Das kann ja nicht unerwähnt hier bleiben, dass meine Lieblingsband "Swell" (Wikipedia) ein neues Album raus gebracht hat, dass man auf der Webseite der Band (inkl. des Backkatalogs) erwerben kann. Swell habe ich irgendwann Mitte der 90er entdeckt, als ich das Album "41" zugeschickt bekam. Ich steckte damals in der Vollbemusterung einiger Labels, was bedeutete, dass ich pro Monat so um die 100 CDs zugeschickt bekam. Konnte man unmöglich alles richtig hören, aber ich gab jeder CD mindestens einen Durchlauf. Man bekommt dann eine gewisse Routine beim Hören, vor allem, wenn man nebenbei noch arbeitet. Es gab eigentlich nur vier Kategorien:

  1. Nervt, weg damit
  2. Nett. Stört nicht, was war das?
  3. Nervt oder passt gerade nicht, aber angenehm, muss ich noch mal in Ruhe anhören
  4. Oh!

Swell fiel nach drei Tracks in die letzte Kategorie und irgendwie hab ich mich in die Band mehr und mehr verliebt. Und festgestellt, dass es wirklich stimmt. Wenn man sich, warum auch immer, mal bei einer Band festgebissen hat, also so richtig, weil, sie einen durch Jahre immer wieder begleitet hat, dann geht man mit ihr auch mal durch schlechtere Zeiten, wenn die Gruppe kreative Durchhänger hat. Darunter litt die Band zur Jahrtausendwende. Nach den großartigen "41" und dem Nachfolger "For all the beautiful people" kam 2000 "Feed" und 2001 "Everybody wants to know" die irgendwie die Kurve nicht bekamen. Als 2003 dann mit "Bastards and Rarities 89-94" eine Art B-Seiten "Best of..." rauskam, hab ich dann auch gedacht, dass es das war. Und dann gebe ich neulich mal bei Last.fm aus Nostalgie "Swell" ein und stelle fest, dass die Band gerade ein neues Album rausgebracht hat. "South of the rain and snow" heißt es und ist genau da angesiedelt, wo sie mich mit "41" und "For all the beautiful people" gepackt haben.

Der Sound von Swell - wie soll man den beschreiben. Minimal? Zerbrechlich? Alternative? Folk-Noir? Meist bestehen die Songs aus einer Gitarre, Drums, selten Bass, manchmal ein Keyboard. Sie haben einen ganz besonderen, sehr unverwechselbaren Sound, den ich so auch von keiner anderen Band kenne. Vieleicht kann man sie noch am ehesten mit dem ersten Album von "I am Kloot" vergleichen. Ich hab in einer alten Kritik zum "For all..." Album mal geschrieben, dass Swell zu den wenigen Gruppen gehört, die man im Sommer hören kann, weil sie einen froh durch die Strassen gehen lassen und im Winter, weil sie so perfekt zu einem Dezember Regen passen. Gilt auch wieder für das neue Album. Und wo ich so das neue Album und die alten Sache höre, frage ich mich mal wieder, warum die es eigentlich nie geschafft haben. Einmal bei "CSI", "House" oder "Grey's Anatomy"...

Kaufen kann man das Album in Deutschland wohl nur über die Webseite (Merchandising), allerdings wird "South of the rain and snow" auch über Itunes angeboten. Da weiß ich aber nicht, ob das Album auch über den deutschen Shop zu bekommen ist. Anhören kann man sich ein paar Stücke auf der MySpace Seite. "Trouble loves you" ist ein netter Einstieg.

Auf Tour kommen sie auch. Leider nicht nach Deutschland, weswegen ich mir jetzt überlegen muss, ob ich im Herbst nach Brüssel oder nach Zürich fahre.

Offensichtlich kommen sie doch nach Deutschland und auch nach Berlin! Am 05.11.08 im Lido. Restliche Tourdaten:

16.Okt.2008 20:00 Jet Lag Show Some Where
17.Okt.2008 20:00 LA MAROQUINERIE Paris
18.Okt.2008 20:00 La Carene BREST, France
21.Okt.2008 20:00 L’ Olympic NANTES, France
23.Okt.2008 20:00 Krakatoa BORDEAUX, France
24.Okt.2008 20:00 La Coopérative de Mai CLERMONT FD
25.Okt.2008 20:00 Le Ciel GRENOBLE, France
26.Okt.2008 20:00 Le Sonic LYON, France
29.Okt.2008 20:00 A/B BRUSSELS, belgium
30.Okt.2008 20:00 HET PAARD DEN HAAG, holland
31.Okt.2008 20:00 013 TILBURG , holland
01.Nov.2008 20:00 FACTORY FESTIVAL NIVELLES, belgium
02.Nov.2008 20:00 CACTUS BRUGGE, belgium
05.Nov.2008 20:00 Lido BERLIN, germany
06.Nov.2008 20:00 Star Club DRESDEN, germany
07.Nov.2008 20:00 Cafe Central WEINHEIM, germany
08.Nov.2008 20:00 Spitalkelle OFFENBURG, germany
09.Nov.2008 20:00 t.b.c. INNSBRUCK, austria
10.Nov.2008 20:00 EL LOKAL ZURICH, switzerland
11.Nov.2008 20:00 PALACE ST. GALLEN, switzerland

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Was mich ja auch immer wundert: Warum haben manchen Menschen so viel Angst vor dem Internet? Heute im Radio gehört, dass die Bundesstaatsanwältin darauf hinweist, dass das Netz von Terroristen genutzt wird, die dort Bombenanleitungen ausdrucken. Sicher, das kann man machen. Dafür braucht man aber nicht unbedingt das Netz. In fast jedem besseren Thriller gibt es eine Anleitung für irgendwas, in Kinofilmen wird manchmal minutiös gezeigt, wie man eine Bank überfallen kann und im Fernsehen plaudern Pathologen darüber, wie sie Verbrechen aufklären. Heute mag man Bombenbauanleitungen blitzschnell per Mail versenden. Früher musste man das mit der Post machen. Aber hat man deswegen die Leser von Büchern, die Besucher eines Kinos, die Zuschauer des Fernsehens oder die Post kontrolliert, nur weil es auch Verbrecher gab, die diesen Service genutzt haben?

Immer wieder hört man: Das Internet! Da wird man betrogen! Phishing! Viren! Trojaner! Terroristen! Nur ist es so, dass man halt nur das sieht, was man sehen will. Genausogut könnte ich sagen: Die Post! Werbung! Betrüger, die gefälschte Rechnungen schicken! Milzbrandpulver! Terroristen, die sich Bombenpläne zuschicken. Am besten wird die ganze Post geöffnet und kopiert bevor sie beim Empfänger an kommt.

Ich bin seit über zehn Jahren im Netz. Ich habe eine Menge Arschlöcher, Schweine, Drecksäcke, Idioten, Trolle und Schwachmaten gesehen und ich bin hier und da persönlich enttäuscht worden. Vermutlich gibt es auch ein paar Menschen, die mich für all das oben genannte halten und von mir enttäuscht sind. Aber das ist mir bisher in jedem soziale Gefüge widerfahren.

Heute war ich auf der Trauerfeier für einen Menschen, den ich nur durch das Forum der Höflichen Paparrazi kennen gelernt habe. Und das, wie die viele der anwesenden Pappen, noch nicht mal gut. Aber es reichte dafür, dass die anwesenden Forumsmitglieder allesamt Tränen verdrücken mussten und seit dem der Tod des Forumsmitgliedes bekannt ist, haben die Mitglieder Geld gesammelt, damit ein ordentlicher Kranz da war und morgen in der taz Berlin eine große Todesanzeige erscheint. Die Familie des Verstorbenen war gerührt, dass die "Internet-Freunde" zur Trauerfeier da waren. Wie gesagt, dass war kein Mensch, mit dem ich dauernd zusammenhing, dass war einer, dessen Geschichten ich gemocht und den ich auf etlichen Partys usw. getroffen habe. Mit dem ich mich über das, was ich von ihm gelesen habe, was ich mit ihm in den wenigen gemeinsamen Momenten erlebt habe, verbunden gefühlt habe. Ein solches Band kann man fast ausschließlich nur im Netz knüpfen. Und man kann es nur knüpfen, wenn man nicht von Panik um eine eh nicht vorhandene Sicherheit getrieben, jede Interaktion zwischen Menschen im Netz per se unter den Verdacht stellt, dass sie etwas Böses vorhaben. Das geht nicht, wenn man Kommentare und Meinungsaustausch nur noch zulässt, wenn man sie vorher auf rechtliche Unebenheiten geprüft hat.

Man muss keine Angst vor dem Netz haben, wenn man auch an das Gute im Menschen im glaubt. Aber man muss vor jenen Angst haben, die das nicht sehen. Sie stehlen und vernichten mehr, als es Terroristen, Gangster und Betrüger jemals schaffen würden.

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Es lebt sich gar nicht so ungesund, wenn man in den USA etwas bis ziemlich lange im Knast sitzt. Vor allem wenn man Afro-Amerikaner ist.

State prisoners had a 19% lower death rate than the
adult U.S. resident population; among blacks, the mortality
rate was 57% lower among prisoners.

Zu lesen hier. Das man als Schwarzer eine 57% Chance hat, älter zu werden, als im freien Leben ist schon... mir fällt kein anderes Wort ein... also das ist schon sehr krass. Gibt es so Statistiken eigentlich auch in Deutschland? Wenn ja, wo findet man die?

Und nein, Zitterwolf, Ziwo usw. Du musst nichts dazu kommentieren.

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