Ich unterbreche meine immerhin schon vier Tage andauernde Blogpause, da ich offenbar nicht allein bin, mit meinen Fragen an die Blogszene

Dirk Olbertz macht seinen Counter "blogscout.de" dicht. Das kommt einerseits etwas überraschend, andererseits kann ich die Gründe, die die er anführt vollkommen nachvollziehen. Sie entsprechen im Grunde denen, die mich im Moment dazu bewegen, dieses Blog mal ruhen zu lassen. Er beendet sein Projekt, weil es nicht der Wegweiser in der Blogszene werden kann, den er sich wünscht, ich pausiere, weil ich mich nach ziemlich genau 5 Jahren Antville und insgesamt sechseinhalb Jahren Blogtätigkeit frage, ob die Art und Weise, wie ich mein Blog führe und wie ich die Blogszene sehe, überhaupt noch a)zeitgemäß ist, und b) Sinn macht.

Damit meine ich nicht den Umstand, dass sich jemand hinsetzt, etwas aufschreibt und ins Netz stellt. Das halte ich weiterhin für eine Idee, die man nicht verbessern kann. Mir geht es einerseits um die Technik, andererseits darum, was das Ganze überhaupt bringt. Vielleicht liegt meine momentane Abneigung gegenüber der Blogosphäre auch daran, dass ich a) in diesem Jahr ein wenig überarbeitet bin und b) ich eben schon so lange dabei bin. Jedenfalls wundert mich der Zustand und der Umgangston in der deutschen Blogszene. Es gibt einfach zu viele Leute, bei denen man den Gedanken hat, das von Matt und Jörges vielleicht doch Recht hatten. Und es sind zu viele Blogs wie f aufgetaucht, dessen Inhalt anscheinend einfach nur darin besteht, sich als Held darzustellen, um den Menschen mal zu erklären, wie es richtig funktioniert, alleine aus dem Grund, um sich über andere zu stellen zu können. Und es sind zu viele Blogs aufgetaucht, in denen es nur noch darum geht zu nörgeln. Ich habe ca. 250 Blogs deutschsprachige Blogs abonniert, und in vielen geht es zu, wie am Reklamtionsschalter eines schwäbischen Möbelhauses. "Da ist Farbe abgeplatzt!", "SIE HABEN EINE NUSS ZU WENIG GELIEFERT!!!1!", "Das nennen sie ein Spaltmaß?". Es wird genörgelt und es werden andere Blogger mal offen, mal weniger offen beschimpft. Meist mit dem Ziel, mal wieder selber ein paar Klicks zu bekommen. Es geht vielen nicht mehr Austausch, sondern nur daraum eine Meinung zu postulieren und wenn dafür jemanden ans Bein pinkeln muss, dann ist das eben so und der andere hat es auch nicht besser verdient. Das die ersten Abmahnungen zwischen Bloggern aufgetaucht sind, wundert mich zwar nicht, macht mich deswegen aber auch nicht glücklicher, sondern eher panisch, weil wir ja noch Sommer haben und der Herbst/Winter, in dem traditionell mehr im Netz los ist, erst noch kommt.

Wie gesagt, kann ja sein, dass meine Beobachtung auch meiner allgemeinen Müdigkeit geschuldet ist. Aber stelle ich mir halt gerade die grundsätzliche Frage, was ich mache möchte. Microblogging? Eine Art automatisierter Bookmarkfeed? Oder alles vergessen, komplett wieder ins "private" gehen und ab und an Katzenbilder online stellen? Oder vielleicht alles zusammen? Ach, das geht nicht, weil das "Image" ja heute wichtig ist. Und man wird ja allerhöchstens als "schrullig" bezeichnet, wenn man zwischen Bildern, Reiseberichten, Kochrezepten auch mal was über das neue "Links" schreibt. Um glaubhaft zu sein, muss man sich schon entscheiden. Dabei dachte ich immer, dass Blogs gerade genau das ausmacht, dieser Mix.

Naja, mal sehen, was mir so einfällt. Deswegen gehe ich jetzt wieder in meine Nachdenkecke. Danke für die Aufmerksamkeit.

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creezy, Mo, 27.08.2007, 21:18

Ha, wenn ich seit fünf Jahren dieses Wahnsinn mitgemacht hätte, dann hätte ich jetzt aber noch 'nen bisschen mehr als nur einen Blogblues in der Nachdenkecke.

Keine Ahnung, wenn ich bisher mal meine „was soll's eigentlich Momente“ hatte, dann habe ich mich kaum umgedreht und doch wieder etwas gefunden, was „raus“ musste. Das Problem ist eher, dass der Bloghorizont doch so weit aber auch so interessant ist, das man sich langsam so überfordert fühlt wie im Buchladen: zuviel Angebot, man will trotzdem alle Bücher haben und weiß, in dem bisschen Lebenszeit sind sie alle nicht zu bewältigen.

Und Image ist echt so was von schnurz! Na gut, in meinem Alter vielleicht. Vielleicht sollte wieder mehr offline aus Blogs gelesen werden, dazu muss ja auch Inhalt geschaffen werden. Nicht nur so Diss-Content.

Im übrigen hast Du noch kein Pflaumenkuchenrezept in dieser Saison gebloggt und ich würde mir wirklich von Dir mal etwas mehr Wellensittichcontent wünschen. ,-) Du siehst, die Anforderungen steigen.


DaveKay, Mo, 27.08.2007, 21:19

ach kommen sie!
1) sie sind zu lange dabei um die Imagenummer ernst zu nehmen.
2) Die Nörgler gab es schon immer flöt
3) Das hat sie früher auch nicht interessiert.
4) Drüber reden aufzuhören war schon sehr viel früher doof ;)

Was stimmt, wir wären nie auf die Idee gekommen uns gegenseitig abzumahnen, ja.


sknecht, Mo, 27.08.2007, 21:43

Ich verstehe Sie. Alles wahr und nichts beizugeben. Es macht keinen grossen Unterschied, ob man nun blogt oder es bleiben lässt. Nicht mehr. Phantomschmerzen haben ein Ende.

Das gefühlte Dabei sein, das ist für die Digitaltonne.

Schreiben Sie, wann Ihnen danach ist.

Ich schau nicht mal mehr, wer liest. Obwohl wir hinreichend berühmt wären. Waren.

Angenehm egal.


ziwo, Mo, 27.08.2007, 21:47

blogs sind eine schmierenkommödie der persönlichen eitelkeiten sonst nix

die sind selbst zu unfähich ihren stromversorger zu wechseln


simon columbus, Mo, 27.08.2007, 23:17

Die Art und Weise des Bloggens ist dann sinn- und zeitgemäß, wenn sei DIR Spaß macht. Sich über andere aufzuregen muss manchmal sein. Aber man sollte sich nicht an ihnen messen - weder im Guten, noch im Schlechten. Manchmal sind Scheuklappen doch die Wegweiser zum Erfolg - denn Erfolg ist immer die eigene Zufriedenheit.

(a la Karl Krauss: "Einsamkeit wäre der perfekte Zustand, wenn man sich die Menschen aussuchen könnte, die man meidet)


meonly, Mo, 27.08.2007, 23:32

"Ach, das geht nicht, weil das "Image" ja heute wichtig ist."

Wem?

"Dabei dachte ich immer, dass Blogs gerade genau das ausmacht, dieser Mix."

Ja und? Dann denken Sie das doch einfach weiter und überlassen dieses neumodische Glaubwürdigkeitsdings den selbsternannten Blog-Wissenschaftlern ;o).


kris, Mo, 27.08.2007, 23:33

ich habe den counter zwar nie benutzt

aber die ganzen selbsternannten problogger-, seo-, ego-, affiliate- und ad-bloggern gehen mir auch tierisch auf den sack. genauso wie die, die glauben, als blogger wären sie automatisch gegenöffentlichkeit. aber was will man machen?


roland, Mo, 27.08.2007, 23:48

"Es gibt einfach zu viele Leute" Punkt, alles wesentlich zusammengefasst.


matidio, Di, 28.08.2007, 08:46

Wie jetzt? Blogs spiegeln das tägliche Miteinander in der realen Welt wider? Wer hätte das gedacht ...
Das war doch abzusehen oder hat einer geglaubt die Blogszene sei eine bessere Welt?

'Tschuldigung, aber das klingt jetzt alles ein bisschen zu sehr nach Midlifecrisis und Kollektivselbstmord als Konsequenz.

Im reellen Leben muss man auch mit der Präsenz von Nörglern, Idioten und sonst wem auskommen und auch damit, dass sie ein gewisses Mass an Aufmerksamkeit genießen, ansonsten müsste ich meine Existenz jeden Tag an dem Bild erscheint in Frage stellen. Wenn man die eigene Daseinsberechtigung vom Drumherum abhängig macht läuft grundsätzlich was falsch, bei sich selbst, aber nicht in der Welt/Blogszene.

Jedenfalls hat sich was geändert, in den letzten Jahren, etwas was nicht wieder rueckgaengig zu machen ist, das ist der Punkt. Man muss das Gesamtbild sehen, wie immer. Willkommen im Leben.


kris, Di, 28.08.2007, 09:04

müssen muss man gar nix, herr matidio.

ich habe auch schon websites, aber auch eine clubveranstaltung dicht gemacht, weil sie die faschen leute angezogen hatte und ich dann keine lust mehr hatte. man ist ja nicht verpflichtet, sich für die idioten zum affen zu machen. außer man braucht die kohle dringend.


DaveKay, Di, 28.08.2007, 09:07

haha. Herr Kris, sie sollten unbedingt mal einen umfassenden Artikel über SEO und Co. schreiben. Ich glaube, da hätten wir lange Spaß dran.


textkoch, Di, 28.08.2007, 09:20

Das Glück liegt in der Nische

Ich bin ja erst seit 20 Monaten aktiver Blogger. Aber selbst in diesen 20 Monaten hat sich viel verändert. Vielelicht wird aus Kleinbloggersdorf so langsam Großbloggersdorf, mit all dem was so ein Einwohnerzuwachs an Stress mit den Neuen so mit sich bringt. Das Spektrum der Verhaltenformen erweitert sich und wo es früher gemütlich zuging, gibt es jetzt auch Geschäftemacher und Klagehansel.

Ich persönlich schwanke immer zwischen dem, was ich will.

Die ursprüngliche Idee meines Blogs geografitti.de war, einen deutschsprachigen Blog für die kleine Szene der Geoinformatik in Deutschland zu schreiben. Und zwar mit den Themen, die sich in den Fachzeitschriften nicht finden, die Skurilitäten des Fachgebiets mal aufspießen, einen ironischen Blick auf diese Szene am Schnittpunkt von Wirtschaft und Wissenschaft werfen und als unabhängiger Blogger, der von diesem Medium nicht leben kann und will auch jene Kritik einfließen lassen, die die anzeigenabhängigen Fachblätter nicht liefern. Und ab und an vielleicht mal was anekdotenhaftes oder gar Privates.

Nach 20 Monaten glaube ich in der angepeilten Mikroszene mein Ziel erreicht zu haben. Konservativ ausgewertet sagen meine Logfiles, ich habe ich so rund 1500 bis 2000 treue Leser. Gegenüber den Auflagen der seit rund zehn Jahren etablierten Fachzeitschriften mit 6000 bis 10.000 Lesern je Ausgabe finde ich das für eine nebenbei erstellte Oneman-Show nicht schlecht. Ich kriege wenig Kommentare aber viele E-Mails. Die Szene kommmuniziert nicht so gern öffentlich.

Zwischendurch packt mich allerdings der Ehrgeiz. Dann will ich auch bedeutende Dinge schreiben und gesellschaftlich relevant werden oder besonders witzig sein oder endlich von den langjährigen Bloggern wahrgenommen und zitiert werden. Aber meistens läuft mir der Blog dann thematisch aus dem Ruder oder ich verliere mich in stundenlangem Blog-Gesurfe und verliere jeden inhaltlichen Faden. Also konzentriere ich mich wieder auf mein Fachgbiet und unterdrücke den ein oder anderen Schreibimpuls über dieses und jenes, was ich auch noch interessant finde. Ich glaube daher, das Glück liegt in der Nische. Und ich selbst schätze mittlerweile Blogs zu großen oder kleinen Fachgebieten, die immer mal über den Tellerand blicken und so anders sind, als die jeweiligen Fachorgane. Die in ihrem Beritt auch mal etwas Mediawatch betreiben und die Persönlichkeit des Schreibers nicht verbergen. Und mir so vielleicht Zugang in Fachgebiet verschaffen, die ich sonst nie betreten hätte. Das GT-Blog ist so einer, ebenso lawblog und finblog. Und seit jüngster Zeit auch der bestatterweblog und der shopblogger und. und, und.

Eigentlich gibt es keinen Grund zum Schwarzsehen.


silkas, Di, 28.08.2007, 10:05

was soll ich denn dann sagen als graue maus, die auch schon 4 jahre dabei ist, und nur ansatzweise gelesen wird weil die qualität nicht dem entspricht was die blogclique lesen möchte. zu einfach, zu langweilig.


tknuewer, Di, 28.08.2007, 10:08

Diesen Blog-Blues kenne ich auch. Bisher kehrte er immer im Februar und August ein. Legt sich aber auch wieder.

Wir viel gelesenen Blogger, die wir uns in immer gleichen Zirkeln an anderen Orten treffen, vergessen aber oft, dass es auch eine andere Blog-Welt gibt. Durch mein privates Blog, das ich mit Freunden betreibe, (ACHTUNG WERBUNG: gotorio.squarespace.com ) habe ich mich überhaupt zum ersten Mal überhaupt im Feld der Koch- und Wein-Blogs bewegt. Die prügeln sich nicht, sondern schreiben tolle Texte.

Vergessen wir also nicht: Neben unseren übersteigerten Egos gibts so viele Menschen, die einfach Lust auf Kommunikation haben. Vielleicht sollten wir uns häufiger ein Beispiel an denen nehmen.


bov, Di, 28.08.2007, 11:12

Wenn du mal wieder denkst "Das blogg ich!", lass einen zweiten Gedanken folgen: "Ich kann es auch sein lassen." Lass den Gedanken auf dich wirken. Ruhe ... ommm ... Zeit ... ommm ... - Pupillen, die ganz allmählich wieder rund werden.
Mach das ein paar Wochen lang. Du wirst gelegentlich noch andere Blogs lesen. Es wird dir vorkommen, als ob du eine Tarnkappe auf hättest. Nach ein paar Monaten erscheint dir der Gedanke absurd, jemals Teil dieser bizarren Szenerie gewesen zu sein. Diese Ruhe ... ommm ... diese Zeit .... ommm.

Wiedereinstieg: ein einfaches Kochrezept (Reibekuchen). Paar Tage später noch eins (Reibekuchen mit Apfelmus). Dann sind alle Leser weg, und du kannst neu anfangen.

Kris und Roland bringen's auf den Punkt: Man muss nix müssen und es gibt zu viele Leute. (Grade im Netz gibt es ja wahnsinnig viele Leute. Und wahnsinnig viele Wahnsinnige! Auf engstem Raum!)


matidio, Di, 28.08.2007, 11:39

Ach Herr Kras

nirgendwo hab ich geschrieben, dass man muss. Ich hab gesagt, dass die Motive fuer mich nicht schluessig sind, dass es da draussen Idioten gibt und der Umgangston rau ist und nicht den Fakt, dass man die falschen Leute anzieht.
Wenn Sie die falschen Leute angezogen haben, dann mag das unter Umständen auch am falschen Inhalt gelegen haben und dann ist es vielleicht auch besser, dass Sie dicht gemacht haben.


kris, Di, 28.08.2007, 11:55

das sind ganz normale zyklen

sachen sind erst ein insiderding, dann werden sie bekannter, irgendwann mainstream und am ende bleiben nur noch die trottel übrig.


dings, Di, 28.08.2007, 12:36

es ist einfach falsch, für statistik, zugriffe, viele leser, popularität zu bloggen - jedenfalls wenn man was authentisches will. wieder so wie vor 3, 4 jahren - da war alles gut. es ist sicher kein verbrechen, und es kann einem ja auch "unverschuldet" zufliegen, dieses topblogger-dings, oder einfach ein bisschen mehr aufmerksamkeit als die üblichen 5 stammleser, dann steckt man auf einmal drin. aber davon wird es meist nicht besser, das bloggen (wenn man sich nicht gerade auf ein bestimmtes thema fokussiert, wie technik, recht, kochen etc.)

die statistikdiät wäre vermutlich sehr hilfreich. und auf klugscheißer- und wichtigtuer-events zu scheißen (vorübergehend, meine ich). wir sind alle nur eine ganz kleine nummer - nur dass die in den 100-topblogs usw. noch lächerlicher wirkt.

einfach wieder runterkommen, everyone to count as one, und schenkelklopfer bitte draußen bleiben - muss man sich täglich immer wieder sagen. menschlich und authentisch bleiben rulez.

und richtig: am ende gewinnen die trottel. allerdings überall - deswegen springen wir ja nicht sofort von der teppichkante.


saxanasnotizen.blogspot.com, Di, 28.08.2007, 13:17

Mich haben deine Beiträge sehr interessiert. Schade, wenn sie nicht mehr geschrieben werden. Irgendetwas muss dir doch beim Schreiben Spass gemacht haben. Mehr muss nicht sein.


stackenblochen, Di, 28.08.2007, 16:26
  1. Der Bov hat Recht. (hat er häufig)
  2. Pseudonym woanders weiterzuschreiben, finde ich eine interessante Option.

l-9, Di, 28.08.2007, 16:35
  1. meine Sicht als Konsument

Mir haben hier immer diese traurig schönen und teilweise skurrilen Geschichten gefallen, einsame Weihnachtsfeiern, Lorbeerkranzmädchen, Nacht(bar)geschichten. Aber das muss man halt auch erst mal erleben. (wer hat mal gemeint, er schnappt dir die Freundin weg, damit wieder traurige Geschichten kommen? Mequito? ;) )

  1. Meine Sicht als Co-Blogger

Gerade wollte ich beginnen "Ich als Newbie".
Aber zu meinem Erschrecken muss ich feststellen, ich mache das jetzt auch schon seit ein paar Jahren. Mein Glück ist, denke ich, dass ich dieses Blogdingens immer eher als angenehmes Contentmanagementsystem gesehen habe und zum Bloggen auf der Suche nach einem solchen gekommen bin. Ausserdem habe ich in meinem Leben schon die eine oder andere Szene entstehen, wachsen und sterben gesehen - daher habe ich es zwar am Anfang nicht so euphorisch betrachtet wie manch anderer - muss jetzt aber andererseits auch nicht "trauern".

Grundsätzlich: Das was ich mache, mache ich zwar ohnehin. Ich hab meine nahe Umgebung immer schon mit doofen Zeichnungen beglückt.

Aber: Das schöne am "Onlinestellen" und "Leser haben" ist, dass man den permanenten Arschtritt hat, mehr zu tun. Ich denke ohne diese Motivation würde ich, faule Sau, die ich nun mal bin, einen Bruchteil gemacht haben. Meine Tümmler hätten zwar keine Flossen mehr, aber sie wären nach wie vor halslos!

Meines Erachtens sehr wichtig - nicht am Bloggen sondern am Netz: dieses gemeinsame onlinestellen, an Themen arbeiten, diskutieren - es erweitert unseren Horizont, verbessert unsere Fähigkeiten und bringt uns auf diese Art und Weise alle weiter!

Das ist es, was ich am Netz liebe. Immer noch, seit 1996 und zuvor. Die Randerscheinungen kann man ja ausblenden.


reptilienfonds, Di, 28.08.2007, 16:39

Ach, lieber Don: Irgendwas ist ja immer.


DonDahlmann, Di, 28.08.2007, 17:05

Ich hab ja nicht gesagt, dass ich aufhören will. Aber ich überlege, welche Form des Bloggens ich für mich in Zukunft haben will. Ich habe in den letzten Tage einige sehr interessante Gespräche mit anderen Bloggern geführt, die Kern alle darauf heraus gelaufen sind, dass man dem Bloggen vielleicht eine neue Richtung geben muss. Wie gesagt, das Konzept des Schreibens, ob literarisch oder wie auch immer, steht nicht zur Diskussion, eher die Aufarbeitung. Ich habe nicht die Lust am Schreiben in Blogform verloren, frage mich aber, wie man für sich selbst und auch die Leser, die Form des Blogs anders gestalten kann. Vernetzung ist da ein Stichwort, weswegen ich das Rivva Portal gerade mit großem Interesse verfolge, aber auch Microblogging durch Dienste wie Twitter, Jaiku oder Pownce, die im Grunde wieder einen Schritt zurück sind zum ehemaligen Kern des Bloggens. Ich wälze da etliche Ideen, von denen keine im Moment auch nur ansatzweise spruchreif sind.

Es ist also bei mir eine Mischung aus Blogblues, aber auch der Erkenntnis, dass, will man die Position von Blogs im Netz weiter stärken, etwas verändern muss, wenn Blogs nicht auf die Ebene von Heise- der Usenetforen absinken sollen.


mark793, Di, 28.08.2007, 18:24

Was heißt hier "absinken". Waren Blogs denn je so viel doller? Falls ja, weiß ich nicht, ob irgendwelches Getwitter oder andere Formen der Festnetz-SMS die Lösung für das Problem sind, dass die Bloggerei, wie wir sie kennen, womöglich am Scheitelpunkt ihrer Leistungskurve angekommen ist.


mspro, Mi, 29.08.2007, 01:34

Wenn alles gutgeht

dann ist das das Ende der Blogosphäre. Kritische Masse überschritten. Kernspaltung.

Gut, weil das m.E. endlich den Aufstieg der vielen Blogosphären ermöglichen würden. Das unzälbare Gewusel, das keinen singular Artikel - vielleicht nicht mal mehr einen Begriff - verdient hat, bzw. noch braucht. Da sehe ich die Zukunft und das Potential des Bloggens.


le docteur, Mi, 29.08.2007, 03:37

Aus Überarbeitung folgt mitunter Weltschmerz - bei Don Blogschmerz. Ich gebe zu bedenken:

  1. Oft hat eine Neuorientierung etwas sehr Gutes. Vielleicht gibt es ja ein neues Thema - oder einen neuen (Schreib-)Stil, der das Bloggen für Don wieder interessant macht.
  2. Es gibt nicht so viele Blogs von Autoren, die so gut und differenziert schreiben können. Falls meine Stimme zählen sollte, stimme ich entschieden GEGEN eine übermäßig lange Blogabstinenz von Don Dahlmann.

Mal davon abgesehen, dass Bov und andere Recht haben: Don Dahlmann ist ein wichtiger Teil von Blogs als Gegenöffentlichkeit.


bov, Mi, 29.08.2007, 09:08

@ holgi: schade, dass du nicht "immer" geschrieben hast ;-)


chat atkins, Mi, 29.08.2007, 09:21

morgenland, Mi, 29.08.2007, 11:59

Man darf Müdigkeit, die niemals mehr vollkommen verschwindet, weil der Alltag zuuuuviel fordert, nicht unterschätzen und dennoch kann ich Deinen Zeilen oben nur zutiefst zustimmen. Ich habe schon öfters überlegt, ob ich mal einen Beitrag darüber schreiben soll, habe es bisher aber immer gelassen, weil ich selber noch nicht sooooo lange blogge. Dazu gekommen bin ich vor allem, weil die Stimmung untereinander ungewöhnlich war. Man ging behutsam miteinander um und war geduldig. Für mich, der sich schon Online herum trieb, als es noch gar kein WWW gab, war das eine unendlich erfrischende Erfahrung. Es fühlte sich seinerzeit an wie eine Neugeburt und ganz so, als hätte man mir ein neues Medium geschenkt und damit eine Welt aufgestossen. Aber, das klingt alles so melancholisch ..

Ich will nach vorne sehen! Ich freue mich auf eine idealerweise immer bunter werdende BlogWelt. Ich freue mich darauf, dass sich 'alte' (Print)Medien endlich über die neuen Kollegen freuen und sie nicht niedermachen. Ich freue mich auf neue technische Hilfsmittel, die immer mehr dahin gehen, dass man nicht mehr Techniker sein muss, um etwas ins Netz zu stellen und ich freue mich immer wieder neu auf einen kollegialen Umgangston und darauf miterleben zu dürfen, dass erfahrenere Geeks Newbies geduldig die neuen Möglichkeiten zeigen. Auch die heutigen Geeks waren irgendwann mal Newbies. Erinnert Euch daran! Und noch was: Ich habe es schon einmal erleben müssen, dass der Umgangston rauher wurde und Leute begannen, sich richtig wichtig zu fühlen. Heute kennt man die Zeit als die Zeit der ersten 'DotCom' Blase. Es waren nicht nur die bösen Geldgeber, die seinerzeit was grundsätzlich Gutes kaputt gemacht haben. Es waren auch die Leute, die plötzlich 'was Besseres' sein wollten als andere. Lasst nicht zu, dass dies schon wieder der Anfang vom Ende ist. Es gibt noch soooooo viel zu erleben und zu entdecken ..


oliverg, Mi, 29.08.2007, 16:54

ich finde du bist ungerecht

gegenüber schwäbischen möbelhäusern... ;)


anlegen, Mi, 29.08.2007, 20:25

Schrulligkeit kann doch auch ein nettes Image sein ... Was spricht gegen den Mix?


chat atkins, Fr, 31.08.2007, 15:38

irgendetwas-titus54, Fr, 31.08.2007, 23:13

Bloglife crisis

Hi,

ich hab bisher nur mal sporadisch reingeguckt hier.
Es ist schon wichtig, dass man weiß warum.

Für wen man schreibt.
Warum man schreibt.
Ob man persönliche Ziele hat.
Politische. Finanzielle. Was auch immer.

Deine negativen Erfahrungen mit den Prolo-Blogs finde ich sehr bedauernswert. Selbst in der Virtualität holt einen die Realität ein.

Wer guten Willens ist,
wer eine altruistische Einstellung hat,
ein positives Menschenbild,
der sollte Feedback bekommen,
das sie oder ihn bestärkt weiterzumachen.

Ich wünsche eine gute Entscheidung.
Eine, die weiß, warum sie so getroffen wurde.

LG, Ulf


goetzeclan, Sa, 01.09.2007, 16:15

Meine Besucher heute: 24 (Stand 16:00 Uhr)
Meine Besucher gestern: 29

Schreibe ich für meine Besucher?
Sind ja nicht so viele.

Ist mein Blog deswegen "schlecht"?
Weiß ja kaum keiner, das es mich gibt. Wer will das also sagen?

Liegt es am Image? An meinen Texten? An meiner Meinung? An der fehlenden Relevanz meiner Beiträge?

Höre ich deswegen auf mit bloggen? Oder weil andere sich verbal rumprügeln? Oder weil viele Kollegen lieber reklamieren anstatt zu installieren?

Nee. Ich schreibe, weil ich meine Gedanken rauslassen will. Ich könnte sie auch ausdrucken und an die Heckscheibe meines Autos kleben (dann würden es möglicherweise mehr Menschen sehen).

Ich schreibe, weil ich in der Hauptschule eine fünf in Deutsch hatte und das überwinden will. Ich schreibe, weil sich vielleicht jemand für das interessiert, was ich schreibe. Gestern erst wieder 29. Da freue ich mich.

Herr Don. Machen Sie den "Don" eine kleine Weile zu und versuchen Sie es anderswo als "Peter" noch mal genau so, nur ganz anders. Sie werden sich wundern …


jimmy.lightning, Mo, 03.09.2007, 22:23

Vor 10 Jahren waren es einfach off-line Besserwisser.

Hm, welche soziale Gruppen feiern eigentlich sich selbst so frenetisch wie die Blogger?


jeanluc, Di, 04.09.2007, 10:56

Ich verstehe die Argumentation nicht.

Wenn man weniger Lust hat, wie soll man das erklären und warum.

Wenn es früher besser war, aber viel weniger Blogs gab, wieso stört das dann, wenn heute super viele Blogs da sind und sich darin aber ganz andere Leute tummeln. Muß man ein nennenswertes Bestandteil dieser "Szene" sein. Wie lang muß man ein und dasselbe gleich gut mögen?

Grad bei modernen Medien und Kommunikationsmethoden ist doch klar, daß alles einem schnellen Wandel und einer nicht vorherzusehenden Dynamik erliegt. Das finde ich nicht schlimm und es nimmt kaum Wunder.


kris, Di, 04.09.2007, 11:11

ich verstehe die argumentation

als ich angefangen hatte, war ein blog für mich sowas, was heute tumbleblog heißt, also links und kurze kommentare. damals fand ich blogs gut, weil sie interessantes zu tage förderten, was man über suchmaschinen (google habe ich erst später durchs bloggen kennengelernt) nie gefunden hat. wir verstanden uns als filter im netz, websites, die gutes hervorkramen.

seit einigen jahren sehe ich keinen sinn mehr darin, als trüffelschwein unterwegs zus ein. es gibt leute mit mehr zeit, die das besser können. es gibt delicious und es gibt gute suchmaschinen.

weiterhin sind blogs inzwischen websites, in die man regelmäßig essay reinschreibt. mir persönlich liegt das nicht. i'm a lover, not a writer. und wenn ich die missverständnisse in den kommentaren hier lese, dann scheint keiner mehr ernsthaft essay zu lesen.

ist doch logisch, wenn man sich dann fragt, wie man weiter machen will.


svarupa, Mo, 10.09.2007, 23:52

zeitgemäß ist das, was im augenblick stattfindet... es hat alles seine berechtigung, auch eine blogpause, oder das nachdenken über: "wieso, weshalb, warum". mir persönlich geht die blogosphäre am arsch vorbei... ich will einfach nur buchstaben schreiben, die das gehirn loswerden will. ein reflektieren der zeit...

irgendwann werden die menschen schreiben: "ja, da gab es doch die, wie nannten die sich gleich?... ja genau, blogger. ein blog hat zum austausch von informationen, erfahrungen und gedanken gedient... später waren es auch private tagebücher, die öffentlich geschrieben wurden. das waren überhaupt die besten, weil man an den ganz privaten gedanken anderer menschen beteiligt war, man konnte so an ihrem leben teilhaben".


kleinesf, Fr, 21.09.2007, 16:24

Die Qualität der führenden Blogs trägt einfach nicht.


supatyp, Mo, 24.09.2007, 15:48

10 backklicks vonner süddeutschen ist aber auch was mager

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