Suchmaschinen sind doof. Nie steht das, was man gerade sucht, aber nicht weiß, wie man es umschreiben soll, auf der ersten Seite. Immer steht da was anderes und nie merken die blöden Suchmaschinen, dass man sich doch ganz was anderes gedacht hat. Idealerweise gäbe es eine neuronale Verbindung des Kopfes direkt mit dem Internet oder eine, Suchmaschinen Interface, dass einen wenigstens versteht.

Das habe ich mir schon immer gewünscht. Sogar vor Google. Vor Google gab es nur Altavista und die damals noch eigenständige Seite "alltheweb". Die beide nicht so wirklich funktionierten. Yahoo zum Beispiel war gar keine Suchmaschine, sondern ein Katalog. Wollte man da rein, musste man sich bewerben und die Seite wurde geprüft, ob sie den "strengen" Voraussetzungen der Yahookatkalogprüfungsredakteure auch entsprach. Gefunden hat man da nix. Dann kam Google und alles wurde gut. In letzter Zeit geht mir Google allerdings fürchterlich auf die Nerven. Seit sie die zwangweise Umleitung auf das Land eingeührt haben, aus dem Fragende gerade kommt, findet man nur noch die Hälfte bis gar nichts. Sucht man gar einen US Begriff, wird es extrem schwer. Entkommen kann man der Google Bevormundung aber hier

Dazu kommt auch, dass Monopole ja immer böse und pfui sind. Google hätte den gemeinen Redirect nie eingeführt, wenn es noch andere Suchmaschinen geben würde, die vernünftig arbeiten. Gibt es aber nicht. Weder die blöde MSN Suche, noch die alten Haudegen von altavista liefern vernünftiges ab. Einzig Yahoo hat eine einigermaßen brauchbare Suchmaschine, die mittlerweile sogar funktioniert. Und dann ist da noch diese Sache mit China, bei der sich weder Yahoo noch Google mit Ruhm bekleckern.

Da kommt eine neue Suchmaschine im Moment gerade Recht. Ask.com will gerne auf den deutschen Markt und ruft daher das Netzvolk auf, die Suche bei einem Test zu prüfen. Nun kann man geteilter Meinung darüber sein, ob es Sinn macht, die Frage eines Suchmaschinenanbieters zu beantworten, der die Antwort auf die von ihm gstellte Frage in seiner eigenen Suchmaschine versteckt hat. Aber Spaß hat es mir trotzdem gemacht.

Und wer steckt hinter ask.com? Eigentlich ein Mathematiker namens Apostolos Gerasoulis. Der hat vor Jahren die Suchmaschine "Teoma" gegründet, die dann von "Ask Jeeves" aufgekauft wurde. Die wurden wiederum letztes Jahr vom Konzern IAC für schmale 2,3 Milliarden Dollar geschluckt. Ganz so winzig ist "ask" gegenüber Google also nicht, zumal die Suchmaschine in den USA auf Platz vier liegt. Ein Artikel aus der Zeit bringt da noch etwas Licht ins dunkle.

Na, mal sehen, ob sie was taugt. Ein bißchen Abwechslund und Konkurrenz täte Google auf jeden Fall gut.

Disclaimer: Ask.com hat mich per Mail auf den Betatest hingewiesen. Nutze deren "Bloglines" Service.

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ichichich, Mo, 10.07.2006, 13:37

War ja pippileicht. Aber über die Qualität der Suchmaschine kann ich trotzdem wenig sagen: Sobald Teilantworten klar waren, habe ich gezielt die Wikipedia-Links genutzt und dort weitergesucht.


glamourdick, Mo, 10.07.2006, 18:33

hat leider nur einen bruchteil der suchergebnisse erzielt, die ich mit google bekommen habe. hm. da müssen die sich vielleicht noch etwas anstrengen.


jo_, Di, 11.07.2006, 01:42

Die Lokalisierung der Suchergebnisse bei Google ist ja irgendwas zwischen Quality of Service (Die nicht ganz falsche Annahme, dass die meisten deutschen User lieber deutsche bzw. deutschsprachige Ergebnisse haben) und vorauseilendem Gehorsam.

Dabei geht es nicht zuletzt auch darum, auf Zuruf "unzulässige Inhalte" aus den Ergebnislisten zu filtern. Seit ca. 2001 gibt es unter deutschen Netzregulierern eine verschärfte Diskussion, auch und gerade Suchmaschinen (als "Gatekeeper") in die Verantwortung zu nehmen.

Im Moment läuft noch viel halboffiziell über "blaue Briefe" (siehe auch www.chillingeffects.org) von jugendschutz.net (als technischer Handlanger für die KJM). Mittelfristig darf man aber wohl befürchten, dass die Zwangslokalisierung seitens der KJM forciert wird, d.h. eine Umgehung via /ncr nicht mehr möglich sein wird.

Google ist da quasi in Vorleistung gegangen, letztendlich um obige Entwicklung ein wenig abzufedern.


stralau, Mi, 12.07.2006, 11:15

Google und Yahoo in China

Zu China: das kann man so schreiben, ist aber nur die halbe Wahrheit.

Ohne Google übermäßig in Schutz nehmen zu wollen, ist es meiner Meinung nach ein großer Unterschied, ob man Suchergebnisse zensiert oder ob man Dissidenten dem Regime ausliefert.

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