Ex-MTV VJane Simone (die mit der Stimme), hatte keine Lust mehr auf MTV und lebt jetzt zusammen mit ihrem Mann und ihren Kindern in Belize (musste ich auch erst schauen, wo das genau liegt. Ich hatte es ja irgendwo in Südostasien verortet). Auf ihrer Seite findet man Links zu anderen ehemaligen MTV Mitarbeitern, darunter Ingo Schmoll. Interessant, was aus den meisten geworden ist, die ich teilweise in meiner Musikbranchenzeit kennen gelernt habe. Ein großer Teil ist komplett ausgestiegen und ich habe den Kontakt verloren. Mein ehemaliger Chef bei Edel, Jörg Hacker macht sein eigenes Ding, aber die anderen Menschen, mit denen ich gerne und viel zusammen gearbeitet habe sind größtenteils verschwunden. Eric van Kassen zum Beispiel, ehemals Chef der deutschen Abteilung von "Mute", ein Mann der selbst nach zwei Stunden Schlaf immer frisch und gesund aussah und mit dem ich mich wochenlang nur von kalter Pizza ernährt habe, ist leider völlig abgetaucht. (Huhu, Eric - meld dich mal). (Der war es im übrigen auch, der mir mal gesteckt hat, das Moby auf die oben erwähnte MTV Simone scharf war, aber ich glaube, aus der Sache ist nie was geworden, weil Moby, ob man es glaubt oder nicht, so unfassbar schüchtern ist. Und dass er auf Simone scharf war, konnte man wirklich verstehen, denn ich kannte wirklich niemanden, der nachdem er mit Simone gesprochen hatte, nicht auf sie scharf war.)

Von den anderen Menschen im PR oder Produktionsbereich - kaum mehr was gesehen, oder gehört. Im letzten Popkomm Katalog taucht kaum mehr ein Name auf, der mir noch geläufig ist, aber bei OpenBC habe ich gerade ein paar wieder gefunden. Manche machen noch was mit Musik, aber kaum einer noch mit einem großen Label. Die meisten scheinen ein, verglichen mit früher, eher ruhiges Leben zu führen.

Aber das ist auch kein Wunder, denn so viel Spaß es teilweise gemacht, so anstrengend war es auch. Im Prinzip nur eine Arbeit, die man machen, wenn man zwischen 20 und 25 ist. Meine "normalen Tage" sahen so aus: ab neun im Büro, Mittags Interview Betreuung mit irgendeiner Band, danach mit denen was essen gehen, dann Konzert der Band, dann After Show Geblubber, so gegen 2 oder 3 nach Hause, den nächsten Tag mit der nächsten Band vorbereiten. "Hektische Tage" sahen so wie normale Tage aus, evtl. ein Abstecher per Flugzeug noch irgendwohin, aber vor allem gingen sie übers Wochenende mit viel Alkohol. Das alles ohne bezahlte Überstunden und für damals, ich glaube, knapp 2.500 Euro (brutto). Bei mir war die Kraft nach insgesamt sechs Jahren Musikbranche (als Journalist und "auf der bösen Seite der Macht") weg und ich war froh, raus zu sein

Die Entscheidung, raus zu gehen, war aber gar nicht so leicht, wie man es vielleicht vermuten könnte. Ich meine, wer macht einen Job auf Dauer gerne, der einem mindestens eine Beziehung gekostet hat und bei dem man sich selber dabei zu sehen konnte, wie man körperlich abbaute. Aber auf der anderen Seite ist dann eben dieser Reiz an dieser Sache, dieses „sich wichtig fühlen“, das „unverzichtbar“ sein, und dass es vor einem ja auch mal einen Menschen gab, der den Job gemacht hat, das verdrängt man gerne. Ich hab nicht nach Beendigung meiner Beziehung aufgehört, auch nicht, als ich mir der Arzt die ersten Pillen verschrieben hatte, die mein loses Nervenkostüm im Zaum halten sollten und auch nicht dann, als die nicht mehr halfen und ich eine Art Apathie verfiel und nur noch ferngesteuert erledigte. Ich hab aufgehört, als meinem damaligen Arbeitgeber auffiel, dass es nicht mehr so gut wie früher lief und man nach einigen hin und her unsicher war, was man mit mir machen sollte, rauswerfen, beurlauben, und ich nur dachte: „Das ist die Chance“. Ich habe nach meinem Ausstieg glaube ich sechs Wochen am Stück im Bett gelegen und etwas mehr als sechs Monate gebraucht um wieder auf die Beine zu kommen.

Belize - muss ich merken. Kommt zu dem meiner Idealvorstellung von Klima sehr nahe. Durchschnittjahrestemperatur 26 Grad, nachts selten kühler als 16 Grad.

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tomsdiner, So, 02.07.2006, 17:00

Ich will ja kein Spielverderber sein, aber...

Pflanzenschutzmittel vergiften zwischen Belize und Panama jährlich rund 400 000 Menschen. Leukämie und Missbildungen sind die Folge. Die Fragen der Betroffenen und ihrer Familien werden drängender

Hopkins liegt in Belize, Mittelamerika. Der Name leitet sich aus dem Maya-Wort belikin her, es bedeutet "schlammiges Wasser". Sumpfland. [...]
Doch dann wird der Wald verkauft. Zerstückelt in 56 Parzellen, die ein Investor als Strandgrundstücke verhökert. Die Mangroven werden abgeholzt, die Bauplätze mit Sand aufgefüllt. Der Küstenstreifen, zuvor umklammert vom Wurzelgeflecht der Mangroven, löst sich seither auf wie ein Strickzeug, aus dem jemand die Nadeln gerissen hat.

(GEO Printausgabe)

Vielleicht doch lieber Ostseeküste? ;)


hun, So, 02.07.2006, 19:00

Belize

Belize finde ich ziemlich interessant, weil das relativ afrikanisch ist und nicht wie die drumliegenden Ländern so einen spanischen Eindruck macht. Deren Musik ist Punta Rock. Das fließt viel mehr wegen den afrikanischen Einflüssen wie die Punta, die man so aus Honduras etc. kennt.
Naja egal :o)


todesfee, 3. Juli 2006 10:52:12 MESZ

Pflanzenschutzmittel und Schlamm, es gibt nichts Schöneres. Findet man allerdings auch beim Baumarkt um die Ecke. Der ist dann sogar klimatisiert.

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