Kathrin Passig, Autorin und Mitbegründerin der Riesenmaschine hat so eben den Bachmannpreis gewonnen. Und den Publikumspreis gab es noch oben drauf. Herzlichen Glückwunsch, Kathrin!

Leider wegen Arbeit nicht viel vom Bachmannpreis gesehen. Aber das, was ich gesehen, bzw später gelesen habe, war relativ schwach. Texte, die irgendwie zwischen Befindlichkeit und langgezogener Zustandsbeschreibung hingen und/oder teilweise einfach einschläfernd waren. Das ist natürlich immer Geschmackssache, aber ich werde trotzdem das Gefühl nicht los, dass dieses Jahr etwas schwächer war, als zum Beispiel das letzte. Das soll Kathrins Sieg aber in keinster Weise schmälern. Mit diesem Text hätte sie sich in jeder Konkurrenz durchgesetzt. Und sowieso mit diesem Film, dem ersten Einspieler, der mal mit Humor gemacht wurde. (Wie manchmal auch so ein bißchen bei ihrem Text bei ihrem Text gedacht, dass vielleicht alles nicht immr so ganz ernst gemeint ist). Aber egal, noch mal Glückwunsch, Kathrin. (Grimmepreis und Bachmannpreis in einem Jahr! Was kommt als nächtes? Oscar? Emmy? Grammy? Sportromanpreis?)

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mutant, So, 25.06.2006, 20:25

ist diese bachmannsache nicht immer mit befindlichtkeit und einschlaefernd?


DonDahlmann, 26. Juni 2006 13:23:17 MESZ

Nein, kann auch ganz spannend sein. Ich verfolg den schon ein paar Jahre und manchmal waren wirklich schöne Sachen dabei.

Lustigerweise stehe ich mit meiner Meinung, dass die Texte dieses Jahr, bis auf den von Kathrin, allesamt etwas schwach waren, ziemlich alleine. In der Presse wird allenthalben darüber gejubelt wie toll und frisch und neu die Texte gewesen wären. Und das Clemens Meyer einen Preis hätte gewinnen sollen.

Ostzonentante Jana Hensel mokiert sich in einem Interview aus ihrer Ostzonensicht heraus, das der Text von Kathrin und sie selber "keine Literaturstimme" hätte. Was immer die Frau, die ihre Jugenderinnung als Buch auf den Markt gebracht hat, selber unter einer "Stimme der Literatur" verstehen mag - sie tappt in die eigene Falle. Gerade der Text von Kathrin ist, meiner Meinung nach, eine sehr feinsinnige Abrechnung mit der klassischen "Klagenfurt Literatur".

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