Du, Musikindustrie
Hast Du super gemacht, dass mit dem neuen Urheber/Kopierrecht. Jetzt darf man von einer CD, die ich von meinem Geld erworben habe noch drei Privatkopien brennen. Mach ich eine vierte, gehts mir an den Kragen. Weißt Du was: Das ist meine CD. Ich hab sie gekauft. Ich kann damit machen, was ich will. Ich kann drauf pinkeln, sie verbrennen, millionenfach kopieren und an die Wand nageln. Weil sie meine ist. Mir alleine gehört. Nicht mehr Dir, sondern mir. Ich bin nämlich ein Schwein, ich denke nämlich: Gekauft=mir. Am liebsten hättest Du es doch sicher gehabt, wenn auf der CD auch nach dem Kauf noch "Diese CD bleibt Eigentum der EMISONYBMGUNIVERSAL" stehen würde. Auch geschickt ist dieses Interview mit Tim Renner von Universal über die 30%igen Preisreduktionen von Universal in Nordamerika und das Herr Renner keine Notwendigkeit sieht, dieses auch in Deutschland umzusetzen. Und diese Idee, wahllos Schüler zu verklagen ist schon richtig gut.

Nur, liebe Musikindustrie, ist Dir schon mal der Gedanke gekommen, dass man Dich für das alles ziemlich Scheisse finden könnte? Dass man erst recht denkt: "Leck mich"?, dass man sich die Dinger dank DSL in Zukunft einfach per Mail zusendet? Oder über einen Messenger? Oder einfach lernt, wie man einen Proxy zwischen das P2P Programm und Euch legt? Ist Euch schon mal aufgefallen, dass ihr in den letzten zwei Jahren nur gejammert und geflucht habt? Das ihr keinen Schritt unternommen habt, auf die Käufer zu zu gehen? Dass man selbst als ordentlicher CD Käufer (weil einem was an den Künstlern liegt), den Eindruck bekommen könnte, ihr wollt einfach nicht von Euren Pfründen weg? Dass Euch nicht mal selber die Idee gekommen ist, einzelne Tracks für einen Euro zum Download anzubieten? Das ihr wie alt gewordene Raubritter in Euren Burgen sitzt und über "die da draussen" herzieht, die Jahrzehnte lang Eure Ärsche gepudert habe?

Nicht? Na dann fröhliches Gesundschrumpfen.

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seewolf, Mo, 15.09.2003, 15:28
Ja
und CD ohne CD-Book verkaufen für 16 Teuros (Heather Nova - Storm) ist auch total innovativ, Sony, doo!

DonDahlmann, 15. September 2003, 15:30
Auch nicht viel besser, aber 4 Euren billiger, plus ohne Versandkosten
www6.cd-wow.net

daskleinehormon, 15. September 2003, 15:40
habe früher sicher pro woche ein bis 2 lp´s
gekauft. dann nach langer weigerung so ein laserdisc dings zu kaufen doch zugeschlagen, da einige neuerscheinungen nicht mehr auf lp erhältlich waren. jetzt kauf ich nur mehr sehr selten neues, da ich in letzter zeit kaum durchgehend hörbare alben vorgefunden habe.

nächster anlauf wird die neue bowie cd sein, falls das ding auch schrott ist höre ich nur mehr altes und gebranntes :-P

dieguteseite, Mo, 15.09.2003, 15:38
die wollen nicht mal richtig starten
normalerweise werden bei cd's 95% der verkäufe wohl in den ersten 3 jahren passieren.
wo läge also das problem für z.b. 5 euros im monat alles ältere zum download freizugeben?
selbstverständlich in sehr guter qualität und mit booklet, falls gewünscht.
müsste doch unterm strich immer noch genug überbleiben, die leute gewöhnen sich an bezahlte downloads und vielleicht werden sie auch neugierig auf was neues.

kristof, Mo, 15.09.2003, 16:40
Danke für diesen Beitrag.
Ich hätte nicht besser motzen können.

ashi, Mo, 15.09.2003, 20:07
bitte ein bisserl differenzieren...
da gibt es mal die "majors", also die 5 grossen (oder sind's eh nur mehr 4?). alles was du anführst trifft auf die sicher voll zu. und dann gibt es noch die kleinen, die "independents", die mit viel idealismus und wenig geld versuchen, ihr ding durchzuziehen und die musik als persönliche kulturelle äußerung verstehen.
für diese vielen kleinen labels ist das kopieren/tauschen eine echte existenzbedrohung. elektronische distribution via file-downloads ist für diese kleinen labels auf grund der komplizierten vertriebsstrukturen und beschränkten budgets auch (noch) nicht drinnen.
gerade in wien hat sich eine feine musikszene etabliert, die ohne major-vertrieb im rücken feine releases produziert, z.b. couch records oder ecco chamber. die haben's allesamt nicht leicht. solche musik zu kopieren/tauschen bedeutet für diese labels den sicheren untergang. und ich fänd's echt schade, wenn solche leute keine musik mehr produzieren würden.

DonDahlmann, 15. September 2003, 20:59
Aber sicher weiß ich das. Ich hab ja lange genug bei Majors gearbeitet.

Natürlich leiden die kleinen Labels am stärksten. Ein durchaus nicht ungewollter Seitenaspekt der Majors in diesem Zusammenhang, die sich nämlich in den Rechtstreits nicht um deren Produkte, die ja zumeist von ihnen vertrieben werden, sondern nur um ihre gesignten Künstler kümmern. Ich glaube allerdings auch, dass die kleinen Labels bis zu einem gewissen Prozentsatz von den P2P Problemen profitieren. Leute, die bei diesen Labels und über deren Vertriebsweg Musik ordern, haben meiner Meinung nach sowieso eine andere Geisteshaltung zum Thema kopieren. Ich würde von "Swell" auch nichts ins Netz stellen.

Das Problem ist auch nicht, dass sich die Industrie wehrt. Es geht um die arrogante Grundhaltung, die dahinter steckt. Anstatt das Thema P2P aufzugreifen, versuchen sie es zu verbieten. Anstatt zu bemerken, dass sie Kunden schon längst den Vertriebsweg Internet akzeptiert haben, versuchen sie die Kunden zu kriminalisieren. Das macht ja noch nicht mal Microsoft, die in einer vergleichbaren Monopolstellung sind. Allerdings sind sie im letzten Punkt auch nicht ganz alleine schuld. Die Grossisten, die die CDs in die Läden bringen, haben schon zu meiner Zeit beii einem Major, diesen quasi verboten, per Internet die eigene Musik zu verbreiten. Hätte das Label es trotzdem gemacht, wären die CDs nicht mehr in die Läden gekommen.

Die Industrie ist ein Dinosaurier. Ein schwerfälliger, aufgeblähter, alter Dinosauerier. Da sitzen keine Musiker mehr als Product Manager, sondern BWL Studenten, die Zahlen abhaken. Man hat schon lange den Kontakt zum Endverbraucher verloren, deswegen hat man in den letzten Jahren angefangen, ihn zu betrügen. Ihm einzureden, was er haben will. Und da wird mit allen Mitteln gearbeitet. Bis hin zur massiven Beeinflußung der Medien. Schreibst Du etwas schlecht, bekommst Du kein Material mehr. Gerade freie Journalisten leiden unter der Zensur und die Chefredakteure sind schon lange zu der Praxis übergegangen, dass man lieber über etwas nicht schreibt, anstatt es sich mit einer PR Abteilung zu verscherzen. Und das ist nichts neues. Mich hat die damalige Pressechefin von Motor Music/Universal, die jetzige Frau Renner, persönlich aus dem Verteiler geschmissen und mich am Telefon angebrüllt, als ich es wagte Rammstein zu kritisieren. Also alltäglich. Wie weit diese Beeinflußung vojn Medien und Kunden geht, sieht man ja bei diesen Starshows in allen Sendern.

Die Majors müssen sich neu erfinden. Und zwar nicht allein der Kunden wegen, sondern der Musik wegen. Aber die Kunden werden diejenigen sein, die dem alten Saurier das Rückgrat brechen. Hoffentlich.

martinh, 15. September 2003, 21:48
Ich hab da ja wenig Ahnung von
aber die Trennung von denen, die was hören wollen, und denen, die was machen wollen, ist durch die Versteinerung der "Verwerter" wohl ziemlich gewachsen in den den letzten Jahren. Ich bin selbst kein passionierter "Sauger", aber ich bezahle eine CD allemal lieber, wenn der Copyright-Vermerk lautet Unauthorized duplication, while sometimes necessary, is never as good as the real thing wie bei Ani DiFrancos Label statt gleich mit weltweiten Rechten und Gezeter daherzukommen: ist auch eine Frage des Stils, eine Frage, worum es eigentlich geht (vielleicht zu idealistisch: eben nicht beiderseits um Knete).

DonDahlmann, 16. September 2003, 00:58
Was Moby dazu sagt. (Link via Jockel, thanks)

Hab ich eigentlich mal die Geschichte erzählt, wie ich mit Moby durch halb Köln geeiert bin, um schwarzen Johannisbeersaft für sein Müsli zu kaufen? Oder die Story mit Moby und Jeff Buckley, die Nachbarn waren und nicht nur die Haustür teilten? Nein? Muss ich wohl mal aufschreiben...

ashi, 16. September 2003, 01:38
moby unterschreib' ich!
feines statement das! und ja bitte die moby gschichten hier posten :-)

dea999, 16. September 2003, 03:35
Natuerlich,
kauft man Don Dahlmann`s Buch!
"Und die Platten"!
Alles andere, ist wirklich, "out of space"!
Die " Deutsche Industrie",
hat die , neuen Helden!
"What a fucking joke"!
Die deutsche "linke", ist "fertig"!
Das tut mir leit!
Kann denn keiner, etwas "politisches"?
Ach, so? Deutschland ist Scheisse!

Hab ich nie gesagt!
In Deutschland, schreibt man Gedichte ueber "Johnny Cash"
Der "Halbnazi" war!
"Halleluja"!

embe, Di, 16.09.2003, 14:50
Immer dann,
wenn mir wieder eine CD-Hülle runterfällt und zerbricht.
Immer dann,
wenn ich Cola über das Booklet gieße.
Immer dann,
wenn ich eine CD mit einem dicke Kratzer drauf, nach dem Verleihen wiederbekomme.

Dann erinnere ich mich daran, daß ich ja keine 16 €+ für ein Stück Plastik ausgegeben habe, sondern für das Recht die Musik darauf zu hören und durch das Booklet zu blättern.
Und gleich danach fällt mir ein, dass das nur dämliches Gelaber der Musikindustrie ist und ich nirgendwo eine Ersatz-CD herbekomme, obwohl ich ja noch das Recht habe, die CD zu hören und durch das Booklet zu blättern, aber leider kein brauchbares Medium mehr besitze...

dea999, 17. September 2003, 02:49
Genau
ist mir mit einer 300 Euro kamera passiert von Aldi.
Platte kaputt, neuer driver,
10 Euro!
hhm??
Naja, naechstes mal, kaufe ich eine kamera woanders!
It`s the package!
Der Verbraucher bestimmt sowieso!

DonDahlmann, 17. September 2003, 18:38
Bundesverband Gastronomie fordert Verbot des privaten Kochens.
(17. September 2003 16:04)
Angesichts der, die gesamte Branche in ihrem Fortbestand bedrohenden
Umsatzrückgänge, fordert nun der Vorstand des Bundesverbandes
Gastranonomie eine dastische Einschränkung des Rechtes auch
Privatkochen.

Bei Umsatzrückgängen von verizeinzelt über 50% und mehr, und einer
sich immer dramatischer ausbreitenden Welle von Geschäftpleiten bei
Restaurants und ähnlichen Dienstleistern, sein nunmehr der Gesetz-
geber zum Handeln gezwungen. Zehntausende von Arbeitsplätzen seine
in den vergangenen Jahren bereist abgebaut worden. Weitere
Zehntausende
stehen auf dem Spiel.

"Jezt muß Schluß sein mit der Essenspiraterie", fordert der
Vorsitzende
des Bundesverbandes Gastronimie.

Er fordert ein sofortiges Verbot von des Privatkochens sowie das
Verbot von Privatkochtechnologie und sonstiger vorbereitender
Maßnahmen.

Hierrunter sei nicht nur das Verbot von Herden, Töpfen, Pfannen,
Kühlschränken usw. zu stelklen. SOndern auch ein verbot des Bewerbens
(durch Kochsendungen) und der Verbreitung von Anleitungen (Koch-
büchern). Und auch der hemmungslose Handel mit Grundstoffen
der Kochpiraterie muß endlich eingedämmt werden. So dürften Fleisch
und Gemüse nicht mehr in unverarbeiteter Form beworben und an
Endverbraucher abgegeben werden. Ebenso Gewürze und Gewürzkräuter,
Kochilfen (Soßenbinder, Tomatenmark, Soja-Saucen, Tabasco usw.).

Die Gastronimiebranche hofft, durch diesen Maßnahmenkatalog wieder
einen "funktionsfähigen Markt" herzustellen, in dem ihr bis vor
einigen Jahren noch äußerst lukratives Geschäftmodell auch weiterhin
Früchte trägt.

Irgendwo aus dem Heise Forum

dea999, 18. September 2003, 02:43
Ein Geruecht sagt,
Hans Eichel plant die Einfuehrung
der Sex-Maut.(fuer private).
Ein Controller an jedem deutschen Bett,
der die Aktivitaet misst!
"Schatz, koennen wir es noch einmal machen?"
"Halt die Klappe , die haben unser Konto gesperrt!"
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