Ab und an schreibt ich ja auch noch mal was für das Berlinblog der "Zeit". Neulich hat Jochen Reinecke dort ein gelungenes Plädoyer für den neuen Hauptbahnhof in Berlin gehalten. Damit in all dem Jubel über den neuen Bahnhof ein paar Gedanken nicht untergehen, hab ich jetzt ein Plädoyer gegen den Bahnhof geschrieben

Zugegeben: die Architektur des neuen Bahnhofs mitten Berlin ist gelungen. Zumindest, so lange die Glasscheiben so schön klar und sauber bleiben, sieht der Hauptbahnhof schick aus, und hebt sich wohltuend von den Betonburgen anderer Städte ab. Die Frage ist nur: braucht den Bahnhof irgendein Mensch?

Weiterlesen beim Berlinblog der "Zeit"

Spätestens 2011, wenn der neue Flughafen in Schönefeld eröffnet und somit der schnuckelige Flughafen in Tegel geschlossen wird, werden wir wieder "Hauser & Kienzle" spielen.

Nachtrag 31.05:
Sehr lesenswerter Artikel in der Jungen Welt über den Hauptbahnhof. Was mir erst heute klar geworden ist: seit der Eröffnung halten Züge von und nach Dresden, Leipzig und Hamburg ausschließlich am Hauptbahnhof. Das verkürzt die Fahrzeiten ja ungemein.

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Doloris, Di, 30.05.2006, 18:49
Sie haben Recht.
Der gute Herr Reinecke auch.
Aber Sie mehr.
Ich hab mich schon soviel über diese Berliner Idiotie aufgeregt, dass es ne Weile langt...

Jede Großstadt hat eine oder mehrere vernünftige Anbindung(en) an den HB. Berlin? Braucht das nicht. Ist wohl schlussendlich doch nur ein 8-Dörfer-Konglomerat, das ein bisschen aus den Fugen geraten ist.

mutant, 31. Mai 2006, 12:16
dann kann man wenigstens wieder guten gewissens mit dem auto nach berlin fahren.

generator, 31. Mai 2006, 12:38
Wenn der Bahnhof nicht zur Stadt kommt, wird die Stadt eben an Mehdorns Bahnhof gebaut... Jetzt planen sie neue Wolkenkratzer ins Niemandsland.

Soll keine Selbstmördersicherungen geben zwischen den 3D-Gleisen?

la deutsche vita, Di, 30.05.2006, 23:29
Zu spät. Komisch, dass die Diskussion über den neuen Bahnhof erst kurz vor seiner Eröffnung richtig in Gang kommt (und dann auch gleich ihrem natürlichen Ende zustrebt, denn wer will über Sinn und Unsinn von etwas diskutieren, dass längst beschlossen und gebaut ist?). Aber es ist schon unglaublich, wie die Strecke zwischen Bahnhof Zoo und Ostbahnhof vor noch nicht allzu langer Zeit für mehrere Mrd. restauriert wurde, nur um jetzt zum Nebengleis degradiert zu werden.

Und ob die Glasscheiben in Zeiten von Personalabbau und Sparzwang lange sauber bleiben, bleibt abzuwarten. Jeder, der die unendliche Geschichte des Plexiglasdachs über dem U-Bahn Eingang Wilmersdorferstraße verfolgt hat, weiß dass mit Tauben nicht zu spaßen ist.

einbecker, Mi, 31.05.2006, 00:20
schön ist ja...
dass wir uns hier in dresden sogar zwei Fernzugbahnhöfe leisten. Einen für die Armen & Reichen drüben in der Altstadt. Für die Jungen & Netten gibts dann noch die Neustadt.

stollentroll, 31. Mai 2006, 11:16
zwei Fernzugbahnhöfe für Dresden?
Die Großstadt Münchberg bei Hof (ca. 8000 EW) hat immerhin drei Autobahnausfahrten...

schmerles, 31. Mai 2006, 11:27
aber auch eine hervorragende Gneismasse
www.angewandte-geologie.geol.uni-erlangen.de

timanfaya_, Mi, 31.05.2006, 09:26
neben der verkehrtechnischen und städtebaulichen fehlplanung [und das wird sie meiner ansicht nach immer bleiben] steht hinter diesem projekt auch noch was urtriebliches. nachdem der äußerst bodenständige marg in den 90ern mit seiner 250m langen messehalle in leipzig bei gmp [von gerkan, marg u. partner] mal gezeigt hat wo der hammer hängt, hat sein tendenziell egomanischer partner [v. gerkan] wahrscheinlich jahrelang jede nacht ins kopfkissen gebissen, bis er endlich wieder den längsten hatte ...
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