Ich möchte bekannt geben, dass ich auf die Metapher "so blöd gucken wie jemand, der auf einer Rolltreppe steht" Urheberrecht beantrage. Ist also meins. Endlich mal etwas, was mir gehört. Nachdem ich heute einem möglicherweise neuen Vermieter, eine Faxschlange geschickt habe, bestehend aus

  • Einer schriftlichen Bewerbung in des Druckers schönste Schönschrift
  • Eine Mieterselbstauskunft, deren Fragen rechtlich schwerst bedenklich waren. Ich habe gelogen wo ich konnte
  • Eine Schufaselbstauskunft
  • Eine Einkommensbestätigung meines Arbeitgebers

bin ich mir nämlich gar nicht mehr so sicher, was meins ist. Ich vermute nach einem Gespräch mit einer Dame, deren Vorfahren über Generationen Schleifer in diversen Armeen gewesen sein müßen, das mir gar nichts mehr gehört. Und wenn mir doch was gehört, das nicht überprüft ist, dann ist das ein Versehen. Die Dame hat mir erörtert, dass ich selbst wenn ich in einer Mietwohnung die Miete immer zahle, und sowas auch schon seit Jahren - ach seit Menschengedenken tun würde, sei ich im Kern doch schlecht, weil ich vielleicht mal nicht zahlen könnte. Da habe ich so blöd geguckt wie jemand, der auf einer Rolltreppe steht. Weil ich im Kern aber schlecht bin, also voller Sünde, hab ich als Katholik ja schon verloren. Ich muss alles abgeben, wenn ich sterbe, darf nix mitnehmen, da es eh nur in die Hölle geht. Aber jetzt hab ich das Schicksal ja ausgetrickst und noch in einer Millionen Jahre wird man in Aphorismensammlungen finden:

"so blöd gucken wie jemand, der auf einer Rolltreppe steht"
©DonDahlmann, Katholik, Autor, tragisches Ende, als er beim dem Versuch eine Wohnung zu mieten, von einer Faxschlange erwürgt wurde

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calla, Do, 15.04.2004, 16:03

jaja, "eher geht ein kamel....

durch's nadelöhr, als ein reicher in den himmel" (mk, 10,25). wissen wir. als ruhmreicher kommen sie aber vermutlich durch, wenn ihr lebenswandel dem nicht entgegensteht, was ich allerdings (!!) befürchte. und wohnungsmässig sind sie also noch im rennen? ich selber kann mich im übrigen nicht entsinnen, zu wohnungsanmietzwecken jemals zu derart intimer auskünftserteilung genötigt worden zu sein. erstaunlich, wie sehr sich sich entblössen müssen. ist das in ihrer gegend usus?? ja, und ...ist es damit dann ausgestanden? wann erhalten sie bescheid? ostern war doch schon...


schnatterliese, 15. April 2004 17:17:04 MESZ

schu-fasel

musst ich noch nie, wollnse die wohnung kaufen?
aber vormieter-lobpreisungs-geschworenenbriefe in hölle und völle.
und ne selbstauskunft zum thema: schwanger?

könnte ich rechte und pflichten auf: 'wie eine kuh beim scheissen wenn es donnert' anmelden?


DonDahlmann, 15. April 2004 17:31:14 MESZ

Das ist der normale Wahnsinn.Das geht noch schlimmer: Für Selbstständige mit Einkommensteuererklärungsnachweis. Manche wollen auch einfach keine Selbstständigen im Haus haben.

Man kann die Vermieter aber auch in einer gewissen Weise verstehen, wenn man sieht, wie viele Räumungsklagen jeden Tag vollzogen werden müssen. Es gibt ganze Branchen, die davon mittlerweile wiederum leben. Die Nummer mit der Adresse des bisherigen Vermieters gibt es auch. Da wurde aber wohl zu oft der Name eines Bekannten angegeben und jedesmal wollen die Verwalter ja auch nicht zum Grundbuchamt laufen.

Letztlich finde ich das alles überflüssig. Mein Vermieter wollte mich sehen. Mehr nicht. Also tanzte ich in seinem End 60er Bungalow auf und wurde betrachtet. Dann gab er mir den Wohnungschlüssel ohne dass ich einen müden Euro bezahlt hätte. Vertrauen halt. Irgendwie ist man bei solchen Leuten eher noch gewillt freiwillig die Wohnung zu streichen, als bei einer schnippischen Verwaltungsdingens. Vertrauen gegen Vertrauen.
Der allerallerallerschlimmste Verwaltungsdingens Wohnungsabnehmer war der Vater eine Ex-Freundin. Da schreibt ich mal was zu, wenn ich meine abnehmen lassen muss.

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