Aus den deutschen Blogcharts rausgefallen. Wie konnte das nur passieren? Falsche Themenwahl? Nicht genügend Geschenke? Publikum zu oft beschimpft? Zu selten "Ficken" geschrieben? Aber die Warnungen waren ja da. Nur noch selten von merkwürdigen Gestalten bei Xing angeschrieben worden und keine Freitickets mehr für Konferenzen, die mich nicht interessieren, sondern nur noch "Frühbucher" Angebote für tausende von Euros. Wahrscheinlich verlassen mich jetzt auch all meine Freunde, die mich eh schon komisch angeschaut haben, seit dem ich aus dem Top 25 raus bin.

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Am Sonntag-Morgen, um 8 Uhr und 5 Minuten hat ein Passant Marcus Bensmann im Schnee gefunden. Er lag da, bewusstlos. Sein Gesicht zerschlagen, sein Kiefer gebrochen, seine Hände erfroren. Marcus Bensmann lag im Schnee der kasachischen Hauptstadt Astana. Das Thermometer zeigte minus 20 Grad. Es heißt, Marcus Bensmann sei aus einem fahrenden Wagen hierhin geworfen worden, in das Eis der Steppe.

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Meldung aus der taz

Mut haben ist heute eine gefährliche Angelegenheit.

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"Merkel führte die mangelnde Zustimmung zu den bislang von der Regierung beschlossenen Maßnahmen auf Enttäuschungen in den Vorjahren zurück. "Daher ist das Vertrauen der Menschen in politische Arbeit schon ein Stück weit verbesserungsbedürftig." Weiter hänge aber die Skepsis vieler Bürger "sicher auch damit zusammen, dass wir eine große Anzahl harter Maßnahmen getroffen haben", zum Beispiel Steuererhöhungen oder die Rente mit 67. "

Nein, das Problem ist nicht die Rente mit 67 oder die 3% mehr Mehrwertsteuer. Das Problem ist die Art und Weise mit der versucht wird, die Probleme dieses Landes mittels kleiner Halblügen dem Volk nahe zu bringen. Das Problem ist das totale Versagen von Hartz IV, und das verzweifelte Festhalten an diesem Ungetüm, obwohl man weiß, dass es mehr Geld kostet, als das alte System (das zugegebenermaßen auch schlecht war). Das Problem ist, dass man das Thema Bürgergeld nicht angeht. Das Problem ist die zunehmende Privatisierung von lebenswichtigen Staatseigentum, wie auf dem Strommarkt, unter dem die Bürger nur noch leiden, weil die Kartelle über sie lachen. Das Problem ist, dass ihr daraus nicht gelernt habt, sondern das beim Wasser genauso machen wollt. Das Problem sind lächerliche Kindergartenspiele in den Parlamenten. Das Problem ist, dass man das Gefühl nicht los wird, dass der Staat sich immer mehr aus seiner eigentlichen Aufgabe, der Versorgung und Umsorgung seiner Bürger, zurückzieht, und sich stattdessen vor ihm schützen will, in dem er immer mehr "Sicherheit" einführt. Das sind die Probleme und nicht die Rente mit 67. Und solange die Politker damit weitermachen, die Bürger als Idioten zu behandeln, die man vor sich selbst schützen muss, dürfen sie sich auch nicht wundern, wenn man sie nicht mehr ernst nimmt und sich andere Alternativen sucht.

"Müntefering bezeichnete es als "unfair", dass die Koalitionsparteien an ihren Versprechen im Wahlkampf gemessen würden."

Hahaha. Q.e.d. Aber immerhin ehrlich. Quelle

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"Deswegen werden politische Zusammenhänge auch nicht gern erklärt, das dauert zu lange. Stattdessen wird jeder politische Vorgang in das immer gleiche Raster eingeordnet: Wer gegen wen? Wer ist Sieger, wer Verlierer? Und am Ende folgt der Kommentar, dass alles nur Stückwerk sei oder ein ganz und gar abzulehnender Kuhhandel. Halbgare Kompromisse statt kraftvoller Führung.

Hier werden Deutschlands Meinungsmacher ihren Aufgaben oftmals nur unzureichend gerecht. Wo Politikberichterstattung zum Sportreport verkommt, der nur Sieg und Niederlage kennt, bleibt die Darstellung der bisweilen hochkomplexen Handlungsbedingungen auf der Strecke."

Hajo Schumacher über das deutsche Pressewesen bei DRadio

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Weibliche und männliche Fußballfans, die «unscheinbar und unverdächtig sind» dürfen ohne Angabe von Gründen vor dem Stadionbesuch von der Polizei nackt ausgezogen werden.

In meinem RSS Feeds tauchte der Satz gestern schon mal auf. Wahnsinnig komisch, dachte ich, der Witz könnte von Mike Krüger kommen. Oder Kalle Pohl. Oder einem anderen Vertreter deutschen Humors, der sich seit den Filmen von Franz Muxeneder auch nicht so stark verändert hat. Dummerweise ist es aber kein Witz, sondern laut der Netzeitung wahr. Wollte ich trotzdem nicht glauben, also habe ich die Pressestelle des Verwaltungsgericht in Saarlouis angerufen. Die bestätigen das Urteil (pdf), das ich gleichzeitig auch bei Udo Vetter fand.

Ganz ernsthaft: wo leben wir eigentlich? Jetzt wird man schon öffentlich nackt ausgezogen, weil man "unscheinbar und unverdächtig" aussieht. Was kommt als denn da als nächstes? Muss eine Mutter, die ihren Sohn ins Fußballstadium begleitet, damit rechnen, dass sie sich erstmal ausziehen und auf Pyrotechnik im Hintern untersuchen lassen muss? Oder kommen Festnahmen in der Fußgängerzone nebst erkennungsdienstlicher Behandlung, weil man auffällig desinteressiert an dem Fenster eines Juwelier vorbei gegangen ist? Manchmal frage ich mich ernsthaft, wie lange es noch braucht, bis die vermeintliche Angst vor "Terror" und die damit verbundene Drangsalierung die Bürger sämtliche demokratischen Grundrechte ad absurdum führt. Aber das sind wir dann alle auch selbst schuld, denn wirklich wehren gegen den Abbau der Grundrechte will sich ja keiner.

Nachtrag: Das Verwaltungsgericht in Saarlouis nimmt in einer Pressemitteilung zu der Sache Stellung --> [Unhandled macro: param.text] (msword, 38 KB)

Besonders gefallen hat mir dieser Satz:

Würde man ausschließlich Hinweise verlangen, die den Schluss darauf ermöglichten, dass gerade die betroffene Person sicherstellbare Sachen mit sich führe, wäre ein effektiver Polizeieinsatz zur Sicherung der Gewaltlosigkeit der Veranstaltung nicht mehr möglich.

Wenn es nicht so traurig wäre, ich müsste lachen über den Irrsinn. Demnächst wird also nicht mehr vom Unschuldsprinzip ausgegangen, sondern prinzipiell ist jeder verdächtig, damit die Polizei effektiv arbeiten kann.

Noch ein Nachtrag: Toll auch, wie die deutsche Presse sich des Themas annimmt. Gibt man bei Google News "Saarlouis" ein, bekommt man zum Thema sechs Treffer. Nur drei davon sind in bekannten Medien (FR, N24, Netzeitung). Die "vierte Gewalt" nimmt ihre Aufgabe mal wieder besonders ernst. Die dpa Meldung und das Urteil sind zwei Tage alt.

Dritter Nachtrag, 09.06.06
Udo Vetter hat die betroffene Frau interviewt

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