Ich bin ja nicht der allergrößte Fan von Joachim Lottmann, aber das hier ein sehr großartiger Text.

Das Deutschlandradio Kultur behauptet zu recht, Jelinek laufe zu einer Hochform auf wie schon seit zehn Jahren nicht mehr. Voller Inbrunst und Begeisterung stürze sie sich auf diesen Fall. Ich selber sehe im Fernsehen nur diese Nachbarn, diese entsetzlichen, aufgeschwemmten, häßlichen, dummen Dorf-Österreicher, diese Proleten, und ich bin sofort bereit, Frau Jelinek zuzustimmen. Ja, dieser Fall zeigt erneut den Nationalcharakter dieses Alpenlandes. Ja, man muß sich ekeln. Ja, der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem Hitler kroch. Nach außen ehrpusselig und spießig, und im Keller wird weiter gefoltert, vergewaltigt, ein monströser Größenwahn gelebt. Sogar die Kampusch sagt es schon: die unterdrückte Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus hat diese Bevölkerung bis heute geprägt.

Unbedingt weiterlesen

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ichichich, Fr, 09.05.2008, 10:26

Einem Artikel, der den Begriff "Nationalcharakter" enthält, attestiere ich, ohne ihn gelesen zu haben, das Niveau von Harald Schmidts Polenwitzen.


dergrosseziwo, Fr, 09.05.2008, 10:31

ich selber sehe im Fernsehen nur diese Nachbarn, diese entsetzlichen, aufgeschwemmten, häßlichen, dummen Dorf-Österreicher, diese Proleten,
ich selber sehe im Fernsehen nur diese Nachbarn, diese entsetzlichen, aufgeschwemmten, häßlichen, dummen Dorf-Amerikaner, diese Proleten,
ich selber sehe im Fernsehen nur diese Nachbarn, diese entsetzlichen, aufgeschwemmten, häßlichen, dummen Dorf-Pollacken, diese Proleten,
ich selber sehe im Fernsehen nur diese Nachbarn, diese entsetzlichen, aufgeschwemmten, häßlichen, dummen Dorf-Israelis, diese Proleten,
ich selber sehe im Fernsehen nur diese Nachbarn, diese entsetzlichen, aufgeschwemmten, häßlichen, dummen Dorf-Deutschen, diese Proleten,

zitterwölfe sind das schlimmste von allem und aus unbestätigter quelle sollen sie in die nähe von fritzl in thailand gesehen worden sein
als österreicher getarnt mit alpenhut und mein kampf dabei das horst wessel lied summend


dergrosseziwo, Sa, 10.05.2008, 09:40

nachtrag:

natürlich hab ich den text weitergelesen aber die kritik wird ja nicht besser bei einer völkischen einführung in das wesen der ösis.

gestern in die NZZ (ein faschistisches blatt aus die schweiz) von einem gewissen H.Sf. gelesen "Wo sind wir hingeraten?

es geht um einen gewissen krause der kultusminister in thüringen werden wollte und die empörung der antifaschistischen massen. der artikel endet:

""Peter Krause, der in der DDR schon als Schüler Repressalien ausgesetzt war, hat nach der Wende daran mitgearbeitet, das demokratische Leben in Thüringen in Gang zu setzen.
Was ihm jetzt zustiess, zeigt den desolaten Zustand der öffentlichen Kommunikation in Deutschland, wenn es um die Verschränkung von Gegenwart und NS-Vergangenheit geht.
Vom Zustand, in dem nur "die zwanglose Kraft des besseren Arguments gilt", ist man weit entfernt.

Offenbar braucht die deutsche öffentliche Meinung im Halbjahresrhythmus die Entlarvung und Ausstossung eines (vermeintlichen) NS-Wiedergängers als letztes gemeinschaftsbildendes Ritual.""


Irene, Sa, 10.05.2008, 15:47

@ ichichich: Den Artikel nicht zu lesen war jedenfalls eine kluge Entscheidung.

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