Wikipedia.de mag offline sein, de.wikipedia.org ist es aber nicht. Der Artikel, weswegen man die deutsche Domian abgesperrt hat, ist dort auch noch zu zu finden. (Hintergründe zum Thema hier)

Ob das Gericht da über Ziel hinaus geschossen ist, mag ja eine Sache sein, aber mal ehrlich: Ist es so schwer der Bitte einer Familie zu entsprechen, dessen Sohn, der aus der Szene kam, tot ist, und die deswegen in Ruhe gelassen werden möchte? Könnte man nicht einfach in den Artikel reinschreiben: Auf Wunsch der Familie und aus Respekt vor dem Verstorbenen, haben wir den Nachnahmen abgekürzt. Der Redaktion ist der volle Name bekannt? Nein? Na, dann selber schuld.

Update: Noch mehr Infos im Lawblog

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kleinesf, Do, 19.01.2006, 13:38

Na, ein bisschen mehr als eine Heise-Artikel umschreiben hätte ich jetzt schon von Ihnen erhofft.


DonDahlmann, 19. Januar 2006 14:05:34 MEZ

Wieso? Mir geht es wenn um die Tatsache, dass man seitens wikipedia offenbar sehr unfleibel ist, wenn es um eine gewisse Form der Erziehung oder der Pietät geht.


sekretär des weltraumpapstes, 19. Januar 2006 18:05:35 MEZ

Häh? Redaktion? "man" ist seitens der Wikipedia unflexibel?
Da gibt's keine Redaktion, oder sonst jemand der Wikipedia "ist".

Jeder kann da Namen reinschreiben, wie er will.

Klar, Administratoren können Seite uneditierbar machen, aber trotzdem scheint mir deine Kritik recht komisch.


DonDahlmann, 19. Januar 2006 18:38:38 MEZ

Wieso? Es ist doch bekannt, dass Admins seit einiger Zeit eingreifen können und es auch tun. Man hätte den Namen einfach so lange abkürzen können, bis man sich mit der Familie geeinigt hat. Warum ist man den anderen Weg gegangen und hat auf stur gestellt?


kleinesf, 20. Januar 2006 11:31:42 MEZ

Ihr Einwand ist berechtigt.

So einige Leute haben das Wort "Pietät" aus dem Denkschatz gestrichen.


christian123, Do, 19.01.2006, 14:45

Naja, das Ganze hat aber auch durchaus seine Qualitäten als (imho darin nicht unwichtiger) auszufechtender Präzedenzfall. Deshalb wird wohl auch so stur auf der Namensnennung beharrt.


DonDahlmann, 19. Januar 2006 15:57:38 MEZ

Du meinst die Frage, ob man Personen der Zeit/Geschichte mit vollem Namen nennen darf? Und ob man die Nennung seines Namens in einem Lexikon verbieten lassen kann? Da müsste Udo Vetter mal was zu sagen.


muhtiger, 19. Januar 2006 17:29:56 MEZ

Person der Zeit/Geschichte?

Eine nette Vorstellung wenn alle Namen in Zukunft abgekürzt werden. Gerhard S. regierte die Bundesrepublik Deutschland von .... Hört sich an wie der Bericht über eine Strafverbrecher :)

Im Grunde genommen werden doch Namen nur dann abgekürzt, wenn eine Person geschützt werden soll. Also wenn jemand zB eines Verbrechens verdächtigt wird, die tat aber noch nicht nachgewiesen ist.
Muss man Tote schützen? Welcher Schaden entsteht denn wenn der Nachname voll ausgeschrieben wird? War Boris Floricic überhaupt eine Person der Zeit/Geschichte?

Bei näherer Betrachtung ist der eigentliche Fall Floricic eher lächerlich. Allerdings wird grade doch recht hübsch demonstriert was mit einer Einstweiligen Verfügung so alles möglich ist.
Man stelle sich mal eine Einstweilige Verfügung gegen antville.org vor. Plötzlich sind etliche Blogs ausser Betrieb nur weil in einem etwas steht, was einen anderen stört.


DonDahlmann, 19. Januar 2006 18:47:35 MEZ

Das Gerichtsurteil ist lächerlich und vor allem gefährlich. Wie die ganze Affäre.

Tron war doch wohl sein Künstlername, bzw. der Name mit dem er in der Öffentlichkeit auch auftrat. Warum ihn nicht auch so nennen? Marion Michael Morrison ist auch besser als John Wayne bekannt.


mutant, 19. Januar 2006 22:37:59 MEZ

das sehe ich aehnlich, wenn er ueberhaupt eine sog figur der zeitgeschichte war bzw auch durch seinen tod wurde, dann eben als tron und nicht unter seinem buergerlichen namen.
welche information traegt denn sein real name?
na also.


mark793, 19. Januar 2006 23:18:22 MEZ

Der Aspekt

mit "Person der Zeitgeschichte" ist für den hier vorliegenden Fall wohl nicht so relevant, da nach hiesigem Rechtsverständnis ein Toter keine rechtsfähige Person ist. Um diese Verfügung zu erwirken, werden die Eltern/Hinterbliebenen schon ansatzweise dargelegt haben müssen, inwieweit eine Namensnennung ihres verstorbenen Sohnes ihre eigenen schutzwürdigen Interessen verletzen würde.

Nicht sonderlich feinfühlig von den Wikipedianern, komplett auf stur zu schalten, finde ich. Aber auch die Sperrung der gesamten Domain hat mit Verhältnismäßigkeit nicht mehr viel zu tun. Mal sehen, zu was sich dieser Streit noch auswächst...


helgab., 20. Januar 2006 08:53:13 MEZ

Persönlichkeitsschutz

ob er eine Person der Zeitgeschichte ist, ist die eine Frage. Wenn ja sowieso nur unter seinem Alias. Und die Namensnennung hat was mit dem Schutz der Persönlichkeit - auch die der Eltern zu tun. Grundgesetz, Presserecht etc. gelten halt auch für's Internet. Ich finde der Fall zeigt zwei Dinge - erstens das Prinzip Wikipedia ist auch fragwürdig (oder wieso hat niemand eingegriffen?) und zweitens wir bewegen uns alle nicht in einem rechtsfreien Raum.


knoppaz, 20. Januar 2006 09:04:00 MEZ

„Marion Michael Morrison ist auch besser als John Wayne bekannt.“

Trotzdem steht im Lexikon (zumindest im Meyers) natürlich auch der bürgerlicher Name von John Wayne, genau wie im „Tron (Hacker)“-Wikipedia-Artikel auch Trons bürgerlicher Name genannt wird.

Es ist doch ganz normal, dass in einer Enzyklopädie die bürgerlichen Namen von Leuten genannt werden, die einen Künstlernamen/Alias benutzen. Warum da jetzt eine Ausnahme machen?

Insbesondere wo der Name ja nicht geheim oder unbekannt ist.

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