Der Vorteil von viel Arbeit ist ja, dass man auch Geld verdient. Zum Beispiel das Geld, dass man schon vorher unters Volk gebracht hat, auf das die Wirtschaft nicht leide. Oder gemäß dem, leider bisher nur so mittel bestätigtem Satz, dass viel Geld ausgeben auch viel Geld rein bringt. Ich bin ein sehr großer Anhänger dieser Theorie und arbeite seit Jahren dran, sie zu bestätigen. Quasi vergleichbar mit dem Eifer, mit dem gute Katholiken immer wieder in die Kirche gehen, in dem festen Glauben, dass, wenn sie das tun, auch später in ihr persönliches Paradies kommen. Obwohl schon ziemlich viele Religionen mit der Aussicht auf eine solche Dividende in Laufe der Menschheitsgeschichte tragisch gescheitert sind, und es somit klar sein sollte, dass das Versprechen auf wackligen Beinen steht, funktioniert das Konzept immer wieder prächtig aufs Neue. Aber ich will nicht auf Religionen rumhacken, denn man muss auch mal erwähnen, dass manche Religionen schon sehr tolle Nebeneffekte produzieren, die vielleicht nicht geplant waren, aber eine echte Erleichterung im Leben eines jeden Menschen darstellen.
Die Zeugen Jehovas sind so ein Beispiel. Als Religion eher unbefriedigend, bringt die Glaubensgemeinschaft eine Zeitschrift namens "Wachtturm" raus, die man für kein Geld am Eingang einer U-Bahnhaltestelle seiner Wahl bekommen kann. Der Inhalt der Zeitschrift ist eher, sagen wir mal, ernüchternd, aber man kann mit der Zeitschrift ganz tolle Sachen machen. Ich hatte jahrelang immer drei Ausgaben neben meiner Haustür liegen. Stand klingelnderweise vor selbiger ein Verkäufer, der mir fußhergestellte Haarbürsten, Telefonleitungen oder Versicherungen verkaufen wollte, habe ich den Menschen brav zugehört. Sagte er "Haben Sie Interesse?" schüttelte ich den Kopf, griff mir einen Wachtturm und antwortete: "Danke nein, aber haben SIE schon mal über ihren Glauben nachgedacht?". Das Konzept hat solange wunderbar funktioniert, bis die Drückerkolonnen abgeschafft wurden und man seit dem nur noch angerufen wird.
Seit neustem wird man noch nicht mal mehr von echten Menschen angerufen, sondern nur noch von Automaten, die einem sagen, dass man Geld gewonnen hat, welches heimatlos, jammernd und wehklagend irgendwo liegen würde, und man nur eine 0190er Nummer anrufen müsste, damit das Geld einen neuen Herren finden könne. Neulich war ich nicht zu Hause, als mich ein solcher Anruf ereilte. Als ich ziemlich angeheitert entspannt meine Wohnung erreichte, blinkte mein Anrufbeantworter mich an, und ich dachte: „Aha, meine Mutter“ da meine Mutter der einzige Mensch ist, die überhaupt noch auf den Anrufbeantworter spricht. In Erwartung der „Also DU meldest dich ja auch nicht mehr“ Zurechtweisung hörte ich das Band ab, vernahm statt meiner Mutter aber nur eine Computerstimme, die meinte, ich sei sehr glücklich und habe nun Geld gewonnen und ich müsse nur die „Eins“ drücken und schon würde ich mit einer kostenpflichtigen Nummer verbunden, die mir sagen würde, welche kostenpflichtige Nummer ich anrufen müsse, damit mein Glück keine Grenzen mehr kennen würde. Also sagte die Stimme „Bitte drücken Sie jetzt die ‚Eins’….“
Da ich nicht zu Hause war, konnte niemand drücken, so sehr man es sich seitens des Anrufers wünschte, dass endlich jemand drücken täte. Dafür nimmt mein Anrufbeantworter aber fröhlich alles auf, ganz ohne Zeitbegrenzung. Also nahm ich mir noch ein Bier und setzte mich neben mein Telefon. Nach dem sechsten „Bitte drücken Sie jetzt die ‚Eins’…“ meinte ich zu vernehmen, dass die Stimme langsam etwas ungehalten klang. Das war eine Fehlinterpretation, denn die Stimme sagte das noch zehnmal. Dann folgte „Denken Sie daran, es geht um einen großen Geldbetrag.“. Dann noch zehnmal „Bitte drücken sie…“, dann war mein Bier alle und ich bin ins Bett gegangen, den Anrufbeantworter weiter laufen lassend, aber mit der leichten Verärgerung darüber, dass ich keine 0190er Nummer habe. Seitdem warte ich aber auf den Tag, an dem ich nach Hause komme und mein Anrufbeantworter mir entgegenplärrt: „Hello, my name ist David Kulumba, an I need your help with some money in Nigeria.“
Erwachsenwerden Content
[X] All deine Hauspflanzen leben und man kann keine rauchen. (Ich hatte nie Hanf im Haus.Ich hatte allerdings auch nie irgendeine Pflanze im Haus, weil ich sie entweder zu Tode gegossen habe, oder das Gegenteil. Pflanzen und ich, wir können nicht so miteinander.)
[ ] Sex in einem schmalen Bett kommt nicht in Frage. (Die Frage müsste eigentlich lauten: Sex außerhalb des Bettes kommt nicht in Frage, was ich aber noch verneinen kann, trotz schlimmen Rückens)
[X] Du hast mehr Essen als Bier im Kühlschrank. (Schon immer)
[ ] Um 6:00 Uhr stehst du auf und gehst nicht zu Bett. (Nein. Ich bin ja nicht wahnsinnig. Mein natürlicher Rhythmus geht so: zwischen 3 und 4 ins Bett, zwischen 10 und 12 aufstehen. Nur mit Mühe kann ich meinem geschundenen Körper angewöhnen, morgens so um acht aufzustehen, wobei morgens so um acht auch nur so mittel funktioniert. Super funktioniert "morgens um halb sechs" allerdings auch immer nur einmal)
[X ] Du hörst dein Lieblingslied in einem Aufzug. (Dank meiner der in den letzten Jahren entwickelten Ader für Bert Kämpfert und anderen Easy Listening Quatsch passiert das leider häufiger als jemals geplant)
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Sehr düstere Erinnerungen an eine Zeit, in der es nur drei Sender gab und ich je-des-mal darum kämpfen musste, wenn ich die Sendung sehen wollte. Eine der frühen Ungerechtigkeiten im Leben, dass sie nur um 20.15 Uhr lief, und dass auch noch eingedenk des Umstands, dass man alles auch noch deutlich lustiger fand, als die Eltern. Manchmal durfte ich einen Teil sehen, so bis 20.30 Uhr, was alles noch schlimmer machte. Deswegen hing ich heimlich immer bei SWR SWF3, weil die machnmal zwischen 21.00 und 23.00 Uhr Ausschnitte aus den Sendungen brachten, mit dem Finger auf dem "Rec" Knopf meines Toshiba Radiorekorders, wobei der "Rec" Knopf so eine aufgeraute Metallöberfläche hatte, die ich hasste anzufassen, weswegen ich immer versuchte den Finger in der Vertiefung zu belassen, in der es einen kreisrunden Fleck mit roter Farbe gab und der nach einer Zeit ganz warm wurde. Wenn das Eingangsjingele kam, sofort hektische Aufmerksamkeit im Schlafanzug mit Gummibündchen und schlimme Erwartungsstarrheit. Kaum mehr wieder größeres Glück verspürt, als in den Momenten, in denen es mir gelang einen Sketch von Hallervorden oder Frankenfeld so aufs Band zu bannen, dass man weder das davor gelaufene Jingle, noch die dahinter startende Musik mit drauf hatte. Danach hektisches Zurückspulen, atemloses Lauschen auf der allerniedrigsten Lautstärkestufe und Lachen in die Bettdecke. Bei Bernd Moorhoff dann später immer eingeschlafen.
Kurze, dringende (am besten gestern) Anfrage: Für ein Fotoshooting suche ich eine Bibliothek in Berlin oder Umgebung. Die Foster Bilbiothek der FU hab ich schon im Auge, aber ich suche noch andere Möglichkeiten. Das können öffentliche, aber auch private Bibliotheken sein. Gerne auch in Schlössern rund um Berlin. Die können zum Beispiel so aussehen (Nur als Anhaltspunkt).
So sollten Sie nicht aussehen:
Hinweise bitte in die Kommentare oder an meine Mailadresse. Danke!
Wenn es dem Esel zu bunt wird, dann kommt der November und ein kleiner Ausflug durch den leichter werdenden Regen auf den Dorotheenstädtisch-Friedrichwerderscher Friedhof in Berlin. Dieser liegt in der Chausseestrasse, nahe des Bahnhofs Friedrichstrasse und ist einer der ältesten Friedhöfe in Berlin. Besonderns bekannt dadurch, dass etliche Prominente dort ihre letzte Ruhe gefunden haben.
Ich kann jetzt nicht behaupten, dass ich mich besonders gerne auf Friedhöfen aufhalte. Auch in der Jugend nicht, als man Frauen noch damit beeindrucken konnte, in dem man behauptete, dass man Nachts durch Begräbnisanlagen gestolpert sei, weil man dort die kreative Ruhe finden würde, die einem am Tag versagt bliebe. Ehrlich gesagt finde ich Friedhöde eher bedrückend, was vielleicht auch was damit zu tun haben kann, dass ich schon recht früh Teile meiner Verwandschaft nur dort besuchen konnte. Aber dieser kleine und sehr alte Friedhof ist wirklich sehr hübsch und bietet eine Menge Motive.
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