der trägt eine Edwin Newton Slim und keine Edwin London Slim. Edwin London Slim passt ihm gar nicht, die Newton Slim ist besser, aber die haben wir gard nicht." "Ach!" sagte ich. "Ja," sagte Aziz, "die gibt es kaum noch, ich fürchte, sie müssen sich nach einer anderen Hose umsehen." Gut, dachte ich, gehe ich eben demnächst nur noch in alten Hosen. Keine Hosen mehr für Don. Aus, vorbei, finito. Mal bei Humana reinschauen, vielleicht finde ich ja eine alte, graue Hose mit Hosenträgern, in die noch keiner reingemacht hat.
Dann aber sagte Aziz (und ich bitte nicht zu vergessen, das dabei die gesamte Zeit Kirmestechno in ohrenbetäubender Lautstärke lief, und zwar ein solcher Kirmestechno, wie ihn selbst ländliche wohnende Menschen aus Brandenburg oder MacPom verabscheuen würden) "Für Herren ihrer Grösse gibt es leider nicht so viel Auswahl. Aber die Firma 'Replay' bietet einen Schnitt, der dem der Edwin sehr ähnelt und der ihnen durchaus zusagen würde". Da war ich erstmal baff. Platt. Sprachlos. So war ich ja noch nicht mal im "Gucci" Laden angesprochen worden, als ich einer Freundin innerhalb der äußerst seltenen Liebe/Glücklich/Geld da/Geld nicht für Musik ausgegeben/ Konstellation eine Tasche gekauft hatte, und das für einen Preis, von dem der Wildlife Fond wahrscheinlich 25 vom aussterben bedrohte Tierarten hätte retten können. Was ich damals halt nicht wußte, war die Tatsache, dass dieses blöde Betonhirn von Freundin mich eh betrog und ich so 25 Tierarten in den Orkus der Geschichte gejagt habe, und auch noch exkl. des Tiers, dass für die Tasche hatte sterben müssen. Seitdem verschenke ich nur noch selbstgebrannte CDs.
Wo war ich? Ach ja. Aziz befahl mir und der kleinen Verkäuferin zu folgen und zerrte aus einem Regal eine schwarze, nicht nach Jeans, sondern nach Hose aussehende Hose. Mit den Worten "Die paßt" reichte er sie mir und befahl der Verkäuferin mir meine Taschen abzunehmen und darauf aufzupassen, während ich mich der kritischen Phase des Anprobierens näherte. Aber Aziz hatte völlig recht. Sie passte. Perfekt. Wie angemalt. Sogar meinen kleinen Bauch kaschiert sie perfekt. Ich hätte ihn küssen können, und weil ich gerade sehr glücklich war, hab ich dann auch noch völlig überteuerte Catapillar Winterschuhe gekauft.
Draussen stellte ich dann fest, dass ich mir für den Preis der Jeans, die wirklich toll sitzt, auch einen Anzug bei H&M hätte kaufen können, was mir wahrscheinlich in meinem Alter auch eh besser steht und die Frauen rettungslos wahnsinnig nach mir macht. Dummerweise habe ich aber ein Problem mit Anzügen, weil Anzüge von Menschen getragen werden, die ich zu 90% nicht leiden kann, und von denen ich glaube und hoffe, dass sie die ersten sein werden, die an die Wand gestellt werden, wenn die Revolution kommt. Das gilt allerdings nicht für Felix und dreiteilige Anzüge, davon hab ich zwei, die abwechslend zu Hochzeiten und Beerdigungen trage, oder wenn ich angeben will, oder wenn meine Mutter zu Besuch ist. Ansonsten finde ich die meisten Anzüge schlicht und ergreifend unfassbar langweilig und unbequem, aber so langsam bekomme ich offenbar keine Klamotten mehr, die ich tragen kann. Aber zu Aziz kann man in Hosenfragen wirklich vollstes Vertrauen haben. Man findet ihn in den Schönhauser Arkaden, Erdgeschoss, wenn man reinkommt auf der linken Seite, da wo der Krimestechno rauswummert.
"Ich meine, daß das ein schlechter Dank für die Gastfreundschaft unserer Landsleute ist, daß sich in der Hauptsache Migranten die an den Islam glauben, einen Dreck um unsere Gesellschaft scheren. Falsch, sie haben sich einen Plan gemacht, wie sie uns auzunutzen können, während sie in ihrem Herzen Hass über uns stinkenden Schweinefleischfresser ausschütten (siehe Fakt21 von dieser Woche) und uns einfach dadurch, daß sie sich häufiger fortpflanzen, als wir, eines Tages in ein, zwei Generationen überrollen. Wenn der erste Bürgermeister einer deutschen Großstadt gläubiger Muslim ist, dann ist es zu spät. Vor dem Hintergrund, daß z.B. bereits heute in Köln 40% aller Jugendlichen einen Migrantenhintergrund haben, dauert das weniger lange, als man denkt".
Willkommen in Deutschland im Jahre 2004. Ich will das nur dokumentieren, nicht das es irgendwann wieder mal heißt: "Huch, das wußten wir gar nicht".
Aus einer sehr lebhaften und interessanten Diskussion bei Lyssa
Davon geträumt zu küssen. Nicht zu knutschen. Zu küssen. Das ist ein sehr großer Unterschied.
Ungeordnetes
Neues aus meinem Spamordner: Hedwig Rathjen schreibt mir: "Nimm mich hart". Meine Antwort hier lautet: Liebe Hedwig, ich halte es an dieser Stelle mit Joseph von Westphalen, der mal die dringende Empfehlung ausgesprochen hat, dass man niemals mit einer Frau schlafen sollte, deren Name man im Gewühl nicht stöhnen kann. Gut, Du magst einwenden, dass man das schon könnte. "Heeeeedwisch". Ginge eventuell, wäre da nicht die unangenehme Assoziation von einer labbrige Stützstrümpfe tragenden Dame, die sich in einem eher gesetzten Alter befindet, und einen Zuchtdackel namens "Konrad" ihr eigen nennt. Diesen Gedanken möchte ich aber nicht haben, wenn ich denn in meinem Leben noch mal dazu kommen sollte, dass ich lustvoll in die Laken sinke.
Der Dame, welche mich heute Abend bei meinem Rückentraining anleiten sollte, konnte man auch ansehen, dass sie es sehr schade findet, dass der Staatssicherheitsdienst nicht mehr existiert, weil da hätte sie sicher gaaanz anders mit den Leuten umgehen können. Und ins Ausland wär sie vielleich auch mal gekommen. Ich hatte ein bißchen Angst, als sie mich mit den Worten "Jetzt mal die Gewichte hier, sonst wird das nichts." anberlinerte. Da ich da aber zahle, konnte ich erfolgreich zurückzicken.
Panisch den Lautstärkehebel auf den Tisch gelegt, als der Mensch mit der Gitarre die Straßenbahn bestieg. Ihn beobachtet wie er rumschrammelte, was ich nicht hören konnte. Ihn trotzdem allein für seine Anwesenheit ungefähr so tief gehasst, wie ich Petra Gerster hasse, wegen der ich nicht mehr die ZDF Nachrichten sehen kann.
Den Gemüsevietnamesen auch gehasst. Hat der doch schon um viertel nach acht zu. "So wird das aber nichts mit den Gemüseimperium" gedacht. Beleidigt Tomaten mit Dosen-Thunfisch gegessen.
Dafür jetzt hier "Mirah - C'mon Miracle". Muss man natürlich haben. Warum war ich eigentlich noch nie mit einer Sängerin zusammen? Weil sie mich wahrscheinlich mit ihrer rumprobiererei bis ein Song steht in den Wahnsinn gestrieben hätte. Fein, wieder eine wichtige Frage im Leben geklärt. Auf jeden Fall kann man hier mal reinhören. Ich bin diesen Monat großzügig mit meiner Bandbreite. Ich habs ja jetzt, wo ich wegen des Nichtrauchens jede Woche 8 Euro spare.
Mirah - Don't Die In Me (mp3, 5MB)
Ich hatte das Interview mit Udo Pollmer am Dienstag schon bei Pickings reingeschreiben, aber hier gern noch mal, weil ich immer lachen muss.
Sobald die Zunge etwas Süsses registriert, hat der Körper die Erwartung, dass er jetzt Zucker bekommt. Darum schüttet er innerhalb von neunzig Sekunden etwas Insulin aus. Wenn dann aber kein Zucker kommt, weil’s bloss Süssstoff war, macht sich das Insulin über den Restzucker her, den es im Blut noch vorfindet. Dann sinkt der Blutzuckerspiegel, und Sie bekommen einen Hunger, der viel stärker ist, als wenn Sie statt des Light-Produkts gar nichts gegessen hätten. Im Endeffekt nehmen Sie mehr Kalorien zu sich. Das ist auch der Grund, wieso genau die gleichen Süssstoffe, die beim Menschen als Schlankmacher angepriesen werden, seit über zehn Jahren als Masthilfsmittel für Schweine zugelassen sind. Können Sie in der Futtermittelverordnung der EU nachlesen.
Das ganze Interview in der Weltwoche
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