Kann mir mal jemand erklären, warum weltweit das Essen gerade a) knapp und b) teurer wird? Ich hab ein wenig rum gegoogelt, aber nichts gefunden, was mir weitergeholfen hat, würde das aber gerne mal verstehen. Was steckt dahinter? Künstliche Verknappung durch Konzerne zum Ziel der Gewinnsteigerung? Ein ökologisches Problem?

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macwoern, Mi, 23.04.2008, 19:14

Weil vermutlich viele Bauern mittlerweile Getreide etc. für Energiegewinnung anbauen. :-(


dergrosseziwo, Mi, 23.04.2008, 19:16

in jedem fall künstliche verknappung durch konzerne
dann die spekulation
die energiegewinnung logo
und dann was ganz erschwerend hinzukommt der zitterwolf

wieso allerdings bei dich das essen teurer wird wenn weizen und mais in us-cent/bushel abgerechnet wird is mich nich ganz klar

aber es wird schon seinen sinn haben


DaveKay, Mi, 23.04.2008, 19:16

Ich denke mal, darauf gibt es keine einfache Antwort. Wenn ich meine Gedanken dazu äußere bin ich nur wieder ein Spinner, deswegen lasse ich es lieber.


dergrosseziwo, Mi, 23.04.2008, 19:20

och dave du kannst sagen was du willst
die qualität journalistischer arbeit in deutschland kannst du nich unterbieten


ednett, Mi, 23.04.2008, 19:32

Ich hab auf Anhieb keine Quelle gefunden (taz vor einigen Tagen), aber ich meine mich an 4 Hauptgründe zu erinnern:

  1. der zunehmende Bedarf an höherwertigen (Fleisch) Lebensmitteln in bevölkerungsreichen Schwellenländern, insbesondere in China und Indien. Dort bildet sich eine Mittelschicht, die ähnliche Essgewohnheiten wie wir Europäer entwickelt und zunehmend Fleisch konsumiert. Fleisch ist aber ein sehr energieverschlingendes Nahrungsmittel - für 1 Kilo Fleisch benötigt man ca. 8 (?) Kilo pflanzliche Lebensmittel, die dann natürlich knapp werden.

  2. Die Erhöhung der Energiekosten schlägt zunehmend auf den Lebensmittelsektor. Transportkosten steigen, Düngermittel werden extrem teurer - das bewirkt zwar keine Knappheit an Lebensmittel, aber eine zunehmende Verteuerung der Waren

  3. Der Versuch der Industrienationen, Biokraftstoffe einzuführen, soll zwar nur zu etwa 15 % an der Verteuerung beteiligt sein, aber eine Verknappung der Lebensmittel um 15 % ist nicht wenig

  4. Die Spekulanten entdecken die Warenterminbörsen als Spekulationsobjekt. Ob das wirklich eine Begründung ist, vermag ich aufgrund fehlender Kenntnisse über Warentermingeschäfte nicht zu bewerten, aber sie könnten durchaus zu der Verschärfung beigetragen haben.

Warum allerdings das Problem im Moment so akut zu sein scheint, vermögen die o.a. Gründe nicht zu erklären. Vielleicht ist das aber auch nur Folge unserer selektiven Wahrnehmnung. Es müssen halt immer erst massenhaft Menschen sterben, bevor wir irgend etwas merken, das etwas außerhalb unserer Hemisphäre passiert....


dergrosseziwo, Mi, 23.04.2008, 19:33

ich tippe auf die weisen von zion aber ich hab im moment noch keine quelle gefunden


ednett, Mi, 23.04.2008, 19:44

Quelle gefunden:
www.taz.de


episodeiv, Mi, 23.04.2008, 20:08

Finde gerade den Beitrag nicht, aber bei Quer gab es letztens noch einen interessanten Aspekt...
Durch das Verbot vonTiermehlverfütterung müssen die ganzen Schweine jetzt mit Sojamehl gefüttert werden, was wiederum den Sojabedarf und -preis enorm in die Höhe getrieben hat.
Es gibt da glaube ich ganz, ganz, ganz viele Seiten bei diesem Thema...


jochen hoff, Mi, 23.04.2008, 20:09

Ich mag es nicht schon wieder schreiben:

www.duckhome.de

Wenn du mehr willst und ertragen kannst gib Hunger oder Monsanto im Suchfenster meines Blogs ein.

Übrigens knacken in Südamerika gerade die Erträge bei Genveränderten Pflanzen zusammen. Ganz Mittelamerika hungert. Morgen kannst du bei mir lesen das es in Japan keine Butter mehr gibt, der japanische Handelsbilanzüberschuß um 30 Prozent, wegen Nahrungsproblemen eingebrochen ist und und und.

Ich kann es bald selber nicht mehr hören und lesen, aber es wird schlimmer kommen.


DonDahlmann, Mi, 23.04.2008, 20:14

Danke schon mal für die Antworten. So richtig klarer ist mir Sache nach dem taz Artikel auch nicht.

Wenn Rohstoffe zunehmend Spekulationsware sind, ist das ja eine Sache, in vielen Ländern ist und bleibt die Ware aber im Land und wird nur auf den eigenen Märkten gehandelt (Reis zb). Hat es vielleicht etwas mit den gestiegenen Produktionskosten der lokalen Bauern zu tun? Also weil Monokulturen und Monsanto Saat den Anbau verteuert? Warum werden aber ausgerechnet Milchprodukte in der EG teuerer? Ich hab nichts dagegen, dass die Bauern ihren lächerlich geringen Anteil aufstocken können, verstehe aber die Teurungsraten hier nicht so ganz, da ja immer noch mehr produziert wird, als eigentlich verbraucht werden kann.
Was ich gerne verstehen würde, sind die Auslöser der Bewegungen des Marktes. Fonds investieren ja nur kurzfristig in solche Dinge, das kann es alleine nicht sein. Interessant wäre da die Frage, ob es zum Beispiel eine Verknappung/Verteuerung beim Saatgut gibt, bzw. die Pflege und Aufzucht des Saatguts umfangreicher geworden ist.


dergrosseziwo, Mi, 23.04.2008, 20:41

schon wieder was dazugelernt
die taz is ne quelle


DaveKay, Mi, 23.04.2008, 21:18

Wachstum um jeden Preis ist die Devise. Die Devise an der diese Welt ersticken wird.
Dank übrigens an Herrn Hoff für den interessanten Artikel.


dogfood, Mi, 23.04.2008, 21:23

Ich werfe mal noch einen Artikel des Economist ein:
www.economist.com


_ben_, Mi, 23.04.2008, 23:55

bei der milch wird es besonders spannend, erst wurde erklärt, dass überproduktion und subventionierung die milchpreise so gedrückt hätten ,dass die bauern nicht mehr davon leben können. darauf stiegen die preise, die bauern haben nicht mehr bekommen. seit über einem jahr erzählt man uns, dass "der chinese!1!1" uns die milch wegkauft und es deshalb teurer geworden ist (dabei hat man leider übersehen, dass 93% der chinesen aufgrund von laktoseintolleranz keine milchprodukte zu sich nehmen können.)
und heute im deutschlandradio zum schwerpunkt globalisierung beschwerte sich ein fachmann (erinnere mich nicht an den namen) darüber, dass die milchbauern ja immer weniger geld bekommen, da sie mehr produzieren, der erwartete mehrbedarf (durch china) aber komsicherweise nicht eingetreten ist... ja komisch eigentlich...

zusammenfassung: es wird mehr milch produziert, sie wird weniger verkauft, der preis ist gestiegen, der gewinn für produzenten gesunken und in china verbrauchen immer nur noch 7% milchprodukte...

bei soja ist es wiederrum so, dass in vielen sojaproduzierenden ländern (besonders brasilien) für den export prouziert wird, die bauern also (um so pauschal zu bleiben) vor den vollen äckern verhungern.

in afrika kommt noch hinzu, dass wir mit unseren billig (weil subventionierten) produkten den einheimischen markt platt machen, sich dort also kein vernünftiger binnenmarkt und eine "eigenversorgung" bilden kann. die entwicklungshilfe die wir dort leisten zielt zumeist nur auf kurze effekte ab und macht es dabei meistens noch schlimmer. alleine die altkleider die wir hier sammeln und rüberschicken machen einen großteil des textilproduzierenden gewerbes kaputt (baumwollplantagen, nähereien, färbereien etc., braucht man einfach nicht) somit haben diese menschen keine arbeit, kein geld für nahrung, sie kaufen nichts beim bauern, der ist zu teuer, also hört er auf zu produzieren suw. usf.

aber das nur sehr umrissen und pauschal


schöner, Do, 24.04.2008, 10:05

Im aktuellen Stern ist auch ein Artikel zu dem Thema. Ausserdem gibt es unter www.stern.de/hunger Länderreportagen.


nacktnasenwombat, Do, 24.04.2008, 11:52

Zitat:

Wie Börsen-Zocker die Lebensmittel-Preise befeuern
Spekulation auf Kosten der Armen: Hedgefonds und Kleinanleger pumpen gewaltige Geldmengen in die internationalen Rohstoffbörsen. Das treibt die Preise für Weizen oder Reis immer weiter in die Höhe - und sorgt weltweit für Hunger. Es ist nicht lange her, da hat Dwight Anderson die Presse noch mit weit geöffneten Armen und jovial aufbereiteten Anekdoten empfangen. Er erzählte Geschichten aus seiner Welt. Der Welt des großen Geldes. Freimütig schwärmte der New Yorker Hedgefonds-Manager erst im Oktober von seinen Besuchen auf Palmölplantagen in Malaysia und bei brasilianischen Getreidebauern: “Man konnte deutlich sehen, wie sich das Angebot verknappt.”

www.spiegel.de

gefunden bei: www.nachdenkseiten.de


dampfbadbiber, Do, 24.04.2008, 14:52

Klar haben Börsengeschäfte damit etwas zu tun. Aber die können nur diese verherrende Wirkung haben, weil der Agrarmarkt kein echter Markt ist.

foodwatch.de

Hohe Preise können auch positive Wirkung haben. Dann lohnt sich der Anbau für die Kleinbauern in den Entwicklungsländern wieder. Warum bauen die Afghanen Mohn oder Kolumbianer Koka an? Weil sie gegen die subventionierten Agrarprodukte der Industriestaaten nicht ankommen.


prozac, Do, 24.04.2008, 16:24

Interessant ist auch, dass die teilweise drastische Steigerung der Milchpreise vor 4-5 Monaten ebenfalls mit der stark erhöhten Nachfrage aus Asien erklärt wurde.

Wenn man mal einen Blick auf diese Seite wirft - de.wikipedia.org - kann man zu mehreren Schlüssen kommen:

a) in Asien hat man Koliken und Blähungen als Freizeitsport entdeckt

b) in Asien hat innerhalb weniger Jahre eine Evolution stattgefunden, die die vorherrschende Laktoseintoleranz (80-90% bei Erwachsenen) ausgemerzt hat

c) da hat uns jemand gehörig verarscht und sich eine goldene Nase verdient.

Wenn die Leute nicht mehr so viel in Firlefanz wie Autos, Flatscreens und Designerkaffeemaschinen investieren, dann muss man eben beim alltäglichen Bedarf hinlangen, den sogenannten LEBENSmitteln.

Als ich an der Fleischtheke neulich knapp 3 Euro für 200 gramm Geflügelaufschnitt auf dem Bon gesehen habe (ich rechne immer gerne um, weil es so schön theatralisch wirkt: FAST SECHS DEUTSCHE MARK), da hab ich mir schon am Kopf gekratzt und war drauf und dran, nach der versteckten Kamera zu fragen.


dergrosseziwo, Do, 24.04.2008, 17:27

ich lese hier immer quelle aber nie geht einer an die quelle

wo is die quelle denn für terminhandel in weizen und mais?
wie sieht es aus mit dem volumen in einem jahr?
das volumen muss sich wenn es ausergewöhnliche neben der normalen spekulation gibt die ja für hedgegeschäfte (hat nur indirekt was mit hedgefonds zu tun) oder sicherungsgeschäfte gebraucht wird ja aufgebläht haben?

hat es sich gebläht ja oder nein?
ein herr wagner zitiert vom spiegel is da wenig relevant.

da wird auch ethanol gehandelt
welche grössenordnung hat das geschäft in bezug zu mais und weizen und wie hat es sich da gebläht wenn es sich denne gebläht hat.

also freunde und kupferstecher ab an die quelle
wir laden uns also den volumenreport von der chicago board of trade runter /www.cbot.com denn aufm lokus werden die hegdefonds ja die kontrakte nich kaufen


diestimmeausdemhintergrund, Do, 24.04.2008, 17:48

einige richtige Dinge sind schon gesagt worden (speziell im taz Artikel - wenn jetzt wirklich langsam ca. 400 Mio. Chinesen zum regelmässig(er) Fleisch essen anfangen, dann muss das ja irgendwo produziert werden - wobei mir dieses Argument viel zu polemisch ist...).

Aber: vorletzten Sonntag gab's im ORF eine Diskussion wo interessanterweise sich niemand vom Handel dazusetzen wollte, aber immerhin ein Bauer. Und da ist schon deutlich geworden, dass Milchprodukte in A und D nicht wegen dem Chinesen oder einem Hedgefondsmanager teurer geworden sind, sondern schlichtweg, weil Bauern und Handel den günstigen Wind genutzt haben saftige Preiserhöhungen an den Konsumenten weiterzugeben. Der Bauer und der Handel argumentiert natürlich damit, dass er in der Vergangenheit dies so nicht tun konnte (Konkurrenzdruck - geiz ist geil) und jetzt quasi aufholt. Es wurde eine Grafik gezeigt, dass von den Kosten für eine Semmel (Brötchen) idHv 30 Cent der Weizen nur 2c ausmacht - also selbst wenn sich der Preis verdoppelt kann das auf den Endpreis keine derartig hohen Auswirkungen haben.
Aber wenn natürlich jedes Glied der Produktionskette liest, dass durch den Ethanoltreibstoff das Getreide um 20 % teurer wird, dann ist das eine günstige Gelegenheit selbst was drauf zu schlagen und beim Konsumenten sammelt es sich dann dementsprechend.

Hedgefonds sind nicht immer an allem Schuld...Warenterminkontrakte (Commodity Futures) hat es immer schon gegeben und sind eigentlich die "Mutter" vieler Finanzderivate. Schweinebäuche, Orangensaft und Zucker Futures sind nix Neues. Mittlerweile sind diese Märkte allerdings auch über ETFs (Exchange Traded Funds) oder Mini-Future long/short Zertifikate dem Privatkunden zugänglich. Wenn ich lustig bin kann ich mir also das Risiko eines höheren Ölpreises mittels solcher Instrumente im Netbanking vor dem Frühstück absichern.
Hedgefundsmanager sind nicht daran interessiert am Ende der Laufzeit des Terminkontraktes das Underlying (also den Schweinebauch) geliefert zu bekommen, dh. sie schliessen die Position vorher (und machen gegebenenfalls eine neue Position mit einem späteren Termin wieder auf). Wenn ein Käuferüberhang vorhanden ist, der auch am Verfallstag noch gegeben ist, muss also "echtes" Interesse von Produzenten vorhanden sein, der die Ware auch geliefert bekommen will.

Meines Erachtens ist das alles eine Kombination aus tatsächlicher Nachfragesteigerung, Profitgier, Panikmache und Herdentrieb. Alle heizen sich gegenseitig weiter an...


dergrosseziwo, Do, 24.04.2008, 18:30

die sogenannte "stimmeausdemhintergrund" hat das wesen von hedgefonds nich verstanden was ich verstehe weil die das hedge im namen haben.

hedgefonds unterscheiden sich von anderen fonds darin das ihnen nicht vorgeschrieben wird was sie machen dürfen oder was nich. das is alles. sie können wenn sie wollen zu 100% in derivate investiert sein und dann pleite gehen zur begeisterung der anleger.

das hedgen selber is von den fonds völlich verschieden denn es handelt sich um ein sicherungsgeschäft von jemanden der die ware in natura handelt selbst wenn es ratten wären wo ich einen spekulanten am terminmarkt brauche um einen preis in eine zukunft zu kalkulieren.

deutschland is exportweltmeister aber nich zockerweltmeister

der hegdefond kann dieser spekulant sein muss es aber nicht und hat es bis auf einige wenige auch nich getan sondern wirbelte im aktiengeschäft herum was bei der performence in den letzten 6 monaten allerdings die anleger sehr schmerzlich verspüren mussten.


DonDahlmann, Do, 24.04.2008, 18:47

Danke für die vielen Links und Infos. Interessanterweise wird die Sache aber auch durch die vielen Artikel nicht klarer. Es scheint eine Wechselspiel aus einer Art "brownschen Bewegung", Profit und ökologischen Gründen zu sein. Eine richtige Antwort, wie man das stoppen kann, hat auch niemand. Das verstärkt mein Gefühl, dass hier gerade irgendetwas mächtig schief läuft und die Sache schnell eskalieren kann.


dergrosseziwo, Do, 24.04.2008, 19:11

dahlmann unseeliger aaa-blogga ich mühe mich

1.auf den warenterminbörsen wird das angebot und die nachfrage in terminware aus der ganzen welt zusammengefasst. die warenterminbörsen stellen somit zentrale märkte nicht nur eines landes sondern vieler länder dar. es sind weltweite märkte. je grösser die umsätze an einer börse sind, desto genauer reflektiert diese die tatsächliche marktlage, desto wahrer wird der auf diesem markt sich bildende preis sein. die warenterminbörsen begünstigen also die fortlaufende und regelmässige preisbildung, die sich, da terminkontrakte im voraus bis zu zwölf oder mehr monaten gekauft oder verkauft werden, in die zukunft hinein erstreckt.

der preis differiert für eine bestimmte warenqualität an den verschiedenen welthandelsplätzen nur um die höhe der transportkosten, die erforderlich sind, um die ware von einem platz zum anderen zu befördern.
DER WARENTERMINPREIS IST WELTMARKTPREIS

ich hab mich darum chicago herausgepickt weil umsatzmässig da der bär steppt.
die anormale spekulation kann einfach aus dem volumen geschlossen werden wenn man könnte.
futures (umsatz märz 2007 zu märz 2008):

mais - 12,3%
weizen + 21,8%

  1. ergebnis - es findet keine anormale spekulation statt

dergrosseziwo, Do, 24.04.2008, 20:32

2.jezz wenden wir uns dem ethanol zu was da auch gehandelt wird.
weizen für energie muss schuldich sein

+365%

hehe das isses. die gazetten ham ihre schlachzeile. geil.

naja nur muss man das im volumen zu den weizen und maiskontrakten sehen

0,2 %
also das fällt auch aus


dergrosseziwo, Do, 24.04.2008, 20:46
  1. is natürlich die wirklichkeit die keiner hören will und so lässt sich ja auch keine zeitung verkaufen

von 2000 mio tonnen nahrungsmittel wird 700 ans fleisch verfüttert. die schwellenländer ham mehr kohle und wollen mehr fleisch. das heisst weil die erde ja nich endlich is die weideflächen werden vergrössert und der anbau für die grundnahrungsmittel wird verschmälert.

die logische konsequenz is der steigende preis.

ein beispiel
der weizenpreis is auf knapp 1300 hochgeknallt.

der kontrakt bei weizen is um 35 prozent eingebrochen innerhalb eines monats

der kontrakt bei mais is imma noch auf dem höchsten stand

WARUM?

vor tagen kündigte die chinesische Regierung an, den einheimischen Bauern mehr für die Weizenernte zu zahlen. Die steigenden Preise sollen die Farmer dazu animieren, mehr von dem wichtigen Getreide anzubauen. Zudem sollen die Landwirte mit insgesamt 2,9 Mrd. USD zusätzlicher Subventionen unterstützt werden, womit sich die Gesamthöhe der diesjährigen Subventionen auf 10,8 Mrd. USD beläuft. Die kommunistische Regierung sieht die Eigenversorgung mit Getreide als Frage der nationalen Sicherheit an. In den nächsten Jahren könnte China somit sehr viel weniger Weizen auf dem Weltmarkt nachfragen.

was macht also die nachfrage china aus? offensichtlich 35 %

ja abba china is nich das einzige schwellenland


dergrosseziwo, Do, 24.04.2008, 20:52
  1. Deutscher Bundestag
    Ausschuss f. Ernährung, Landwirtschaft
    u. Verbraucherschutz
    Ausschussdrucksache
    16(10)637A
    29.10.2007
    zur Anhörung 12.11.2007
    Harald von Witzke
    Humboldt-Universität zu Berlin

Schaubild 4

der weizenpreis hatte sich von 1980 bis 2000 fast halbiert.


dergrosseziwo, Do, 24.04.2008, 20:58
  1. die chaoten gehen von wie ich den schaubildern immer entnehmen kann von dem niedrigsten preis der tradingrange aus in manipulativer weise weil das so geil is

letzten endes is der maispreis nur um 100% gestiegen von 1980 und da hängen 30 jahre zwischen und von die inflationsrate will ich gar nich reden


dergrosseziwo, Do, 24.04.2008, 21:02
  1. und abschliessender bericht vom zitterwolf

wenn europäische ärsche so weiter fleisch fressen wollen wie heute müssen se doppelt so hohe preise in kauf nehmen
da sind keine geheimnisvollen mächte am werk
keine widerlichen und hässlichen hegdefonds
keine weisen von zion
kein boshafter zitterwolf


_ben_, Do, 24.04.2008, 22:00

was schief läuft?

zitat aus dem tagesspiegel vom 20.4:"Das Ergebnis wären eskalierende Handelskriege und der Zerfall des liberalen Welthandels- und Kapitalregimes. Einmal mehr, so wie vor hundert Jahren, wäre das der Anfang vom Ende der Globalisierung. Auch damals kippte der Trend, weil die Verlierer zur politischen Kraft wurden."

Mit den steigenden Preisen geht die Angst um. Aufstände und Unruhen in Entwicklungsländern sind das eine, Venezuela und aktuell Ecuador (www.tagesspiegel.de) sind das andere. Die Armen haben haben die Schnauze voll und in Ländern mit einem starken Wohlstandsgefälle, wenigen Reichen und vielen Armen knallt es. (zu Venezuele lohnt es sich die deutsche Berichterstattung zu verfolgen, die fahren quasi eine Kampagne gegen "die bösen Kommunisten" die ihre Bodenschätze nicht für einen Appel und ein Ei an uns verhökern wollen).

Man kann in diesem Zusammenhang den Zitterwolf zitieren: "wenn europäische ärsche so weiter fleisch fressen wollen wie heute müssen se doppelt so hohe preise in kauf nehmen"

Nicht umsonst steht neben der Todesstrafe bei der Niederschlagung von Aufständen auch die militärische Sicherung von Ressourcen in der neuen EU-Verfassung die in diesen Tagen durchgepeitscht wird. (und wer denkt: haha wir haben ja noch unser Grundgesetz: die EU-Verfassung bricht dieses...) dahin weht der Wind, wenn auch in Deutschland nicht so scharf wie in anderen Ländern


dergrosseziwo, Do, 24.04.2008, 22:06

ben,

auf welcher insel bist du denn geboren worden?

diese dramatik und endzeitstimmung
dieses bild spiegel und stern zenario

willste mich nen feuerlöscher verkaufen?


_ben_, Do, 24.04.2008, 22:33

der trommelwirbel kommt geschrieben nich so gut, aber freut mich, dass es dir gefällt.


dergrosseziwo, Do, 24.04.2008, 22:36

ben,

es gefällt mich keineswegs weil es is von dummheit geprägt


_ben_, Do, 24.04.2008, 22:38

und man sagte mir noch: nie dem großen ziwo antworten...


dergrosseziwo, Do, 24.04.2008, 22:40

ben,
davon wird die qualität deiner einlassungen aber auch nich besser


ollii, Fr, 25.04.2008, 10:18

Das Problem nennt sich Kapitalismus und die Staaten halten diese Ordnung mit Ihrer Gewalt am laufen. Wenn man sich den Kapitalismus erschließt, wundert man sich nicht über solche "Probleme", denn die sind dieser witzlosen Ordnung immanent, einfach nur Konsequenz. Diese Wirtschaftsordnung war schon immer tödlich. Da etliche Menschen vor gefüllten Lagerhäusern verhungern oder heute "Ernergiefrüchte" in den seit Jahrzehnten ineffizient gebauten Motoren und Zweitwagen verbrannt werden, anstatt schlicht den Aufwand für den weltweiten Bedarf an Lebensmitteln zu organisieren, kann für niemanden ein Zweifel daran bestehen, dass es im Kapitalismus nicht um die bestmögliche Befriedigung Menschlicher Bedürfnissen gehen kann.

Die nachhaltige Intaktheit des Klimas z.B. hat seit bekannt werden der Klimaschädlichkeit durch massenhaften CO2-Ausstoß niemanden der Machthaber interessiert. Erst seitdem Nicolas Stern Ende 2006 angemahnt hat, dass das WACHSTUM der (kapitalistischen) Wirtschaft durch den von ihr selbst indizierten Klimawandel zukünftig wohl Einbußen verzeichnen müsste, sollte man dem Klimawandel nicht entgegensteuern, kam die Politik auf einmal ganz schnell aus den Socken.

Worum geht´s also? Kapitalwachstum. Diesem Ziel hat sich nunmal alles unterzuordnen, auch wenn dabei für die allermeisten Menschen nichts als Knappheit rauskommt und eine versaute Umwelt. Egal wo auf der Welt.

Satt bekommen könnte man prinzipiell alle Menschen. In dieser besten aller Welten aber nur, wenn die ihre Bedürfnisse auch bezahlen können. Nur blöd dass der Lohn für die Bedürfnisbefriedigung generell ein ziemlich schlechtes Mittel ist. So heißt's halt verhungen - obwohl alles da ist, bzw. da sein könnte.


DaveKay, Fr, 25.04.2008, 11:14

Oh Danke ollii!


syberia, Fr, 25.04.2008, 11:46

Einfach, umfassend und nachvollziehbar erklärt wird es da: php.diezuender.de - die Folgen des Zockens mit Lebensmitteln dort: www.spiegel.de


dergrosseziwo, Fr, 25.04.2008, 12:20

ich bin für 2 fleischlose tage je woche in europa und das problem is im griff.
nur da hat es sich blitzartich mit die solidarität mit den darbenden.

das ist so als wollt ich einem blogger wegen dem stromverbrauch einen macmini ans herz legen obwohl er kohle für nen power pc hat


_ben_, Mo, 28.04.2008, 11:08

zu agrarsubventionen, frontex etc.: www.tagesspiegel.de


paul lanon, Di, 29.04.2008, 16:00

Der Spiegelfechter schrieb vor einigen Tagen einen Artikel darüber. Sehr informativ und plausibel finde ich.

LINK


diestimmeausdemhintergrund, Di, 29.04.2008, 17:48

ein mächtiges
r
e
s
p
e
c
t
an den ziwo für sein research. die frage, ob ich weiss was hedgefonds sind lasse ich zu meiner eigenen belustigung jetzt mal beiseite. was in den ausführungen vom ziwo mE nicht zur geltung kommt ist die tatsache, dass die terminmärkte
a) nicht nur den hedgefonds zur verfügung stehen bzw. von diesen genutzt werden und
b) deshalb allein von den umsätzen NICHT auf erhöhte spekulation geschlossen werden kann.

wenn produzenten angst vor steigenden/fallenden preisen haben verstärken sie ihre aktivitäten auf den terminmärkten und erhöhen damit das volumen. der rückschluss auf reine spekulation lässt sich imho allein durch die volumina nicht begründen


dergrosseziwo, Di, 29.04.2008, 21:18

hier erleben wir eine person die fadenscheinich mit viel respekt und puderzucker sich erdreistet folgende behauptunk zu erkühnen:
"der rückschluss auf reine spekulation lässt sich imho allein durch die volumina nicht begründen"

hat das ein zitterwolf behauptet?

"wenn produzenten angst vor steigenden/fallenden preisen haben verstärken sie ihre aktivitäten auf den terminmärkten und erhöhen damit das volumen."

das soll wohl so sein und is unbestritten nur
das wären geringfügige und nachvollziehbare umsätze

die spekulation die gemeint is sind nich nachvollziehbare umsätze und nach denen hat selbstredend der zitterwolf gesucht.

was soll er auch anders machen


bobderdeichmeister, Mi, 03.09.2008, 11:12

und jezze ma eine kurze nachbetrachtunk:

der weizenpreis hat sich als das hier erörtert wurde bis jezze fast halbiert


bobderdeichmeister, Mi, 03.09.2008, 15:33

und wie erging es so den fonds in den letzten paar monaten?

US-Fonds gibt auf
Die Verluste waren zu groß: Ospraie Management muss einen milliardenschweren Rohstofffonds schließen. Das bedeutet auch neues Ungemach für die US-Bank Lehman Brothers - sie ist mit 20 Prozent an Ospraie beteiligt.

Fonds-Gründer Dwight Anderson teilte den Schritt am Dienstag in einem Schreiben an die Investoren mit. Ospraies Fonds, Ospraie Fund, hatte im August durch Verluste im Energie-, Bergbau- und Rohstoffsektor 27 Prozent an Wert verloren.

Anderson sagte, er sei tief enttäuscht. "Nach neun Jahren Bemühungen, ein guter Manager Ihres Kapitals zu sein, tut mir dieses Ergebnis sehr leid."

hätte er den zitterwolf gelesen aber dann hätta ja trotzdem alles besser gewusst

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