Vielleicht werde ich ja alt, vergesse Dinge oder hab irgendwas verpasst. Aber warum streitet man sich in der SPD über mögliche Koalitionen mit der "Linken", wenn man in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern seit Jahren zusammen an der Regierung ist? Und zwar nicht "toleriert" sondern als richtige Koalition? Muss ich das verstehen?

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dampfbadbiber, Do, 28.02.2008, 16:20

Links ist nicht gleich links. Die im Osten sind die Guten. Die haben schon vor der Wende mit der SPD deutsch-deutsche Grundsatzpapiere verabschiedet. Die im Westen sind die Bösen. Kommunisten, Verräter, Sozialromantiker.


schmerles, Do, 28.02.2008, 16:40

Im Osten war das schon mal einheitlich geregelt. So erklär ich mir das.


schwarzmaler, Do, 28.02.2008, 17:47

Was die Schmuddelkinder im Osten dürfen ist noch lange nicht erlaubt in den Westländern.


haake, Do, 28.02.2008, 22:46

Hier in Niedersachsen gab es nach der Landtagswahl die "Forderung" einer Linken-Abgeordneten (über Linkeliste gewählt aber DKP), etwas Stasiähnliches wieder einzuführen, gegen die reaktionären Kräfte o.ä. Die Mauer war auch nicht schlecht und könnte wieder her. Inzwischen parteilich ausgeschlossen, glaub ich. Sowas gibts halt auch.


alms, Mi, 05.03.2008, 08:35

Kleine Berichtigung: In Mecklenburg-Vorpommern war man zusammen an der Regierung, inzwischen gibt es wieder eine große Koalition, obwohl Rot-Rot rechnerisch weiter möglich wäre.

Meines Erachtens eine vernünftige Einstellung, die Regierung ist dazu da, Sachaufgaben zu erledigen. Danach sollten Koalitionen gebildet werden, nicht aus ideologischen Gründen.

Wobei die PDS-Leute im Osten natürlich wirklich pragmatischer erscheinen, immerhin haben sie ja jahrelang schon einen (teilweise sehr autoritären) Staat geleitet, da ist man das Regieren gewöhnt. Putzig an der ganzen Diskussion jetzt ist ja auch, dass Berlin-West offenbar schon an den Osten verlorengegangen ist.

Ich komme aus dem Osten und kann den Westen nicht so richtig einschätzen. Ich habe nur das Gefühl, dass der Antikommunismus eine der tragenden Säulen der Bundesrepublik war. Das merkt man noch. Ironischerweise kam und kommt dieser Impuls ja auch vollkommen ohne Kommunisten aus. Von daher wäre es für die Einheit dieses unseres Landes vielleicht gar nicht schlecht, wenn "die Kommunisten" auch mal in einem "westdeutschen Flächenland" mitregieren würden.

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