Eis

Heute mit einer guten Bekannten darüber diskutiert, ob Sex Eis ersetzen kann. Oder umgekehrt. Dabei fiel mir ein Eis ein, das ich mal vor knapp hundert 10 20 Jahren gegessen habe.

Dieses Eis habe ich auf Mallorca gegessen habe. In einem kleinen Kaff namens Petra. Wir, meine damalige Begleitung und ich, sind da damals zufällig gelandet, als wir hungrig mit dem Finger über die Landkarte gerutscht sind und nach irgendeinem Ort suchten, der zumindest der Größe nach vernünftige Nahrungsbeschaffung versprach. Und es war auch schon spät. Wir landeten in Petra, wo es um kurz nach acht schon so dunkel und verlassen war, dass man glauben musste, der dritte Weltkrieg sei ausgebrochen. Am Marktplatz wurden wir aber fündig. Ein winziges, aber witzig beleuchtetes Restaurant. Aus Mangel an Alernativen und weil meine Begleitung um meine Laune fürchtete, wenn ich jetzt noch mal eine Stunde durch die mallorquinische Pampa fahren musste und weil ich ihr angedroht hatte zu McDonalds zu gehen - also aus diesen vielschichtigen Gründen traten wir ein. Und wurden nicht enttäuscht.

Die Karte war interessant. Langusten in einer bitteren Schokoladensauce waren mir zum Beispiel neu. Der Begleitung auch. Aber, jung und mutig wie wir waren, bestellten wir uns einmal quer durch. Wir wurden nicht enttäuscht. Zufrieden und gesättigt lehnten wir uns in die knarzenden Stühle zurück als die Besitzerin des Ladens anrauschte und uns Eis anbot.

Wir wollten eigentlich nicht, aber sie bestand drauf. "Er hat es heute frisch gemacht", sagte sie und meinte natürlich den Koch. Ein älterer Mann, starker Raucher, klein, krumm gewachsen, Glatze. Er brachte uns das Eis persönlich. Einfach Vanilleeis mit ein paar Brocken Schokolade.

Es war das beste Vanilleeis meines Lebens. Es schmeckte so weich, so zärtlich und gleichzeitig so intensiv, wie mir weder vorher noch nachher jemals ein Eis geschmeckt hat. Es war, selbst nach den Langusten, den unzähligen Gläser Wein, Brandys und Zigaretten, eine regelrechte Explosion im Mund. Als hätte ich noch nie im Leben Eis gegessen. Ich war sprachlos.
Wie konnte man so etwas simples wie eine Kugel Vanilleeis so gut machen? Nach vielen weiteren Brandys und etlichen Zigaretten verriet er dann wenigstens einen Teil des Geheimnis: er mischte selbst gemachten Frischkäse unter die Eismasse.

Mangels eigener Eismaschine habe ich nie versucht, dieses Eis nachzumachen. Vermutlich aber auch, weil ich es einfach nicht will. Diese Eis werde ich nie vergessen und das soll so bleiben.

Also ja, Eis kann so gut wie Sex sein.

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Hmmmm....

↑ Ab hier neu


↓ Ab hier sehr, sehr alt und eventuell aus digital-archäologischen Gründen oder Motiven der Reminiszenz interessant.

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"Here's how the game ended on TV in Hong Kong," writes Ravi. "Five guys in a studio listening in on a phone call between one of the presenters and someone sitting in the stands attempting to describe what's happened over the noise of the crowd and an awful mobile phone connection. Of course, it's all in Cantonese. Brilliant."

Liveticker des Guardian

Die Türken konnten ihre Freiheiten kaum fassen und deshalb auch nicht nutzen. Sie sind es gewohnt, Gegner nieder zu ringen. Dass ein Gegner sich aber freiwillig zu Boden wirft und weint – damit konnten sie nicht rechnen. War das die ebenso geniale wie perfide Taktik der Deutschen? Wir wollen es nicht wissen. Oder vielleicht doch. Irgendwann. Aiman Abdallah von Pro7 soll es uns eines Tages erklären.

Liveticker von 11Freunde

Offensichtlich größte Freude des Abends.

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Klassische Sonntagnachmittagsmusik

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Sehe ich ja auch gerade erst, dass Peter Garrett, Sänger meiner ehemaligen Lieblingsband "Midnight Oil" (die frühen Sachen von denen), heute Umwelt und Kulturminister von Australien ist. Muss ich doch mal wieder in den Keller gehen um "Head Injuries" und "Places without a postcard" zu entstauben. Dabei erinnere ich mich gerade daran, dass ich "Places..." bei einem winzigen Plattenhändler in der Bonner Innenstadt bestellen musste, der die CD dann aus Australien besorgte. Zwei Monate habe ich warten müssen, knapp 50 Mark bezahlt. Damals war man noch echt leidensfähig, wenn es um Musik ging. Dafür konnte ich dann auf jeder Party mit dem "Made in Australia" Aufdruck auf der CD angeben. Hat mir aber nichts gebracht, außer dem Ruf, etwas kauzig zu sein.

Nachtrag:
Mit 15 hatte man noch Zeit.

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