Darüber nachdenken, dass man seit einiger Zeit nichts hat, was einen belastet. Es belastend finden, das man nichts hat, dass einen belastet, weil man Angst hat, dass in dem Moment, in dem man darüber nachdenkt, dass einen nichts belastet, das Schicksal aufmerksam wird und sich denkt: "So nicht, mein lieber" und einem etwas auf die Reise schickt, was einen belasten wird. Dieses Gedanken belastend finden, aber gleichzeitig denken, dass man mit so einer billigen Ausrede nicht davon kommen wird, sondern damit das Schicksal im Gegenteil noch saurer macht. Am Ende es belastend finden, dass es einem gut geht, dies sofort vergessen und wieder zufrieden sein, zumindest so lange, bis man darüber nachdenkt, dass man seit einiger Zeit nichts hat, was einen belastet.

Auch bekannt unter dem Begriff "Dahlmannsches Fieber" Abhilfe: Schlag auf den Hinterkopf

Kommentieren



liljan98, Mo, 16.01.2006, 18:38

Kommt mir bekannt vor

Nachdem das letzte Jahr für mich auch eher unerfreulich verlief, bin ich aus verschiedenen Gründen seit dem Jahreswechsel doch relativ sorgenfrei und finde dieses Gefühl auch noch gewöhnungsbedürftig. Manchmal denke ich auch, hier läuft was falsch :-) Aber dann erinnere ich mich dran, dass es nun wohl richtig läuft und nur vorher so lange falsch. Wenn ich es mir oft und lange genug sage, glaube ich es vielleicht auch eines Tages mal so richtig. Bis dahin hilft auch bei mir der zur Not dann der "Schlag auf den Hinterkopf".


luckystrike, Di, 17.01.2006, 11:08

ach, ihr habt bestimmt nur was ganz ganz wichtiges vergessen...


kaltmamsell, Di, 17.01.2006, 11:39

Reflexartig (dagegen bin ich machtlos) Streit mit dem Liebsten vom Zaun brechen, ungerecht und ungerechtfertigt. Sich danach Sorgen machen können, ob man das je wieder hinbiegt.


sirdregan, Di, 17.01.2006, 12:25

hehe

sauhübsch formuliert, Don. Das sind scheinbar die Probleme der neuen Generation sigh Wir brauchen wohl doch wieder mal nen Krieg, ne Hungersnot oder vielleicht ne Seuche? ;)


roland, Di, 17.01.2006, 13:04

Scheint mir nah verwandt mit der Lewisschen Gedankenmanie


celise, Mi, 18.01.2006, 01:38

Das würde ich dem "zu schön um Wahr zu sein" zuordnen.
Manchmal sucht man so lange das Haar in der Suppe bis man eins findet. Dann kann man zwar sagen "ha, ich hatte mal wieder recht" , aber das Schöne ist dann zerstört.


burnster, Do, 19.01.2006, 10:20

Ich klopp drauf, wenn ich Sie das nächste Mal seh. Sie Wohlstandslamentist.


DonDahlmann, 19. Januar 2006 11:52:02 MEZ

Jammern auf hohen Niveau ist schon immer sehr wichtig für die Weltliteratur gewesen (Goethe, Lord Byron, Barbara Cartland)


burnster, 19. Januar 2006 20:20:37 MEZ

Für mich als Musiker ja auch täglich Brot.

Please login to add a comment