@ DaveKay: Bei meinem Zwischenruf da oben ging es mir wie Herrn Dahlmann - ich kannte die bittere Lage von Herrn Tobi und damit auch von Antville auch noch nicht, jedenfalls nicht in dieser Schärfe. Und ich bin auch nur ein "Mann der zweiten Stunde", dem 2002, als die Neuanlage schon gesperrt war, ein Weblog zur Gestaltung überlassen wurde. Ich hoffe, das macht die Zurückhaltung nachvollziehbar.

Ich will aber gerne meine Position festhalten:

  1. Ich glaube, emotional stellt sich für niemanden, der sich hier engagiert hat, die Frage, ob es schade oder bitter wäre, wenn Antville die Pforten schlösse - was vermutlich zwangsläufig der Fall wäre, wenn die Infrastruktur langfristig nicht gepflegt und aufrecht erhalten werden könnte.

  2. Ich ahne, dass Herrn Tobis Arbeit - schon die bisher geleistete, und auch mit dem nicht ganz unerheblichen Antville-Spendentopf - kaum kostendeckend gewesen sein dürfte.

Er kämpfte dabei noch als Einzelkämpfer mit der Situation, dass die Blogsoftware zwangsläufig langsam veraltet und zudem anderweitige Entwicklungen stattfanden und stattfinden, denen erst einmal hintergelaufen werden müsste.

  1. Das Problem besteht deshalb meiner Meinung nach im Kern in der Diskrepanz, dass einerseits eine aktuelle Bloggersoftware erwartet wird, die sich aber andererseits mit den beschränkten Mitteln nicht wirklich realisieren lässt.

Ich glaube, alle Beteiligten (ich schließe mich da ganz bestimmt mit ein) waren da beim ASOC etwas zu optimistisch.

  1. Wenn ich über die Auflösung des Problems nachdenke, dann kommen mir diese Gedanken:

a) Ich finde, man müsste all die Fragen nach offener (oder regulierter) Kommentierung, Exportfunktion, Layoutvorschau, Stabilität, Sicherungen u.v.m. nicht neu erfinden, wenn es schon erfunden ist: Und Twoday hat das getan.

Warum also nicht bei Twoday anfragen, zu welchen Konditionen Antville.org entsprechend aktualisiert, gepflegt und fortgeführt wird? Wie das konkret aussehen könnte, müsste man einmal besprechen; ich könnte mir aber gut vorstellen, dass die Konditionen nicht schlechter wären als die dauerhafte Finanzierung eines eigenen Trägers samt Technikteam. (Auch für dieses "Twoday-Modell" könnte ein Verein ins Leben gerufen werden.)

b) Ich glaube dagegen nicht, dass der ursprüngliche Idealismus (Selbstausbeutungsbereitschaft) für die Aktualisierung unter den gegebenen Umständen wiederbelebt werden kann.

c) Als letzte Alternative stelle ich die Frage, ob es vielleicht eine Möglichkeit gibt, antville.org in einer Form einfach und pragmatisch aufrecht zu erhalten, z.B. so, dass lediglich eine stabile Plattform mit gewissen Grundfunktionen langfristig gewährleistet bleibt. Es bliebe damit sozusagen eine Plattform für Blogpuristen, und vielleicht später, wie drücke ich das aus, vielleicht "Nostalgiker" (?).


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