Apple will, dass ich für das Firmware Upgrade auf 2.0 für den Ipod Touch 9,99 Euro (in den USA 9,99 Dollar) bezahle, den ich vor ein paar Monaten gekauft habe und dies, nachdem ich schon mal 15 Euro für ein Upgrade im Frühjahr geblecht habe, damit ich Addons erhalte, nur damit ich jetzt Addons aussuchen und runterladen kann, die ich aber dieses Mal teilweise bezahlen muss.

Ich mag die Sachen die Apple macht. Nicht die Rechner, schon gar nicht, seitdem sie das wunderschöne kleine 12 Zoll Powerbook abgeschafft haben, da bleibe ich bei zum Beispiel lieber bei meinem HP, dass seit vier Jahren fröhlich vor sich hin läuft und außer einem Speicherupgrade auf 1GB nie weiter Geld gekostet hat. Meine Freundin hat in der Zeit drei Apple Notebooks verschließen. Aber trotzdem mag ich Apple, weil sie in Sachen Design und Usability immer mal wieder neue Messlatten legen. Die Computer sehen schick aus, der Ipod war und ist eines der am besten zu bedienden Geräte, dass Iphone hat dem vor sich hinschnarchenden Handymarkt in den Hintern getreten. Seit Jahrzehnten hatte sich am Bedienkonzept bei Mobiltelefonen nichts getan und keine einzige Firma hatte den Mut, und vor allem das dazugehörige Können, mal etwas Neues zu versuchen. Selbst knapp ein Jahr nachdem das Iphone auf dem Markt erschienen ist, gibt es von den anderen Anbietern allenfalls ein paar Vorführgeräte, von denen es auch nur Fotos gibt.

Apple hat mit dem Ipod und dem Iphone zwei fabelhafte Geräte entwickelt, aber für zwei Updates, die teilweise auch Sicherheitslöcher beheben, innerhalb weniger Monate Geld zu verlangen, ist schon sehr arg. Ich hab ehrlich gesagt noch nie für ein Firmware Upgrade Geld zahlen müssen, auch nicht bei meinen Kameras, die teilweise durch ein Upgrade komplett neue Funktionen bekommen haben. Warum Apple, deren Geräte ja jetzt weder den Ruf haben besonders günstig und besonders fehlerunanfällig zu sein, das anders macht, ist mir ein Rätsel. Ich weiß schon, warum ich mir kein Iphone kaufen werden, sondern warte, was Nokia (Schlafmützen) so macht. Es ist ja gar nicht mal so, dass ich nicht gewillt bin, für Upgrades Geld auszugeben, aber zweimal in einem Jahr? Und möchte man nicht, dass Ipod Touch User aufs Iphone upgraden, damit Apple auch auch schön bei den Telefoneinnahmen mitverdient? Im Moment habe ich das Gefühl, dass Apple vor lauter Arroganz nicht geradeaus gehen kann und das auch jeden wissen lässt.

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tim, Fr, 11.07.2008, 21:01

Die gängige Erklärung ist es, dass das teilweise durch den Sarbanes-Oxley Act von 2002 kommt, durch den in den Nachwirkungen von Enron die Vorschriften fürs Bilanzieren in den USA verstärkt wurden. Dabei ist es offenbar schlechtes Bilanzieren, wenn Produkte im Nachhinein mit weiteren, neuen Features ausgestattet werden. Das war zumindest die offizielle Erklärung letztes Jahr, als für das Update auf den neueren, frisch standardisierten WLAN-Standard in einigen MacBook Pros ein paar Euro fuffzig als Token-Preis verlangt wurden.

Ähnlich könnte es dann bei den beiden Features erweiternden Updates des iPod Touches sein, nur dass zum Token-Preis etwas einen Hauch mehr Preis draufgepackt wird, um etwas Gewinn zu machen. Normale Wartungs- bzw. Sicherheitsupdates betrifft das nicht, weil keine neuen Features hinzukommen. Das iPhone betrifft das nicht, weil das offenbar nicht als einmaliger Verkauf sondern als Abonnement bilanziert wird. Ähnlich ist es bei Macs, neue Features gibt im Lebenszyklus eines Mac OS X so gut wie nicht, ausser Winzdetails irgendwo in der Software, die der Endnutzer nicht wahrnimmt. Für ein neues Mac OS X löhnen sie dann aber richtig (Hier lautes Grmpfen einfügen).

Interessehalber: Kommen Deine Kameras mit den Feature-erweiternden Updates von einem US-amerikanischen Hersteller?


DaveKay, Fr, 11.07.2008, 22:46

Seit Jahrzehnten hatte sich am Bedienkonzept bei Mobiltelefonen nichts getan und keine einzige Firma hatte den Mut, und vor allem das dazugehörige Können, mal etwas Neues zu versuchen. Selbst knapp ein Jahr nachdem das Iphone auf dem Markt erschienen ist, gibt es von den anderen Anbietern allenfalls ein paar Vorführgeräte, von denen es auch nur Fotos gibt.

Bei dem Absatz wüsste ich endlich mal gerne, was der Quatsch soll.

  1. Es gibt/gab genug unterschiedlich Konzepte.Denken sie mal daran, dass, wenn sie Jahrzehnte sagen, sie das nur realisieren können, wenn sie das C-Netz mit einkalkulieren (1.5 ist für mich kein plural)In der zeit sind einige Geräte durch die Produktionslinien gelaufen, mit und ohne tasten, mit und ohne Farbe, mit Sprachbedienung und ohne, vom abnehmbaren Hörer im Auto über das lenkradgesteuerte, bis zum sprachgesteuerten Gerät. Allesamt täuschen über eins nicht hinweg: Reine Softtastengeräte sind fürn Popo in der Realität.
  2. der HTC-Touch wurde meines Wissen VOR dem iPhone veröffentlicht und bedient ein ähnliches, wenn gleich nicht konsequent durchgezogenes Konzept.
  3. Wenn man, wie ich und viele andere, über ein Jahrzehnt Mobiltelefonie hinter sich hat weiß man sehr genau, was Mobiltelefonie nicht ist, nämlich nicht iPhone, denn das gerät ist in der Praxis weder als Telefon noch zum schreiben von SMS geeignet. Ein Mobiltelefon will ich heute mit einer Hand bedienen können.

Unterm Strich ist das iPhone ein tolles gimmick für Spielkinder und vor allem ist es alles mögliche(ich nehm gerne eins), aber kein ernst zu nehmendes Mobiltelefon. Es lebt von seinem Image, dem Spaßfaktor (webaffine Menschen haben genug Gründe es zu mögen)und der Apple-Luftblase, die meiner Meinung nach in nicht allzu ferner Zukunft jäh zerplatzen wird und die Arroganz wird daran nicht unschuldig sein.


kristof, Mo, 14.07.2008, 13:26

Danke, Herr Kay.

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