Ich gebe gerne zu, dass ich ein harmoniebedürftiger Mensch bin. Diskussion ja, auch, wenn es sein muss, mal lauter, aber im Grunde mag ich keinen handfesten Streit, vor allem dann nicht, wenn er ins persönliche abrutscht. Ich mochte schon immer das Motto, dass jeder seine Meinung haben soll, solange er sie niemanden aufzwingt. Und auch wenn man fundamental anderer Meinung ist, und glaubt, der andere sei jetzt aber dann doch wirklich sehr doof, bedeutet dass noch lange nicht, dass man denjenigen persönlich angeht. Ich bin sehr gut, wenn es ums ignorieren geht, und Menschen, mit denen ich keinen Konsens herstellen kann, ignorier ich halt und es macht mir noch nicht mal Mühe.

Deswegen war die re:publica eine sehr feine Veranstaltung. Ich musste nur sehr wenige Menschen ignorieren, und mit den Menschen, mit denen ich irgendwann mal eine Auseinandersetzung hatte, die nicht so richtig geklärt war, habe ich gesprochen und die Dinge, so hoffe ich, geklärt. Allein dafür haben sich die drei Tage gelohnt,

Ich gebe Frank, dessen Meinung ich jetzt mal stellvertretend für einige andere gleichlautende hier verlinke, aber auch durchaus recht, dass der Kongress inhaltlich ein wenig darunter litt, dass es zu viel Harmonie gab. Allein das Thema "Werbung" hätte es verdient gehabt, dass man es kontroverser angeht. Aber dass dies nicht geschah lag nicht an Willen derjenigen, auf einem Podium als Quasi-Verantwortliche die Kommerzialisierungstendenz der Blogszene auf sich zu nehmen, sondern an der Abwesenheit derjenigen, die mit guten Argumenten sich dagegen wenden.

Der Eindruck, dass es halt leichter ist, hinter der eigenen Firewalll zu bloggen, anstatt sich in eine persönliche Diskussion zu begeben, bleibt da halt haften. Von denjenigen, die sich in den letzten Wochen in diversen Einträgen und Kommentaren zu Wort gemeldet haben, und die die Befürworter von Werbung in Blogs teilweise persönliche massiv angegangen sind, hatte kein einziger die Eier, in Berlin persönlich aufzuschlagen. Während die einen auf einer öffentlichen und durch die old media durchaus skeptisch beäugten Bühne saßen und sich der Kritik gestellt haben, zogen die Kritiker es vor, lieber aus der Ferne ihre Meinung zum Besten zu geben. Von der Kritik an den Kritikern möchte ich als einzigen Don Alphonso ausnehmen, weil er oft genug bewiesen hat, dass er seine Kritik auch im persönlichen Gespräch äußert. Eine Auseinandersetzung zwischen Sascha Lobo und ihm, hätte dem Kongress sicher eine netten Kick gegeben.

Das es keine großen und massiven Auseinandersetzungen gegeben hat, war aber vielleicht auch gar nicht so schlecht, denn es entwickelte sich eine sehr offene Atmosphäre. Mario Sixtus merkte sicher zu Recht an, dass das auch daran lag, weil man auf dem Kongress keine glattbügelten, festangestellten Menschen aus der PR Branche sehen konnte, sondern sehr viele Menschen, die mit ihren persönlichen Ideen und Expermimenten versuchen, im und durch das Netz zu leben. Es gab viel Offenheit für neue Ideen, viel Skepsis gegenüber der Einstellung, dass man mit dem Netz reich wird und einen breiten Konsens, der durch viel Hoffnung getragen wird, dass die deutsche Blogszene kurz vor einer Politisierung steht, die weit ab von alt hergebrachten Demonstrationsaufrufen mit einer gewissen Listigkeit und viel fundierten Informationen über den Verlust von Bürgerrechten und anderen Dingen aufklärt. Als Beispiel mag das Thema Abmahnung dienen. Wer vor wenigen Jahren eine unberechtigte Abmahnung kassiert hatte, der stand alleine da. Jetzt gibt er bei Google bestimmte Suchbegriffe ein, und findet schnell Hilfe in Blogs und Foren.

---schnipp---

So - jetzt will ich nach drei Tagen Blogs und Blogger aber mal ein Wochenende nix mehr davon hören. Meine Katze hat die für sie ungewohnte Abwesenheit meinerseits eh mit extrem schlechter Laune quittiert, die sie im Gegensatz zu manchen Menschen auch deutlich äußert. Und man möge mir bitte glauben, dass es anstrengender ist eine schlecht gelaunte Katze zu beruhigen, als einen Blogger, der sich wegen was auch immer aufregt.

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typ.o, Sa, 14.04.2007, 07:14

naja, ich hab in "Entwicklung der Weblogs in Deutschland" dann ja doch nicht den Mund halten können und mich gegen den kleinen Blog-Malocher-Traum vom Leben als Medienunternehmer geäußert. Die fröhliche Bereitschaft, für lumpige 50EUR das Blog mit Werbung zu versauen, ist doch unglaublich. Für mich sind Blogs eine Möglichkeit, eben gerade mal ausserhalb aller Verwertungsketten von Dingen zu berichten, die mit meinem Leben zu tun haben. (Ist dieser Wertschöpfungsreflex einfach das Spiegelbild von "Geiz ist geil"?)

Interressant ist doch ein Blog, wenn es spleenig ist und frei. Pro Weirdo!


strappato, Sa, 14.04.2007, 08:19

3 Tage Konferenz - das bringt schon eine Selektion an sich. Viele Berufstätige, die eben nicht "irgendwas mit Medien" machen oder machen wollen, können halt nicht so einfach 3 Tage mal zu einer Web2.0 Konferenz.


DonDahlmann, Sa, 14.04.2007, 11:49

Sie meinen die festangestellten Berufstätigen, die sich gegen Werbung in Blogs von Freiberuflern wenden?


DaveKay, Sa, 14.04.2007, 12:07

Aber Hallo Herr Dahlmann, ich bin festangestellt, aber ich persönlich habe sie nicht gezwungen Freiberufler zu werden. Weil ich festangestellt bin habe ich nicht das Recht das zu kritisieren, sehr krude Logik. Vielleicht darf ich als nächstes deswegen auch gar nicht mehr bloggen?


typ.o, Sa, 14.04.2007, 12:19

Blogs von Freiberuflern, wenn sie denn berufsbezogen sind, gehören für mich in die Kategorie "Businessblog", und da lege ich ganz andere Maßstäbe an: Da ist Werbung und Google-Rank-Fishing Teil des Geschäfts...

Wenn der freiberufliche "Irgend was mit Medien" machende über sein Früstück bloggt, dann ist das doch kein Unterschied zu Herrn DaveKay, ist es?


DonDahlmann, Sa, 14.04.2007, 12:22

Nein, nein, da war ein Ironietag versteckt.

Aber es ärgert mich, wenn in Blogs wild rum argumentiert wird, aber am Ende niemand den Mut hatte, seine Argumente nach Berlin zu tragen. Es gibt ja auch in Berlin genügend Blogger, die keine Lust auf Werbung usw. weiter haben.

Das niemand da war kann ja auch bedeuten, dass es tatsächlich nur zwei bis drei Leute gibt, die sich gegen so etwas wenden und gerade keine Zeit hatten.


DaveKay, Sa, 14.04.2007, 12:26

OK, aber es ist nun mal wie Herr TypO sagt, man ist berufstätig. Hinzu kommt aber, dass man im Vorfeld schon denkt:"Achje wieder so ne bauchpinselveranstaltung, wieder eine Selbstbeweihräucherung mehr, gähn"
Welchen Anreiz hatte man denn für Kritiker geschaffen, sich dort blicken zu lassen?
Ich gehe nicht zu IKEA (Wunschdenken) Deichmann, warum also sollte ich dorthin gehen und durch den Laden posaunen, dass ich das Konsumverhalten der Kunden für komplett idiotisch halte?


typ.o, Sa, 14.04.2007, 12:52

chaha, ich saß da in "We Make Money Not Art!", und wollte das nicht für "Chas from Chaos" sausen lassen...

Hm. Ja. Ist schon richtig, daß da kaum Kritiker da waren, aber ein wenig hat das schon die Ankündigung bewirkt: Wer so richtig was gegen "Beine breit für Business" hat, der kommt zu so was gar nicht (Und ich leg mich ja in meinem Tagesjobb genuch auf den Rücken, da will ich wenigstens für umsonst bloggen)


DonDahlmann, Sa, 14.04.2007, 13:47

Aber die Einstellung :"Achje wieder so ne bauchpinselveranstaltung, wieder eine Selbstbeweihräucherung mehr, gähn" hilft halt auch nicht weiter. Eine ähnliche Argumentation ist es ja zu sagen, dass man ja nicht gegen die Überwachung tun kann, weil die Politiker ja sowieso machen was sie wollen. Noch mal: ich hätte mich gefreut, wenn es mehr Gegenargumente auf dem Kongress gegeben hätte.


DaveKay, Sa, 14.04.2007, 14:00

So gesehen korrekt, aber andersrum denke ich mir, dass ich mir Resignation im Kampf gegen Werbung in Blogs eher leisten kann, als Resignation beim Datenschutz.
Und zudem muss ich sagen, dass ich müde bin dagegen anzugehen. Der Begriff Weblogbedeutungsmafia, den ich an der Stelle gerne zitiere, trägt in sich mehr Aussagen als ich zu dem Thema an dieser Stelle ausdrücken kann. Denken sie zurück an den Begriff seine Entstehung und seine Bedeutung. Er zeigt das eigentliche Alter dieser Diskussion auf und er zeigt auf, dass die Teilnehmer der Re.Publica zu dem Zeitpunkt noch gar nicht in Blogs existent waren, oder aber schon immer Argumentationsresistent waren, wenn es darum ging, Blogs zu Businessmodellen umzubauen. Wofür noch diskutieren? Es sind zwei unterschiedliche Standpunkte und sie müssen parallel zueinander laufen.
Und da kommen wir dann zu meinem Kommentar heute Nacht, der Lobo schien im Addictal-blog den Standpunkt zu vertreten, dass sein Weg der einzig wahre ist, eine Koexistenz nicht möglich und sorry, da ist dann mehr als Dikussionsbedarf vorhanden, da setzt es Ohrfeigen für solch feistes Gehabe und öffentliche Ohrfeigen stehen einem verkäufer nicht.


supatyp, Sa, 14.04.2007, 14:11

Die Debatte hatten wir Fanziner vor fast 20 Jahren

als es darum ging, Majoranzeigen nehmen oder nicht. Dabei bezahlten die am besten (und am schnellsten)


roland, Sa, 14.04.2007, 15:29

Nur mal so, warum ich Berliner nicht da war (außerhalb der Tatsache, dass ich da tatsächlich wg. gleichzeitiger Lohnarbeit nicht konnte)

  1. Hat mich (fast) nichts an den gegebenen Themen/Fragestellungen interessiert. Sagen wir mal die generelle Diskussion geht irgendwo hin, wat einfach nix mit meinem Dingens zu tun hat.
  2. Wollt ich dann, wenns mich schon nicht sonderlich interessiert, noch Geld für ausgeben.

der, Sa, 14.04.2007, 16:59

Ich denke, die "Gegenposition" zu "schaut, wie ernst wir uns nehmen" ist durch Nichterscheinen adäquat repräsentiert.

Mit dem Glauben, es wäre das Werben, was Leute nervt, fängt es doch schon an. Was ihr da macht, ist einfach ein anderer Job. Ich geh doch auch nicht zu Fachmessen für Herrenoberbekleidung. Und wenn Herrenoberbekleider 2.0 anfangen zu erzählen, dass sie irgendwie moralisch besser oberbekleiden, amüsiert mich das.


roland, Sa, 14.04.2007, 17:12

Mein Kommentar zuvor war ursprünglich länger und hatte ein ähnliches Beispiel wie der von der(statt "Oberbekleidung" hatte ich "Dackelzüchter").


supatyp, Sa, 14.04.2007, 17:14

@roland/der

die vergleiche hinken etwas => Sie 2 machen ja nicht in Oberbekleidung oder Dackelzucht


argh, Sa, 14.04.2007, 17:16

ist halt auch echt schwierig mit der gegenposition, wenn 90% der anwesenden im publikum gerade erst 20 euro für eine bannereinblendung bekommen bzw. angenommen hat (eintrittsrabatt re:publica).


strappato, Sa, 14.04.2007, 17:39

90%? So viele konnten keine 20 Euro mehr abdrücken? Glaub ich nicht. Wenn das stimmt, dann traf sich da das Prekariat2.0.


der, Sa, 14.04.2007, 17:48

@supa

ebent.
wenn ich bekleidete Dackel züchten würde, wär ich vielleicht hingegangen. Tu ich aber nicht -- auch, enn mir aus irgend welchen Gründen die Züchter gerne das einreden würden.


creezy, Sa, 14.04.2007, 20:07

„Aber dass dies nicht geschah lag nicht an Willen derjenigen, auf einem Podium als Quasi-Verantwortliche die Kommerzialisierungstendenz der Blogszene auf sich zu nehmen, sondern an der Abwesenheit derjenigen, die mit guten Argumenten sich dagegen wenden.“

Nö, das lag einfach daran, dass der Titel dieses Workshops auch so clever formuliert war, dass hauptsächlich die dem beiwohnten, die sich mehr Input in Richtung „na, wie werde ich denn jetzt endlich reich?“ wünschten.

Lustig, dass sich so mancher Teilnehmer nach mehr re:publica Disharmonie sehnt, rückblickend betrachtet …


argh, Sa, 14.04.2007, 20:19

@strappato: keine ahnung, war nicht empirisch belegt, nur geschätzt.


mutant, So, 15.04.2007, 23:29

ganz bestimmt verschwende ich nicht meine zeit, um nach berlin (of all places) zu fahren, um mir typen mit iro und bart anzusehen.
die laufen auch bei uns inner fuzo rum.
so wichtig ist diese blogsache nun auch nicht.


jeanluc, Mo, 16.04.2007, 00:16

Ja, das muß man so sehen.

Sicherlich hätte ich Lust, den Strategen meine Meinung zu sagen. Aber deswegen in eine fremde Stadt reisen, um mich mit zu spät gekommenen Marketing-Heinis zu streiten, die keine medialen Visionen selbst entwickeln können, sondern noch etwas versuchen auszuschlachten, was schon durch ist... Was soll da raus kommen. Die verstehen des doch eh net.

Im Übrigen: Jeder kann bloggen wie er will. Und wenn die Reklame-Provisionen wollen, sollen sie sich Blogger dafür suchen. Es ist egal.


mutant, Mo, 16.04.2007, 00:19

abgewandeltes zitat: "aber davon leben, nein danke".
nicht das ich nicht von etwas leben wollen wuerde, was mir freude bereitet, aber bloss weil ich gerne explosionen mag, muss ich keine waffen produzieren.


generator, Mo, 16.04.2007, 08:06

kleinster gemeinsamer

Auch viele Freiberufler, die "irgendwas mit Medien" machen oder machen, können nicht so einfach 3 Tage mal zu einer Werktags-Web2.0 Konferenz. Weil nicht jeder Freiberufler nur fürs schwätzen bezahlt wird?

Beim Freitagsnachmittagsreinschauen hatte ich den Eindruck eines ziemlich homogenen Publikums: keine Alten, keine Jungen, fast nur Männer auf dem Podium, mehr Anzüge als Iros, ein bisschen Selbstgefälligkeit und viel Applaus. Werberelevante Zielgruppe.
Worüber sollte man streiten bei der großen Kennenlernparty? Streiten würde ja voraussetzen, dass es gemeinsame Sprache gibt und Interesse an andersgearteten Inhalten. Das, was auf den Lesungen läuft, ist entweder literarisch, pop oder anal, wegen des kleinsten gemeinsamen Nenners. Eigentlich wie überall, wo mainstreamig erfolgreich "irgendwas mit Medien" gemacht wird. Alles ganz normal. Nicht alle Leute, die Gitarre spielen, interessieren sich auch für dieselbe Musik.


jeanluc, Mo, 16.04.2007, 09:05

weblogs haben sich seit 10 jahren nicht verändert

neue trends im internet breiten sich schnell aus, weil die leute, die ideen haben, das einfach machen.

auf einmal war überall youth tube, auf einmal hat jeder erfolgreiche musiker ein profil auf der kinderseite myspace, auf einmal gibts tausend daten tausch server gratis.


pah, Mo, 16.04.2007, 09:24

nicht hinzugehen als adäquates verhalten wenn mans nicht so hat mit dackelzüchtung, das ist ja auch nachvollziehbar. ich bin auch nicht hingegangen.
aber ich stell mich dann auch nicht hinterher hin und kritisiere die dackelmesse, dass ich mich für dackel nicht interessiere und deswegen nicht da war.
dann gebe es ja konsequenterweise auch noch die eine oder andere messe, die man kritisieren müsste und so als angestellter - man kommt ja zu nix.


roland, Mo, 16.04.2007, 13:16

@pah

Also: Mein 1. Kommentar hier war ja, weil ich Don auch so verstand, dass er nach den Motiven für ein Wegbleiben fragte, die ich für mich selbst kurz darlegte.

Sonst, um das selbstgewählte Bild totzureiten: Gehts mir eben so, dass ich als Dackelhalter zwar vielleicht nachvollziehen kann, warum einer die züchten will, aber selbst Zuchtdackel eigentlich eher blöd finde, also auch nicht zur Zuchtmesse gehe. Und natürlich kann ich das auch blöd finden, wenn da auf der Messe keine Zuchtgegner auftreten und die Veranstaltung als Ganzes auch - (wobei das nicht mein Bild von der Republica ist!).


DonDahlmann, Mo, 16.04.2007, 13:48

Verbeißt Euch mal nicht zu sehr in Dackel, nachher bekomme ich vom einem Dackelzüchterverein noch eine Abmahnung.

Niemand muss hier seine Gründe darlegen, warum er nicht nach Berlin gekommen ist. Es gibt sicher viele, sehr, sehr gute Gründe (keine Lust, Familie, kein Geld, Arbeit) nicht da gewesen zu sein. Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass es mich annervt, wenn man als Kritiker sich in den Elfenbeinturm verzieht. Kritik ist wichtig und angebracht, nur leider fand sie eben nicht auf dem Kongress statt, was auch daran lag, dass die lautesten Kritiker nicht da waren. Man streitet sich seit rund einem Jahr um das Thema, man hat sich angezickt, wilde Artikel geschrieben usw. Vor sechs Wochen war klar, dass der Kongress einer gute Möglichkeit war, die gegensätzlichen Meinungen aufeinander prallen zu lassen. Also setzen sich ein paar der Leute, die Geld mit ihren Blogs machen auf ein Podium und warten auf die Kritiker, die nicht kommen, sondern nur von zu Hause aus weiter nölen. Das ist dann schon etwas nervig.


DaveKay, Mo, 16.04.2007, 14:04

Nee ehrlich, das ist doch absurd. Hat man als Kritiker denn eine Bringschuld? Warum soll man auf einer Veranstaltung auftauchen, auf der man absehbar Außenseiter ist und einen schweren Stand haben wird, seine Meinung gegen den größeren Teil der Teilnehmer zu verteidigen, egal wie hieb- und stichfest sie sein mag?
Wenn euch das nervt, das keine Dikussion entstanden ist, wen habt ihr denn eingeladen? Wem habt ihr den Trip gesponsored, damit der den Gegenstandpunkt vertritt?
Entschuldigung, aber ich finde es lächerlich den Kritikern vorzuwerfen, dass sie nicht erschienen sind. Die Diskussionen gibt es an vielen Stellen im Netz, Weblogs ermöglichen Dikussionen über viele Plattformen hinweg Nach meiner Auffassung war/ist eine solche Veranstaltung dank neuer Technologien gar nicht notwendig, um die Dinge zu diskutieren.


DonDahlmann, Mo, 16.04.2007, 14:54

Das ist etwas, was ich bei der Diskussion nie so ganz verstanden habe. Von den eingeladenen Gästen hat meines Wissens niemand seine Reisekosten erstattet bekommen. Warum sollte man bei Kritikern eine Ausnahme machen? Hat man eine "Holschuld" bei Kritikern? Manchmal habe ich das Gefühl, dass die "Kritiker" es gerne sehen würden, wenn man zu Ihnen nach Hause kommt, alles abnickt und sie sich zufrieden wieder ihrer sonstigen Arbeit widmen können.


jeanluc, Mo, 16.04.2007, 15:05

Was muß denn da besprochen werden?

Wenn die seit einem Jahr über Werbefinanzierung von Weblog-Content sprechen, warum machen die das nicht einfach. Die interessierten Blogger können sich ja wohlwollende Produktpräsentationen, oder Unternehmens-Klicks mit ein paar Groschen zuklicken lassen. Da brauch man doch keinen Kongreß für. Und wer das für sein Blog und seine Freizeit gut findet - warum soll man da Anstoß dran nehmen.

Kongresse abhalten ist auch eine Geschäftsidee.

Vielleicht ist die Kritik deutlich, daß Kritiker erst gar nicht kamen. Denn wie hört sich das an, oben sitzen die die Geld machen und unten dürfen die Nichtverdiener kritische Fragen stellen.


DaveKay, Mo, 16.04.2007, 15:07

Bitte Herr Dahlmann, sie haben sich über die Abwesenheit beklagt. Ich konnte bei keinem Kritiker lesen, dass er seine Abwesenheit auf der re:publica beklagt hat. Keinerlei bedauern etwas verpasst zu haben, oder ähnliches.
Nein, sie haben keine Holschuld, sie haben das absolute Recht eine Bauchpinselveranstaltung durchzuführen, niemand zwingt sie Kritik ins Haus zu holen, aber ebenfalls niemand wird hinterher der Meinung sein, dass er eine Chance verpasst hatm ihre Veranstaltung aufzusuchen, um ihnen seine Kritik mitzuteilen. Und schon gar nicht wird jemand im Vorfeld der Meinung sein, dass er jetzt unbedingt dahin muss, um gegen die kommerzialisierung von Blogs anzutreten. Und ganz sicher nicht, wenn das finanzielle Eibußen mit sich bringt.
Unterm Strich beklagen sie die Abwesenheit der Kritik, die Kritik klagt nicht, was wohl bedeutet, dass sie sich um Kritik hätten bemühen müssen.


supatyp, Mo, 16.04.2007, 15:09

Kritik ist ja sooo 80er

voll.com überbewertet


jeanluc, Mo, 16.04.2007, 15:21

Vor allem fragt kein Unternehmer die Öffentlichkeit, ob seine Geschäftsidee von Unbeteiligten getragen wird. Und kann man das verlangen, Anteilnahme am Verdienst von Internetpräsenzen Dritter?


cursor, Mo, 16.04.2007, 15:38

Werbung auf Weblogs

klingt für mich wie Nahrungsmittel von Rudis Reste Rampe


Mama, Di, 17.04.2007, 23:40

Es ist doch ganz einfach

Ich finde Werbung in Weblogs doof. Werbung in Weblogs ist Werbung in Weblogs. Werbung in Weblogs schaltet wer Werbung in Weblogs schalten will. Weil ich gegen Werbung in Weblogs bin wird derjenige sicherlich nicht aufhören Werbung in sein Weblog zu schalten. Warum soll ich mit demjenigen diskutieren? Er macht Werbung, ich finde das doof. Ganz einfach.


herrshhhh, Do, 11.05.2017, 19:25

Herrgott, das ist man mal 10 Jahre aus der ganzen Blognummer raus, und ihr streitet Euch immer noch über Kommerzialisierung?! Gips doch nich. ;-)

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