Gewonnen!

Gestern Abend ging das Handtelefon so gegen halb elf und ein freundlicher Thomas Knüwer forderte mich auf, sofort ein Interview zu geben. Live. In diesem Internetz. Der Grund:

Ich bin "Blogger des Jahres 2008" in der Kategorie "Bester Blogger, der sich selbst nominiert hat (die Auswahl war gigantisch)"

Hurra! Hier ist der Beweis. Mein erster Preis für dieses Blog. Glaube ich jedenfalls, dass es der erste Preis ist. Ich warte jetzt noch auf meine Statue mit der persönlichen Widmung.

Da ich mich aber seit Jahren auf so einen Moment vorbereitet habe, hier also meine Preisverleihungsrede:

Danke! Danke! Danke! Ich möchte an dieser Stelle natürlich erst einmal meinen Eltern und all den Menschen danken, die immer an mich geglaubt haben, auch wenn der Horizont mal ganz finster aussah. Der Preis geht auch an all die Menschen da draussen, die jeden Tag an ihren Traum glauben und dafür kämpfen! Leute, heute kann ich sagen: man muss sich nur oft genug selber nominieren und daran glauben - irgendwann klappt es! Mein Dank gilt natürlich auch den Initiatoren des großartigen Preises, Thomas Knüwer, Daniel Fiene und Franzi. Und dann möchte ich Sie alle noch daran erinnern, dass viele notleidende Blogger da draussen gibt. Gerade jetzt, wo es besonderns kalt ist, sollten wir alle an die Menschen denken und ihnen einen Link schenken. Danke!

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Mit allen Blogseinträgen und Aufträgen, aber ohne Forenbeiträge und Kommentare, habe ich in diesem Jahr ca. 760 Texte verfasst. Darunter waren natürlich kurze Einträge von wenigen Zeilen, aber auch zehnseitige Dinger. Die meisten der Einträge hier sind rund eine DIN A4 Seite lang, die drüben im F1 Blog meist etwas länger. Die Aufträge liegen meist deutlich drüber. Es dürften also konservativ geschätzt mindestens 700 Seiten gewesen sein, die ich dieses Jahr verfasst habe, also knapp zwei Seiten pro Tag. Dabei war ich auch noch vier Wochen im Urlaub. Auf eine normal getippte DIN A4 Seiten passen rund 2500 Zeichen oder 500 Wörter. Also habe ich 350.000 Wörter bzw. 1.750.000 Zeichen getippt. Das sind ungefähr drei Bücher mit etwas mehr als 250 Seiten.

Kein Wunder dass ich nicht dazu komme, ein echtes Buch zu schreiben.

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Man hat nach mir geworfen, und ich habe es nicht mitbekommen. Schulligung. Jetzt aber!

Warum blogst Du?
Das ist eine sehr gute Frage. Ich möchte an dieser Stelle der Fragestellerin für diese Frage danken und sagen, dass solche Fragen, viel zu selten gestellt werden. Wir, und damit meine ich alle Deutsche, müssen uns fragen, wo wir stehen und wo es mit uns und diesem Land hingehen soll. Wir müssen ehrlich sein und auch den unangenehmen Antworten ins Gesicht sehen. Nur so können wir uns für Zukunft einrichten und unseren Kindern ein Land hinterlassen, in dem sie auch weiter glücklich und zufrieden leben können.

Seit wann bloggst Du?
Ich hab ja früher ins Internet geschrieben. Das habe ich deswegen gemacht, weil man noch keine Blogs kannte. Ich finde das im übrigen lustig. Das Internet gibt es seit Anfang der 90er Jahre. Kurze Zeit später gab es wahnsinnig große Seiten die erst komplett in Javascript, später in Flash programmiert waren. Es gab riesige, sinnlose Shoppingportale und wahnsinnig komplizierte Online-Zahlungsmethoden und Sicherheitskrempel. Aber die einfachste Sache, textbasiertes html Seiten mit Community Anschluss, also ein Blog, gibt es erst seit Anfang 2000. Seit dem bloggte ich auch und schrub nicht mehr ins Internet. Seitdem die Weblogsbedeutungsmafia, einige 2.0 Claqueure und PR Blogberater definieren wollen, was ein Blog ist, wie man es zu nutzen hat und was man darin tun darf, schreibe ich wieder ins Internet.

Selbstportrait?

Warum lesen Leser Dein Blog?
Ich glaube, die meisten Besucher dieses Blogs kommen hier gar nicht her, weil sie was lesen wollen, sondern weil sie meine unfassbar tolle Blogroll als Hüpfburg in andere Gefilde des Internet nutzen wollen. Das war natürlich gelogen. Die meisten kommen um meinen Shop zu plündern, bzw. meine Wunschliste zu leeren. Manche lesen hier auch, weil sie mich mögen. Andere, weil sie mich nicht leiden können. Ein Phänomen, dass ich noch nie verstanden habe, warum man zwanghaft Seiten von Leuten lesen muss, die man nicht leiden kann.

Welche war die letzte Suchanfrage, über die jemand auf Deine Seite kam?
don dahlmann

Welcher Deiner Blogeinträge bekam zu Unrecht zu wenig Aufmerksamkeit?
Ach, natürlich alle. Prinzipiell sollten unter allen Blogeinträge mindestens 150 Kommentare stehen. Und zwar so aufgeteilt -> 50 Lobhudelnde Kommentare -> 20 Kommentare von Leuten, die mich nicht leiden können -> 20 Kommentare von Leuten die das zwar nicht ganz so sehen, aber in einigen Punkten denen Recht geben müssen, die mich nicht leiden können, weil früher alles besser war -> 40 Kommentare von Leuten, die sich den ersten 50 anschließen und den 40 folgenden Kommentatoren Geschmack und moralisches Urteilsvermögen absprechen -> 20 Kommentare von Lesern, die Monate später den Eintrag finden, alles noch mal hochkochen -> 1 Kommentar von Sascha Lobo, der allen Kommentatoren die nötige Lässigkeit abspricht und sie auf Foren von Windelfetischisten verweist, wo man sicher solche Diskussionen gerne sehen würde.

Dein aktuelles Lieblings-Blog
smart.antville.org

Wieviele Feeds hast Du abonniert?
463

Welches Blog hast Du zuletzt gelesen?
loronix.blogspot.com

An welche zwei Blogs wirfst Du das Stöckchen weiter?
Hat irgendjemand diesen Fragebogen noch nicht beantwortet??? Ja!

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Ein paar Nachwuchsautoren haben mich und andere Blogger was gefragt.

Ach ja, Lobo, Du alter Rhododendrenschubser, ich warte immer noch auf die Bunny DVD, die ich mit meiner Stimme veredeln durfte.

1) Was macht das Phänomen Blogs für Dich aus?
Das jeder eine Stimme hat. Im Grunde die Umsetzung einer alten Utopie, dass jeder eine Stimme hat, die gehört werden kann und das alle Stimmen gleich laut sind. Es ist faszinierend zu sehen, welche Menschen sich ein Blogg zu legen, und wie man in deren Leben eintauchen kann. Ich habe in meinem RSS Reader Blogs von ehemaligen Strafgefangenen, englischen Sprachwissenschaftlern oder depressiven Teenager aus einer Kleinstadt in den USA. Dazu die direkte soziale Komponente. Ich habe über mein Blog Dutzende von Menschen kennen gelernt, von denen einige Freunde geworden sind. Außerdem glaube ich, dass Blogs die größte Partnerschaftsbörse sind, die man im Internet finden kann. Die Blogszene verlinkt sich quasi auch gerne bis ins Bett hinein.

2) Was ist das Spezielle an der deutschsprachigen Blogosphäre?
Dadurch, dass die deutsche Blogszene relativ klein ist, hat sie einen hohen "Kuschelfaktor". Gemeint ist: man kennt sich schnell, verlinkt sich und kommentiert auf den jeweiligen Blogs. Dadurch, dass es vielleicht nur 30 oder 40 Blogs gibt, die von den meisten Bloggern gelesen werden, ist es möglich, dass Geschichten, die sonst unter Tisch fallen, neben den klassischen Medien an die Öffentlichkeit zu bringen. Wobei man ehrlich sagen muss, dass so etwas in der deutschen Blogszene bisher noch nicht in dem Maße passiert ist, wie man es aus den USA kennt. Das Spezielle ist zurzeit, dass die Szene so klein ist, und scheinbar nur langsam wächst, wenn man sie der Blogszene in Frankreich oder Italien vergleicht. Vor allem fehlt der politische Bezug. Es gäbe genügend Themen, die man bearbeiten könnte, allein fehlen die Autoren. In Deutschland gleiten politische Diskussionen leider oft immer noch auf langweiliges Stammtischniveau ab.
Das hat aber auf der anderen Seite auch etwas damit zu tun, das der Journalismus in Deutschland so was wie ein hermetisch abgeschirmtes Gebiet darstellt. Wenn man versucht, sich ohne amtlichen Presseausweis irgendwo zu akkreditieren, stößt man meist auf Granit. An Informationen oder Gesprächspartner kommt man nur, wenn man mit dem Presseausweis wedelt. Wenn man der Politik vorwirft, sich würde sich zu sehr von den Menschen entfremden, muss man auch sagen, dass es der deutsche Journalismus mit seiner Vereinsmeierei es genauso macht. Von daher ist es schwer für einen an der Politik interessierten und textlich begabten Menschen aus dem Nichts ein politisches Blog mit Hintergrundinformation zu starten.

3) Wie könnten Blogs zu einem Wirtschaftsfaktor werden?
Blogs an sich gar nicht. Die Bloghoster, die es in Deutschland gibt, wären ja an erster Stelle als Wirtschaftsfaktor zu nennen, aber selbst die tun sich schwer. Ich denke, das Blogs nur für die jeweiligen Autoren zu einem interessanten Wirtschaftsfaktor werden können, in dem sie Blogs als Selbstvermarktungsplattform nutzen. Man kann sich als freier Journalist durch ein Blog durchaus neue Kunden erschließen. Vielleicht werden in Zukunft Blogs oder deren Autoren von Verlagen eingekauft, um den Online Auftritt einer Zeitung aufzuwerten.

4) Ist Dein Blog für Dich beruflich relevant, und wenn ja, wie?
Ja und Nein. Ich habe zwei Blogs, die regelmäßig befülle. Mein eigenes (don.antville.org) hat bisher keine berufliche Relevanz in einem direkten Sinne. Allerdings habe ich durch meine Tätigkeit als Blogautor schon diverse Einladungen bekommen, über dieses oder jenes Thema in anderen Publikationen zu schreiben. Das aber ein Text direkt aus dem Blog in ein anderes Medium übernommen wurde, ist noch nicht passiert. Das Blog dient also höchstens als Eigenwerbung und als Möglichkeit, ein wenig "Büffetbloggen" zu betreiben. Sich also auf Veranstaltungen einladen zu lassen, um dann etwas darüber zu schreiben.
Beim meinem anderen Blog (formel1blogg.de), das ich zusammen mit Felix Schwenzel führe, sieht das schon etwas anders aus. Wir haben im Herbst 2005 den Versuch gestartet, ein nicht eben Blogaffines Thema wie den Motorsport, in ein Blog zu bringen. Das war nicht leicht und wir arbeiten auch nach fast einem Jahr noch daran, das Thema zu gestalten. Aber interessanterweise habe ich auf dieses Blog,schon mehr Anfragen bzgl. Werbung und Kooperationen bekommen, obwohl es deutlich weniger Zugriffe als mein Hauptblog zählt. Im ersten Halbjahr 2006 habe ich erkannt, dass es tatsächlich eine Möglichkeit gibt, sich hier ein weiteres journalistisches Standbein aufzubauen, das ein paar Einnahmen generiert.

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Grade das Gegenteil tun heißt auch nachahmen, es heißt nämlich das Gegenteil nachahmen. (Georg Christoph Lichtenberg, 1742-1799) Von großen Vorbildern und dem langen Weg zum authentischen Schreiben.

Mit 15 habe ich Henry Miller entdeckt. Ganz klassisch in einer Bahnhofsbuchhandlung. Auch wenn es die Buchhandlung im Bahnhof des stillen Bonner Vororts Bad Godesberg war, die nun wirklich bar jedes Rotlichtmilieus ein ziemlich spießiges Dasein fristete. Entdeckt habe ich Henry Miller auch nur deswegen, weil vorne auf dem Buchcover vom „Wendekreis des Steinbocks“ eine halbnackte Frau zu sehen war. Ein absolut unwiderstehliches Kaufargument für einen 15jährigen. Mit dem Autor Henry Miller selber konnte ich damals absolut nichts anfangen, was sich allerdings schnell ändern sollte. Schon nach wenigen Seiten war ich gefesselt von seiner Art zu Schreiben, von der Klarheit der Sprache, die so einfach erschien und es doch sofort schaffte, mir den bisher bekannten Boden unter den Füssen wegzuziehen. Ich las das Buch in wenigen Tagen, teilweise klassisch mit einer Taschenlampe unter der Decke und ich war infiziert. Nach der Lektüre des Buches war mir klar: Ich will auch mal so was schreiben können.

Weiterlesen bei mindestenshaltbar, für dessen neue Ausgabe ich was schreiben durfte.

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