Dienstag, 20. Januar 2009

Update Antville

Die jetzigen Antville Admins erörtern im Hintergrund die Möglichkeiten, wie man Antville auf einen neuen Server bekommt, und vor allem, welchen man nimmt. Dank Dirk Olbertz (blogger.de) sind da auch ein paar interessante Ideen auch bzgl. der Weiterentwicklung von Antville aufgetaucht.

Folgendes ist schon mal klar:

  1. Antville wird weiter existieren.
  2. Wenn es einen Umzug gibt, dann soll der möglichst bald über die Bühne gehen.
  3. Erst wenn Antville auf einem neuen Server steht wird darüber nachgedacht, wie man Software verbessern kann. Da müssten sich ein paar Leute zusammen tun.

Achja: Botic - schick mir mal Deine Mailadresse (dondahlmann gmail com) Danke!

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Donnerstag, 15. Januar 2009

Was tun mit Antville

Antville geht es nicht gut und es muss etwas passieren, wenn Antville in dieser Form nicht komplett sterben soll.

Zunächst: wer es noch nicht getan hat, möge bitte diesen Artikel von tobi lesen.

Kurzfassung: tobi hat bisher Antville im Alleingang gepflegt. Das betrifft sowohl das Hosting, als auch die Pflege der Software. Nun hat tobi aus sehr nachvollziehbaren privaten Gründen keine Zeit mehr und wird bis zum Juni sich nicht mehr um Antville kümmern können. Die Ausfälle der letzten Wochen zeigen zu dem, das intensiver Handlungsbedarf besteht. Bisher gibt es neben tobi noch ein Team mit davekay, Kinomu, und Mutant als "Backup" Lösung, die ab und an einspringen. tobi sagt deutlich, dass die Performance von Antville sicher nicht verbessern wird, wenn sich niemand darum kümmert. Anders gesagt: die Downtimes können noch mehr zunehmen. Das ist technische Seite.

Seitens der Software gibt es einige Verbesserungen, aber auch einige Dinge, die nicht funktionieren:

  • Layout Vorschau geht nicht
  • Suche geht nicht
  • Referrer gehen nur 24 Stunden (nicht weiter schlimm, ist trotzdem schade)
  • Kommentarfunktion ist für die meisten User immer noch unbefriedigend wegen der Anmeldung
  • Performance Probleme
  • Downtime jeden Morgen

Das sind jetzt nur die Dinge, die mir einfallen. Vermutlich gibt es hier und da noch andere Wünsche (Moblogging, Twitter-Intergration, leichtere Bedienbarkeit des Admin-Centers, Suchfunktion nach Member etc). Es gibt zwei Varianten:

  1. Antville braucht die Verbesserungen nicht und bleibt einer reiner Bloghoster ohne technischen Schnickschnack. Man sorgt dafür, dass es keine Hosting Probleme mehr gibt und gut ist.

  2. Antville wird als Community wiederbelebt. Dafür muss es gründlich renoviert werden, was bedeutet, dass sich ein paar Leute grundsätzlich mit dem Programmcode auseinandersetzen, ihn verändern, Neuerungen einbauen usw.

Beide Varianten kosten Geld. Ich weiß nicht, was das Hosting kostet, aber schon in der ersten Version muss sich jemand mit den jetzigen Problemen von Antville auseinandersetzen und diese beheben. Die zweite Variante ist noch logischerweise noch teurer, weil sich kaum jemand finden lassen wird, der aus Spaß die Sache angeht und umsetzt.

Dabei sollte man nicht vergessen, dass es hier nicht nur um die paar deutschsprachigen Blogs geht, sondern um insgesamt 2800 Blogs, darunter auch videos.antville.org , das, soweit ich weiß, das meistbesuchte Blog von Antville ist und über ein riesiges Archiv an Videos verfügt.

Die Frage ist nicht nur, was man tun soll, sondern viel wichtiger: Wie finanziert man das? Allein ein Server Umzug kostet Geld, zu mal der Traffic nicht ohne sein sollte. Gut - die paar hundert Euro dafür kann vermutlich aus der deutschsprachigen Community zusammen bekommen. Den Rest aber nicht.

Ich bin bei solchen Sachen kein Freund der Demokratie. 2800 Blogbesitzer zu fragen, was man machen soll, bringt vermutlich nichts. Besser ist es wohl, ein Konzept zu entwickeln (wer macht was) eine Finanzierung zu prüfen (Werbung, Mitgliedsbeiträge?) und dann in einem Rutsch die Sache anzugehen. Dummerweise wird es aber immer kompliziert, wenn a) mehr als zwei Leute sich um eine Sache kümmern sollen, und b) Geld im Spiel ist.

Mein Vorschag wäre daher:

  1. Wir suchen jemanden, der Antville hostet. Und zwar umsonst. Server kann man ja eventuell noch anschaffen, es sollten aber keine Traffickosten mehr entstehen.
  2. Das Team um davekay, Kinomu, und Mutant übernimmt (so fern sie wollen) die technische Seite.
  3. Deren Einsatz wird einmal im Jahr mittels einer Spende finanziert. Wie bei Wikipedia wird ein Spendenziel fest gelegt, dass dafür erreicht werden muss.
  4. Im nächsten Schritt überlegt man, wie und ob man Antville modernisieren will. Danach käme dann auch der Schritt darüber nachzudenken, wie man ein solches Projekt finanziert.

Auch hier ist aber die Frage, wie man das allein rechtlich umsetzen will. Jemand muss Spenden verwalten usw. Einen Verein kann man gründen, ist aber auch nicht unkompliziert und schon gar nicht umsonst.

Es wäre gut, wenn man man versucht diese Fragen möglichst zentral zu diskutieren.

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Mittwoch, 14. Januar 2009

Und nu?

Update: Ich hatte den Text geschrieben, bevor ich die Ankündigung von tobi gelesen habe, die meine Sorgenfalten jetzt noch größer macht.

Was mach ich nur mit meinem Blog? Frage ich mich seit geraumer Zeit. Es ist ja gar nicht so, dass ich nicht mehr bloggen mag, aber doch so, dass mir Form und Funktionsumfang bei Antville etwas auf die Nerven gehen. Man muss da ehrlich sein - Antville ein wenig in die Jahre gekommen und die Ausfälle sind auch häufiger geworden. Manchmal ist es ganz schön zäh hier. Ein schickes, neues Wordpress Blog - das schwirrt mir seit einiger Zeit durch den Kopf, seitdem ich seit knapp zwei Jahren drüber im Racingblog damit gute Erfahrungen gemacht habe.

Denn ein Blog ist nicht eben nicht nur eine Seite, auf die man ab und an etwas schreibt, sondern etwas, was auch mit dem Netz verwachsen ist und wachsen sollte. So ist das jedenfalls für mich, denn ich lebe ja zu einem großen Teil im Netz und das Blog sollte eine Art Mittelpunkt des eigenen Lebens im Netz sein. Also Spiegel dessen, was man so denkt und schriebt, aber auch Spielwiese für neue Entwicklungen im Netz, die ich hier nur teilweise ausprobieren kann. Gerne würde ich unterschiedliche Plattformen mehr zusammen führen, gerne würde ich mit dem Layout mehr rumspielen, aber seit dem letzten "Update" geht die Vorschau-Funktion für die Layouts nicht mehr, man kann bei Antville also nur blind rumspielen und hoffen, dass es alles gut geht, wenn man auf "Ok" klickt. Eine andere Lösung wäre, dass man erst auf blogger.de ein Layout bastelt, dann sichert und rüberzieht. Nervt aber dennoch.

Auf der anderen Seite - ich bin hier seit mehr als sieben Jahren und Antville hat auch keine Importfunktion für die Texte und die Kommentare. Ich kann also nichts mitnehmen, bzw. in ein Wordpressblog importieren. Das ist dann wieder unschön. Ich gebe zu, dass mir, selbst wenn ich eine Export-Funktion hätte, die Entscheidung nicht leicht fallen würde. Antville ist dann doch eine Art Heimat, ein hübscher Platz auf dem Sofa im Internet, meine kleine Ecke halt.

Bliebe die Möglichkeit zu sagen: Tabula rasa. Das Leben ändert sich alle sieben oder acht Jahre, es wäre also Zeit mit einer Sache abzuschliessen und was etwas Neues zu starten. Ein neues Blog, unbelastet von all den positiven wie negativen Erinnerungen, die man so mit seinem Blog hat. Alles neu und da hätte den Vorteil, dass ich endlich auch unter einer URL bloggen könnte, die meinen Namen hat.

Eine wirklich sehr schwere Entscheidung. Auch nach dem ich das jetzt mal aufgeschrieben habe, weiß ich noch nicht weiter.

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Montag, 12. Januar 2009

Heute mal wieder gelernt. Nichts zu lange aufschieben. Niemals. Schon gar nicht, wenn es darum geht Menschen zu besuchen.

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Mittwoch, 7. Januar 2009

Weg mit den Verlagen, her mit den Redakteuren

Ich habe mich ja in den letzten Jahren an dieser Stelle immer wieder gerne mal mit den Kollegen der Holzausgaben beschäftigt und die Kiste "Blogger vs. Journalisten" aufgemacht. Teilweise zurecht, teilweise, weil es Spaß gemacht hat. Meistens, jedenfalls. Und ich bin ja bekanntermaßen nicht der einzige gewesen, der sich am klassischen Journalismus gerieben hat.

Wobei die Schlacht im Grunde geschlagen ist. Print ist nicht tot, wird es auch nie sein, aber der wichtige Tageszeitungsjournalismus muss sich ein anderes Geschäftsmodell suchen, während der Online-Journalismus überhaupt erst mal eins finden muss, was nicht allein auf Werbung basiert. Aber um Aussichten geht es mir nicht alleine. Mir geht es um den Journalismus an sich.

Denn der steht unter Druck. Zum Beispiel, weil die Redaktionen massiv ausgedünnt werden. Ob so mancher Verlag die Gunst der Finanzkrise und deren schlechten Nachrichten nutzt, um einen Stellenabbau zu Gunsten stabiler Gewinne durch zu führen, ist eine andere Frage die ich nicht beantworten kann, aber das unterschwellige Gefühl bleibt da schon, dass da mancher Verlagsmanager sehr betriebswirtschaftlich denkt. Auf der anderen Seite gerät der Journalismus seitens der Gesetzgebung unter Druck. Den Sonderstatus in Sachen Informatenschutz ist man eh schon los, jetzt kann man auch noch genauso überwacht werden, wie jeder andere auch. Die zunehmende Boulevardisierung vieler Bereiche hilft der Glaubwürdigkeit auch nicht.

Selber schuld. kann man da sagen. Wer sich erst jahrelang am Büffet mit vollgefressen hat, wer jedwede Kritikfähigkeit verloren hat, sich auf das "Hintergrundgespräch" Spiel einließ und sich auf diesem Weg hat einlullen lassen, der hat es auch nicht anders verdient, der ist halt zu nett gewesen. Das gilt auch in Richtung der Arbeitgeber. Wer seit Jahrzehnten jeden Arbeitsplatzabbau mitgemacht hat ohne aufzumucken, wer Redaktionsumbauten hat durchgehen lassen, wer stillschweigend daneben stand, als Kompetenzen beschnitten, erfahrene Kollegen abgeschoben wurden und einzelnen Redakteuren so viel aufgebürdet wurde, dass diese kaum noch vernünftig arbeiten konnten... ja, der hat es halt nicht anders verdient. Oder hat irgendeine Redaktion eines großen Verlages in den letzten Jahren mal komplett die Arbeit eingestellt, weil man mittels eines Streiks auf die sich verschlimmernden Zustände aufmerksam machen wollte? Gab es eine Verlags-übergreifende Solidarität? Hat irgendeine Zeitung den Fehdehandschuh aufgenommen, den ihr Schäuble und Co ins Gesicht geworfen hat? Ich meine jetzt nicht nur für einen Artikel auf Seite 234, sondern richtig, mit einer laufenden, sich wiederholenden Berichterstattung. Das alles sind (einige) Gründe dafür, den klassischen Journalismus sang- und klanglos untergehen zu lassen. Doch das wäre ein Fehler.

Egal, wie miserabel sich der Journalismus in den letzten Jahren verhalten hat, es geht nicht ohne ihn. Damit meine ich nicht den Journalismus einer gedruckten Tageszeitung. Die wird zwangsläufig verschwinden, weil die Leute ihre Nachrichten mehr und mehr aus dem Netz holen. Aber es braucht starke Onlineredaktionen. Es braucht Marken, journalistische Marken, denen man vertrauen kann. Denn "Spiegel", "Stern" und Co werden für den größten Teil der Bevölkerung immer noch vertrauenswürdiger sein, als einzelne Blogs. Blogs funktionieren für eine Info-Elite, RSS-artige Systeme ersetzten den Nachrichtenticker, aber jemand, der sich für Nachrichten nur am Rande interessiert, oder der nicht weiß, was bei Firefox ein Addon ist (und davon gibt es mehr als man denkt), der wird sich nicht durch die Blogwelt wühlen, sondern, wenn überhaupt online, dann bei den bekannten Marken suchen. Nur ist kaum davon auszugehen, dass die Verlage ihre Onlineredaktionen und Journalisten besser bzw. anders behandeln werden.

Die Frage, die mir seit einiger Zeit durch den Kopf geht: Muss man den Journalismus aus den Händen der Verlage nehmen? Sollte man sich ein Beispiel an der "Brand Eins" nehmen, wo eine engagierte Mannschaft außerhalb der Verlagswelt ein vernünftiges Produkt auf die Beine stellt? Brand Eins funktioniert als Printprodukt ganz hervorragen, aber klappt so etwas auch mit anderen Angeboten? Ist Brand Eins eine Vorlage für modernen und unabhängigen Journalismus, wie dringend benötigt wird?

Die Frage ist auch: Kann sich der Journalismus, so wie er jetzt in vielen Bereichen vor sich hinvegetiert, noch aus der wirtschaftlichen Umklammerung der Verlage retten? Und was müsste dafür getan werden. Ich hatte neulich den etwas fatalistischen Gedanken, dass die Radikalkur, die der internationale Journalismus gerade durch macht, gar nicht so schlecht ist. Denn viele der entlassenen Redakteure werden sich logischerweise im Netz versuchen und schauen, was dort so geht. Das im letzten Jahr viele interessante Fachblogs aufgetaucht sind, spricht für die These, dass sich hier etwas tun wird.

Ein moderner Journalismus kann sehr gut im Netz und ohne Verlage überleben, da die Kosten deutlich niedriger liegen als bei einem gedruckten Exemplar einer Zeitung. Auch wenn die Erlös- und Vermarktungsituation im Moment für Seiten unterhalb von 500.000 1 Mio Uniques noch unbefriedigend ist - ewig wird dies nicht so sein. Es ist noch Zukunftsmusik, aber ich bin durchaus der Meinung, dass sich dezentrale Redaktionskonzepte dank immer einfacher CMS Systeme in Zukunft durchsetzen werden und in Konkurrenz zum etablierten Verlagsgedanken treten werden. Und genau hier liegt da auch wieder die Chance, dem Journalismus in Deutschland neues Leben einzuhauchen. Das die Übergangsphase nicht leicht wird, ist klar und es ist bedauerlich, dass ausgerechnet jetzt, wo man einen starken Journalismus mehr denn je benötigt, dieser, zumindest in vielen Bereichen des Tagesgeschäftes, kaum noch wahrnehmbar ist. Hilfreich für eine Demokratie ist das nicht, womit ich wieder bei meiner Ausgangsthese wäre - wir brauchen einen starken Journalismus.

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