Manche Dinge, die da draussen passieren, sind so absurd, dass man sie eigentlich gar nicht glauben mag. Aber die wenn die gute alte Times damit ankommt...

A couple got married at a fine establishment called La Doma three years ago. What the couple didn’t know was that an agent for the Spanish General Society of Authors and Editors had sneaked into the wedding and recorded the unauthorized use of a song. Incensed, the Spanish agency demanded €43,179 ($61,662) from La Doma.

Nur um das kar zu stellen: Da heiratet jemand in einem Restaurant, wo dann auch Musik läuft und man tanzt. Ein nicht eingeladener Mensch einer Rechtewahrungsgesellschaft filmt das alles und das Restaurant wird dann später wegen des Abspielen der Musik verklagt. Tatsächlich bringt eine Suche bei <a href=www.google.es Espana eine ganze Reihe von Ergebnissen, die die Meldung bestätigen. Gut - am Ende hat die SGAE vor einem Gericht verloren, aber solche Vorfälle machen mich depressiv. Sie zeigen, wie viel Dummheit innerhalb bestimmter Gesellschaften, die angeblich die Rechte wahren, vorhanden ist.

Wäre ich Musiker, ich würde mir ernsthaft Sorgen machen. Nicht nur weil böse Buben meine Musik klauen. Sondern auch, weil die Leute, die eigentlich meine Rechte vertreten sollen, dafür sorgen, dass noch mehr Leute allein aus Rache oder Frust entweder ins Netz gehen und noch mehr Musik illegal downloaden, oder einfach keine mehr kaufen. Wer will schon so ein System unterstützen?

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dampfbadbiber, Fr, 19.12.2008, 15:43

Passiert doch in Deutschland auch. Da bekommen Leute eine Gema-Rechnung, weil sie eine private Hochzeitsfeier hatten, aber die Gema meinte, die Veranstaltung seit öffentlich im Sinne des §15 Abs. 3 UrhG.

Die Wiedergabe ist öffentlich, wenn sie für eine Mehrzahl von Mitgliedern der Öffentlichkeit bestimmt ist. 2Zur Öffentlichkeit gehört jeder, der nicht mit demjenigen, der das Werk verwertet, oder mit den anderen Personen, denen das Werk in unkörperlicher Form wahrnehmbar oder zugänglich gemacht wird, durch persönliche Beziehungen verbunden ist.


hellblazer, Mi, 31.12.2008, 12:35

Das ist der Grund, warum die Band, in der ich spiele, nicht GEMA-Mitglied ist. Dennoch kommt es immer mal wieder vor, dass wir einem Veranstalter helfen müssen, zu beweisen, dass ein Konzert mit uns nicht GEMA-pflichtig ist. Das kann schonmal absurde Züge annehmen, mit zig mal hin und her Geschreibe, bis die endlich mal auf eine Forderung verzichten. Die GEMA will genau wissen, welche Songs wir gespielt haben, ein "Wir sind nicht bei der GEMA, keiner unserer Songs ist GEMA-registriert und auf unseren Konzerten spielen wir ausschließlich eigene Songs" reicht denen nicht. Wir müssen der GEMA beweisen, dass wir nicht bei ihr gelistet sind - gehts noch blöder?


dampfbadbiber, Do, 01.01.2009, 23:41

Das nennt sich "GEMA-Vermutung" und ist rechtlich abgesichert.
Die GEMA nimmt als einzige Verwertungsgesellschaft für musikalische Urheberrechte in Deutschland die Rechte an einem umfassenden In- und Auslandsrepertoire wahr. Deshalb spricht eine doppelte tatsächliche Vermutung – die so genannte „GEMA-Vermutung“ – dafür, dass bei bestimmten Nutzungen in- und ausländischer Tanz- und Unterhaltungsmusik urheberrechtlich geschützte Werke genutzt werden und dass die Rechte und Vergütungsansprüche an diesen Werken durch die GEMA wahrgenommen werden.

Oder einfach: Ohne GEMA läuft nichts, wenn doch ist das beweispflichtig.

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