Mittwoch, 29. Juni 2005

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Es gibt Tage, da läuft alles wie geschmiert. Da fluppt es. Da greift ein Rädchen in das andere, als ob es schon immer so gewesen sei. Da geht man raus, alle strahlen einen an, man sieht ein hübsches Mädchen das einem zuzwinkert, und man schickt sofort einen sehnsuchtsvollen Gruß in die Ferne, man ißt ein Eis, das unfaßbar lecker schmeckt, man ist zufrieden mit sich selbst, die Arbeit läuft von alleine, man ist kreativ, man sprudelt vor Ideen, die sich alle in kurzer Zeit umsetzen lassen, die Kunden freuen sich, man hört coole Musik, ein feines Sonnenstrählchen kitzelt die Nase, beim Fahrradfahren kommt der Wind immer von hinten, der DHL Bote schafft es die Klingel zu finden und nicht nur den blauen Zettel in den Briefkasten zu werfen, man ist glücklich, man pfeift vielleicht sogar mit der coolen Musik und man denkt sich, wie toll man doch sei, wo einem doch alles mit so einer wundervollen Leichtigkeit gelingt.

Heute war nicht so ein Tag.

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Sonntag, 26. Juni 2005

Ich schau ja selten Fußball, weil es ein zumeist elend langweiliger Sport ist. Aber gut, andere Leute sehen gerne Dressurreiten, oder Rhönradfahren. Ich nehm das mit dem elend zurück, zu mal mir gerade einfällt, dass ich ab und zu Baseball und Golf schaue. Aber Fußball eher nicht. außer bei Weltmeisterschaften. Dann werde ich weibisch und drücke immer denen die Daumen, die den Anschein erwecken, dass sie ein wenig hilflos über den Platz rennen. In den letzten Jahren war dass dann oft Deutschland. Heute Abend dann aber doch mal ein Spiel dieser Mini-WM gesehen, von der alle erzählen. Dabei fiel mir auf, dass ich zwei Dinge beim Fußball nie verstehen werde.

  1. Die Nationalhymne Warum wird die gespielt? Wissen die vorher nicht, gegen wen die antreten, und merken das erst, wenn die Hymne gespielt wird? Das ist so letztes Jahrhundert, das es weh tut.

  2. Trikot ausziehen Seit Jahren fasziniert mich dieses merkwürdige Benehmen einiger erwachsener Spieler. Kaum haben sie den Ball ins Tor versenkt, reissen sie sich das Leibchen vom Leib und rennen weg. Das mit dem Wegrennen kann ich ja noch verstehen. Als ich seinerzeit bei einem Fechtunier den fünften Platz belegte (Fünfter! Wo acht mitgemacht haben!) habe ich mir auch den Helm vom Kopf gerissen und bin zu meinem Trainer gelaufen. Dummerweise war ich noch verkabelt, aber die Freude kam schnell wieder, nachdem man mir die Schürfwunden versorgt hatte. Was ich mit dem Bericht meines (einzigen) sportlichen Triumphes sagen möchte: selbst wenn ich ein Leibchen angehabt hätte, ich hätte es mir in der Turnhalle des Godesberger Sportvereins nicht vor den 20 Zuschauern runtergerissen. Ich kenne überhaupt keine Sportart, in der sich irgendjemand nach einem Sieg auszieht. Auch kenne ich nicht den Spruch: "Ich könnte mich vor Freude ausziehen". Was also bewegt Fußballspieler weltweit dazu, sich nach einem Tor auszuziehen? Und warum nur der Torschütze und nicht auch noch der Rest der Mannschaft?

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Bachmannlesung, Preisverleihung

10:58 Uhr

Gleicht gehts los. Was uns 3Sat wohl sagen damit sagen will, dass sie vor Klagenfurt "Panzerkreuzer Potiemkin" zeigen? Eine Anspielung auf Rakusas Frisur? Millers Alter? Radischs Verbalgeschosse?

11:06 Uhr Letzter Trend von vor Ort, dank Jeremy im Forum übermittelt:

  1. Balkow
  2. Schoch
  3. Weber
  4. Vogel

11:28 Uhr Detering hat ein neues Hemd an. Ansonsten zieeeeht es sich. Aha - Natalie ist in der Endrunde.

11:33 Uhr Uhhh... uneinige Jury. Schoch oder Lang. Tippe auf Schoch. Und das nach ihrem Auftritt bei Scobel am Donnerstag. Nicht schlecht. Miller scheint gestern in ein großes Weinfass gefallen zu sein. Stichwahl -> Thomas Lang wird es. Das wird wohl bedeuten, das Julia Schoch den Preis der Jury bekommt.

11:38 Oh, Natalie von Spinnen den Jurypreis nominiert. Aber die Schoch wird es werden. Das war klar. Gerechterweise. Jetzt hat sie Geld und Ruhm, wie am Donnerstag verlangt. Wahrscheinlich kauft sie sich davon eine neue Audrey Hepburn Sonnenbrille. Oder eine neue Frisur.

11:41 Uhr Der 3Sat Preis. Das riecht nach Anne Weber. Zweimal knapp an der Stichwahl gescheitert. Oh. Detering nominiert Susanne Heinreich. Das ist mutig. Vor Ort wurde sich auch schon mehrfach über seine sexuelle Orientierung unterhalten. Das machen wir hier nicht. Dies ist ein sauberes Blog. Stichwahl zwischen Natalie und Anne Weber. Mist - eine Stimme mehr für den langweiligen Bürokapitalismustext von Anne Weber. Miller, das Weinfass wars.

11:45 Uhr Jetzt der Verlagpreis. Das könnte was werden. Ne, da taucht der Balkantext von Sasa Stanisic und der von Martina Hefter aus dem Rückraum auf. Wieso die Hefter? Wieso nicht die Heinrich? Wo bleibt da Deterings Einsatz? Balkow gewinnt! Super, das freut mich sehr.

11:52 Uhr Publikumspreis. 750 Leute, die ja wohl alle hoffentlich von hier kamen. Ne, Sasa Stanisic. Der hat doch die Seite gehackt mit seiner bosnischen Mafia. Das ist bedauerlich, ich hatte auf eine Karte fürs Gladbachspiel gehofft.

12:28 Uhr So ganz verstehe ich immer noch nicht, wie Stanisic den Publikumspreis gewinnen konnte. War keiner meiner Leser wählen? Habe ich Nattern an meiner Brust großgezogen? Ach, ach. Schlimm auch -> die Diskussion danach. Barbara Bongartz sitzt bei Scobel und sieht aus wie ein kleines Kind, dem man an einer Raststätte die Bockwurst geklaut hat. Ist ja auch nicht in die Enderunde gekommen. Jetzt reden sie darüber, ob Schreiben Arbeit ist. Das muss nicht sein. Ich geh jetzt endlich meinen Küchenfussboden putzen, der sich in einem jämmerlichen Zustand befindet. Dabei werde ich überlegen, ob ich nächstes Jahr mal mitmache bei diesem Bachmannpreis.

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Samstag, 25. Juni 2005

Drei Tage Lesungen. Eindruck ist sehr zwiespältig. Einerseits sind, bis auf den Text von Kuhn, alle verschwurbelten und künstlich verdrehten Texte verschwunden. Das macht das Zuhören leichter. Auf der anderen Seite muss ich der Radisch zustimmen, wenn sie meint, dass alles etwas belanglos ist. Relativ unmutige Texte, wenig neue Konstruktionen, so als ob die Autoren jedes Aufsehen haben vermeiden wollen. Alles war so brav, dass Susanne Heinreich mit dem mehrfachen erwähnen des Wortes "Ficken" quasi das Stirnaufschneiden der Veranstaltung war. Bleibe auch dabei, dass mir der Text mit am besten gefallen hat, auch wenn er etwas sehr an den französischen Vorbildern wie Francoise Sagan angelehnt war, quasi ein "Bonjour Tristesse" im Osten. Am Ende merkt man das, was man in jedem Buchladen zur Zeit sehen kann: Die Szene befindet sich in einem Umbruch. Weg von den manchmal kunstvoll, oft aber auch künstlich konstrurierten Zwischenrealitäten, hin zu einem, nennen wir es mal, egoistischem Realismus.

Am Ende wird wie immer gewählt. Und weil ich ein gutes Herz habe, wähle ich gleich meine Bekannte Natalie Balkow, damit sie den Publikumspreis bekommt. Und es wäre nett, wenn die Leser dieses Blogs sich daran anschließen. Zwingen kann ich leider niemanden, nichtmal den weiblichen Lesern Sex anbieten. Also wäre es einfach nett, wenn möglichst viele Menschen einfach meinem Beispiel folgen würden. Vielleicht schenkt mir Natalie dann Karten für das erste Bundesligaspiel Gladbach gegen den FC Köln.

Danke an alle, die gewählt haben!

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