Neue Rubrik hier. Man muss ja seine Links nicht nur furlen, spurlen oder deliciousen. Deswegen gibt es ab sofort in dem Zeitbereich von ab und zu bis total regelmäßig immer ein paar kommentierte Links, die natürlich alle t o t a l spannend und interessant sind.
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Seit ein paar Tagen sind diese langweiligen, zuckersüßen und vor allem völlig unterträglichen (Du bist 82 Millionen Hände) "Du-bist-Deutschland" Spots wieder im TV zu sehen, und das entgegen der Hoffnung, dass das Budget endlich ausgeschöpft sei. Wie wichtig den
zugekokstenempfindlichen Hirnen der Erschaffer der sülzige Schrott ist, kann man bei Jens Scholz nachlesen, der eine angeblich interne Mail aus dem Hause von Matt aufgetrieben hat. (Via) -
"Früher war ich eßgestört, heute bin ich Ernährungsberaterin." Lebensmittelexperte Udo Pollmer randaliert in der Welt.
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Sehr interessante Projektion darüber, wie der nächste Krieg aussehen könnte. Ich glaub ja eher, dass die Israelis das alleine machen, weil ihnen die Appeasementpolitik der EU und der USA auf die Nerven geht. Und außerdem völlig unabhängig von China und Russland agieren können. (Da fällt mir eine Frage ein, die ich schon immer mal stellen wollte = aus welchem Land bekommen eigentlich die Israelis ihr Öl?) Ich kann mir kaum vorstellen, dass Bush jr. bei der momentanen Kritik die er bzgl. seines Krieges im Irak bekommt auch nur ein Flugzeug im Wahljahr 2006 da rüber schickt.
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Noch mal Irak mit einer lustigen Frage: Wie hieß einer der Agenten des BND im Irak? Na? Na? Na? <a href="www.welt.de" target=blank">Ach sooo.
- Wer sehr viel Zeit hat, kann einen halben Tag damit verbringen, sich die angeblich 50 besten Musikvideos des Jahres 2005 anzusehen. Wer wenig Zeit hat, sollte das auch machen, denn da sind ein paar sehr, sehr schöne Sachen bei.
Hallo Boys und Girls,
ich bin ein 15jähriger flippiger Boy aus Bad Godesberg und stehe total auf englische Musik (DuranDuran, Kim Wilde). Ich bin total nachdenklich und lese viel. Mein Lieblingsautor ist Hermann Hesse. Aber ich mag auch Gedichte die ich am liebsten Nachts schreibe. Ansonsten interessiere ich mich auch noch für Autorennen. Suche eine regelmäßige (!) Brieffreundschaft zu vielen super Leuten in der ganzen BRD. Aber nur mit Bild. Bis bald?
Abzocke in der Kö-Klinik in Düsseldorf. Ist ungefähr so, als wenn man sich einen neuen Fernseher kaufen will und im Geschäft für eine Beratung 50 Euro zahlen soll, die selbstverständlich auf ein Endgerät angerechnet werden. Freie Arztwahl hat man in solchen Fällen. Sollte bei Google ganz oben stehen, der Artikel.
Darüber nachdenken, dass man seit einiger Zeit nichts hat, was einen belastet. Es belastend finden, das man nichts hat, dass einen belastet, weil man Angst hat, dass in dem Moment, in dem man darüber nachdenkt, dass einen nichts belastet, das Schicksal aufmerksam wird und sich denkt: "So nicht, mein lieber" und einem etwas auf die Reise schickt, was einen belasten wird. Dieses Gedanken belastend finden, aber gleichzeitig denken, dass man mit so einer billigen Ausrede nicht davon kommen wird, sondern damit das Schicksal im Gegenteil noch saurer macht. Am Ende es belastend finden, dass es einem gut geht, dies sofort vergessen und wieder zufrieden sein, zumindest so lange, bis man darüber nachdenkt, dass man seit einiger Zeit nichts hat, was einen belastet.
Auch bekannt unter dem Begriff "Dahlmannsches Fieber" Abhilfe: Schlag auf den Hinterkopf
Dass Mark Spoon so plötzlich gestorben ist, hat mich dann schon gewundert, auch wenn man wusste, was für ein Leben er zeitweilig geführt hat. Wie Hans Nieswandt in der taz (leider im taz Archiv) schon geschrieben hat, war sein Drogenkonsum derartig legendär, dass man sich schon wunderte, wie er es geschafft hat, nicht von der Polizei hoch genommen zu werden. Aber das war ja überhaupt so ein Phänomen, damals Anfang der 90er. In jedem halbwegs angesagtem Club in Köln oder Frankfurt wurden an einem Abend mehr Drogen umgesetzt, als in den klassischen Drogerdealer Gegenden wie Hauptbahnhof etc. Aber Razzien gab es so gut wie nie. Dabei lagen die Pillen teilweise Säckeweise in den Hinterzimmern der Clubs offen auf dem Tisch. Nie werde ich auch einen der ersten Großraves in der Nähe von Köln vergessen, bei dem rund 8000 Leute schon völlig komplett zugedröhnt reinströmten, während ein einzelner Mensch vor dem Eingang Flyer zur Drogenaufklärung verteilte. Selten jemand gesehen, der so einsam wirkte.
Besonders in der Trance- und aufkommenden Goaszene wurden Pillen geschluckt wie sonst nur bei Radrennfahrern. Spoon selber war schon in den Anfangszeiten legendär, aber ran kam man an ihn und seine Leute ja nie. Frankfurter Arschlöcher war einer Kosenamen für die Herren, aber das war eher mit Respekt gemeint. Aus den Socken gehauen hat er mich allerdings mit dem "Tripomatic Fairytales" Alben, die ich sensationell gut fand. Nicht weil sie etwas neues geboten hätten, und die Sachen auf der Tripomatic Fairytales 2001 waren beim ersten Hören schon etwas verkleistert. Aber die Tracks haben sich gegen den eigenen Willen ins Ohr geschlichen. Die Tripomatic Fairytales 2002 war und ist allerdings sensationell. Eine Schande, dass es sie heute nicht mehr zu kaufen gibt. Ich brauchte Tage um sie zu verarbeiten und ich hab sogar mit Kopfhörern und dem CD Spieler unter Arm geschlafen. Andere waren erschrocken über die Alben. Viel zu kommerziell, hieß es, eine Schande rief man, aber das war meiner Meinung nach nur Neid, denn während die anderen DJs und Produzenten es mit Glück gerade mal schafften, eine Single mit einem guten Mix zu produzieren, legten Jam & Spoon gleich zwei komplette Alben vor, die so ziemlich das Beste waren, was es damals zu hören gab und die zumindest einen Musikstil einigermaßen umklammerten.
Legendär waren wirklich seine Sets. Ich hab ihn zwei oder dreimal gehört und er hat es geschafft, mich als eher tanzfaulen Menschen ohne Drogen zwei Stunden auf der Tanzfläche zu halten, weil er ein Brett nach dem anderen spielte. Er hat einen förmlich umgeblasen. Man hat da gestanden und dachte, man könne die Welt umarmen und alles gleichzeitig in sich aufnehmen, um sich dann weiter tragen zu lassen. Konnten nur wenige. Aber irgendwann die Zeit der Bretter vorbei. Er hat das selbst mal in einem Interview sehr schön gesagt: "Dance ist sicher nicht tot, aber irgendwie nur noch eine User-Musik."
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