Der Herr Dings möchte gerne wissen, ob sich Bücher in meinem Besitz finden, die mal mit Interesse gekauft, aber kaum bis nie gelesen in der Ecke vor sich hinstauben. Die gibt es in der Tat. Ich glaube, einen ganzen Karton voll. Nur der steht seit zwei Jahren unter anderen Kartons im Keller. Denn bei meinem letzten Umzug habe ich radikal ausgemistet, und mangels eines Regals das mein Auge erfreut sowieso alle Bücher erstmal in den Keller gestellt. Eine Tat, die ich bisher nicht bereut habe, denn meine Wohnung ist angenehm leer. Hier und da fehlt mir das ein oder andere Buch, weswegen ich schon die Idee hatte, irgendwelche billigen Regale im Keller aufzustellen damit ich die Bücher wenigstens mal wieder auspacke. Ich geh zum lesen in den Keller, haha. Aber selbstverständlich haben sich den letzten zwei Jahren wieder ein paar Bücher angesammelt, die ich entweder in einem Zustand totaler Abwesenheit von Geschmack oder beim Umsteigen an irgendwelchen Bahnhöfen in der Provinz verzweifelt erworben habe, wenn die Bahn mich mal wieder hat stehen lassen. Und das wären dann folgende

  1. Das Duell - Herausgegeben von Uwe Schultz. [Ich dachte: "Ah! Duelle! Gentlemen und ihre Geschichten aus vergangenen Tagen, als man noch wegen für eine Frau morgens um sein Leben kämpfte!" Bekam aber eine meist langweilige soziologische Abhandlung]

  2. Digital Diaries - Natacha Merrit [Naja, eigentlich kein richtiger Staubfänger. Eigentlich ein sehr interessantes Buch, zumal die Merrit eine der ersten war, die im Netz über ihre Sexualität in einer Art Blog geschrieben hat. Aber es ist so labrig gebunden und liegt in der Hand wie ein altes Brühwürstchen, wenn sie verstehen, was ich meine]

  3. Chamalin (Ich schenke dir den Planeten Erde) - E. Simba Nohokwee Yaku. [Ganz, ganz, ganz schlimmes esoterisches Geschwurbel. Niemals, niemals wirklich niemals sollte man Bücher von Menschen kaufen, die mehr Konsonanten im Namen haben, als es schicklich ist und wo im Titel begriffe wie "Erde", "Liebe" oder "Glück" vorkommen. War ein Geschenk.

  4. Hagakure - Tsunetomo Yamamoto. Ich verspreche, dass ich dieses Buch irgendwann lesen werde. Zum Beispiel, nachdem ich eine Firma gegründete habe, Multimilliardär geworden bin und nun in schwierigen Übernahmeverhandlungen mit einem bösen Konkurrenten stehe. Bis dahin ist ja noch ein wenig Zeit, damit dieses unerträgliche Geschwurbel über Ehre und Demut vielleicht von einem großen, schwarzen hässichen Raben geklaut wird.

  5. Kriminaltango - Hazy Osterwald [nur wegen des Namens gekauft]

  6. Das Ende aller Zeiten (Apokalyptik und Jahrtausendwende) - Damian Thompson. Habsch in Bonn in einem Ramschladen gekauft. 2004. Da war es nicht mehr so aktuell, aber um die letzte geht es in dem Schmöcker auch nicht. Sondern um die zwei davor. Könnte ja spannend zu lesen sein, wie die damals so gebibbert haben, weil ihnen der Himmel auf den Kopf fallen könnte. Ich hab schon mal ein ähnliches Buch gelesen, in dem es um absurde Sekten aus dem Mittelalter ging. Das Buch war sehr amüsant. Dieses hier ist es vielleicht auch, aber es ist geschrieben wie die Gebrauchsanleitung einer schwedischen Penispumpe, die von einem prüden Elektroingenieur übersetzt wurde.

  7. Vom Zauber des seitlichen Vorbeigehens - Max Goldt. [dachte, das sei lustig]

Über die anderen Bücher kann ich nichts schreiben, weil sie mir von Menschen geschenkt wurden, die hier mitlesen.

Mich würde interessieren, was folgende Menschen im Regal schlummern haben:

  1. Herr Paulsen
  2. Herr ichichich
  3. Frau Klugscheisser

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DonDahlmann, So, 25.06.2006, 19:51

Hallo wunderschönes Mädchen. Jetzt hab ich doppelten Einträge gelöscht und dabei aus Versehen auch Deinen Kommentar. Also, nein, ich das "Yin" ist kein Staubfänger. Das will ich noch mal angehen. Das Merrit Buch ist, wie beschrieben, gut. Nur die Bindung nicht.


bandini, 26. Juni 2006 07:05:39 MESZ

Das ist wirklich das beste "Stöckchen", das ich bislang gesehen habe. Hoffentlich kommt es auf verschwurbelten Wegen auch zu mir (Frau Klugscheisser, bitte). Obwohl ich sowohl das Wort Stöckchen als auch das ganze pipapo an sich doof finde. Ich fürchte, das ich da auch so manch schlimmes Werk finden könnte.


dings, Mo, 26.06.2006, 09:14

ja, diese verzweiflungs- und notlagenkäufe bspw. in der fremde, damit zieht man sich oft was auf den hals. weiterverschenken ist meist auch keine lösung - man will sich ja nicht unbeliebt machen.


slowburn, Mo, 26.06.2006, 18:05

wie man Max Goldt ungelesen in die Ecke stellen kann bzw, nicht lustig finden kann wird sich mir wohl nie erschließen.


herr paulsen, 29. Juni 2006 09:36:48 MESZ

Danke, Don, die Beantwortung dieses Stöckchens war ein Akt der innerlichen Befreiung und Reinigung!


ichichich, 29. Juni 2006 22:15:02 MESZ

dito.

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